Rezension: Judith Pinnow – „Läuft da was?“

Fakten:
Paperback (doppelter Taschenbuch-Einband, broschiert), Krüger (Fischer-Verlag), erschienen: 23.04.2015, 364 Seiten, 14,99€ – auch als eBook & Hörbuch erhältlich

Autorin:
Judith Pinnow wurde am 11.03.1973 in Tübingen als Judith Halverscheid geboren. Sie ist eigentlich gelernte Schauspielerin und lernte ihr Handwerk an der Schauspielschule Ulm und am Lee Strasberg Institute in New York. Von 1994 bis 1997 moderierte sie zunächst den „Disney Club“ und im Anschluss die Nachfolge-Show „Tigerenten-Club“, wo sie ein Moderationsduo mit ihrem heutigen Ehemann Stefan Pinnow bildete. Mit ihm, den drei gemeinsamen Kindern und dem Hund lebt sie idyllisch in der ländlichen Nähe zu Köln. Neben einigen Moderationsjobs und Mitwirkung in  (TV-)Filmen, veröffentlicht sie bereits seit 1997 Publikationen – zunächst Kinderbücher, später auch Kurzgeschichten/Ratgeber. „Läuft da was?“ ist ihr Debüt im Frauenroman-Genre. 2016 erschien von ihr ebenfalls bei Fischer/Krüger der 2. Roman „Versprich mir, dass es großartig wird“ und im August 2017 folgt „Die Phantasie der Schildkröte“.

Handlung:
Die Moderatorin Annabel Förster, 39, hat eigentlich so ziemlich alles im Leben bekommen, was sie sich immer gewünscht hat: Sie ist mit ihrem Traummann, dem Schauspieler Tom, verheiratet, hat drei Wunschkinder und lebt sogar in ihrem Haus mit den blauen Fensterläden, das sie sich immer gewünscht hat. Nur eines bekommt sie nach einem Casting leider nicht: Den heiß ersehnten Moderationsjob einer Samstag-Abend-Show im TV, wo sie doch schon so lange im Nachtprogramm eines eher unbekannten Senders rumkrebst. Und das alles, weil sie nach jahrelanger Familien-Auszeit nun zu alt sein soll für die Prime Time?! Sie beginnt ihr ganzes Leben in Frage zu stellen: Angefangen bei ihrem Aussehen, ihrem Job, der Familie und überhaupt. Und dann taucht auch noch ein jüngerer Mann in ihrem Leben auf, in den sie sich verliebt. Wer oder was kann Annabel wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen, bevor sie noch vollends die Bodenhaftung verliert?

Fazit:
Wenn es dem Cover nach gegangen wäre, hätte ich das Buch wahrscheinlich eher nicht gewählt, weil mich diese Frau auf sandigem Hintergrund, die sich in künstliche Deko-Wellen aus Papier stürzt eher weniger anspricht, auch, wenn man beim Lesen feststellt, dass es durchaus Bezug zur Story hat.
Die 364 Seiten verteilen sich auf 20 (manchmal recht lange) Kapitel mit einem etwas kleineren Schriftbild.
Ich muss sagen, dass ich das Buch erstmal auf mich wirken lassen musste und ein wenig mit mir gehadert habe, was die Rezension anging, weil mich die ganze Geschichte geschmacklich ein wenig hin- und hergerissen hat.
Den Schreibstil von Judith Pinnow mochte ich von Anfang sehr, absolut angenehm, fesselnd und man kommt leicht in die Geschichte rein – bei mir war es so, dass ich ständig weiterlesen wollte, was noch so alles passiert.
Annabel als Protagonistin mochte ich aber irgendwie nicht so sehr: Ich fand sie mit dem Fortschreiten der Story immer noch ein Stück nerviger, oberflächlicher und egoistischer als zu Beginn des Buches – also kurzum: ziemlich anstrengend. Manchmal hätte man sie gern mal durchgeschüttelt und in die Realität zurückbefördert. Eigentlich genau der Typ Frau, den ich nicht so mag: Nur aufs Aussehen fixiert, das natürlich an allem Schuld ist, was in ihrem Leben anders läuft als gewünscht.
Sehr interessant fand ich die kleinen, interessanten, wenn auch wahrscheinlich leicht überzogenen Einblicke in die (scheinbar) glamouröse TV- und Medienwelt. Man merkt beim Lesen, dass sich die Autorin in dieser Welt bestens auskennt und fragt sich sowieso ziemlich oft, wieviel von Judith Pinnow selbst in diesem Buch stecken mag …
Für einen ChickLit-Roman hatte der Roman für meinen Geschmack ein paar Sex-Szenen zuviel, denn ein wirklich guter ChickLit-Roman braucht das gar nicht und lebt vom Weniger an Mehr 😉
Auch, wenn ich zeitweilig sehr genervt von der Protagonistin war und zum Ende hin fand, dass die Geschichte immer unrealistischer und an den Haaren herbeigezogen war, hatte ich allerdings doch auch so meinen Lesespaß bei dieser Lektüre.
Daher gibt es von mir – zwar recht knappe – aber immerhin doch 4**** Sterne.

Rezension: Gabriella Engelmann – „Inselsommer“

Fakten:
Taschenbuch, Knaur, erschienen: 02.05.2013, 428 Seiten, 9,99€ – auch als eBook erhältlich

Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren und lebt heute in Hamburg. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und blieb der Literatur-Branche auch auf ihrem weiteren Berufsweg als Lektorin, Verlagsleiterin, Literatur-Scout und Autorin treu. Sie schreibt ebenso Kinder- und Jugendbücher wie vor Allem auch Romane für Erwachsene und entwickelt Stoff für Fernsehverfilmungen. Ein Pseudonym von ihr ist „Rebecca Fischer“. Mit ihren Kurzgeschichten ist sie immer wieder in Anthologien vertreten. Fast alle ihrer Romane spielen im hohen Norden Deutschlands – so, wie auch diese Reihe um das „Büchernest“ in Keitum auf Sylt. „Inselzauber“ ist der 1. Teil dieser Reihe; die 2013 erschienene Fortsetzung nennt sich „Inselsommer“ und 2016 erschien der Weihnachtsroman aus dieser Reihe mit dem Titel „Wintersonnenglanz“ – Band 4 ist derzeit in Arbeit.

Handlung:
Eine Midlife-Crisis scheint die Ursache zu sein, dass sich die Hamburger Galeristin Paula nicht mehr wohl in ihrem Leben fühlt: Obwohl sie mit ihrem Mann Patrick, trotz ungewollter Kinderlosigkeit, immer glücklich war, fühlt sie sich auf einmal zu ihrem deutlich jüngeren Galerie-Kollegin Vincent und dessen kleiner Tochter hingezogen, vielleicht auch, weil sie damit ihren Wunsch nach einer eigenen Familie kompensieren könnte. Um wieder klare Gedanken fassen zu können, nimmt sie die Einladung von Bea und Larissa, die sie auf der Vernissage von Nele Sievers kennengelernt hat, auf die Insel Sylt wahr. Obwohl sie nur eine kurze Auszeit nehmen wollte, entdeckt sie ganz neue Seiten an sich und steht auf einmal vor der Möglichkeit, ihrem Leben noch einmal ganz neue Impulse zu geben und auf Sylt heimisch zu werden …

Fazit:
Das Cover dieser Fortsetzung zu „Inselzauber“ hat ein Corporate Design und lässt „Inselsommer“ sofort als Teil der Reihe erkennen mit seinem friesischen Motiv, das besonders wieder von Reetdach-Haus und Leuchtturm geprägt ist.
Die 428 Seiten des Romans sind perfekt verteilt auf 65 herrlich kurze Kapitel (so mag ich das sehr) mit einem normalen gängigen Schriftbild. Als besonderes Goodie befinden sich am Ende des Buches noch zwei nachahmenswerte Rezepte: Eines für „Kartoffel-Zucchini-Tomaten-Gratin“ und das andere für „Tee auf friesische Art“. Beendet wird das Buch von einem reizenden Dank der Autorin, die auch in diesem Roman wieder mit ihrem überaus angenehmen Schreibstil glänzt.
Nachdem mir der 1. Teil „Inselzauber“ so super gefallen hat, habe ich direkt im Anschluss daran diesen 2. Teil „Inselsommer“ gelesen und habe es nicht bereut, wieder lesetechnisch – zusammen mit Paula – zu Gast in Keitum zu sein 😉
Dieser 2. Teil spielt nun bereits 7 Jahre später und in der Zwischenzeit ist natürlich einiges passiert. Es gibt sowohl ein Wiederlesen mit vielen im 1. Band bereits lieb gewonnenen Charakteren, aber man lernt auch viele neue Persönlichkeiten kennen, die diese Geschichte angenehm bereichern. Während Nele und Leon (Larissas Mann) hier nur kurz erwähnt werden dieses Mal, schafft es die Autorin allen neuen Gesichtern in dem Buch jeweils eine nicht unwichtige Rolle zukommen und interessante Nebenhandlungen entstehen zu lassen. Ich möchte da jetzt nicht zu viel vorweg nehmen und verraten – lesen sollen andere das Buch schließlich selbst. Sehr geschmunzelt habe ich allerdings bei den Namen der beiden Gast-Autorinnen im Büchernest: Swantje Zillert und Corinna Hartmann – hm, die kenne ich doch irgendwie …
Wirklich super finde ich, dass hier auch ein – nicht nur für Sylt, sondern auch für andere Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee – immer wieder aktuelles Thema aufgegriffen wird – nämlich, dass immer mehr echte Insel-Bewohner zugunsten von Tourismus vertrieben werden, weil sie sich das Leben in den beliebten Urlaubsregionen im deutschen Norden schon lange nicht mehr leisten können. Ich finde es sehr wichtig, dass darauf aufmerksam gemacht wird.
Bis ich jetzt den 3. Band aus der „Büchernest“-Reihe lese, muss ich leider noch warten, das ist nämlich ein Weihnachtsroman und der passt jetzt im Sommer nicht so. Aber ich bin schon wieder sehr gespannt, wie es weiter geht.
Dies ist eine moderne, watteweiche Sommerlektüre – hineinfallen lassen und sich wohlfühlen: Das ist mir wieder eine 5*****-Sterne Leseempfehlung wert.

Rezension: Gabriella Engelmann – „Inselzauber“

Fakten:
Taschenbuch, Knaur, erschienen: 02.05.2013 (Neuauflage mit neuem Cover zur Erscheinung der Fortsetzung „Inselsommer“), 384 Seiten, 9,99€ – auch als eBook erhältlich – ich habe das Buch in der rechts abgebildeten Auflage von 2009 gelesen; die Erstauflage erschien bereits 2007 wiederum mit einem anderen Cover)

Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren und lebt heute in Hamburg. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und blieb der Literatur-Branche auch auf ihrem weiteren Berufsweg als Lektorin, Verlagsleiterin, Literatur-Scout und Autorin treu. Sie schreibt ebenso Kinder- und Jugendbücher wie vor Allem auch Romane für Erwachsene und entwickelt Stoff für Fernsehverfilmungen. Ein Pseudonym von ihr ist „Rebecca Fischer“. Mit ihren Kurzgeschichten ist sie immer wieder in Anthologien vertreten. Fast alle ihrer Romane spielen im hohen Norden Deutschlands – so, wie auch diese Reihe um das „Büchernest“ in Keitum auf Sylt. „Inselzauber“ ist der 1. Teil dieser Reihe; die 2013 erschienene Fortsetzung nennt sich „Inselsommer“ und 2016 erschien der Weihnachtsroman aus dieser Reihe mit dem Titel „Wintersonnenglanz“ – Band 4 ist derzeit in Arbeit.

Handlung:
Die junge Larissa Wagner, genannt Lissy, ist enttäuscht vom Leben: Ihr langjähriger Freund, der Kardiologe Stefan, hat sich entschieden, sein Leben anstatt mit ihr, doch lieber mit seiner jungen Arzthelferin und dem gemeinsamen Kind zu gestalten und auch ihre Arbeit in einem Hamburger Hotel füllt Lissy schon länger nicht mehr aus. Da kommt es gerade gelegen, dass sie ihrer geliebten Tante Bea auf Sylt versprochen hatte, sie während ihrer mehrmonatigen Weltreise in deren Keitumer Buchhandlung zu vertreten und wieder ein wenig gesunde Heimatluft zu schnuppern, um den Kopf freizubekommen. Neben dem sympathischen Jung-Journalisten Leon und dem Inselschreiber Marco lernt sie auf der Insel auch die zickige Nele kennen, die das Café neben Tante Beas Buchhandlung führt. Kann sich Lissy nochmal auf Sylt einleben und heimatlich niederlassen oder erwartet sie doch noch etwas Anderes vom Leben?!

Fazit:
Ich habe den Roman in der 2. Ausgabe von 2009 mit dem alten Cover mit blauem Farn und einem Insekt drauf gelesen, finde aber das neue Cover mit dem Friesenhaus und dem Leuchtturm, das anlässlich des Erscheinens der Fortsetzung „Inselsommer“ angepasst wurde, viel hübscher und besser zum Roman passend.
Der Roman hat in der von mir gelesenen alten Version 378 Seiten mit 19 zum Teil doch recht langen Kapiteln. Das Schriftbild ist von der Größe her etwas kleiner gewählt, aber noch erträglich für die Sehschwächeren wie mich.
Über den Schreibstil von Gabriella Engelmann, der mir damals erstmals in einer Weihnachtsanthologie sehr positiv aufgefallen ist, muss man eigentlich gar keine großen Worte mehr verlieren, außer vielleicht „wunderbar“.
Obwohl das Buch schon 10 Jahre alt ist, liest es sich immer noch ganz großartig und ist wirklich zeitlos. Die Hauptcharaktere sind allesamt freundlich und liebenswürdig gezeichnet, so dass man sich in dieser Story so richtig zu Hause und geborgen fühlt und gerne selbst mal wieder nach Sylt reisen möchte. Der Plot ist schlüssig und realistisch und der Schluss wie erwartet schön. Ein Buch mit absoluter Wohlfühlgarantie, das ich wahnsinnig gerne gelesen habe – es alles dabei, was die Geschichte rund macht.
Und dieses Mal musste ich auch keinen Abschiedsschmerz haben, als ich die liebgewonnenen Menschen in dieser Geschichte am Ende verlassen musste, denn es warten aktuell noch zwei bereits publizierte „Büchernest“-Fortsetzungen auf mich und eine weitere ist in Arbeit. Und, weil ich so wahnsinnig neugierig bin, wie es mit den Protagonisten so weitergeht und den 1. Teil schon so toll fand, habe ich direkt im Anschluss begonnen, die 7 Jahre später spielende Fortsetzung „Inselsommer“ zu lesen 🙂
Von mir gibt für diese warmherzige, liebevolle Geschichte, glatte 5***** Sterne und eine absolute Leseempfehlung, für diejenigen, die – wie ich – dieses Genre so besonders mögen.

Rezension: Gabriella Engelmann (Hrsg.) – „Wellenküsse und Sommerfunkeln – Geschichten in Sonnengelb und Meeresblau“

CoverFakten:
eBook, feelings by Droemer Knaur, erschienen: 01.04.2016, 366 Seiten, 8,99€
(das Buch soll im Frühjahr 2017 auch als Taschenbuch erscheinen)

Herausgeberin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin und blieb sie weiterhin in der Branche und war als Lektorin, Verlagsleiterin, Literatur-Scout und Autorin tätig. Sie schreibt sowohl Kinder- und Jugendbücher als auch Romane für Erwachsene. Hier sind besonders ihre „Insel“-Romane zu erwähnen, in denen man merkt, wie sehr sie den Norden Deutschlands liebt – auch ihr Jugendbuch „Sturmgeflüster“ spielt auf der Insel Sylt. Sie schrieb außerdem auch unter dem Pseudonym Rebecca Fischer und entwickelt Stoff für Fernsehverfilmungen. Mit ihren Kurzgeschichten ist sie selbst immer wieder in Anthologien vertreten.

In dieser Anthologie vertretene Autorinnen:
Gabriella Engelmann, Jana Voosen, Kirsten Rick, Adriana Popescu, Nina George, Nancy Salchow, Judith Kern, Silke Schütze, Iny Lorentz, Marie Matisek, Andrea Hackenberg, Sina Beerwald, Tania Krätschmar, Gisa Pauly, Sofie Cramer, Anneke Mohn, Ally Taylor, Antonia Michaelis, Jean Bagnol, Kerstin Hohlfeld, Britta Sabbag, Birgit Hasselbusch

Handlung:
22 sommerliche Kurzgeschichten ganz unterschiedlicher Genres von ganz verschiedenen deutschen Autorinnen

Fazit:
Das Cover suggeriert Strand, Urlaub, Sonne, Meer – genau dort, wo die meisten im Buch enthaltenen spielen und wo man diese Anthologie am besten liest: Im Strandkorb oder Liegestuhl, mit Blick aufs Wasser, im Urlaub 🙂
So unterschiedlich wie die 22 Autorinnen des Buches sind auch ihre hier vertretenen Geschichten: Man findet hier wirklich fast alle Genres (Unterhaltung, Liebesroman, History, Erotik, Krimi, Tiere) und viele Orte der Welt – besonders stark ist natürlich Norddeutschland vertreten.
Meiner Meinung nach eignen sich solche Anthologien sehr gut, um neue Autorinnen kennenzulernen – ich selbst bin durch solche Bände schon mehrfach auf  wirklich tolle Autorinnen (so damals auch auf Gabriella Engelmann) aufmerksam geworden und hab mir dann gleich mal ein ganzes Buch aus deren Feder gekauft.
Da die Geschichten ebenso unterschiedlich sind wie die Geschmäcker der Leserinnen, wird auch jeder seine eigenen Favoriten bei der Lektüre auswählen. Von den 22 Stories hatte ich 10 Favoriten, und zwar die Geschichten von: Gabriella Engelmann, Adriana Popescu, Nancy Salchow, Andrea Hackenberg, Tania Krätschmar, Sofie Cramer, Anneke Mohn, Kerstin Hohlfeld, Britta Sabbag und Birgit Hasselbusch – alle aus meinem Lieblingsgenres und am nächsten an meinem persönlichen Geschmack.
Ich gebe hier eine Leseempfehlung mit 4**** Sternen – ideale Urlaubslektüre für zwischendurch 🙂

 

Rezension: Christine Weiner – „Manchmal geschieht ein Wunder“

imageFakten:
eBook, dotbooks, erschienen: 28.10.2015, ca. 90 Seiten, 2,99€  (ausschließlich als eBook erhältlich – preis variiert)
Das Buch ist im Jahr 2009 bereits im Herder-Verlag als Print-Ausgabe erschienen, die nicht mehr erhältlich ist.

Autorin:
Christine Weiner, Jahrgang 1960, war zunächst Erzieherin und Heilpädagogin, bevor sie sich entschloss, ihr Abitur nachzuholen und BWL mit Schwerpunkt Personalentwicklung zu studieren. Nach dem Studium folgte ein Volontariat bei der Presse sowie Tätigkeiten als Redakteurin und Moderatorin bei Hörfunk und TV. Außerdem bildete sie sich ständig weiter und ist heute als Supervisorin, Coach und Beraterin hauptsächlich für und mit Menschen tätig, die sich in Entwicklungsprozessen – vor Allem beruflicher Natur – befinden. Sie hat bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht – nicht nur erfolgreiche Frauen-Romane, sondern auch sehr viele Ratgeber. Sie lebt und arbeitet in Mannheim.

Handlung:
Maya ist Buchhändlerin und betreibt gemeinsam mit ihrer Freundin Valentina einen kleinen Buchladen in einem verwinkeltem alten Haus in der Heidelberger Altstadt. Der Laden läuft – im Gegensatz zum Liebesleben der Beiden – super und bei ihren Kunden sind sie beliebt und geschätzt. Während Maya mit ihrem Dackel Max zusammenlebt, ist Valentina auf erfolgloser Partnersuche im Netz. Kurz vor Weihnachten erhalten die Beiden von ihrem Vermieter dann auch noch die Kündigung für ihren Laden. Die Beiden brauchen nun mindestens ein Wunder …

Fazit:
Das Cover ist – wie eigentlich alle Cover der dotbooks-Weihnachtsgeschichten – wieder äußerst niedlich, farblich ansprechend und nimmt- eigentlich zweifach – Bezug auf den Roman.
Der Roman, der im Jahr 2009 auch bereits im Herder-Verlag als Print-Exemplar erschienen ist, hat lt. Angabe von dotbooks 90 Seiten, die leider nicht in Kapitel unterteilt sind – ich bin ja eher so der Kapitel-Leser …
Dieses Buch hat sich in der Print-Ausgabe bereits seit langer Zeit auf meiner Wunschliste befunden, zugegriffen habe ich aber erst jetzt bei der günstigeren eBook-Ausgabe.
Das Klappentext klingt eigentlich so richtig nett, zudem fand ich Heidelberg, wo ich vor ein paar Jahren mal war, auch von der Atmosphäre her richtig süß.
Die Protagonisten sind erstmal liebenswert und sympathisch und ich fand, dass Maya mir auch recht ähnlich ist: Kein Partygirl, daher eine besondere Beziehung zu Büchern.
Die Story wird als Geschichte zum Träumen beworben, aber ich finde, dafür muss man schon wirklich einen besonderen Zugang zu dem Buch haben, der mir leider irgendwie gefehlt hat. Zunächst fand ich den Sprachstil ziemlich altmodisch, das ging irgendwie schon in Richtung Märchen (bin ja überhaupt kein Märchen-Fan). Zwischendurch hab ich dann sogar mal gedacht, dass das Basis-Modell des Buches schon vor langer Zeit geschrieben worden sein muss, nämlich an dem Punkt, wo vom Versand von Telegrammen in der Weihnachtszeit die Rede war – ich hatte selbst zuletzt 1989 mit Telegrammen zu tun (im Kontakt mit meinen Verwandten in der DDR, die kein Telefon hatten) und zweifle irgendwie, dass sowas heutzutage noch jemand nutzt. Auch die Erwähnung der Spielzeuge die Kinder zu Weihnachten geschenkt bekommen (Puppen und Autos) entspricht doch so überhaupt nicht mehr der heutigen Zeit. Meiner Meinung hat man da versucht, den Bogen zwischen altmodisch und modern zu schlagen, was allerdings irgendwo im Nirwana endete. Die Geschichte wird dann irgendwie immer unrealistischer und zum Schluss hin klischeebeladen und so unheimlich gezwungen glücklich und klebrig süß mit einem Rundumschlag-HappyEnd (… es müssen einfach alle ratz-fatz glücklich werden, weil doch Heiligabend ist …), dass ich irgendwie froh war, als ich das eBook ausgelesen hatte. Ein totaler Overflow an künstlicher Glückseligkeit. Die Charaktere blieben die ganze Geschichte über irgendwie total oberflächlich. Es kamen immer wieder neue Nebencharaktere hinzu, die zwangsläufig miteinander verbunden wurden. Aber so richtig berührt hat mich weder eine der mitwirkenden Personen noch deren Geschichte. Auch Humor hat mir hier wirklich gefehlt. Von mir persönlich bekommt diese Geschichte leider nur 3*** Punkte 😦

Rezension: Gabriella Engelmann – „Dafür ist man nie zu alt“

imageFakten:
eBook, dotbooks, erschienen: 07.11.2015, ca. 60 Seiten, 2,99€  (ausschließlich als eBook erhältlich – preis variiert)

Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und blieb diesem Metier auch auf ihrem weiteren Berufsweg als Lektorin, Verlagsleiterin, Literatur-Scout und Autorin treu. Sie schreibt sowohl Kinder- und Jugendbücher als auch Romane für Erwachsene. Im Bereich Jugendbuch sind in den letzten Jahren mehrere Adaptionen von Märchen in die heutige Zeit von ihr veröffentlicht worden. Auf dem Kinderbuch-Sektor ist ihre neue Reihe „Jolanda Ahoi“ aktuell sehr erfolgreich. Als Romane sind besonders ihre „Insel“-Romane zu erwähnen, in denen man merkt, wie sehr sie den Norden Deutschlands liebt, wozu auch „Eine Villa zum Verlieben“ zählt, das in Hamburg-Eimsbüttel spielt, eine Hommage an den Wohnort der Autorin. Bei dessen Fortsetzung „Apfelblütenzauber“ entführt sie einen ins „Alte Land“. Auch ihr zuletzt erschienenes Jugendbuch „Sturmgeflüster“ spielt auf der Insel Sylt. Ein sehr großer Erfolg war auch das Jugendbuch „Im Pyjama um halb vier“. Sie schrieb außerdem auch unter dem Pseudonym Rebecca Fischer und entwickelt Stoff für Fernsehverfilmungen. Mit ihren Kurzgeschichten ist sie immer wieder in Anthologien vertreten. Einige ihrer Kurzgeschichten sind bei dotbooks in elektronischer Form erschienen.

Handlung:
Pia ist fast 20 und lebt seit Beginn ihres Studiums in München. Nur zu Weihnachten hat sie sich überreden lassen, ihre Eltern und ihre kleine Schwester Feli in Hamburg zu besuchen. Leider hat ihre Mutter ihr irgendwie versäumt davon zu berichten, dass bei der Familienweihnachtsfeier auch Nic, der Sohn der besten Freundin ihrer Mutter, der ihr schon seit der Kindheit das Leben schwer gemacht hat, mitfeiern wird – für Pia eine absolute Katastrophe. Als ihre Eltern dann auch nochmal weg müssen zur Bescherung bei der ungeliebten Großtante und sie mit Nic und Feli alleine ist und ein paar abenteuerliche Stunden hinter sich bringt, muss sie sich eingestehen, dass man seine Meinung über manche Menschen auch mal revidieren kann – und daran ist nicht nur der Rotwein schuld …

Fazit:
Das Cover ist schon alleine aufgrund seiner Farbgestaltung für mich sehr ansprechend – der hellblaue, winterliche Holzzaun, die süße Weihnachtsdeko, die Schrift – einfach hübsch.
Der Roman an sich hat 9 Kapitel und die Länge ist auf der Verlagsseite mit ca. 60 Seiten angegeben. Dagegen gibt es keine Einwände – störend finde ich jedoch bei Büchern von dotbooks – was mir leider jetzt schon öfter negativ aufgefallen ist – dass das eigentliche eBook bei rund 70% endet und die übrigen ca. 30% nur aus Werbung für andere Bücher und Leseproben bestehen – das ist einfach too much, zumal ich Leseproben sowieso nicht lese.
Das Geschichte ist wirklich ganz zauberhaft. Die Mitwirkenden sind allesamt sympathisch und Menschen wie aus dem realen Leben, so dass man sie am Ende des Buches wirklich ins Herz geschlossen hat und gerne mehr Zeit mit ihnen verbracht hätte. Pia ist mit ihren fast 20 Jahren noch sehr jung, aber gerade das finde ich bei den Geschichten von Gabriella Engelmann auch immer besonders toll, dass die Stories für alle Generationen passen, weil sie einfach wunderschön zu lesen sind. Ich selbst bin auf Gabriella Engelmann auch damals durch eine Geschichte in einer Anthologie aufmerksam geworden, weil mir ihr Schreibstil auf Anhieb gefallen hat. Auch, wenn die Geschichte vorhersehbar ist, so ist sie doch herzerwärmend und zuckersüß – genau das, was man zwischendurch gebrauchen kann – vor allem eben in der Weihnachtszeit.
5*****-Leseempfehlung für diese süße, turbulente Weihnachtsgeschichte 🙂

Rezension: Gabriella Engelmann – „Apfelblütenzauber“

imageFakten:
Taschenbuch, Knaur, erschienen: 01.04.2015, 385 Seiten, 9,99€ – auch als eBook erhältlich
(Fortsetzung zu „Eine Villa zum Verlieben“)

Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und blieb diesem Metier auch auf ihrem weiteren Berufsweg als Lektorin, Verlagsleiterin, Literatur-Scout und Autorin treu. Sie schreibt sowohl Kinder- und Jugendbücher als auch Romane für Erwachsene. Im Bereich Jugendbuch sind in den letzten Jahren mehrere Adaptionen von Märchen in die heutige Zeit von ihr veröffentlicht worden. Auf dem Kinderbuch-Sektor ist ihre neue Reihe „Jolanda Ahoi“ aktuell sehr erfolgreich. Als Romane sind besonders ihre „Insel“-Romane zu erwähnen, in denen man merkt, wie sehr sie den Norden Deutschlands liebt – auch ihr zuletzt erschienenes Jugendbuch „Sturmgeflüster“ spielt auf der Insel Sylt. Ein sehr großer Erfolg war auch das Jugendbuch „Im Pyjama um halb vier“. Sie schrieb außerdem auch unter dem Pseudonym Rebecca Fischer und entwickelt Stoff für Fernsehverfilmungen. Mit ihren Kurzgeschichten ist sie immer wieder in Anthologien vertreten. „Eine Villa zum Verlieben“ ist eine Hommage an den Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, in dem Gabriella Engelmann selbst lebt. Mit „Apfelblütenzauber“ schuf sie die 5 J. später angesiedelte Fortsetzung dazu.

Handlung:
Die drei – mittlerweile Fourtysomethings – Leonie, Nina und Stella bewohnen seit mittlerweile 5 J. schon ihre „Villa zum Verlieben“ im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel und sind glücklich mit ihrem Leben dort: Leonie arbeitet immer noch als Geschäftsführerin des französischen Restaurants „La Lune“, Nina – gelernte Floristin und seit 5 J. Einrichtungsberaterin – ist mit Alexander, dem Besitzer des „La Lune“ glücklich liiert und Stella, Innenarchitektin, ist nun glückliche Mutter der kleinen Emma und Stiefmutter des 13jährigen Moritz sowie Ehefrau des Kinderarztes Robert, der gleichzeitig der Vermieter der Villa ist. Doch plötzlich stehen offenbar unaufhaltsame Veränderungen an: Leonie verliert ihre Arbeit, weil das „La Lune“ schließen und einem Neubau weichen muss, Robert will mit Stella und den Kindern in seine Heimat Husum zurückziehen und Nina soll mit Alexander, der sich künftig als Koch- und Reisebuch-Autor betätigt, zusammenleben. Leonie versucht sich abzulenken, in dem sie viel Zeit auf dem Apfelhof und in der Pension ihrer Eltern im Alten Land verbringt, deren Leben auch nicht so apfelrosig ist, wie Leonie immer dachte und die sehr dankbar für ihre Hilfe sind. Und bei allem Stress und den Veränderungen ist Leonies Herz vielleicht doch noch offen für die große Liebe und für einen neuen Lebensweg …

Fazit:
Das Cover mit Apfelblüten und Äpfeln vor einem Holzlattenzaun ist sehr gelungen und passend gewählt – auch, weil das Cover eine Rillenstruktur hat, die die Struktur des Holzlattenzauns wiedergibt und sehr echt wirkt. Es hat sowohl etwas Rustikales, Bodenständiges, wie auch etwas Romantisches an sich.
Der Roman an sich hat 385 Seiten mit 40 Kapiteln + Epilog und Danksagung. Ein besonderes Goodie ist aber der Rezept-Teil auf den letzten Seiten des Buches sowie ein Original-Altländer Apfelkuchenrezept im Innenteil des Buches, die zum Nachkochen bzw. Nachbacken einladen. Die Schriftbild-Größe ist sehr angenehm lesbar und die Seiten nicht zu eng bedruckt – genauso wie ich es mag. Die Leselänge der einzelnen Kapitel ist wieder optimal kurz – ich mag es sowieso immer lieber, wenn Bücher in Kapitel (vor Allem in nicht zu lange) eingeteilt sind.
Als weiteres Goodie finden die Leser(innen) auf Seite 393 bis 400 eine Leseprobe von Gabriellas Roman „Sommerwind“.
Zuerstmal der Hinweis: Dieses Buch kann vollkommen unabhängig gelesen werden vom 1. Band („Eine Villa zum Verlieben“). In diesem – eigentlich 2. Teil – wird, sofern es dramaturgisch oder zum besseren Verständnis der Handlung erforderlich ist, immer wieder hinreichend auf die Ereignisse des 1. Teils eingegangen, so dass man ganz einfach in die Handlung von „Apfelblütenzauber“ hineinkommt, ohne den Vorgänger-Band zu kennen.
„Apfelblütenzauber“ spielt 5 Jahre später und ich finde sehr spannend zu sehen, wie sich die Charaktere zwischenzeitlich weiterentwickelt haben.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Leonie als Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin berichtet.
Durch dieses Buch lerne ich eine neue Region in Deutschland kennen: Die Apfelanbau-Region „Altes Land“ im Hinterland von Hamburg mit den Hauptorten Stade und Jork – eine Gegend, die ich bisher gar nicht kenne und auf die mich das Buch sehr neugierig gemacht hat, so dass ich dort gern einmal hinreisen möchte.
Diese Geschichte ist – verglichen mit dem 2. Band – noch sehr viel lebhafter und unterhaltsamer und durch die unterschiedlichen Handlungsstränge, die direkt und manchmal auch indirekt mit Leonies Leben verknüpft sind, sehr abwechslungsreich. Die Handlungsstränge kommen mitten aus dem realen Leben und wirken nicht überzogen oder konstruiert. Die Geschichte bietet von Allem etwas und ist nicht zu schnulzig – einfach ein toller Roman, dessen Lektüre glücklich macht.
Mir hat das Buch sehr viele schöne Lesestunden beschert und ich habe mich jetzt sehr ungern von den liebenswürdigen Charakteren verabschiedet und das Ende sehr hinausgezögert. Dieses Buch hat mir sogar noch um Einiges besser gefallen als der 1. Teil.
Daher gibt es von mir mit 5***** Sternen eine absolute Leseempfehlung!

Vielen Dank an Droemer-Knaur für die Überlassung dieses tollen Romans als Rezensionsexemplar 🙂

Rezension: Gabriella Engelmann – „Eine Villa zum Verlieben“

image9783426517109.jpg.33115474Fakten:
Taschenbuch, Knaur, erschienen: 01.04.2015 (Neuauflage mit neuem Cover zur Erscheinung der Fortsetzung „Apfelblütenzauber“), 368 Seiten, 9,99€ – auch als eBook erhältlich – ich habe das Buch in der rechts abgebildeten Auflage von 2008 mit dem beflockten Cover gelesen 🙂

Autorin:
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und blieb diesem Metier auch auf ihrem weiteren Berufsweg als Lektorin, Verlagsleiterin, Literatur-Scout und Autorin treu. Sie schreibt sowohl Kinder- und Jugendbücher als auch Romane für Erwachsene. Im Bereich Jugendbuch sind in den letzten Jahren mehrere Adaptionen von Märchen in die heutige Zeit von ihr veröffentlicht worden. Auf dem Kinderbuch-Sektor ist ihre neue Reihe „Jolanda Ahoi“ aktuell sehr erfolgreich. Als Romane sind besonders ihre „Insel“-Romane zu erwähnen, in denen man merkt, wie sehr sie den Norden Deutschlands liebt – auch ihr zuletzt erschienenes Jugendbuch „Sturmgeflüster“ spielt auf der Insel Sylt. Ein sehr großer Erfolg war auch das Jugendbuch „Im Pyjama um halb vier“. Sie schrieb außerdem auch unter dem Pseudonym Rebecca Fischer und entwickelt Stoff für Fernsehverfilmungen. Mit ihren Kurzgeschichten ist sie immer wieder in Anthologien vertreten. „Eine Villa zum Verlieben“ ist eine Hommage an den Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, in dem Gabriella Engelmann selbst lebt.

Handlung:
3 Frauen zwischen Mitte 30 und Anfang 40 in Hamburg, die unabhängig voneinander ihrem Leben neue Impulse geben wollen und jeweils eine neue Wohnung suchen, bringt das Schicksal in einer Stadtvilla in Eimsbüttel zusammen, wo die 3 zu Nachbarinnen werden. Unterschiedlicher könnten die Frauen nicht sein: Stella, Anfang 40, Innenarchitektin und durch und durch Karrierefrau mit einem Hang zu Designer-Kleidung, ihrem teuren Auto und ihrem verheirateten Liebhaber; Nina, Ende 30, Floristin und nach eInter Beziehung zu einem eitlen Schauspieler überzeugte Single-Frau; sowie Leonie, mit 36 die Jüngste der Drei, Reiseverkehrskauffrau, die sehr unglücklich ist in ihrem Beruf und von einer Familie träumt, obwohl sie sich vor nicht allzu langer Zeit erst von ihrem Jugendfreund Henning im Alten Land getrennt hat und nach Hamburg gezogen ist. Trotz der großen Unterschiede werden aus den Dreien bald beste Freundinnen, die so einige Umbrüche im Leben miteinander durchstehen werden und für die das Leben noch einige Überraschungen auf Lager hat …

Fazit:
Obwohl ich das Buch mit dem alten Cover gelesen habe, muss ich sagen, dass das neue Cover passender ist und besser zum Titel passt. Man hat sich bei der Neuauflage mit dem neuen Cover an den anderen bei Knaur erschienenen Büchern von Gabriella Engelmann orientiert und ihr somit eine „Corporate Identity“ verpasst, so dass alle Romane von ihr aus diesem Verlag vom Cover ähnlich ausschauen.
Der Roman hat in der von mir gelesenen alten Version 381 Seiten mit 36 Kapiteln + Epilog. Das Schriftbild ist von der Größe her sehr angenehm zu lesen und die Seiten nicht zu eng bedruckt. Die Leselänge der einzelnen Kapitel sind optimal kurz.
Der Schreibstil von Gabriella Engelmann, der mir damals erstmals in einer Weihnachtsanthologie schon sehr positiv aufgefallen ist, ist sehr nah am Leben und man fühlt sich als Leser gleich als Teil der Geschichte.
Die Hauptcharaktere, also die 3 Mädels Leonie, Nina und Stella sind sehr echt und authentisch und sehr sympathisch angelegt – ebenso die Nebencharaktere.
Dies ist so ein zuckerwatteweicher Frauen-Roman in dem man sich von der ersten Zeile an reinfallen lassen und in einem Zug durchlesen kann – ideal für eine lange Reise, Urlaub oder ein verregnetes Wochenende auf dem Sofa. Man muss gar nicht viel dabei denken und wird einfach durch die Story getragen.
Ich könnte mir die Geschichte sogar sehr gut als Verfilmung vorstellen – ein idealer Freitag-Abend-Film für die ARD oder Sonntag-Abend-Film für das ZDF.
Das Einzige, das mich ein wenig gestört hat, ist, dass die Geschichte sehr vorhersehbar ist und ich ab ungefähr Seite 100 den übrigen Verlauf der Geschichte bereits vorausgeahnt habe und es dann auch genau so gekommen ist – was aber sicher auch daran liegt, dass ich schon sehr viele Romane dieser Art gelesen habe, weil ich sie einfach mag.
Ich habe mich so gut unterhalten gefühlt, dass ich jetzt direkt im Anschluss begonnen habe, den 2. Teil „Apfelblütenzauber“ zu lesen, der 5 Jahre später spielt, weil ich einfach wahnsinnig neugierig war, was in den 5 Jahren alles passiert ist.
Ich habe das Buch gemocht und gerne gelesen und gebe hierfür eine 4****-Plus-Leseempfehlung für alle hoffnungslosen Romantikerinnen und Mädels, die einfach gern solche leichten Frauen-Romane mögen 🙂

Rezension: Gabriella Engelmann / Jakob M. Leonhardt – „Im Pyjama um halb vier“

Autoren:

Gabriella Engelmann:
1966 in München geboren, wohnhaft in Hamburg. Sie machte zunächst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und blieb diesem Metier auch auf ihrem weiteren Berufsweg als Lektorin, Verlagsleiterin, Literatur-Scout und Autorin treu. Sie schreibt sowohl Kinder- und Jugendbücher als auch Romane für Erwachsene. Im Bereich Jugendbuch hat sie in den letzten Jahren vor allem durch die Adaption von Märchen in die heutige Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Als Romane sind besonders ihre „Insel“-Romane zu erwähnen. Sie schreibt zudem auch noch unter dem Pseudonym Rebecca Fischer und entwickelt Stoff für Fernsehverfilmungen.

Jakob M. Leonhardt:
Vollständiger Name: Jakob Musashi Leonhardt, Jahrgang 1975, sowohl in Tokyo als auch in Hamburg beheimatet. Geht neben seiner Tätigkeit als Jugendbuchautor weiteren Tätigkeiten als Musiker und Sounddesigner nach.

Handlung:
Die 16jährige Lulu aus Hamburg macht sich via facebook auf die Suche nach Ben Schumann, dem besten Freund ihres großen Schwarms Marco.
Sie findet zwar einen Ben Schumann, der aber, wie sich dann rausstellt, in München lebt und nicht der Gesuchte ist.
Dennoch entsteht zwischen den beiden Teenies ein inniger Chat-Kontakt, der keinen von beiden mehr los lässt, aber auch Geheimnisse birgt …

Fazit:
Das Buch umfasst 237 recht großzügig bedruckte Seiten, die als locker durchzulesenden Chat-Schriftwechsel verfasst sind.
Meine ersten Bücher in diesem Stil, die ich gelesen habe, waren „E-Mail für Holly“ und „Liebe per Mausklick – noch mehr E-Mails für Holly“, die ich ebenfalls klasse und sehr angenehm zu lesen fand, weil man die Geschichte in dieser Form wirklich gut mitleben kann.
Ähnlich geartete Bücher im E-Mail-Stil, wie „Gut gegen Nordwind“ / „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer, deren Zielgruppe ich alterstechnisch auf jeden Fall eher entspreche, fand ich trotz der ganzen guten Kritiken nicht so schön und berührend wie „Im Pyjama um halb vier“, bin aber froh, dass ich mittlerweile noch einige andere Leser gefunden habe, denen es damit ähnlich erging.
Bei diesem Buch hier habe ich mir bewusst viel Zeit gelassen und das Ende des Buches so lange wie möglich hinausgezögert (ist immer ein gutes Zeichen bei mir 😉 ) – ganz einfach aus dem Grunde, weil ich es so schön fand und Lulu und Ben ungern wieder loslassen wollte. Die Protagonisten Lulu und Ben wecken bestimmt bei vielen älteren Leser/innen sowas wie einen Beschützerinstinkt, so auch bei mir. Manchmal möchte die Beiden einfach mal zur Seite nehmen, trösten und beraten. Dabei kann ich mit Anfang 40 gut und gern die Mutter der Beiden sein und entspreche ja eigentlich auch nicht der Zielgruppe des Buches …
Beim Lesen der 1. Seite dachte ich noch: „So einfach war das Leben mit 16.“ – ein paar Seiten später allerdings: „Ja, so kompliziert war das damals alles mit 16.“ Das Buch spiegelt meiner Meinung nach die ganze Bandbreite des typischen Achterbahn-Gefühlslebens von Jugendlichen wieder – ich glaube daran, wird sich auch bei allen Generationen wenig verändern …
Sehr schön finde ich die Idee der Autoren, die beiden sympathischen Charaktere Lulu und Ben auf facebook weiterleben und den interessierten Leser weiterhin an deren Leben teilhaben zu lassen. Im Übrigen schreit dieses Buch, aber auch geradezu nach einer Fortsetzung 🙂
Mich hat vor Allem das Ende der Geschichte sehr nachdenklich gestimmt und sehr berührt.
Empfohlen wird dieses Jugendbuch vom Verlag ab 12 Jahren, aber so richtig erfreuen können sich auch Alle daran, die im Herzen und im Geist jung geblieben sind 🙂
5 von 5 möglichen Punkten – ich freue mich, Lulu und Ben durch facebook nicht ganz aus den Augen zu verlieren.