Rezension: Emma Sternberg – „Fünf am Meer“

imageFakten:
Taschenbuch, Heyne (Verlagsgruppe Random House), erschienen: 09.05.2016, 460 Seiten, 9,99€
(auch als eBook zum Preis von 8,99€ und Hörbuch für 12,49€ – gelesen von Britta Steffenhagen – erhältlich)

Autor:
Emma Sternberg ist Jahrgang 1979 und wurde in Hamburg geboren. Sie studierte 8 Semester Medienwissenschaften und bekam noch während des Studiums einen Job beim Radio, so dass sie ihre Magister-Arbeit bis heute nicht vollendete. Neben Hamburg lebte sie bereits in Oberbayern, Frankfurt und Berlin. Im Heyne-Verlag erschienen neben „Fünf am Meer“ (2016) bereits die Romane „Liebe und Marillenknödel“ (2012) und „Die Brezn-Königin“ (2013).

Handlung:
Just am gleichen Tag, als Linn ihren (bis dahin) Verlobten Martin mit ihrer (bis zu dem Zeitpunkt noch) Lieblingskollegin in der heimischen Wohnung in eindeutiger Situation erwischt und ihr ganzes Leben in Scherben liegt, klingelt es an ihrer Tür und ein amerikanischer Privat-Detektiv und Erbenermittler verkündet ihr, dass sie eine Strandvilla in den New Yorker Hamptons geerbt hat. Auch wenn Linn der Name der Verstorbenen, eine entfernte Tante, nichts sagt, so hält sie in München eh nichts mehr und sie reist kurzentschlossen mit in die USA. Vor Ort trifft sie in „ihrem“ Haus auf eine bunte Truppe munterer und rüstiger Senioren, die gemeinsam mit ihrer verstorbenen Tante in der ehem. Pension eine große Wohngemeinschaft gebildet haben. Sie schließt die älteren Leute direkt ins Herz und fühlt sich wohl in deren Gemeinschaft. Aber der Erbenermittler drängt – nicht ganz uneigennützig – die Strandvilla schnellstmöglich zu verkaufen. Aber Linns Tante scheint neben dem Geheimnis ihrer bloßen Existenz noch ein weiteres gut gehütetes Geheimnis gehabt zu haben, das nicht unwichtig sein könnte für den Fortbestand der liebenswürdigen Senioren-WG.

Fazit:
Ich bin ja bei Büchern gegenüber, die so einem Hype unterliegen wie dieses hier und besonders beworben werden, erstmal sehr skeptisch. Nun hatte mich dieser Roman allerdings schon bei der Durchsicht der Verlagsvorschauen so neugierig gemacht durch den eher außergewöhnlichen Plot, dass er gleich auf meine Wunschliste wanderte. Als ich im Sommerurlaub auf Rügen war, war das Buch dort in den Strandkörben sehr häufig vertreten, was mich dann noch neugieriger gemacht hat und ich das Buch nach dem Urlaub dann auch mal in Angriff genommen habe.
Das Cover zeigt in traumhaften Pastellfarben (meine Lieblingsfarben) durch Äste hindurch Meer und einen einsamen Sandstrand – wohl die Hamptons.
Das Schriftbild ist sehr großzügig gehalten, angenehm lesbar und die insgesamt 37 Kapitel haben alle eine optimale Leselänge.
Die Hamptons kenne ich eigentlich nur vom Rückflug von New York nach Europa – und die sehen von oben schon aus, wie ein wunderschönes Fleckchen Erde. Um so spannender, wie eine deutsche Autorin dort eine Story ansiedelt, die nicht ausschließlich in der Welt der Schönen, Glamourösen und Reichen spielt.
Der Schreibstil von Emma Sternberg – von der ich bisher noch nichts gelesen hatte – hat mir sehr gut gefallen. Auffällig und immer witzig zu lesen, waren für mich die wörtlichen Vergleiche, die Linn immer wieder stellt – davon kommen wirklich eine Menge vor. Für mich war die Geschichte zu keinem Zeitpunkt irgendwie langweilig oder langatmig – im Gegenteil. Gerade zum Ende hin, wird es sogar nochmal richtig spannend. Die Protagonistin Linn fand ich zwar manchmal ein wenig kühl und verunsichert, was aber auf ihre Vergangenheit in Pflegefamilien und ihre Verlustängste zurückzuführen ist, die sich immer wieder bestätigt haben in ihrem Leben. Die New Yorker Seniorentruppe setzt sich aus einigen besonderen Charakteren zusammen, die die Autorin auf besonders liebevolle Weise erschaffen und zum Leben erweckt hat.
Auch, wenn man wahrscheinlich sehr geteilter Meinung darüber sein kann, wie realistisch eine Aneinanderreihung solcher – teilweise doch eher unglaublicher – Zufälle ist, so liest sich dieser Roman mit dem etwas ungewöhnlichen Plot doch sehr angenehm und für mich war es eine dieser Stories, von denen ich mich ungerne getrennt und den Schluss noch hinausgezögert habe.
Ich habe mich wirklich sehr wohl gefühlt mit diesem Buch und vergebe hier eine 5*****-Leseempfehlung 🙂

Ganz lieben Dank an den Heyne-Verlag , für die Überlassung des Rezensionsexemplars zu diesem wunderschönen Roman!

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Ein Kommentar zu “Rezension: Emma Sternberg – „Fünf am Meer“

  1. Hey,
    ich fand es auch herrlich unterhaltsam 🙂
    Vor allem „Ornella“ hatte es mir angetan. Da ich es als Hörbuch gehört hab, brachte die Sprecherin auch ihren Dialekt perfekt zum Vorschein. 🙂
    Liebe Grüße
    Ela

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