Rezension: Kerstin Hohlfeld – „Morgen ist ein neues Leben“

imageFakten:
Taschenbuch, Ullstein Verlag, erschienen: 11.09.2015, 363 Seiten, 9,99€

Autorin:
Kerstin Hohlfeld wurde 1965 in Magdeburg geboren und absolvierte nach dem Abitur sowie einer Berufsausbildung erfolgreich ein Theologie-Studium in Naumburg und Berlin. Nach unterschiedlichen Jobs und weiteren Berufsausbildungen widmet sie sich heute ausschließlich der Leidenschaft, der sie bereits als Kind nachging und mit der sie sich – nur 50 km von der ehem. Zonen-Grenze entfernt lebend – in fremde Welten träumen konnte: Dem Schreiben. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern, einem Sohn und zwei Katern in Berlin und veranstaltet dort regelmäßig ihre schon legendären Literatur-Salons, auf denen sie anderen Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Genres die Gelegenheit gibt, ihre Bücher in harmonischer, kultivierter Atmosphäre vorzustellen und persönliche Kontakt zu ihren Lesern herzustellen. Neben der beliebten „Rosa Redlich“-Reihe im Gmeiner-Verlag, um die junge Berliner Schneiderin, mit den Romanen  “Glückskekssommer” (erschienen: 07.02.2011), “Herbsttagebuch” (09.07.2012), “Winterwünsche” (01.07.2013) und „Kirschblütenfrühling“ (erscheint am 04.03.2015) sind noch folgende Bücher von ihr erschienen: „Ein Weg zurück“ (bookshouse, 20.06.2014) und “Ich heirate einen Arsch” (03.11.2014 bei Knaur), den sie gemeinsam mit dem Co-Autor Leif Lasse Andersson geschrieben hat und „Wenn das Glück anklopft“ (05.12.2014 bei Ullstein).

Handlung:
Die 29jährige Tanja, die bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, verspürt seit sie mit 5 J. ihre Mutter verloren hat, die im Urlaub in Malaysia bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist laut Aussage der Großeltern, eine Leere in sich. Diese Leere versucht sie mit viel Essen zu füllen, jedoch ist das Einzige was sich füllt Tanjas Körperumfang, aber nicht ihre Seele. Auch beruflich steckt Tanja, die Kassiererin in einem Supermarkt ist, hinter den erfolgreichen Großeltern, die Humanmediziner sind und ihrer Mutter, die Veterinärin war, weit zurück. Eines Abends wird sie ungewollt Zeugin eines Streits zwischen ihren Großeltern, indem klar wird, dass ihre Mutter gar nicht tot ist. Briefe, die Tanja dann im Schreibtisch ihrer Großmutter findet, belegen, dass Valentina, Tanjas Mutter offenbar ein neues Leben in Malaysia begonnen hat vor mehr als 20 Jahren. Nur mit diesem kleinen Hinweis in der Tasche reist Tanja vollkommen überstürzt nach Asien ab – nichts ahnend, dass die damalige Lüge ihrer Großeltern gerade sehr dicht an der Realität ist …

Fazit:
Dieses Cover ist von seiner Farbgestaltung und  mit den verschiedenen Grün- bzw. Türkis-Tönen sowie den asiatischen Mandalas ein absoluter Hingucker und wirkt sehr harmonisch und hat etwas Beruhigendes, aber auch Geheimnisvolles an sich – Stichwort: Stille Wasser …
Die 363 Seiten sind in 23 Kapitel von perfekter Leselänge + Danksagung unterteilt und in ein sehr angenehmes Schriftbild verpackt.
Die Geschichte ist eine sehr ungewöhnlich Familiengeschichte mit Verstrickungen und Verzweigungen. Neben der Geschichte um Tanja, ihre Mutter Valentina sowie die Großeltern, hat Kerstin Hohlfeld hier einen weiteren Handlungsstrang einfließen lassen, in dem es um das Leben der Schönheitschirurgin Helena Sander geht, deren Weg sich mit Tanjas Weg in der Geschichte kreuzen wird und deren Begegnung für Tanja auch noch eine große Bedeutung haben wird.
Wie auch Tanja hat Helena eine gewisse Leere in sich verspürt und ist – bewusst oder unbewusst – ein wenig auf der Suche nach sich selbst.
Das Buch ist sehr gefühlvoll geschrieben berichtet über das die fehlende Kommunikation in Familien auch sehr interessant über das Leben in ehem. DDR vor und nach der Wende. Ebenso bekommt man als Leserin einen tollen Einblick über die Fauna und Flora der malaysischen Insel Langkawi, die Kerstin Hohlfeld schon fast ein wenig poetisch, aber auch sehr detailliert beschreibt, so dass man sich alles sehr genau vorstellen kann. Ich habe vor einiger Zeit eine Folge der ARD-Serie „Das Traumhotel“ im TV gesehen, die ebenfalls auf Langkawi spielte und finde diese Insel in dem Buch sehr gut wiedergegeben.
Das Einzige, das mich in dem Buch ein klein wenig gestört hat ist, dass die Protagonistinnen sich so schnell und leichtfertig immer wieder neuen Flirts und Affären hingegeben haben. Ansonsten ist die sehr ungewöhnliche Geschichte äußerst fesselnd geschrieben und lässt einen nicht mehr los. Auch der Schluss bekommt nochmal interessante Wendungen ohne jedoch klischeehaft oder kitschig zu wirken.
Von mir gibt es eine 5*-Leseempfehlung für diesen gefühlvollen Roman, der dieses Mal keine Love-Story als Basis hat.

Herzlichen Dank an den Ullstein-Verlag und Kerstin Hohlfeld für die Übersendung dieses Rezensionsexemplars!

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