Rezension: Frauke Scheunemann – „Ziemlich unverhofft“

imageFakten:
Paperback broschiert (doppelter Taschenbuch-Umschlag), Goldmann, erschienen: 20.06.2016, 251 Seiten, 14,99€

Autorin:
Frauke Scheunemann, wurde 1969 in Düsseldorf geboren. Sie studierte Jura (mit Promotion), arbeitete nach einem NDR-Volontariat dort auch als Pressesprecherin und Journalistin und später als Referentin bei der Hamburger Kultur- und der Wissenschaftsbehörde. Gemeinsam mit ihrer Schwester Wiebke Lorenz hat sie als Autoren-Duo das Schreiben von Frauen-Romanen perfektioniert und unter dem gemeinsamen Pseudonym „Anne Hertz“ 10 wunderbare Romane und 2 Kinder-Bücher veröffentlicht. Ihr erstes gemeinsames Werk, „Das Hexenkochbuch“, ist schon 2001 erschienen, damals hieß sie noch Frauke Lorenz. Als Solo-Autorin begeisterte sie bisher mit der vier Bände umfassenden Reihe um den putzigen Dackel Herkules und mit drei Bänden der Kinderbuch-Reihe um den kriminalistisch tätigen Kater Winston (Loewe Verlag). Dieser Roman ist – nach „Ziemlich unverbesserlich“ im März 2015 – der 2. Teil um die liebenswerte Anwältin Nikola und ihre Familie. Frauke Scheunemann ist verheiratet, Mutter von vier Kindern und lebt mit ihrer Familie sowie Hund (und Pferd) in Hamburg.

Handlung:
Sommerferien – allerdings nicht für die sympathische Anwältin Nikola Petersen: Während ihre 14jährige Tochter im Sprachurlaub im britischen Brighton weilt und sich Oma Gisela um ihren Enkel Max kümmern soll, hat Nikola einen neuen Fall zu bewältigen: Die Scheidung ihrer Freundin Florentine, deren wohlhabender, aber geiziger Ex versucht, sich um Unterhalt für Frau und Kinder zu drücken. In diesen Stress hinein verkündet Oma Gisela, dass sie gemeinsam mit Nachbar Gorch auf eine 2wöchige Norwegen-Kreuzfahrt geht und auf ihren Co-Anwalt Alexander kann Nikola derzeit auch nicht zählen. Und auch Nachbar Tiziano, dessen erzkonservative Mamma aus Italien zu Besuch ist und der bereitwillig als Betreuer für Nikolas Sohn einspringt, scheint wieder irgendwas mit Nikola zu planen. Ihre Dates mit dem Strafverteidiger Simon Rupprecht werden auch immer wieder jäh unterbrochen und dann vermittelt Anwaltsgehilfin Aysun auch noch einen ganz brisanten Fall, der sich auf eine Scheinehe, Aufenthaltsrecht und eine Notlüge bezieht …

Fazit:
Juchu – endlich wieder ein neuer Nikola Petersen-Roman – war mein 1. Gedanke, als ich von der Vorankündigung hörte: Der 1. Band war einfach toll, eines meiner Lesehighlights 2015, und ich konnte eine Fortsetzung kaum erwarten.
Das Cover ist dem 1. Bandes sehr ähnlich – Corporate Identity für diese Buch-Serie 😉 – auf jeden Fall: wieder sehr schön gestaltet und ein Buch, das man irgendwie gleich haben möchte.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist dieser 2. Band leider mit rund 100 Seiten weniger deutlich kürzer ausgefallen – sehr schade, weil das wieder eines dieser Bücher ist, von dem man sich so ungerne trennt und man nicht möchte, dass es zu Ende geht. Der Schrifttyp ist großzügig und die insgesamt 30 Kapitel in schöner, kurzer Leselänge, so dass man auch immer mal zwischendurch ein Kapitel lesen kann.
Wie auch bereits im 1. Teil ist es Frauke Scheunemann hier erneut perfekt gelungen, ihr eigenes juristisches Fachwissen mit einer äußerst kompetenten und liebenswürdigen Protagonistin und anderen, teilweise leicht schrägen, aber nicht weniger sympathischen Nebencharakteren humorvoll miteinander zu verbinden. Sie hat wieder eine witzige, dennoch realistische tolle Familiengeschichte geschaffen, die man einfach mögen muss.
Was mir an dieser Reihe von Frauke Scheunemann besonders gut gefällt, ist, dass sie nicht so „weltfremd“ ist, wie manch andere Romane dieser Art: Hier gibt es – wie im echten Leben – den italienischen Nachbarn; die türkische Anwaltsgehilfin; eine Scheidung und einen Ehemann und Vater, der sich mit allen Mitteln seiner Unterhaltspflicht entziehen will; die liebenswerte Oma, die sich immer um alles kümmert; eine „scheinbare“ Scheinehe zum Schutz einer jungen Muslimin; geplatzte Dates und so vieles mehr, was man in anderen Büchern oft vermisst.
Wie schon beim 1. Teil kann ich mir dieses Buch auch wieder gut als Verfilmung vorstellen.
Nun heißt es – hoffentlich, denn ich hoffe, das war noch lange nicht der letzte Teil – wieder mindestens 1 J. auf eine Fortsetzung zu warten, die ich auf jeden Fall auch wieder (ganz sicher mit gleicher Begeisterung) lesen werde.
Wie auch beim Vorgänger kann ich hier gar nicht anders, als eine 5*****Plus-Leseempfehlung auszusprechen – ein(e) Buch(-Reihe), die sich so wunderbar unbeschwert lesen lässt, obwohl hier auch durchaus ernste Themen drin stattfinden 🙂

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