Rezension: Petra Hülsmann – „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“

Fakten:
Taschenbuch, Bastei Lübbe, erschienen: 10.06.2016, 415 Seiten, 9,99€ – auch als eBook und Hörbuch erhältlich

Autorin:
Petra Hülsmann, wurde 1976 in Lohne/Niedersachsen geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach dem Abitur studierte sie – bis zum Abbruch – Germanistik und Kulturwissenschaften in Bremen. Sie absolvierte dann erfolgreich eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und arbeitete einige Jahre als Sekretärin in Anwaltskanzleien. 2013 reiste sie 1/2 Jahr lang mit dem Rucksack durch Südostasien. Mit ihrem Mann lebt sie in Hamburg. Ihr sehr erfolgreicher Debüt-Roman und zudem Spiegel-Beststeller war 2014 „Hummeln im Herzen“, danach erschien bei Bastei Lübbe von ihr noch „Wenn Schmetterlinge Loopings fliegen“ und „Glück ist, wenn man trotzdem liebt“ (10.06.2016) sowie am 26.05.2017 „Das Leben fällt wohin es will“.

Handlung:
Isabelle klammert sich mit ihren 28 Jahren geradezu an ihr geregeltes Leben: Ihr Mittagessen ist immer eine Nudelsuppe im vietnamesischen Imbiss von Mr. Lee, abends schaut sie ihre Lieblingssoap „Liebe, Liebe, Liebe“ und ihre sonstigen Abende sind gerecht verteilt auf den Friedhofsbesuch am Grab ihres Vaters, ein Treffen mit ihrer Mutter, ihren Sport-Kurs, Wohnung saubermachen und Freunde treffen. Und für die Zukunft weiß sie auch schon ganz genau, dass sie später einmal den Blumenladen, in dem sie seit ihrer Ausbildung arbeitet, übernehmen wird und wie ihr Traummann und das erste Aufeinandertreffen ist. Als gleich mehrere dieser festen Konstanten in ihren Leben wegbrechen, muss sie sich gezwungenermaßen den Veränderungen stellen. Inwiefern Jens, der Besitzer des Restaurant „Thiels – dem Nachfolge-Lokal von Mr. Lee – ihr dabei hilft und vielleicht trotz vieler Differenzen vielleicht sogar eine neue Konstante in ihr Leben bringen kann, bleibt abzuwarten …

Fazit:
Also gleich zu Beginn kann ich sagen: Ich glaube, es gibt einfach kein Buch von Petra Hülsmann, das mir nicht gefällt. Dieses hier war einfach wieder toll!
Aber zuerst mal zum Cover: Sowohl Farbauswahl als auch die Blumen passen herrlich zu dieser sommerlichen Geschichte, zumal die Protagonistin ja in einem Blumenladen arbeitet. Die Farben sind einfach perfekt und toll anzuschauen.
Das Buch ist aufgeteilt in insgesamt 20 – zumeist etwas längere – Kapitel, in einem normalen Schriftbild.
Am Ende werden die Leser dann auch noch mit einem „Schokoladenmalheur“, wie es im Buch vorkommt, verwöhnt – oder zumindest mit dem Rezept dafür, damit sich Schokoliebhaber einmal selbst daran versuchen können 😉
Hach, ich weiß gar nicht, wie Petra Hülsmann es immer wieder schafft, aber auch dieses Buch lässt mich, wie seine beiden Vorgänger, wieder mit einem wohligen Seufzer zurück. Die Geschichte ist einfach schön und irgendwie auch mitten aus dem Leben. Und das ist – neben ihrem humorvollen Schreibstil und sprachlicher Authentizität – auch sicher eines der Erfolgsgeheimnisse der Autorin: Die Protagonisten sind immer einfache, bodenständige Charaktere mit ganz normalen Berufen (dieses Mal Floristin und Koch) und kleinen, liebenswürdigen Macken und echten Problemen (wie Angst vor Jobverlust, Trauerbewältigung, Familienproblemen und natürlich Liebeskummer) – das könnten wir selbst oder jemand aus unserem Freundeskreis sein. So, wie auch in dieser Geschichte Isabelle, mit der man lacht, leidet, hofft und sich freut. Ihr Problem sind ihre Verlustängste und sich an alles Beständige zu klammern und ihr ganzes Leben im Voraus zu planen – wohl, weil sie damals bereits als Baby ihren Vater verloren hat. Dies ist auch der Grund, warum sie sich nicht nur von ihrem Vater, sondern auch gleich von ihrem Traummann ein ganz eigenes Bild erschaffen hat. Veränderungen zuzulassen fällt ihr unglaublich schwer und sie muss lernen, dass etwas Neues durchaus auch viel Positives mit sich bringen kann, aber sie hat tolle Freunde, die ihr dabei helfen. Sehr schön fand ich, dass zu ihrem Freundeskreis auch der Taxifahrer Knut gehört, der in den ersten beiden Büchern von Petra Hülsmann bereits jeweils ein kurzes Gastspiel hatte. Nun lernt man ihn endlich etwas besser kennen und er bekommt hier sogar seine eigene kleine (Love-)Story. Sehr erfrischend fand ich auch die 16jährige Merle, die die Geschichte noch lockerer machte.
Am Ende hat es mir mal wieder so richtig leid getan, diese liebgewonnen Charaktere zurückzulassen: Man will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht, aber man will gleichzeitig, dass dieses Buch niemals zu Ende ist. Wieder einmal literarische Wellness für die Seele – ich hoffe, dass Petra Hülsmann niemals die Ideen für solche wunderbaren Geschichten ausgehen werden, denn davon kann man einfach nicht genug bekommen, zumal sie auch immer wieder ohne gängige und häufig verwendete Klischees auskommt.
Und Sterne kann man dafür auch gar nicht genug geben, aber das Höchste sind nun leider nur mal 5***** Sterne und die hat dieser wunderbare Roman absolut mehr als verdient ❤

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