Rezension: Wladimir Kaminer – „Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger – Ein Unruhezustand in 33 Geschichten“

imageFakten:
Hardcover (Einband), Manhattan (Verlagsgruppe Random House), erschienen: 22.08.2016, 251 Seiten, 17,99€

Autor:
Wladimir Kaminer wurde am 19.07.1967 in Moskau geboren. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Ausbildung aus Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte danach Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er in Berlin-Prenzlauer Berg, wo er 1995 auch seine Frau Olga kennenlernte und mit ihr eine Familie gründete. Zu dieser Familie gehören die inzwischen erwachsenen Kinder Nicole und Sebastian, die Familien-Katzen und auch Wladimirs Mutter, die sogar eine Wohnung im gleichen Haus hat. Bekannt wurde er als Veranstalter der legendären Russendisko im „Kaffee Burger“ in Berlin, die er mittlerweile auch weltweit veranstaltet. „Russendisko“ ist auch der Titel seiner ersten Buch-Veröffentlichung im Jahr 2002, das 2012 mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle verfilmt wurde. Es folgten über 20 weitere Bücher zu den unterschiedlichsten Themen, außerdem Tätigkeiten als Radio-Moderator, Kolumnist und Autor für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Wladimir Kaminer ist auch ein beliebter Gast in Talkshows – derzeit eben als „Schriftsteller mit Mutti“. Seine Hörbucher hat er alle selbst eingelesen.

Handlung:
Wladimir Kaminers Mutter wohnt im gleichen Haus wie die Familie ihres Sohnes und ist mit ihren mittlerweile 84 Jahren immer noch sehr unternehmungslustig und neugierig aufs Leben. Wladimir Kaminer berichtet in 33 Geschichten dieses Erzählungsbandes mit seinem unvergleichlichem Humor über die „Abenteuer“, die seine Mutter u. a. beim Englisch-Lernen in der VHS; beim Versuch die Englisch-Kenntnisse auf einer Reise nach London anzuwenden; die Erlebnisse mit dem Roboter-Staubsauger, der irgendwie schon ein neues Familienmitglied ist; die gemeinsamen Ausflüge ins Schwimmbad mit Mama; die „Oma-Freundinnen“ seiner Mutter und so vieles mehr.

Fazit:
Wie alle Kaminer-Cover der letzten Jahre ist auch hier wieder der Autor gleich vornweg vertreten – dieses Mal eben mit seiner Mutter an seiner Seite.
Das Schriftbild ist wieder besonders großzügig gehalten und die Geschichten fast alle angenehm kurz – einfach zu lesen als literarischer Happen zwischendurch.
Ich bin seit erster Stunde Leserin der Bücher von Wladimir Kaminer (mein erstes Buch von ihm war „Schönhauser Allee“) und habe 2003 meine erste Lesung von ihm besucht, auf die noch sehr viele weitere folgen sollten – man muss ihn einfach mal live erlebt haben. Die allererste Lesung, die ich damals besucht habe, hat vielleicht vor 50 Leuten stattgefunden und mittlerweile füllt er große Theater mit seinen Auftritten und ist eine regelrechte One-Man-Show.  Bei seiner Lesung, die ich am 14.09.2014 in Berlin im BKA-Theater besuchte, stellte er bereits einige Geschichten, die sich um seine damals 83jährige Mutter drehten, vor. Er erprobt nämlich immer unveröffentlichte Geschichten vor Publikum, schon allein deshalb lohnt es sich besonders, seine Lesungen zu besuchen. Schon damals war mir klar, dass ich das Buch, wenn es veröffentlicht ist, auch unbedingt haben muss, denn die Geschichten, die Wladimir Kaminer über seine große direkte und indirekte Familie schreibt, mag ich immer noch am liebsten.
Für mich ist dieses Buch eines der Bücher von Wladimir Kaminer, bei denen ich definitiv am meisten lachen musste. Einfach göttlich! Ich finde, hier hat er sich selbst übertroffen! Neben den witzigen Abenteuern, die seine umtriebige Mutter mit ihren 84 Jahren noch so in Berlin und auch sonstwo erlebt, hat er hier wieder zum Teil auf philosophische Weise seine eigene humorvolle Weltanschauung untergebracht und gibt auf diese Weise auch mit viel Witz und Charme ganz neue Betrachtungsweisen auf die politische Situation in seiner ehemaligen russischen Heimat früher und heute preis und erinnert sich an seine Kindheit und Jugend dort. Die Pointe liegt bei Kaminers Geschichten auch gern schon mal in der Mitte und nicht erst am Ende 😉
Mit seiner Mutter gemeinsam hat er diesen neuen Band mit Erzählungen bereits in einigen Talkshows vorgestellt und auch dort für beste Unterhaltung gesorgt und die Shows gerockt.
Wer wissen will, was es mit dem Decknamen „Schriftsteller mit Mutti“ auf sich hat, warum seine Mutter den Staubsauger-Roboter so ins Herz geschlossen hat oder wie seine Mutter zu Halloween steht, muss dieses Buch unbedingt lesen – und hoffentlich mindestens genauso viel lachen dabei wie ich 🙂
Mich hat nach langer Zeit mal wieder ein Kaminer-Buch so doll begeistert, dass ich für dieses ohne zu zögern gleich volle 5***** Sterne vergebe und natürlich die Empfehlung, es unbedingt zu lesen 🙂

Ganz herzlichen Dank an die Random House-Verlagsgruppe (Manhattan), woher ich dieses Rezensionsexemplar über das Bloggerportal freundlicherweise erhalten habe.

Rezension: Wladimir Kaminer – „Coole Eltern leben länger“

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Hardcover (Einband), Manhattan (Verlagsgruppe Random House), erschienen: 25.08.2014, 304 Seiten, 17,99€

Autor:
Wladimir Kaminer wurde am 19.07.1967 in Moskau geboren. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Ausbildung aus Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte danach Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er in Berlin-Prenzlauer Berg, wo er 1995 auch seine Frau Olga kennenlernte und mit ihr eine Familie gründete, zu der neben den Kindern Nicole (18) und Sebastian (16) auch die Familien-Katzen und Wladimirs Mutter sowie ganz viel Verwandtschaft außerhalb von Deutschland gehört. Bekannt wurde er als Veranstalter der legendären Russendisko im „Kaffee Burger“ in Berlin, die er mittlerweile auch weltweit veranstaltet. „Russendisko“ ist auch der Titel seiner ersten Buch-Veröffentlichung im Jahr 2002, das 2012 mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle verfilmt wurde. Es folgten seither mehr als 20 weitere Bücher zu den unterschiedlichsten Themen, außerdem Tätigkeiten als Radio-Moderator, Kolumnist und Autor für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Wladimir Kaminer ist auch ein beliebter Gast in Talkshows und wird aktuell gerne zur Russland-Ukraine-Krise befragt. Seine Hörbucher hat er alle selbst eingelesen.

Handlung:
Nicole und Sebastian, die beiden Kinder von Wladimir Kaminer und seiner Frau Olga, sind quasi seit seinem 1. Buch, wo sie noch im Kleinkindalter waren, fester Bestandteil seiner Kurzgeschichten. Da sich das Erwachsenwerden der Beiden sehr – wie sollte es anders sein – speziell und bunt gestaltet, hat Wladimir Kaminer beschlossen, der behauptet, dass es in der Sowjetunion keine Pubertät gab, der seiner Kinder (… manchmal auch ein wenig zu deren Leidwesen 😉 …) gleich ein ganzes Buch zu widmen, das mit „Coole Eltern leben länger“ nun vorliegt …

Fazit:
Das Cover ist in der üblichen Corporate-Identity der Kaminer-Bücher der letzten Jahre gestaltet: Wladimir Kaminer als zentrale Figur des Covers und der Hinweis auf das Thema des Buches eher im Hintergrund gehalten – aber immer passend und auf den Punkt.
Das Schriftbild ist locker und großzügig und angenehm für die Augen beim Lesen.
Die Geschichten von Wladimir Kaminer werden seit Jahren nach dem gleichen, aber sehr bewährten und angenehmen Konzept publiziert: Jedes Buch hat einen Titel als Oberthema und zu diesem Oberthema enthält das Buch kleine, angenehm zu lesende, kolumnenartige Kurz-Geschichten. Diese Kurz-Geschichten eignen sich bestens zum zwischendurch lesen (z. B. in der Bahn, in der Badewanne, im Wartezimmer), weil sie in sich abgeschlossen sind und man sich nicht zu sehr auf eine Handlung konzentrieren muss. Man muss diese Form des Schreibens jedoch wirklich mögen, denn für Leute, die nur Romane mit einer kompakten Handlung lesen, sind diese Bücher nicht so geeignet.
Wladimir Kaminer hat über alles eine sehr eigene Weltanschauung und betrachtet die Begebenheiten, über die er so schreibt, mit seinem ganz besonderen Humor.
Ich bin seit erster Stunde Leserin der Bücher von Wladimir Kaminer und habe 2003 meine erste Lesung von ihm besucht, auf die noch sehr viele weitere folgen sollten!
Jedem, der behauptet, er kann nicht so viel mit den Büchern von Wladimir Kaminer anfangen, kann ich nur empfehlen, mal eine seiner Lesungen zu besuchen und ihm und seinem charmanten russischen Akzent zu lauschen, wenn er seine besondere und humorvolle Sicht der Dinge vorträgt – man muss ihn einfach mal gesehen und live gehört haben – ein absolutes Erlebnis, aus dem man lernt seine Bücher noch besser zu verstehen. Er hat sich vom eher noch schüchternen Berliner Schriftsteller mit Migrationshintergrund inzwischen zu einer One-Man-Show gewandelt. Seine Lesungen lohnen sich aus einem weiteren Grund ganz besonders: In jeder Lesung „erprobt“ er bislang noch unveröffentlichte Texte an seinen Lesern und trägt Geschichten vor, die man irgendwann mal in seinen Büchern wiederfinden wird (… oder auch nicht …).
Bei seiner Lesung am 14.09.2014 in Berlin zu diesem Buch stellte er schon eines seiner nächsten Buch-Projekte vor, in dem es um seine aktuell 83jährige Mutter geht.
Ich musste einige Male bei den Erzählungen über die Pubertätsgeschichten um Nicole und Sebastian lauthals lachen, aber natürlich gibt es genauso Geschichten, mit denen man nicht so viel anfangen kann.
Wer hier erwartet, permanent literarisch bespaßt zu werden, ist mit den Geschichten von Wladimir Kaminer wahrscheinlich nicht so zufrieden. Wer sich aber gerne durch humorvolle und kurze Weltanschauungen zu verschiedensten Themen unterhalten lässt, dem kann ich die Bücher von Wladimir Kaminer nur ans Herz legen.
Insgesamt wieder ein sehr solides und lustiges Buch von einem Autor, auf dessen Neuerscheinungen ich mich auch weiterhin freue.
Von mir gibt es hierfür 4 von 5 Punkten und eine glatte Leseempfehlung 🙂

Ganz herzlichen Dank an den Manhattan-Verlag aus der Random House-Verlagsgruppe, die mir dieses Rezensionsexemplar netterweise überlassen haben!!!