Rezension: Britta Sabbag – „Der Sommer mit Pippa“

imageFakten:
Taschenbuch, Rowohlt, erschienen 22.04.2016, 318 Seiten, 9,99€

Autorin:
Britta Sabbag, 1978 im Sternbild Skorpion in Osnabrück geboren, schloss erfolgreich ihr Studium in den Fächern Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Uni in Bonn ab, wo sie auch heute noch lebt. Sie arbeitete 6 Jahre als Personalerin in verschiedenen großen Firmen. Nachdem sie in einer wirtschaftlichen Krise ihren Job verlor, widmete sie sich bis heute dem, was sie eigentlich schon immer tun wollte: Dem Schreiben. Ihr Debüt-Roman „Pinguinwetter“ war auf Anhieb ein Mega-Erfolg und wurde sogar als Theaterstück aufgeführt. Die Fortsetzung dazu ist im Folgeband „Pandablues“ nachzulesen, der ebenso erfolgreich war. „Herzfischen“, ein weiterer Frauen-Roman, den sie gemeinsam mit Maise Kelly schrieb, wurde, wie die drei Vorgänger ebenfalls bei Lübbe veröffentlicht; außerdem bei Boje (Lübbe) auch noch zwei Jugendromane (Fortsetzungen) mit autobiografischen Zügen: „Stolperherz“ und „Herzriss“. Ebenfalls mit Maite Kelly und der Illustratorin Joëlle Tourlonias veröffentlichte sie zwei Kinderbücher um „Die kleine Hummel Bommel“. Ihr neues Projekt „Ankommen in Bonn“ ist eine Geschichte um das syrische Flüchtlingsmädchen Sima, das derzeit im Bonner Generalanzeiger gemeinsam mit verschiedenen Schulklassen publiziert wird. „Der Sommer mit Pippa“ ist ihr erster Roman bei Rowohlt.

Handlung:
Die junge Sarah führt – nach ihrer Kindheit auf einem Schweinebauernhof in der Eifel – mittlerweile das perfekte Leben: Sie ist perfekt und erfolgreich in ihrem Job als Anwältin und verliert nie einen Fall; sie hat die perfekte Wohnung, die sie gemeinsam mit ihrem perfekten Freund Philipp bewohnt. Da sein Heiratsantrag nicht ganz so perfekt war, versucht Sarah jetzt alles wieder mit einer perfekten, bis ins Detail sorgfältigst geplanten Hochzeit zu kompensieren. Dabei wird sie wiederum mit zwei unperfekten Tatsachen konfrontiert: Zum Einen ihre widerwärtige und sie hassende Schwiegermutter in spe, die versucht, das junge Glück mit allen Mitteln zu sabotieren und zum Anderen die Tatsache, dass Sarah noch nichtmals eine gute oder gar beste Freundin hat, die ihr – auch als Trauzeugin – bei alldem zur Seite steht. Wie ein rettender, etwas zu bunt und unkonventionell geratener Engel purzelt Pippa, eine ziemlich chaotische und laute Mechanikerin in Sarahs Leben und gibt diesem an den richtigen Stellen eine Wendung. Aber schafft Pippa es auch noch, Sarah vor ihrem allergrößten Fehler zu bewahren?

Fazit:
Dieses hier ist das erste Buch von Britta Sabbag, das im Rowohlt-Verlag erschienen ist und somit auch ein ganz anderes, als das bisher gewohnte Design hat: Das Cover mit den bunten Wiesenblumen (die im Buch auch eine kleine Rolle spielen) – primär in verschiedenen Grün-Tönen gehalten, sieht zwar ansprechend aus, schwimmt aber gerade aber zusammen mit der schnörkeligen Schrift des Titels ein wenig auf der Trend-Welle mit, die bei sommerlichen Buch-Covern gerade gilt und womit den Covern irgendwie ein wenig die Individualität genommen wird, weil sich alle so ähnlich sehen.
Das Buch enthält 25 Kapitel von allerbester Lese-Länge (+ Prolog + Epilog) auf 318 Seiten in einem angenehm zu lesenden Druckbild.
Das Lesen der Romane von Britta Sabbag direkt nach Erscheinungstermin ist für mich schon ein Muss – ihre Romane – und somit auch dieses hier wieder – sind von einem sehr angenehmen und humorvollen Schreibstil geprägt. Es gibt kein Buch von Britta Sabbag, das mir bisher nicht gefallen hat und ich freue mich jetzt schon wieder auf ihren nächsten Roman.
Der Plot hat in ganz, ganz groben Zügen ein paar kleine Ähnlichkeiten mit „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“, in dem die karriereorientierte Protagonistin ebenfalls nach Perfektion strebte, eigentlich aus einem Dorf kam, dem sie den Rücken gekehrt hatte, kurz vor der Hochzeit stand und plötzlich jemanden hatte, der ihr auf etwas abenteuerliche Art und Weise einen neuen Weg geebnet hat – aber doch ist es irgendwie wieder ganz anders. „Der Sommer mit Pippa“ ist ein Buch mit interessanten menschlichen und tierischen Charakteren und einer tollen Story drumherum. Sowohl Sarah, die trotz ihrer Perfektion ein wenig naiv und verblendet zu sein scheint, als auch der verrückte Paradiesvogel Pippa sind mir wahnsinnig ans Herz gewachsen beim Lesen. Auf der einen Seite möchte man in jeder freien Minute darin lesen und kann gar nicht erwarten, zu wissen, wie es weitergeht – auf der anderen Seite möchte man aber auch nicht, dass diese tolle Buch jemals zu Ende geht. Zum Ende hin nimmt das Buch dann nochmal ein besonders hohes Tempo auf.
Ich habe diese Geschichte geliebt und sie hat mir tolle, unterhaltsame Lesestunden beschert und mich oft zum Schmunzeln gebracht.
Für mich wieder ein 5*****-Plus-Buch – und ich hoffe, dass viele weitere Leserinnen und Leser bei der Lektüre ebenso viel Spaß haben wie ich es hatte 🙂

 

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