Lese-„Karriere“ – Teil 3 (Erwachsenenleben)

– Fortsetzung zu Teil 2 –

Der Eintritt ins Erwachsenen-Lesealter wurde bei mir – wie bei allen anderen wahrscheinlich auch – zusätzlich begleitet durch die Pflichtlektüre in der Schule – ich sage bewusst begleitet und nicht angeregt, denn welcher junge Mensch bekommt Lust auf’s Lesen bei Büchern wie „Wilhelm Tell“, „Schachnovelle“ von Stefan Zweig, „1984“ von George Orwell oder den Werken von Friedrich Dürrenmatt, deren Lektüre dann sowieso auf eine komplizierte Klausur hinausläuft …?! Ich habe 1988 meinen Realschulabschluss gemacht und weiß nicht, welche Bücher heute im Deutsch-Unterricht behandelt werden oder als Pflichtlektüre aufgezwungen werden, aber ich bin nahezu sicher, dass sich an der Attraktivität der Bücher wahrscheinlich wenig geändert hat, auch wenn die heutige junge Lehrer-Generation sich seinerzeit wahrscheinlich selbst darüber aufgeregt hat, welche Bücher einem im Deutsch-Unterricht aufgezwungen wurden und wovon sicherlich keines die Schüler animieren konnte, mehr zu lesen. Ich werde das heutige Leseverhalten im Deutsch-Unterricht aber mal aufmerksam beobachten bei Freundinnen, deren Kinder nun auf einer weiterführenden Schule sind 😉 …

Ich selbst habe ja Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre die amüsante Frauen-Literatur für mich entdeckt. In diesem Genre war das Angebot damals leider sehr begrenzt und, wie ich mich gut erinnern kann, damals auch noch gerne als „Emanzen-Bücher“ belächelt. Eva Heller (inzwischen leider verstorben) und Claudia Keller waren so ziemlich die ersten deutschen Autorinnen, die sich damals einen Namen in diesem Genre verschafften, aber so richtig aufmerksam wurde man auf die Literatur dieser Art erst mit der Veröffentlichung der Bestseller von Hera Lind und später auch Tina Grube oder auch den Büchern von Dagmar Hansen – von jeder dieser Autorinnen wurde mindestens ein Buch auch verfilmt. Ich muss aber sagen, dass für mich bisher eigentlich fast alle Verfilmungen zu von mir gerne gelesenen Büchern eher eine Enttäuschung waren, weil Handlungsort, Protagonisten und Handlungsstrang filmgerecht derart verändert wurden, so dass dies leider nur noch wenig mit dem Buch und dem „Film“, den die eigene Fantasie quasi beim Lesen des Buches dreht, gemeinsam hatte 😦
Bücher zu Filmen, wo ich den Film nicht gesehen habe, habe ich allerdings damals auch hin und wieder ganz gerne gelesen.

Nebenher habe ich es dann – entgegen meiner eigentlichen Überzeugung – auch immer mal wieder mit dem Lesen von Krimis versucht. Zum damaligen Zeitpunkt veröffentlichte eine Autorin namens Gabriele Wolff, damals selbst wohnhaft und tätig als Staatsanwältin in Köln und später in Neuruppin (wo ich auch schon war), einige Krimis. Dies sollte dann aber wirklich einer meiner wenigen Ausflüge in die Kriminalliteratur sein. Wie sich wirklich schon in meiner frühen Kindheit bei der Lektüre von Märchen abzeichnete, hatte ich offenbar eine zu große bildliche Vorstellungskraft beim Lesen von Szenen, in denen Gewalt und Blut eine Rolle spielten …
Ich behaupte aber mal, dass da bei mir eine kleine Ausnahme die Biographien über Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi) bilden, von denen ich wirklich sehr viele gelesen habe. So viele, dass ich bei der Führung in der Wiener Hofburg den Eindruck hatte, dass die Führerin dort leider nicht so gut informiert war ;-( …
Interessante Biographien lese ich auch schon mal ab und zu …

In der Zeit bevor es Internet gab, holte man sich als Leser/in Informationen über Neuerscheinungen über die quartalsmäßig oder halbjährlich in den Buchhandlungen ausliegenden Broschüren der einzelnen Verlage, die die Neuerscheinungen ankündigten. Ich habe mir dann damals – als Reminder – immer PostIt’s in meinen Filofax unter das betr. Neuerscheinungsdatum geklebt, damit ich auch kein Buch von Lieblingsautorinnen und -autoren verpasse 🙂
Da bin ich wirklich froh, dass sich da heute ganz andere Möglichkeiten bieten und ich auf amazon.de schon früh, die Neuerscheinungen des Jahres finde, auf meine Wunschliste setzen kann und mir parallel auch eine Tabelle mit den Buch-Neuerscheinungen des Jahres anlege, die ich immer dabei habe. Zusätzliche Tipps bekomme ich dann immer noch über die Empfehlungslinks von amazon.de, über die tollen Seiten anderer Buch-Blogger oder die Internet-Seiten von Autoren und Verlagen.

1996 fanden erstmals die Bücher von Kerstin Gier den Weg in mein Bücherregal und mein Lese-Herz :-). „Männer und andere Katastrophen“ hieß ihr Erstlingsroman, der später auch mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt wurde. Seither wird von mir jede Neuerscheinung von Kerstin Gier sehnsüchtig erwartet und sofort gelesen. Etwa gleichzeitig entdeckte ich auch die Bücher einer Autorin namens Jule Brand, die ich ebenfalls verschlang und keinen Neuerscheinungstermin verpasste. Erst viel später habe ich lustigerweise erfahren, dass es sich hierbei um ein Pseudonym von Kerstin Gier handelte 🙂 .
Mit den Jahren entdeckte ich immer wieder neue Autorinnen und auch Autoren in den Buchhandlungen, von denen ich dann mehr als ein Buch gelesen habe und die auch schon länger fester Bestandteil meines Lesealltags sind. Dazu gehören z. B. Dagmar Hansen, Wiebke Lorenz (die damals noch ChickLit geschrieben hat und heute die eine Hälfte von „Anne Hertz“ ist), Amelie Fried, Marian Keyes, Sheila O’Flanagan, Sophie Kinsella, Jana Voosen, Fanny Flagg – um hier nur die zu nennen, die am längsten dabei sind – und jedes Jahr kommen neue hinzu. In den letzten Jahren waren das u. a. Anne Hertz, Frauke Scheunemann, Anna Koschka, Britta Sabbag, Lena Gold, Emma Bieling, Jana Seidel, Dunja M. Pechner, Gabriella Engelmann, Sofie Cramer, Kim Schneyder, Nina Schmidt, Anica Schriever, Adena Halpern, Alexandra Potter, Katarina Fischer, Eva Lohmann und noch einige mehr. Die eine oder andere Autorin habe ich z. B. erst beim Lesen von Anthologien für mich entdeckt.

Besonders mag ich auch die Bücher von Wladimir Kaminer. Mein Mann und ich haben schon sehr viele Lesungen von ihm besucht und man muss ihn einfach, wenn man seine Bücher mag, mal live in einer seiner Lesungen erlebt haben – er ist wirklich ein Event und bietet einen extrem unterhaltsamen und lustigen Abend. Zumal er in seinen Lesungen auch meist, anstatt des neuveröffentlichten Buches, das zum Zeitpunkt der Lesung eh schon fast jeder Gast kennt, bisher unveröffentlichte Geschichten vorträgt, die sich dann später wieder – manchmal leicht modifiziert – in einem seiner späteren Bücher wiederfinden. Auch zwei Freundinnen konnte ich durch den Besuch einer Lesung von Wladimir Kaminer, die ihn bis dahin gar nicht kannten, für seine Bücher begeistern 🙂

Ich kann mich übrigens glücklich schätzen, dass mein Mann auch ein begeisterter Leser ist, dessen Lese-Lust über die tägliche Lektüre der Tageszeitung und die wöchentliche Lektüre von Sport- oder Auto-Magazinen weit hinausgeht. Seine Lieblingsgenres sind: Krimis, Thriller, Psycho-Thriller, historische Romane. In unserem Haushalt wird wirklich viel Geld für Bücher ausgegeben und wir sind beide irgendwie Buch-Junkies 😉 …

Gar nicht begeistern kann ich mich auch für Fantasy-Romane. Als Ende der 90er Jahre der „Harry Potter“-Hype Einzug hielt in die Welt und mich jeder im Freundeskreis versuchte zu überzeugen, dass ich was Entscheidendes verpasse, wenn ich die Bücher nicht gelesen habe, habe ich – eher zu meinem Leidwesen – nachgegeben. Der 1. Band hat sich für mich schon sehr, sehr zäh gelesen; den 2. Band habe ich mir dann bis zur Mitte reingewürgt und dann abgebrochen und dann die ersten drei Bände (den 3. hatte ich leider auch schon) bei ebay verkauft.
Bisher habe ich mich daher leider auch noch nicht an die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier gewagt, obwohl mir jetzt schon viele versichert haben, dass das eine ganz andere Art von Fantasy sei und ich muss zugeben, dass ich mit dem Gedanken spiele, „Rubinrot“ doch nun mal langsam zu lesen.
Auch Vampir-Romane habe ich bisher total ausgelassen, obwohl die ja auch vor ein paar Jahren Trend geworden sind – aber man muss ja nicht jeden Trend mitmachen 😉 …
Weniger gerne lese ich auch Bücher, in denen Tiere eine Hauptrolle spielen, weil diese oft tragisch mit dem Tod des Tieres enden. Ausgenommen hiervon sind aber Fortsetzungen, wie die „Herkules“-Reihe von Frauke Scheunemann.

Neben meinem Lieblingsgenre – auch liebevoll „ChickLit“ genannt – lese ich natürlich auch noch liebend gerne andere Sachen. Hier speziell Bücher, die die Zusammenfassung aus irgendwelchen Zeitungskolumnen enthalten, wie z. B. „Tanja’s Welt“ von Tanja Wekwerth, die Kolumnen von Amelie Fried, „Single in the City“ von Sandra Garbers, „Typisch Frau“ von Stephanie Lamprecht, „Meine Freundin Britta“ von Claudia Lehnen, „Jeden Montag wünsche ich mir einen echten Kerl“ von Eva Holst – um auch hier nur einen Auszug zu nennen. Ich bin ein Riesen-Fan von Kolumnen – wahrscheinlich blogge ich deshalb auch so gern – Blog ist ja irgendwie auch eine Form von Kolumne. Ich finde, in Kolumnen kann sich jeder irgendwo ein Stück weit selbst wiederfinden 😉 …

Super gerne lese ich auch Bücher über das Leben in fremden Kulturen – angefangen bei Büchern türkisch-, amerikanisch-, griechisch- oder italienisch-stämmiger Autoren über das Leben in Deutschland, wovon es mittlerweile fast zu viele gibt, um sie noch alle aufzuzählen (Dilek Güngör, Asli Sevindim, Iris Alanyali, Stella Bettermann, Carol Klöppel, …), Bücher über das Zusammenleben von Deutschen und Holländern („Mordsgouda“ von Annette Birschel, „Ich heirate Frau Antje ihre Familie“ von Ben Bergner, „Auf Heineken könn wir uns eineken“ von Kerstin Schweighöfer). Besonders ist mir auch die Reihe „Ein Jahr in …“ aus dem Herder-Verlag ans Herz gewachsen, wo Deutsche über das Leben in anderen Ländern berichten und 1 Jahr lang in Tagebuch-Form ihren Alltag in dem fremden Land porträtieren.

Das war nun der vollständige Einblick in meine „Lese-Karriere“ 🙂

Advertisements

Lese-„Karriere“ – Teil 2 (Jugend)

– Fortsetzung zu Teil 1 –

Irgendwann kam dann bei mir – im Alter von ca. 14 J. – leider auch der Zeitpunkt, an dem ich mich endgültig zu alt für meine heißgeliebten Schneider-Bücher fühlte und Abschied nahm ;-(
Auch meine Bücher zur in meiner Kindheit sehr populären TV-Serie „Papa, Charly hat gesagt …“ wurden endgültig ersetzt durch Bücher nun (also Mitte der 1980er Jahre) aktueller TV-Serien wie z. B. „Eine Klasse für sich“ – das Buch befindet sich heute noch in meinem Besitz und durch diese TV-Serie schafften u.a .die Schauspieler Oliver Korittke und Christina Plate ihren Durchbruch.

Da ich auch damals bereits ein großer Fan des geschriebenen und gedruckten Wortes war und ein hohes Informationsbedürfnis hatte, spielten Zeitschriften (Bravo, Bravo Girl, Mädchen u. v. m.)  ebenfalls immer eine große Rolle in meinem Leben, was aber auch damit zusammenhing, dass meiner Meinung das damalige Angebot an Jugendbüchern leider nicht so viel her gab …
Über das Kapitel „Zeitschriften“ werde ich irgendwann noch einen gesonderten Artikel schreiben …

Da ich ein großer Fan der damals angesagten High-School-Komödien war, fand ich es seinerzeit natürlich ganz toll, als ich die „Denise“-Roman-Hefte aus dem Cora-Verlag für mich entdeckte, in denen es damals natürlich um romantische High-School-Love-Stories, die aus dem Amerikanischen übersetzt waren, ging, und die ich regelrecht verschlungen habe. Ich glaube, pro Woche gab 2 es neue Ausgaben (in rosa und hellblau), zudem dann noch die Reihe „Denise“-Mystery (u. a. mit Vampir- oder Gruselgeschichten in dem typisch amerikanischen Love-Story-Stil). Auch der Bastei-Verlag veröffentliche damals ein Pendant dazu mit ganz ähnlichen Geschichten für junge Mädels und nannte seine Reihe „Kiss me“ (gelbes Cover).
Da meine – damals schon nicht mehr ganz so junge – Mutter immer solche Schmachtfetzen (die bei ihrer Generation beliebten sogenannten Groschen-Romane aus Reihen mit solchen „aussagekräftigen“ 😉 Namen wie z. B. „Arzt-Roman“, „Waisenkind Nummer irgendwas“, “ Hedwig Courths-Maler“, „Silvia“, „Heimat-Roman“, „Fürsten-Roman“ – genug davon (alleine die Namen reichen schon 😉 ) mit unserer betagten Nachbarin tauschte und sich in Buch-Form bestenfalls mal ein mit abschreckendem Cover 😉 gestaltetes Werk von Barbara Cartland (noch viel schmalziger, wie mir ein kurzer Blick in eines dieser Bücher verriet) bei ihr fand, konnte ich mein Lesebedürfnis dort schon mal nicht stillen ;-( …

Als ich mit 16 J. im Jahr 1988 meine 1. Ausbildung begann, schwärmte unsere Deutsch-Lehrerin in der Berufsschule unserer reinen Mädchen-Klasse von dem Buch „Beim nächsten Mann wird alles anders“ von Eva Heller vor. Sie wollte dieses Buch eigentlich im Unterricht lesen, erhielt dafür aber damals seitens der Schulleitung keine Zustimmung, so dass wir „Die Farbe Lila“ von Alice Walker im Unterricht behandelten und auch den Film dazu sahen.
Grundsätzlich habe ich zu jenem Zeitpunkt sowieso auch gerne Bücher zu Kino-Filmen gelesen.

Da wir auch zu den Familien gehörten, die Verwandtschaft in der ehemaligen DDR hatte (ich bin selbst sozusagen Halb-Ossi und stolz darauf) und diese besuchen wollte, las ich seinerzeit aus Neugierde das Jugendbuch „Treffpunkt Weltzeituhr“ von Isolde Heyne und kaufte mir damals den allerersten Reiseführer meines damals noch jungen Lebens ;-): „Anders Reisen – DDR“, der auch heute noch als Erinnerung in meinem Bücherregal seinen Platz hat und immer haben wird.

„Beim nächsten Mann wird alles anders“ kaufte ich mir jedoch aus reiner Neugierde trotzdem und war vollkommen begeistert (ich besitze es übrigens heute noch). Es fanden noch einige weitere Bücher von Eva Heller den Weg in mein Bücherregal, ebenso wie von Claudia Keller. Dies war für mich dann der Eintritt in die Erwachsenen-Buchwelt und in mein Lieblingsgenre – der amüsanten und romantischen Frauen-Literatur …

(Fortsetzung folgt …)

Lese-„Karriere“ – Teil 1 (Kindheit)

Hat nicht jeder von uns – egal, wie alt, noch eine Erinnerung, wann und wie er erstmals mit dem Medium „Buch“ in Berührung kam?!

Meine Lese-„Karriere“ begann – zumindest ab dem Zeitpunkt, wo ich mich jetzt noch erinnern kann – bereits im frühen Alter mit der Lektüre von Pixi-Büchern. Leider waren diese netten, bunt bebilderten Büchlein immer nur für eine kurze Freude gedacht und der Inhalt leider sehr schnell verinnerlicht und bekannt. Ebenso spielten Zeitschriften – wie in meiner Kindheit das „Bussi-Bär“-Heft – damals auch schon eine Rolle, aber dem Thema „Presse-Erzeugnisse“ widme ich später nochmal einen eigenen Blog-Artikel.

Meine nächste Erinnerung zum Thema „Buch“ habe ich im Kindergarten-Alter, wo man uns diverse Geschichten vorgelesen hat; hängengeblieben sind hier die Bücher von Otfried Preußler wie „Das kleine Gespenst“, „Die kleine Hexe“ und „Räuber Hotzenplotz“, welches eines meiner ersten Kinderbücher war. Das muss etwa zum gleichen Zeitpunkt gewesen sein, als man mir auch sowas wie die „Kinder-Bibel“, Wilhelm Busch-Geschichten und diverse Märchenbücher schenkte – Bücher, die mir nie gefallen haben und die ich von alleine auch nie in die Hand genommen habe. Ich bin auch heute noch der Meinung, dass diese Bücher zu viel Gewalt für zarte Kinderseelen enthalten. Hätte ich selbst Kinder, wären das Bücher, die ich ihnen nie ungefragt zugemutet hätte. Auch heute lese ich immer noch ungern bis gar nicht Bücher, in denen Gewalt eine Rolle spielt 🙂
In der Grundschule bekamen wir in den ersten beiden Schuljahren sehr häufig Geschichten von „Ich und meine Schwester Klara“ vorgelesen, die mir als kindgerecht und lehrreich in Erinnerung geblieben sind. Irgendwann in der 3. od. 4. Klasse gingen wir gemeinschaftlich in die Stadtbücherei und ließen uns die ersten Leihausweise anfertigen. Da wir damals in einem Außenbezirk Kölns wohnten, schickte die Stadtbücherei regelmäßig 1x pro Woche einen Bücher-Bus dorthin, wo man sogar Bücher vorbestellen konnte. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich sehr gerne Bücher von Janosch ausgeliehen – mein damaliger Favorit war „Oh wie schön ist Panama“. Eine liebe Nachbarin, die ein großer Schweden-Fan war, beschenkte mich damals zu jeder Gelegenheit mit Astrid Lindgren-Büchern, von denen ich besonders natürlich „Pippi Langstrumpf“ und „Madita“ mochte. Dann kam auch irgendwann das Jahr meiner Erstkommunion, in dem ich besonders viele Bücher geschenkt bekam und hier meine große Liebe zu „Schneider“-Büchern begann. Aus dem Sortiment des Schneider-Verlages kamen z. B. alle meine späteren Lieblingsbuchreihen von Enid Blyton: „Hanni und Nanni“, „Tina und Tini“, „Dolly“; von Tina Caspari: „Bille und Zottel“, „Internat Wespennest“, „Mit 11 …“ (12, 13, 14, 15, 16, 17); Einzelbücher wie „Sommer, Sonne und zwei Pferde“, „Das Pony-Quartett“. Schon damals habe ich vor Allem für die Neuerscheinungen aus meinen Lieblingsreihen immer gern vorgespart oder diese sehr frühzeitig auf meine Wunschlisten gesetzt. Von meinen älteren Cousinen wurde ich dann zusätzlich mit Lesestoff versorgt wie die „Bummi“-Reihe von Martha Schlinkert, die ich auch sehr gerne gelesen habe.
Dummerweise – und darüber ärgere ich mich heute noch unglaublich – habe ich damals, als ich mich dann mit ca. 15 J. zu alt fühlte für die Schneider-Bücher, fast alle Bücher an die Familie verkauft, deren Kinder ich regelmäßig hütete und deren Tochter mit 8 J. nun fast im idealen Lese-Alter für Schneider-Bücher war 😦 …
In der Schule sind wir damals erstmals an „Pflicht-Literatur“ herangeführt worden: Damals wurden im Unterricht Bücher wie „Ruf der Wildnis“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ oder „Rolltreppe abwärts“ dazu gerne von den Lehrern verwendet.
Beim letzten Umzug sind mir noch ein paar übrig gebliebene Schneider-Bücher in die Hände gefallen („Internat Wespennest“ und „Mit 11 …“ usw.), die ich mir auch aufgehoben habe. „Das Pony-Quartett“ hatte ich für die pferdeverrückte Tochter einer lieben Freundin vorgesehen, musste aber feststellen, dass die Kids von heute mit den Geschichten von damals (1981) eigentlich nicht mehr viel anfangen können – spätestens bei dem Wort „Telefonzelle“ wird dann gefragt, was das denn ist. Dinge, die das heutige Leben der Kids bestimmen, wie Playstation, Handy, SMS, E-Mail waren damals dagegen noch gar nicht bekannt 😉

(Fortsetzung folgt …)