Rezension: Rebecca Vogels – „Schluss mit Sorry! – Ein Lisa-Haubenstädt-Roman“

imageFakten:
Taschenbuch, Eulenspiegel Verlag, erschienen: 11.04.2016, 159 Seiten, 9,99€ (auch als eBook zu 7,99€ erhältlich)

Autorin:
Rebecca Vogels, Jahrgang 1984, geboren in Bonn. Sie lebt mittlerweile mit ihrem Mann in Wien. Zuvor promovierte sie an der Universität der Künste Berlin und der renommierten Harvard University. Sie ist Co-Founderin und Editorin der Pfiff Media-Agentur, die Autoren für Texte aller Art mit entsprechenden Auftraggebern vernetzt. Ein weiteres Projekt von ihr ist „Radio Kaffeehaus“, in dem Reportagen, Kurzgeschichten und Gespräche aus einem Wiener Kaffeehaus via Podcast den Weg zum Hörer finden. Die Roman-Heldin Lisa Haubenstädt hat sogar einen eigenen Twitter-Account – weitere Infos zum Buch gibt es auch auf der Facebook-Seite zum Roman.

Handlung:
Lisa Haubenstädt, Anfang 30, leicht chaotische Autorin für Produktbeschreibungen, ist schon seit ein paar Jahren glücklich mit ihrem Freund Alex, einem jungen Arzt – eine Liebe, die, trotz der persönlichen Unterschiede, auch ohne gemeinsame Wohnung und Heirat auskommt, wie sie findet. Beim Thema Heirat kommt ihr dann allerdings Alex‘ aalglatte, perfekte Jugendfreundin Eva mit einem Antrag zuvor und sie kann nur zuhören, wie der diesen Antrag beseelt annimmt und ihre Beziehung mit einem Schlag beendet und sie feststellen muss, dass für ihn der Wunsch nach Ehe und Familie offenbar immer stärker war. Lisa will ihn zurück und lässt sich von Freundin Henni und Nachbar Thomas sogar zum Besuch einer Relationship-Academy überreden, um ihre vermeintliche Bindungsunfähigkeit zu überwinden. Und diese neuen Wege in ihrem Leben sorgen für allerlei Überraschungen und neue Verwirrungen …

Fazit:
Das Cover ist gleich mal die erste Assoziation zum Roman: Die von Lisa Haubenstädt (und mir ebenfalls) so geliebten Chucks, ein schrammeliger Altbau-Dielenboden und darauf ein eingestöpselter Laptop – irgendwie ein Stück von Lisas Leben.
Das Büchlein hat leider nur 159 Seiten – unterteilt in 22 Kapitel von perfekter Leselänge. Und hier ist für mich leider der erste – allerdings auch einzige Kritikpunkt: Der Preis des Buches ist mit 9,99€ für einen Roman in Heftroman-Stärke viel zu hoch angesetzt. Der Verlag sollte die Preisgestaltung bei der Veröffentlichung des nächsten Lisa Haubenstädt-Romans (klingt für mich zumindest so, als soll eine Reihe daraus werden) vielleicht 2 Bände in einem Buch zusammenfassend veröffentlichen, um diese Preispolitik besser zu rechtfertigen. Denn für 9,99€ bekomme ich üblicherweise auch Romane mit 400 Seiten.
Zum Roman: Er spielt in Berlin und man merkt, dass die Autorin die Hauptstadt und ihre Hotspots auch richtig gut kennt.  Zudem hat sie selbst interessanterweise an der Uni promoviert, an der ich selbst arbeite. Ich habe mich in dem Roman gleich zu Hause gefühlt. Lisa Haubenstädt ist eine Protagonistin, die man sich auch gut im eigenen Freundeskreis vorstellen kann – sie ist ein wenig chaotisch und spiegelt genau die ewig junge Ü30-Generation wieder, die noch nicht erwachsen werden und sich nicht festlegen will – also insgesamt sehr unterhaltsam.
Der Sprachstil ist witzig, pfiffig und ich musste während des Lesens viel Schmunzeln, weil der Roman real und dennoch lustig ist und am Ende sogar ein wenig zum Nachdenken anregt. Ganz großes Lob für die sprachliche Umsetzung, bei der man merkt, dass Kommunikation und Ausdruck die große Stärke der Autorin ist.
Ein perfekter, kurzweiliger Roman zum Zwischendurch-Lesen für Junge und Junggebliebene, die sich darin ganz sicher wiederfinden werden. Ich habe ihn wahnsinnig gerne gelesen und hatte viel Spaß mit Lisa und habe auch mit ihr mitgelitten.
Von mir gibt es eine 4****-Leseempfehlung (einen Punkt Abzug, weil Preis und Umfang nicht ganz konform sind und der Verlag den Spielraum der Buchpreisbindung nicht so ganz nach oben ausnutzen sollte – das kommt nicht nur den Lesern, sondern auch der Autorin und den Verkaufszahlen zugute).
Sollte es einen weiteren Lisa Haubenstädt-Roman geben, werde ich auf jeden Fall wieder am Leben dieser liebenswerten, chaotischen Heldin teilnehmen.

Danke an den Eulenspiegel Verlag und Rebecca Vogels für die Überlassung dieses tollen Rezensionsexemplars, das ich sehr gerne gelesen habe 🙂


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