Rezension: Anne Sanders – „Sommer in St. Ives“

imageFakten:
Taschenbuch (broschiert im Doppel-Umschlag), blanvalet Verlag (Random House), erschienen: 24.05.2016, 414 Seiten, 14,99€

Autorin:
Anne Sanders ist das Pseudonym einer deutschen Journalistin, die unter einem weiteren Pseudonym bereits erfolgreich eine Jugendbuch-Trilogie im Heyne-Verlag veröffentlicht hat. Sie wurde in Wuppertal – am gleichen Tag wie Jane Austen – geboren und lebt heute mit Mann und Katze in München. Bei einer eigenen Reise an die Küste Cornwalls verliebte sie sich so sehr in die Gegend, dass diese zum Handlungsort ihres Debütromans im Belletristik-Genre wurde.

Handlung:
Die 26jährige Lola Lessing aus München wird gemeinsam mit ihren Eltern, ihrer älteren Schwester Lynda und dem jüngeren Bruder Luca von Oma Elvira zu einem 6wöchigen Aufenthalt nach St. Ives in Cornwall eingeladen – dem Ort, an dem Elvira als junges Mädchen so glücklich war. Da sich der Todestag des geliebten Großvaters erstmalig jährt, ist die Familie auf Trost und Zuwendung eingestellt. Doch kaum angekommen, eröffnet die 74jährige Elvira ihrer Familie, dass sie am Ende der gemeinsamen Ferien dort ihre einzig große (Jugend-)Liebe, den Ex-Rockstar Sam Watson, heiraten wird. Dies stürzt die Familie in ungeahnte emotionale Turbulenzen, zumal offenbar jeder so seine eigenen Probleme als hochexplosives Sondergepäck mitgebracht hat. Und dann kreuzt auch noch der junge Architekt Chase Bellamy immer wieder Lolas Weg. Der stürmische Wind Cornwalls pustet nicht nur den Kopf frei bei Lolas chaotischer Familie, sondern offenbar auch ganz neue Wege …

Fazit:
Zuerst mal das Cover: Selten so ein wunderschönes Cover gesehen, das einem derart ins Auge springt. Maritime Deko in meinen heißgeliebten Pastell-Tönen auf einem weißen Holzregal an weißer Holzwand – hier ist auch gleich der maritime Bezug zur Küste Cornwalls hergestellt; und auch der lila glänzende Schriftzug des Titels fügt sich optimal in dem Ganzen ein – perfekt.
Die 414 Seiten verteilen sich auf 28 Kapitel + Epilog. Klingt erstmal viel, aber da das Schriftbild angenehm großzügig gehalten ist und die Leselänge der Kapitel auch gut eingeteilt ist, passt alles hervorragend. Lediglich das broschierte doppelte Paperback-Format ist ein wenig unhandlich, wenn man ein Buch immer in der Handtasche dabei hat.
Dieses Buch ist ein wirklich schöner Sommer-Roman, dessen Lektüre direkt Lust auf eine Reise nach Cornwall macht (wo ich seit Rosamunde Pilcher sowieso schon immer mal hin wollte). Zunächst erzählt hier die 26jährige Lola aus ihrem Leben, das natürlich unmittelbar mit dem Leben ihrer Großmutter Elvira verknüpft ist, deren Lebensgeschichte wir zum Einen natürlich ebenfalls in der Gegenwart erleben, aber auch durch Rückblicke in ihre Jugend in den 50er und 60er Jahren. Die ganze Story ist aufgrund neu entstehenden Familienkonstellation etwas rau und ungewöhnlich, aber sehr angenehm zu lesen. Dennoch vermisse ich ein wenig Tiefgang – ein paar Emotionen mehr hätten den Charakteren ganz gut getan, da manches nur oberflächlich erscheint und für eine Love-Story ein wenig zu kurz kommt.
Die Geschichte wirkt sehr gut recherchiert und gut lektoriert – keine störenden Fehler erkennbar, was nicht immer selbstverständlich ist.
Die Autorin hat St. Ives so wunderschön und plastisch beschrieben, dass man ihre Liebe zu dieser Gegend Großbritanniens beim Lesen spürt. Wenn man sich Fotos von diesem hübschen Fleckchen Erde im Internet anschaut, ist das nur zu gut verständlich.
Auch, wenn mich der Roman nicht 100%ig packen konnte, so war er doch sehr angenehm zu lesen und ein wirklich schönes Debüt der Autorin in diesem Genre. Nur schade, dass der Epilog teilweise etwas vage ist und noch Fragen offen lässt.
Ich habe das Buch gern gelesen und mich gut unterhalten damit gefühlt – daher eine 4****- Sterne-Leseempfehlung für diese schöne Geschichte.
Sicher nicht das letzte Buch der Autorin, das ich gelesen habe 🙂

Vielen Dank an blanvalet, für die freundliche Überlassung dieses Rezensionsexemplars!

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