Rezension: Maria Linke – „Mitten rein ins Leben“

Fakten:
Taschenbuch, Ullstein, erschienen: 08.04.2015, 326 Seiten, 8,99€ – auch als eBook erhältlich

Autorin:
Maria Linke ist ein Pseudonym einer erfolgreichen deutschen Übersetzerin und Redakteurin. Die stolze Mutter und Großmutter lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Köln. Weiterhin hat sie unter dem Pseudonym Charlotte Baumann ebenfalls schon mehrere Romane veröffentlicht. Im Januar 2018 erscheint der neue Roman von Maria Linke auch wieder im Ullstein-Verlag „Weiberwirtschaft“.

Handlung:
Hildegard, 49, hat trotz Abitur nie eine Ausbildung gemacht und seit etlichen Jahren als ungelernte Bürokraft in der Firma ihres Ex-Schwiegervaters gearbeitet. Als dieser stirbt und ihr Ex-Mann das Unternehmen übernimmt, ist sein 1. Schritt, Hilde vor die Türe zu setzen. Die schlechten beruflichen Voraussetzungen in der Eifel sorgen dafür, dass Hilde nach Köln zieht und sich als Reinigungskraft selbstständig macht. Hier lernt sie neben der ein oder anderen Person, für die sie doch nur Personal ist, auch ein paar ganz besondere Persönlichkeiten kennen mit ihren speziellen Sorgen und Nöten: Die 90jährige, alleinstehende Gertrud Schmitz und Antonia Lengsdorf, 39 J. alt, an MS erkrankt und dadurch meist wenig mobil. Antonia würde gern wieder am öffentlichen Leben teilhaben und bei Hilde, die sich schnell mit Antonia anfreundet, schlägt das Helfer-Syndrom mit einer großartigen Idee zu. Sie gründen einen Supper-Club und holen regelmäßig interessante Gäste in Antonias großes Haus. Und das Leben warte noch mit ganz anderen Überraschungen auf …

Fazit:
Das Cover mit dem rosafarbenen Fahrrad mit dem Korb voller Blumen und dem grünen Hintergrund sieht ansprechend aus, kein bisschen kitschig und stellt Bezug zur Story her.
Die eigentliche Geschichte verteilt sich auf 317 Seiten mit 17 teilweise etwas zu langen Kapiteln mit einem eher klein gehaltenen Schriftbild.
Am Ende des Buches befinden sich ein paar typische rheinische Rezepte, die auch in dem Buch erwähnt werden – sowas als Goodie zum Abschluss finde ich immer gut.
Der Schreibstil der Autorin – von der ich bisher noch nichts gelesen hatte – ist toll, sprachlich auch überhaupt nicht gestelzt, sondern sehr lebensnah. Man kommt leicht in die Story hinein und sie vermag es, den Leser so zu fesseln, dass man ohne Pause weiterlesen kann. Ich habe das Buch für meine Begriffe ziemlich schnell ausgelesen.
Die Mitwirkenden sind sehr realistisch gezeichnet und der Plot ist sehr authentisch und facettenreich. Hildegard habe ich mich sehr nahe gefühlt, weil ich ihr menschlich ähnlich bin und eher um die Probleme anderer als um meine eigenen besorgt bin. Der Roman befasst sich sehr eingehend mit den Problemen des Älterwerdens: Arbeitslosigkeit mit fast 50; alt sein in der anonymen Großstadt ohne Familienangehörige; der Wunsch auch trotz Krankheit nicht vom öffentlichen Leben abgeschnitten zu sein; alt werden auf dem Land ohne große Infrastruktur; aber auch mit dem Wunsch den Partner fürs Leben vor dem 50 Lebensjahr zu finden und die verzweifelte Suche danach im Internet; Stalking; ungünstige Familienstrukturen usw.
Der Titel lautet zwar „Mitten rein ins Leben“, aber die Geschichte ist auch mitten aus dem Leben. Sie hat sowohl lustige als auch traurige, aber auch spannende Abschnitte und regt an manchen Stellen zum Nachdenken an.
Mich hat das Buch sehr begeistert und ich habe es sehr gern gelesen – nicht zuletzt auch, weil es an meinem ehemaligen Wohnort in der Kölner Südstadt spielte und ich wirklich vieles wiedererkannt habe.
Insgesamt eine wirklich tolle Story, für die ich gerne 5***** Sterne als Leseempfehlung gebe – ich muss allerdings sagen, dass das Buch eher für die Generation 40+ passt. In jedem Falle eine schöne Geschichte, die sich ein wenig abhebt vom Rest und Vorfreude macht, auf den neuen Roman von Maria Linke „Weiberwirtschaft“, der am 12.01.2018 erscheint.

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