Rezension: Tina Grube – „Beschwipste Engel küsst man nicht“

imageFakten:
eBook, dotbooks, erschienen: 28.10.2015, ca. 73 Seiten, 1,99€  (ausschließlich als eBook erhältlich – preis variiert)

Autorin:
Tina Grube wurde 1962 in Berlin geboren und studierte dort Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Sie arbeitete in renommierten Werbeagenturen, die auch internationale Unternehmen im Marketing unterstützten. Danach war sie als Freelancerin weiterhin kreativ in der Werbung tätig und veröffentlichte 1995 beim Fischer-Verlag ihren 1. Frauen-Roman „Männer sind wie Schokolade“, der, wie auch seine ebenso erfolgreiche Fortsetzung „Ich pfeif auf schöne Männer“ mit Jennifer Nitsch in der Hauptrolle verfilmt wurde – beide Romane spielen ebenfalls in der Werbebranche. Es folgten noch einige weitere erfolgreiche Romane, bevor es etwas ruhiger um die Autorin wurde. Ihre aktuellen Wohnsitze sind New York und Mailand, sie lebte aber neben Berlin auch schon in Frankfurt/Main und Amsterdam. Bei dotbooks sind 2014 alle bisherigen Romane von Tina Grube als eBook-Neuauflage wieder erschienen. Außerdem 2015 der eBook-Roman „Männer, Mondschein und Amore“ sowie diese Weihnachtsgeschichte „Beschwipste Engel küsst man nicht“, eine Oster-Novelle und ein weiterer Roman sind in Arbeit. Weitere Infos über die Autorin und ihre Arbeit bekommt man über die wirklich tolle, informative Internet-Seite von Tina Grube.

Handlung:
Nina, von Beruf Kindergärtnerin, hat sich bereit erklärt ihrem besten Freund Jens, im Zweitberuf Weihnachtsmann, als Aushilfs-Weihnachtsengel zu assistieren bei einer Bescherung an Heiligabend. Im schicken Anwesen einer wohlhabenden Industriellen-Familie steht sie nicht nur den beiden bezaubernden Kindern der Familie gegenüber, sondern auch ihrem derzeitigen Lover – dem Rechtsanwalt Sebastian – und seiner schwangeren Frau, von der er Nina gegenüber vorgab sie nicht mehr zu lieben und verlassen zu wollen. Nina ist geschockt und gibt sich in einem vietnamesischen Imbiss – das einzig offene Lokal an Heiligabend – mit billigem Rotwein den Rest. Am nächsten Morgen stürzt sie verkatert auf der Jagd nach dem klingelnden Telefon in die Scherben einer Weihnachtskugel und muss verletzt ins Krankenhaus. Verrückter kann es am Fest der Besinnlichkeit eigentlich nicht mehr zugehen. Aber auf einmal kreuzen nochmal ein paar Menschen und Ereignisse Ninas Weg und sorgen vielleicht doch noch dafür, dass dieses Fest auf ganz besondere Weise noch zu etwas ganz Besonderem wird …

Fazit:
Dieses Cover wurde in seinem Layout den anderen Büchern von Tina Grube, die bei dotbooks als eBook erschienen sind, angepasst. Menschen sind in Form von Piktogrammen dargestellt und die dargestellten Cover-Szenen beziehen sich auf den Titel des Buches – eine sehr originelle und außergewöhnliche Idee.
Die Story ist aufgeteilt auf insgesamt 8 Kapitel und der Verlag gibt die Länge des Buches mit ca. 60 Seiten an. Die Leselänge der Kapitel ist okay, selten zu lang.
Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich absolut begeisterte Leserin der Bücher von Tina Grube seit ihrem 1. Buch 1995 bin (bis auf eines auch alle gelesen habe), die auch heute noch in der Original-Ausgabe in meinem Bücherregal stehen. Tina Grube gehört zu den Autorinnen, die mit unterhaltsamer deutscher ChickLit in den 90ern die deutsche Frauenliteratur ganz neu geprägt haben. 2005 erschien mit „Der Schokoholic“ der letzte Print-Roman der Autorin, um die es danach leider ziemlich still wurde. Ich habe immer wieder gegoogelt, ob es nicht doch etwas Neues zu Lesen von ihr gibt und siehe da – Dank dotbooks tauchte ihr Name 2014 wieder in der Literatur-Welt auf. Mir haben ihre Romane damals allesamt ausnahmslos gut gefallen. Nur auf sehr viel jüngere Menschen, die die 90er nicht so direkt erlebt haben, wirken sie aufgrund der Tatsache, dass solche Dinge wie E-Mails und Handys damals noch keine Rolle gespielt haben, vielleicht etwas merkwürdig 😉
Dieser Weihnachtsroman hat für eine Weihnachtsgeschichte zunächst mal einen recht ungewöhnlichen aber wirklich tollen Plot und bringt einen zum Schmunzeln. Die sehr authentische Protagonistin Nina liebt eigentlich Weihnachten, aber sie hat keinerlei Familie (mehr), aber dafür Weihnachtsdeko in Massen, um das Fest wenigstens optisch schön zu erleben. Die Nebencharaktere sind liebenswürdig und spielen hier auf jeden Fall noch eine wichtige Rolle. Grinsen musste ich allerdings über den Namen „Susi“ für ein Kindergartenkind in der heutigen Zeit – das passt irgendwie gar nicht mehr.
Tina Grube hat mit dieser wirklich schönen Geschichte bewiesen, dass sie das Schreiben nicht verlernt hat: Humorvoll und turbulent – wie auch früher schon – sind die Szenen so beschrieben, so dass gleich das Kopfkino läuft und man sich das alles super als Film vorstellen kann. Sie erweckt sie hier eine tolle Protagonistin und wunderbare Nebencharaktere zum Leben, mit denen man gerne noch mehr Zeit verbracht hätte und erfahren möchte, wie ihr Leben nach diesem Weihnachtsfest weitergeht.
Die Story ist rund und stimmig und hat mich auf jeden Fall nicht nur toll auf Weihnachten eingestimmt, sondern auch auf den neuen eBook-Roman „Männer, Mondschein und Amore“ von Tina Grube – freue mich schon sehr den und auch die folgenden Romane dieser tollen Autorin, die ich auf dem deutschen Buchmarkt so lange vermisst habe, zu lesen 🙂
Ich gebe für diese schöne Geschichte 5***** weihnachtliche Sterne und eine Leseempfehlung 🙂

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