Rezension: Emma Bieling – „Rapunzel auf Rügen“

Autorin:
Die deutsche Autorin Emma Bieling hat mit „Rapunzel auf Rügen“ – nach „Cinderella auf Sylt“ – ihren 2. Frauen-Roman in Adaption zu einem Märchen mit moderner Insel-Romantik vermischt. Sie hat sich beruflich auf vielfache Weise sozusagen „dem Schreiben verschrieben“ ;-). Heimat ist für sie und ihre Familie sowohl ein idyllisches Dorf in Nordrhein-Westfalen als auch Sachsen-Anhalt.

Handlung:
Jessica Waldmann, wegen ihrer 1,25 m langen Haare auch „Rapunzel“ genannt, ist Schauspielschülerin in Berlin. Nach einigen finanziellen Problemen muss sie ihren großen Traum vorerst begraben und zieht auf die Insel Rügen, um auf einem Schiff für Seebestattungen als Service-Kraft ihr Geld zu verdienen. Bei dieser Arbeit lernt sie zufällig den Tierarzt Hendrik kennen und lieben und ihr Leben wird plötzlich in ganz andere See gelenkt …

Fazit:
Das Taschenbuch aus dem Aufbau-Verlag umfasst 255 Seiten, darunter zum Schluss auch eine kleine Lese-Probe von Emma Bielings ersten Roman „Cinderella auf Sylt“.
Die Story ist in Kapitel in angenehmer Länge unterteilt und in einem ordentlichen Schriftbild – nicht zu groß und nicht zu klein gedruckt. Vom Format her passt das Buch ideal in die Handtasche, weil es nicht zu dick ist.
Dies ist bisher das 1. Buch, das ich von Emma Bieling gelesen habe und ich fand es dahingehend spannend, mal wieder eine neue Autorin kennenzulernen und hier auch deren sprachliche Eigenheiten, spezielle Formulierungen etc.
Das Buch enthält alles, was einen guten Frauen-Roman ausmacht: eine freche, liebenswert-chaotische Protagonistin, einige Klischees, die bedient werden (schwuler Visagist, drogensüchtige Berlinerin, vom Schicksal gebeutelte Mitbewohnerin, grummeliger Chef, romantischer Tierarzt) und mit der Insel Rügen einen wunderbaren Handlungsort, wo man gleich Fernweh bekommt und sich am liebsten mal wieder auf den Weg dorthin machen will. Es ist somit ein ideales Urlaubslesebuch 🙂
Sehr ertappt habe ich mich gefühlt, als zum Ende hin der Inhalt von Rapunzels Handtasche beschrieben wird. Sind wir Frauen uns da wirklich alle so ähnlich 😉 …?! Das war zu 99% der Inhalt meiner Handtasche und ich behaupte immer, wenn ein Taschendieb mein Portemonnaie darin auf Anhieb findet, hat er mir definitiv etwas voraus 😉 …
An der Stelle, als Hendrik erstmals erwähnt wurde (blonde Locken, süßer (?!) Schnauzbart) habe ich mich aber irgendwie ein wenig auf Zeitreise gewähnt, denn ich bin ein Kind der 80er und das ist auch so ziemlich das letzte Zeitalter, wo ich mich erinnern kann, in dem Männer dieser Altersklasse (also nicht wirklich ältere Herren) noch freiwillig einen Schnauzbart getragen haben 😉 …
Das Buch ist so gehalten, dass ich mir durchaus vorstellen könnte, sympathischen Neben-Protagonisten wie Sarah oder Ortrud vielleicht nochmal in einem neuen Roman von Emma Bieling zu begegnen – auf ihrer Suche nach dem Glück des Lebens.
Das Buch ist absolut runde Unterhaltung und allen begeisterten ChickLit-Leserinnen nur zu empfehlen.
Ich freue mich, auch „Cinderella auf Sylt“ noch zu lesen ebenso wie noch weitere neue Bücher der Autorin.
4 von 5 möglichen Punkten gibt es von mir 🙂