Rezension: Clara Römer – „Der Wahnsinn den man Liebe nennt“

imageFakten:
Taschenbuch, Diana-Verlag (Randomhouse-Gruppe), erschienen: 09.05.2016, 321 Seiten, 9,99€

Autorin:
Clara Römer ist das Pseudonym einer sehr bekannten deutschen Autorin, die bisher unter einem anderen Namen in anderen Genres veröffentlicht hat und mit diesem Titel ihr Debüt als Schriftstellerin des Frauenroman-Genres gibt. Sie lebt mit ihrem Mann in München, studierte Germanistik und arbeitete in schreibender Zunft auch noch als Redakteurin.

Handlung:
Susa Bergmann, Mittvierzigerin, seit 10 J. mit ihrem Mann Wolf, der eine aufstrebende Immobilienfirma betreibt, verheiratet, ist verwundert, als es eines Tages eine Spedition die Lieferung des Kühlschranks, den ihr Mann bestellt hat, ankündigt. Lediglich die Lieferadresse stimmt nicht mit ihrer eigenen überein und nachdem ihr Mann auf Geschäftsreise und nicht erreichbar ist und sein Kompagnon verzweifelt nach Ausreden sucht, begibt sich Susa auf Spurensuche. Unter der Anschrift wohnt eine junge Frau mit einer ca. 5 J. Tochter – das Ebenbild ihres Mannes Wolf – und ein Puzzleteil fügt sich dem anderen. Susa wird der Boden unter den Füßen weggerissen und nach einer schweren Trauerphase muss sie nicht nur die falschen Versöhnungsversuche von Wolf abwehren, sondern ihr Leben inkl. Scheidung wieder auf die Reihe bekommen. Aber dabei ist sie nicht so alleine, wie sie zunächst vermutet hätte …

Fazit:
Es ist ja gerade in Mode bei den Verlagen, die Oberfläche von Buch-Covern nicht in Hochglanzoptik, sondern im matten Papier-Design zu gestalten. Bei diesem Buch passt das besonders gut, weil die Protagonistin Susa eine Papeterie besitzt. Das Cover sieht aus wie handgeschöpftes Papier – allerdings mit ein paar kleinen und großen Rissen und zum Teil verblassenden rosafarbenen Herzen, was sich ideal auf den Inhalt des Buches adaptieren lässt. Optisch ist das Cover sehr schön – eines nachdem in der Buchhandlung schon mal neugierig greift.
Die 321 Seiten haben 22 (eigentlich 23) Kapitel + Danksagung und sind von angenehmer Leselänge in einem normalen, eher kleineren Schriftbild.
Den Roman hatte ich zuerst eigentlich gar nicht auf meiner Wunschliste, obwohl mir bei der Durchsicht der Verlagsvorschau damals das wunderschöne Cover direkt ins Auge gesprungen ist. Aber nachdem ich schon einige Rezensionen des Buches gelesen habe, hat mich der Inhalt des Buches aus Gründen sehr neugierig gemacht.
Die Geschichte hat mich eigentlich vom ersten Moment an gefesselt und für mein sonst eher schneckenartiges Lesetempo habe ich das Buch ziemlich schnell ausgelesen, obwohl es sich bei dem Thema „Ehebetrug“ um ein sehr emotionales Thema handelt – vor Allem, wenn man das selbst vielleicht schon mal erlebt hat.
Susas Verhalten nach Bekanntwerden des Betruges und der Umgang mit den Schmerzen und ihre Gedanken in diesem Zusammenhang sind absolut realistisch wiedergegeben und vollkommen nachvollziehbar! Darüber habe ich ehrlich gesagt gestaunt, weil man in so manchen Frauen-Romanen den Eindruck vermittelt bekommt, als sei Ehebetrug etwas Lustiges, wobei man dem (Ex-)Partner dann aus Rache irgendwelche aberwitzigen Streiche spielt – da platzt mir dann immer der Kragen und ich frag mich, in welcher Welt solche Autorinnen leben. Hier war das aber nicht der Fall war, weil man das Gefühl hatte, die Autorin hat sich wirklich mit dem Thema und den Gefühlen auseinandergesetzt und es hat sich alles sehr echt angefühlt für die Leserin.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und hat mich z. B. ein wenig an die Familiengeschichten von Utta Danella erinnert, die ich ganz früher mal gern gelesen habe. Ich würde die Autorin jedoch anhand des Schreibstils, der Namenswahl der Mitwirkenden und der manchmal leicht gestelzten Dialoge eher so ab Mitte 50+ altersmäßig vermuten – so wirken die Charaktere im Buch dann auch eher irgendwie viel reifer als Menschen Mitte Vierzig es heute oft tatsächlich sind.
Die Autorin hat weitestgehend sympathische Charaktere für diesen Roman zum Leben erweckt, jedoch war dort niemand dabei, der mich jetzt menschlich irgendwie besonders berührt hat.
Zum Ende der wirklich lesenswerten Geschichte sind meiner Meinung ein paar Happy Ends zuviel eröffnet worden, die die ansonsten realitätsnahe Geschichte ab da ein bisschen unrealistisch erscheinen lassen. Auf Details möchte ich nicht eingehen, weil ich hier nicht spoilern möchte.
Ich gebe hier gerne 4**** Sterne und eine Leseempfehlung für diesen außergewöhnlichen Roman.

Ganz lieben Dank an den Diana-Verlag (bei Randomhouse) für die Zusendung dieses Rezensionsexemplars!

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