Rezension: Alexandra Maxeiner – „Unentschieden“

imageFakten:
Taschenbuch, dtv, erschienen: 01.01.2014, 192 Seiten, 8,95€

Autorin:
Alexandra Maxeiner, wurde 1971 geboren und verbrachte ihre eigene Jugend in den 80er Jahren. Die 90er Jahre nutzte sie dann, um in Mainz und Paris Ethnologie, Theaterwissenschaft und Filmwissenschaft zu studieren. Sie war als Texterin in diversen Agenturen und als Redakteurin beim Hessischen Rundfunk tätig. Seit 2002 ist sie freiberufliche Autorin in der Frankfurter Ateliergemeinschaft „Labor“. Bisher wurde sie vor Allem durch die Veröffentlichung zahlreicher Kinderbücher bekannt. Zudem ist sie Drehbuchautorin und schreibt Theaterstücke. Ihr Sachbilderbuch „Alles Familie“ wurde 2011 mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. „Unentschieden“ ist ihr 1. Roman für Erwachsene. 

Handlung:
Iris – genannt Issy – hat sich ihrer kleinen Tochter Lara zur Liebe einer Bürgerinitiative zur Rettung von Fröschen in einem geplanten Bebauungsgebiet für ein Spaßbad angeschlossen. Als die Sprecherin der Initiative aus Krankheitsgründen ein Radio-Interview absagen muss und Iris für sie einspringt, steht sie auf einmal Ben Schäfer gegenüber und damit auch dem Ich aus ihrer Jugend. Die beiden haben sich seit dem Abi nicht mehr gesehen. Ben vertritt in dem Radio-Interview als PR-Fachmann die Seite des Bauherrn. Seit ihrer Kindheit findet sie Ben nervig – vielleicht auch, weil er ihr in kleinen Duellen seither irgendwie immer eine Nasenlänge voraus ist. In der Wartezeit bis zum Interview begibt sich Iris auf eine gedankliche Zeitreise in ihre Jugend in den 80er Jahren und stolpert dabei immer wieder über Ben. Ob er sich wohl geändert hat …?!

Fazit:
Was das Cover angeht, muss ich sagen, dass ich kein Fan der Farbe Gelb bin, die das Cover hier leider ganz eindeutig dominiert. Der Untergrund ist eine quietschgelbe, gewebte Polyester-Tischdecke (früher offenbar auch noch in anderen Haushalten als in dem meiner Jugend vertreten ;-)), auf der eine Musik-Kassette, ein roter Plastik-Ohrring (genau so einer, wie Nena ihn damals bei ihrem legendären allerersten TV-Auftritt im „Musikladen“ trug) und der obligatorische „Willst Du mit mir gehen“-Ankreuzzettel drapiert sind. Nicht schön, aber typisch für die 80er Jahre.
Das Buch hat bescheidene 191 Seiten, die angenehm zu lesen sind, da der Druck großzügig auf den Seiten verteilt ist. Die 6 Kapitel finde ich allerdings teilweise etwas zu lang.
Die Autorin ist genau mein Jahrgang und hat somit in diesem Buch sehr ähnliche Jugenderinnerungen, wie ich sie auch habe, in dem Buch verarbeitet.
Angefangen in einer Kindheit mit Playmobil (das mir meine geizige Mutter leider damals verwehrt hat 😦 ), auf dem Weg in die Welt der Pubertät begleitet von Nena – ich war selbst riesiger Nena-Fan damals und habe mich da direkt selbst gesehen und solche unvermeidlichen Dinge, wie der 1. Liebeskummer, Ausgehen, Feten, usw. – der Soundtrack dieser Zeit taucht dann leider nur in Schriftform auf, aber bringt ebenso viele Erinnerungen mit sich.
Das Buch ist nicht sehr tiefgängig und die beiden Protagonisten, Iris und Ben, bleiben – zumindest was das „Jetzt“ angeht – ein wenig gesichtslos. Der Großteil des Buches spielt in der Vergangenheit. Mich hat das Buch auf besondere Weise doch irgendwie berührt, denn wann hat schon mal die Gelegenheit zu einer realistischen Zeitreise in die eigene Jugend?
Insgesamt ein wirklich gelungener, wenn auch recht kurzer Roman, an dem Nostalgiker, die zwischen 1970 und 1975 geboren sind, bestimmt ihre größte Freude haben werden – wie auch ich selbst.
Und alle Jüngeren, die sich z. B. dafür interessieren, wie die Jugend ihrer Eltern ohne Internet, Smartphone und Daddeln aussah, können hier interessante Entdeckungen machen 😉
Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung mit 4 von 5 möglichen Sternen.

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