Rezension: Anke Maiberg – „Ist das Liebe oder kann der weg“

imageFakten:
Taschenbuch, Bastei Lübbe, erschienen: 10.12.2015, 431 Seiten, 8,99€ (auch als eBook erhältlich)

Autorin:
Anke Maiberg, wurde im Jahr 1974 in der Nähe von Hamburg geboren. Ihre Jugend und Schulzeit, die mit dem erfolgreichen Abitur endete, verbrachte sie allerdings im nordrhein-westfälischen Bergisch Gladbach. Nach dem Abitur studierte sie Jura und lebt inzwischen mit Mann, Kater und drei Töchtern in Berlin, wo sie im richtigen Leben auch als Juristin arbeitet. Schreiben war schon immer eines ihrer Hobbies und während ihres Jura-Studiums eine Pflicht. Außerdem reist sie in ihrer Freizeit gern nach Nordfriesland, wo auch die Handlung ihres Debüt-Romans „Ist das Liebe oder kann der Weg“ spielt.

Handlung:
Inga Hering, fast 30, aus Prenzlauer Berg, Übersetzerin für Bedienungsanleitungen, hat ihren (nunmehr) Ex-Freund Stephan in flagranti beim Fremdgehen erwischt. Nicht ohne vorher noch in haariger Weise Rache an ihm zu nehmen, fährt sie zur Ablenkung zu ihrer Tante Lisbeth nach Nordfriesland. Anstatt sich zu erholen, stolpert sie gleich am 1. Tag dort über eine Leiche in einen Kriminalfall hinein. Der kriminalistische Spürsinn von Tante Lisbeth und Inga wird vor allem dadurch geweckt, weil federführend in den Ermittlungen ein sehr smarter junger Kommissar namens Carsten Pohl ist. Leider tritt Inga bei den Versuchen ihn zu erobern immer wieder in Fettnäpfchen und in die sie nicht von selbst hineintritt, manövriert Tante Lisbeth sie noch das ein oder andere Mal hinein.

Fazit:
Zum Cover gibt es nur Eines zu sagen: Zuckersüß ❤ – schon als ich das Cover gesehen habe, war ich ganz verliebt – ein absoluter Hingucker und ein Buch, nachdem man in der Buchhandlung direkt greift. Der türkisfarbene Wellensittich – auch, wenn er mit der Story so gar nichts zu tun hat – auf cremefarbenem Hintergrund und die Punkte drumherum im gleichen Farbton ist einfach perfekt gewählt.
Als das Buch bei mir ankam, war ich erstmal platt, denn es umfasst beachtliche 431 Seiten auf 30 Kapitel verteilt, was für einen Roman im ChickLit-Genre – vor allem für einen Debüt-Roman – schon eher ungewöhnlich ist. Meistens umfassen die Romane, die ich so lese – gerade in diesem Genre – so knapp über 300 Seiten.
Die Kapitel sind hier teilweise recht lang geraten, was u. a. auch damit zusammenhängt, dass hier sehr detailverliebt und sehr ausschmückend geschrieben wurde. Dies macht die Geschichte an manchen Stellen etwas langatmig und mein neigt dazu, diese Stellen dann irgendwann zu überfliegen, weil die Handlung ein wenig abdriftet. Mit einem bisschen weniger Ausführlichkeit an den richtigen Stellen hätte der Roman dann auch klassische Länge von Roundabout 300 Seiten, was ihn nicht schlechter machen würde.
Inga ist eine sehr sympathische Protagonistin, ihre Tante zwar manchmal ein wenig schrullig und sehr direkt, aber dennoch sehr modern und mischt sich gerne in so ziemlich alle Angelegenheiten ein – ich glaube, solche Tanten hat irgendwie jeder ;-). Die anderen Charaktere liegen irgendwo zwischen den Figuren der NDR-TV-Serie „Neues aus Büttenwarder“ und dem „Denver-Clan“; manchmal ein wenig überzeichnet dargestellt, aber irgendwie genau so, wie man sich norddeutsche Dorfbewohner in Romanen wünscht. Auch die Nebencharaktere sind schlüssig gezeichnet und runden die Story ab.
Der Schreibstil von Anke Maiberg ist sehr witzig und intelligent – ich mag ihren Humor sehr – und man hat Spaß beim Lesen. Schmunzeln musste ich, weil sich zwischendurch mal ein ganz klein wenig Juristen- bzw. Amtsdeutsch eingeschlichen hat – da ich ja selbst aus der Verwaltung komme, weiß ich auch, wie schwer es zu vermeiden ist, solche Verwaltungsfloskeln mit in den Alltag zu übertragen.
Am Ende sind noch ein paar kleine Fragen aus der Handlung offengeblieben, weil manche Handlungsstränge nicht bis zum Ende verfolgt wurden.
Dies war ein tolles Debüt von Anke Maiberg, ein locker-leichter ChickLit-Roman mit kleinen Krimi-Elementen, der gut recherchiert wirkte (vor Allem auch im Hinblick auf die Windrad-Geschichte), der einem vermittelt, dass das Leben trotz kleiner und größerer Unwägbarkeiten (wie Fremdgehen, Mord, eine vorwitzige Tante, Missverständnisse in der Liebe und vieles mehr) doch noch ganz einfach sein kann – zumindest im Roman.
Ich freue mich schon sehr, mehr von Anke Maiberg zu lesen und sie demnächst bei mir zu einer Wohnzimmerlesung begrüßen zu dürfen.
Eine 4****-Sterne-Leseempfehlung für dieses lustige ChickLit-Debüt, das neugierig auf weitere Buch-Ideen der Autorin macht.

Vielen Dank an Bastei-Lübbe und Anke Maiberg für die Überlassung dieses Rezensionsexemplars 🙂


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