Rezension: Jana Seidel – „Mein zauberhaftes Café“

imageFakten:
Taschenbuch, Goldmann, erschienen am 19.05.2014, 253 Seiten, 8,99€

Autorin:
Jana Seidel wurde 1977 in Hannover geboren, wuchs in Lüneburg und studierte nach dem Abitur in Kiel Spanische und Deutsche Literaturwissenschaften sowie Öffentliches Recht. Danach volontierte sie bei einer Tageszeitung. Anschließend schrieb Jana Seidel zwei Jahre als freie Journalistin für diverse Medien. Mittlerweile lebt sie in Hamburg, ist verheiratet und arbeitet in einer Zeitschriftenredaktion. Geschrieben hat sie schon als Kind: Zunächst Theaterstücke, die sie selbst im Kinderzimmer aufgeführt hat und später Kurzgeschichten; die Leidenschaft zum Schreiben hat sie dann im Studium wieder aufgegriffen und Kurzgeschichten und ein kleines Drehbuch geschrieben – mit Erfolg: Die Kurzgeschichten wurden publiziert und das Drehbuch verfilmt und das Schreiben wurde für Jana Seidel wie eine kleine Sucht 😉 .Sie träumt davon, sich irgendwann mal an das Schreiben eines Krimis heranzutrauen. Im Goldmann-Verlag sind bisher folgende Taschenbücher von ihr erschienen: „Über den grünen Klee geküsst“, „Eigentlich bin ich eine Traumfrau“ und „Mich gibt’s übrigens auch für immer“.

Handlung:
Dies 30jährige Alexandra aus Hamburg ist Steuerberaterin und führt ein äußerst geregeltes Leben – was natürlich nicht von ungefähr kommt: Sie hat ein Faible für To-Do-Listen und kommt aus einem sehr disziplinierten Elternhaus. Doch innerhalb einer Woche wendet sich das Blatt in jederlei Hinsicht und Alexandra steht vor dem Nichts: Sie verliert durch Korruption ihres Chefs ihren Job und erwischt ihren Freund in flagranti mit einer Anderen. Da kommt ihr die Erbschaft im Harz – das Haus ihrer Tante Effie (an die sie sich kaum erinnert) mit angrenzendem Café – nicht gerade ungelegen. Nachdem Alexandra einen Business-Plan erstellt hat, macht sie sich auf den Weg in den Harz in ein neues Leben als Café-Besitzerin. Zunächst scheint sich dort alles gegen sie und ihren Neustart verschworen zu haben, aber ihre neuen Freunde Carlie und Tom und nicht zuletzt der gute Geist von Tante Effie, die noch einen Auftrag zu erfüllen hat, bevor sie sich endgültig ins Jenseits verabschiedet – und sich unbedingt als Amor betätigen will – sind um Alexandra’s Wohlergehen bemüht …

Fazit:
Allein schon die Cover-Gestaltung ist einfach bezaubernd: Es ist überwiegend rosa (und glitzert zwar nicht, aber es glänzt) und ist über und über mit hübschen, pastell-farbenen Torten und Früchten bedruckt und der Titel ist eine Torten-Unterlage gedruckt – ein richtiges „Mädchen-Buch“ eben und sehr ansprechend – wirklich zuckersüß, ohne klebrig und aufdringlich zu wirken.
Die 253 Seiten des Buches sind nicht in abgeschlossene Kapitel unterteilt, was mich ja eigentlich immer ein wenig stört. Jedoch die Idee, größere Abschnitte durch einen „Cupcake“ sozusagen zu unterteilen, ist wiederum eine gute Idee, so dass man dadurch immer wieder Stellen hat, wo man das Lesen auch mal unterbrechen kann.
Das Schriftbild ist großzügig und den Schreibstil von Jana Seidel mochte ich in ihren bisherigen Büchern schon sehr. Wie auch in den bisherigen Büchern kommt man leicht in die Geschichte rein, die Protagonistin ist menschlich und sympathisch und könnte auch aus unserem eigenen Freundeskreis stammen. Jana Seidel schafft es so zu schreiben, dass man sich selbst in dieser Geschichte wieder findet und diese mit lebt – genauso, wie ich es bei modernen Romanen immer mag und schätze.
Die Stelle im Buch, wo Alexandra ihren Freund Lars in flagranti mit einer anderen Frau erwischt und ihr solche Gedanken durch den Kopf gehen, dass sie immer dachte, es sei alles in Ordnung, obwohl die Beziehung schon lange nicht mehr exklusiv war und dann auch feststellt, dass sich die Person, mit der sie 8 J. lang zusammengelebt hat, wie ein Fremder anfühlt, den sie nicht (mehr) erkennt, kann jede Frau nachvollziehen, die schon mal in einer ähnlichen Lage war und diesen unendlichen Schmerz beim Lesen erneut spüren und sich gut in die Protagonistin hineinversetzen. Auch zeigt sich hier wieder, wie wichtig es ist, die richtigen Freunde im Leben an seiner Seite zu haben.
Die Basis-Idee, den Geist einer verstorbenen Tante noch ein wenig weiterleben zu lassen und das Leben der Protagonistin in die richtigen Wege zu leiten, wurde auch von Sophie Kinsella in dem Roman „Charleston Girl“, den ich ebenso geliebt habe, schon mal aufgegriffen.
Jana Seidel hat  die Charaktere im Buch mit sehr viel Liebe zum Detail zum Leben erweckt (inkl. des Geistes von Tante Effie 😉 …) und sehr plastisch die Handlungsstränge und auch die Orte der jeweiligen Handlung beschrieben.
In dem Buch geht es um sehr viel mehr als um ein rosa-rotes Happy Ende in Sachen Liebe: Es geht um ungelöste Eltern-Tochter-Konflikte, Freundschaft, Liebe, Mystik, generationsübergreifende  Hilfsbereitschaft, eine kleine Kriminalgeschichte, Eigenständigkeit und den Mut, gewohnte Wege zu verlassen und sich neuen Herausforderungen zu stellen.
Von mir gibt es eine 5-Sterne-Leseempfehlung – also volle Punktzahl – für diesen wirklich bezaubernden Roman, der einen auch mal nachdenklich stimmt, aber dabei glänzende und ungewöhnliche Unterhaltung bietet 🙂
Gerne mehr davon 🙂

Rezension: Jana Seidel – „Mich gibt’s übrigens auch für immer“

Autorin:
Jana Seidel wurde 1977 in Hannover geboren. Nach ihrem Studium in Kiel volontierte sie bei einer Tageszeitung. Anschließend schrieb Jana Seidel zwei Jahre als freie Journalistin für diverse Medien. Mittlerweile lebt sie in Hamburg und arbeitet in einer Zeitschriftenredaktion. Im Goldmann-Verlag sind folgende Taschenbücher von ihr erschienen: „Über den grünen Klee geküsst“, „Eigentlich bin ich eine Traumfrau“ und „Mich gibt’s übrigens auch für immer“ – in allen 3 Büchern geht es um unterschiedliche Protagonisten aus dem gleichen Freundeskreis.

Handlung:
Dies ist der 3. Band, in dem es um gleiche Hamburger Freundes-Clique geht.
In diesem Band dreht sich alles um die sprunghafte Tanja, die nach einem Heiratsantrag ihres Freundes in Panik verfällt – und wie schon so oft zuvor in ihrem Leben über Familie, Beruf oder Berufung – nun auch über die Liebe für’s Leben in heftige Zweifel gerät. Zusammen mit ihrer Freundin Juli begibt sich Tanja in ein Abenteuer in Richtung Vergangenheit – in Form ihres Vaters – wodurch sie endlich die Kraft schöpft, die Gegenwart zu leben und die Zukunft anzugehen.

Fazit:
Das Buch umfasst 251 Seiten, die nicht in Kapitel unterteilt sind (was ich ein wenig störend finde), hat aber damit meiner Meinung eine ideale Roman-Länge 🙂
Es ist ein wunderbares, sowohl romantisches, als auch lustiges wie teilweise anrührendes Buch über Liebe, Freundschaft, Beruf(ung), Familie und allem, was wirklich im im Leben zählt.
Ich muss zugeben, dass ich leider nicht mit dem 1. Buch von Jana Seidel – „Über den grünen Klee geküsst“ – begonnen habe, das sich aber jetzt auch auf meinem SuB befindet, sondern erst mit „Eigentlich bin ich eine Traumfrau“, was mir auch schon sehr gut gefallen hat. Jana Seidel hat einen äußerst angenehmen Schreibstil, flüssig, leicht verständlich und man findet sich direkt in einer Story wieder, die man mitleben kann. Ich habe das Buch, obwohl es nicht allzu lang ist, recht langsam gelesen, was bei mir immer ein gutes Zeichen ist, weil ich die Protagonisten mag und mich ungern wieder von ihnen trenne. Schön ist es, dass man auch den Beteiligten aus den vorherigen Bänden in den Büchern von Jana Seidel immer wieder begegnet. Ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung und bin sehr gespannt, mit welcher Person aus diesem Freundeskreis Jana Seidel in Fortsetzung geht 🙂
Dies war ein Frauen-Roman ganz nach meinem Geschmack, daher 5 von 5 möglichen Punkten 🙂