Rezension: Anica Schriever – „Wer ICH sagt, muss auch LIEBE DICH sagen“

imageFakten:
Taschenbuch, Ullstein, erschienen 08.08.2014, 348 Seiten, 8,99€ – auch als eBook erhältlich.

Autorin:
Anica Schriever, am 05.10.1983 geboren und aufgewachsen in Wismar, wollte bereits mit 14 Jahren Autorin werden. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte in Hannover und lebt heute mit ihrer Familie wieder in ihrer Heimatstadt Wismar in einem Mehrgenerationenhaus, wo sie fleißig an weiteren Romanen arbeitet. Neben dem Lesen ist Backen ein großes Hobby von ihr.

Handlung:
Amalia, genannt Mia, steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag. Als wäre das nicht schon Schicksal genug, so verlässt sie dann auch noch ihr Freund, das verwöhnte Muttersöhnchen Nick, von dem sie eigentlich einen Heiratsantrag erwartet hätte und sie steht ohne Wohnung da. Aber schlimmer gehts immer: Am folgenden Tag kündigt Mia’s Chef an, dass ihr Zeitvertrag in der Redaktion eines mässigen Berliner Lifestyle-Magazins nicht mehr verlängert wird und  die Liste der Verluste verlängert sich neben Freund und Wohnung dann auch noch um den Job. Nach einem Abstecher zu ihrer besten Freundin Kerstin und einer Stippvisite bei ihren Eltern in Hamburg startet Mia mit den Vorwürfen ihrer Eltern und den Verkupplungsvorschlägen ihrer Mutter im Gepäck zu ihrem alten Studienfreund Gunnar nach Wismar. Und Gunnar hat die Wette, die er und Mia abgeschlossen hatten und die zu Mia’s 30. Geburtstag endet, noch nicht vergessen. Die Tage, die als die traurigsten in Mia’s Leben begonnen haben, werden kurzum zu den turbulentesten in ihrem Leben …

Fazit:
Die Cover-Gestaltung ist wirklich niedlich und spiegelt mit der leicht schnörkeligen Schrift und den putzigen Vögeln, die auch am Anfang eines jeden Kapitels zu finden sind, gleich wieder, dass es sich hier um ein Buch handelt, wo auch die Romantik nicht zu kurz kommt.
Das Buch hat 348 Seiten (inkl. Dankeswort) und eine Aufteilung in 26 Kapitel in perfekter Lese-Länge und ein angenehmes, augenfreundliches Schriftbild.
Wie auch schon in Anica Schriever’s 1. Buch „Zuckerguss“ (bitte auch unbedingt lesen, wenn ihr auf Chick-Lit steht!) spielt der Großteil der Handlung dieses Buches wieder in der Heimatstadt der Autorin, in Wismar. Leider spielen meiner Meinung nach viel zu wenig neue Frauen-Romane in ostdeutschen Städten, was ich sehr schade finde, denn auch dort gibt es junge Leute, die Probleme haben, mit denen man einen ganzen Roman füllen kann. Also liebe Autorinnen und Autoren: Traut Euch – Lifestyle und junges Leben gibt es nicht nur in Hamburg, Berlin oder München – siedelt mal Eure Protagonist(inn)en z. B. in Leipzig, Rostock, Potsdam oder Dresden an 🙂
Zu Beginn der Lektüre war mir Mia erstmal nicht so sympathisch und ich hatte schon Sorge, dass sie sich zu so einer eher nervigen Heldin entwickelt, wie Miriam im Vorgänger-Buch. Aber je weiter ich in Mia’s Geschichte eingetaucht bin, umso besser konnte ich sie verstehen: In Mia’s Leben passieren innerhalb von 3 Wochen sowohl besonders schreckliche, als auch besonders schöne Dinge. Mit diesem Gefühlschaos, das dadurch entsteht, hätte jeder Mensch im realen Leben ganz sicher ebenfalls große Probleme, dazu dann noch Ortswechsel.
Die Handlung wird aufgelockert durch die Nebencharaktere, bei denen man das ein oder andere witzige Klischee antrifft – vor Allem bei Mia’s Eltern und ihrem Erzfeind Holger, aber auch bei Mia’s Ex-Freund Nick. Am sympathischsten war mir aber Jana, über die ich nicht zu viel verraten möchte, weil die Leserinnen sie selbst kennenlernen sollen. Manchmal hätte ich als Leserin Mia schon gerne gebremst in ihrem impulsiven Verhalten und sie gerne vor manchen „Erfahrungen“ bewahrt. Dennoch fand ich Mia dafür, dass gleich mehrere Konstanten in ihrem Leben innerhalb so kurzer Zeit weggebrochen sind, doch erstaunlich tough und stark.
Auch, wenn es sich bei diesem Roman um einen klassischen Frauen-Roman handelt und der Handlungsverlauf ein wenig vorhersehbar ist, so ist das Buch super geschrieben, die Dialoge sind sehr realistisch und man kann sich durchaus vorstellen, dass solche Dinge eben passieren – wenn auch vielleicht nicht so geballt.
Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen, habe die Lektüre ungern aus der Hand gelegt und freue mich schon auf das nächste Buch von Anica Schriever!
5*-Leseempfehlung 🙂

Ganz herzlichen Dank an Anica Schriever, die mir so viel Vertrauen entgegengebracht hat, dass ich Testleserin für diesen wunderbaren Roman sein durfte!
Es war mir ein große Freude und eine große Ehre ❤

Rezension: Anica Schriever – „Zuckerguss“

Autorin:
Anica Schriever, Jahrgang 1983, geboren und aufgewachsen in Wismar, wollte bereits mit 14 Jahren Autorin werden. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte in Hannover und lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt Wismar, wo sie an weiteren Romanen arbeitet.


Handlung:
Miriam, Ende 20, hat 5 Jahre zuvor im Streit mit ihrem Vater, dessen Bäckerei sie nicht übernehmen wollte, ihre Heimatstadt Wismar verlassen und ist zum Studium nach Hannover gezogen. Nach Abbruch einer Ausbildung zur Bäckerin sowie einem abgebrochenem BWL-Studium galt sie immer als das schwarze Schaf der Familie.
Ausgerechnet ihre – als Anwältin erfolgreiche – ältere Schwester Eva überredet sie, anlässlich der Feier zum 55. Geburtstag ihrer Mutter nach Wismar zurückzukehren und gleichzeitig die Chance wahrzunehmen, sich mit dem Vater auszusprechen. Da Miriam ihrer Familie fälschlicherweise in dem Glauben gelassen hat, sie habe zwischenzeitlich erfolgreich Karriere gemacht, anstatt – wie in der Realität – weiterhin Germanistik und Soziologie zu studieren – und einen Freund an ihrer Seite zu haben, der sie zur Geburtstagsfeier der Mutter begleitet (den es aber ebenso wenig gibt, wie die erfolgreiche Karriere), gerät sie in Erklärungsnot. Damit sie wenigstens mit einem Freund aufwarten kann, um somit lästigen Fragen der Verwandtschaft zu entgehen, engagiert kurzfristig den attraktiven Fotografen David Vahrenberg, eine Zufallsbekanntschaft, quasi von der Straße weg als ihren vermeintlichen Freund. Dieses Arrangement sorgt somit für eine Menge – natürlich nicht unromantischer – Verwicklungen und stellt Miriam’s Leben vollkommen auf den Kopf und lenkt es in neue Bahnen, was sie aber leider fast zu spät erst einsieht …

Fazit:

Bei dem Buch handelt es sich um 367 starkes Taschenbuch mit ansprechendem, pinkfarbenem Cover – ein typisches „Mädchen“-Buch eben 😉 …
Sehr gut an dem Buch hat mir gefallen, dass es mit Wismar endlich mal einen anderen, eher unbekannten Handlungsort hatte, was das Lesen des Buches noch zusätzlich attraktiv und interessant gemacht hat. Meiner Meinung nach spielen ca. 75% aller deutschen Frauen-Romane mittlerweile in Hamburg (übrigens meine zweitliebste Stadt in Deutschland, nach Berlin) und ich habe mich sehr gefreut, auf diese Weise mal etwas über eine Stadt zu lesen, in der ich zudem auch selbst schon mal war. Ich finde sowieso, dass viel zu wenig Bücher in ostdeutschen Städten ihren Handlungsort haben.

Der Schreibstil ist angenehm flott und aus dem Leben gegriffen. Die Autorin legt großen Wert auf Sprachwitz, Situationskomik und Rechtschreibung. Die Handlung ist perfekt arrangiert und strukturiert. Ich hatte beim Lesen sehr viel Spaß und habe mich ungern wieder von der Handlung getrennt.
Einen kleinen Punktabzug gibt es von mir lediglich, weil sich die Protagonistin mit ihrem Verhalten etwas langatmig im Kreis bewegt hat, was ich gerade zum Ende des Buches hin etwas anstrengend fand.
4 von 5 möglichen Punkten und eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung für Alle, die lustige und romantische Frauen-Romane mögen.
Anica Schriever hat mit diesem Buch ein wunderbares Debüt vorgelegt, das neugierig macht und Vorfreude weckt auf ihre zukünftigen Romane. Ich freue mich auf jeden Fall, hoffentlich schon bald wieder etwas Neues von ihr zu lesen und danke für so viel Lesespaß bei diesem ersten Buch von ihr.