Rezension: Britta Sabbag & Maite Kelly – „Herzfischen“

imageFakten:
Taschenbuch, Bastei Lübbe, erschienen 08.10.2015, 285 Seiten, 12,99€ (auch als eBook erhältlich)

Autorinnen:
Britta Sabbag,
wurde am 30.10.1978 in Osnabrück geboren. Nach erfolgreichem Abschluss ihres Studiums in Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Uni Bonn, arbeitete sie als Personalerin für verschiedene Firmen. Nachdem sie in einer Wirtschaftskrise ihren Job verlor, widmete sie sich dem, was sie schon immer tun wollte: Dem Schreiben. Ihr Debüt-Roman „Pinguinwetter“, mit der liebenswürdig chaotischen Protagonistin Charlotte, war auf Anhieb ein Mega-Erfolg und wurde sogar als Theaterstück aufgeführt. Die Fortsetzung um Charlottes Geschichte ist im Folgeband „Pandablues“ nachzulesen, der ebenso erfolgreich war. Im April 2014 folgte der Bestseller mit „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“ – wieder ein humorvoller Frauen-Roman. Zudem veröffentlichte Britta Sabbag mit „Stolperherz“ und der Fortsetzung „Herzriss“ zwei Jugend-Romane. Die erste erfolgreiche Zusammenarbeit mit Maite Kelly in Buchform gibt es seit Februar 2015 mit dem Kinderbuch „Die kleine Hummel Bommel: Du bist Du“. Britta Sabbag lebt in Bonn.
Maite Kelly, geboren am 04.12.1979 in Berlin, als zweitjüngstes von zwölf Kindern der berühmten Kelly-Family. Nach dem Ende gemeinschaftlichen Gesangskarriere der Geschwister absolvierte sie in den USA ihren Highschool-Abschluss. Sie ist unendlich vielseitig und nahm neben Solo-CDs auch den Soundtrack zu einem Disney-Film auf, spielte gemeinsam mit Uwe Ochsenknecht im Musical „Hairspray“, arbeitete als Moderatorin und war häufiger Gast in Shows (Talkshows, Quiz-Shows und Teilnehmerin sowie auch Jury bei „Let’s Dance“). Zudem engagiert sie sich sozial mit einem eigenen Hilfsprojekt in Togo und bei der Deutschen Krebshilfe. Nach dem Kinderbuch über die kleine Hummel Bommel, ist „Herzfischen“ das zweite gemeinsame Buch-Projekt mit Britta Sabbag und auch das nächste „Hummel Bommel“-Buch befindet sich bereits in Arbeit. Gemeinsam mit ihrem Mann Florent Raimond, mit dem sie seit 2005 verheiratet ist, und den drei gemeinsamen Töchtern lebt sie in Köln.

Handlung:
Josy Bach war in ihrer Kindheit und Jugend einmal Star der Vorabend-TV-Serie „Jojo“. Obwohl ihr TV-Gesicht längst gegen das einer neuen Generation ersetzt wurde, wird Josy in der Öffentlichkeit von ihren Fans immer noch auf ihre Rolle der Jojo reduziert. Nur mit ihren Flirt-Bekanntschaften im Internet kann sie unerkannt chatten und in andere Rollen schlüpfen, die sie gern ausnutzt und sich unter falschem Namen von den großzügigen Herren, teure Designer-Schuhe, -Kleider und -Taschen schenken lässt. Als das Café ihres Patenonkels Hugo, in dem Josy jobbt, kurz vor dem Aus steht, geht sie einen Schritt weiter und fordert auch Geld von ihren Chat-Flirts, von denen einer allerdings nach ihr forschen lässt. Bei aller Sorge um den Verlust des Cafés muss sich Josy dann auch noch mit dem unsympathischen Simon, einen arroganten Weiberheld, rumärgern, der seine Internet-Security-Agentur gleich in der Nachbarschaft hat. Aber ist jemand, der seine Hilfe bei der Rettung des Cafés anbietet wirklich so unsympathisch – und warum taucht er eigentlich immer überall auf, wo auch Josy ist …?!

Fazit:
Auch bei diesem Roman wurde auf dem Cover wieder die tierische Kult-„Corporate Identity“, wie bei allen Romanen von Britta Sabbag beibehalten. Dieses Mal ziert ein putziger Otter mit einer Angel mit einem Herzen dran das Cover – der Hintergrund ist rot. Auch das aus den anderen Büchern bereits bekannte,  zauberhafte Daumenkino – hier mit dem tauchenden Otter – ist im Inneren des Buches wieder vertreten. Ein wenig irritiert hat mich allerdings dieses Mal das Material des Umschlags, der komplett aus Kunststoff besteht und damit gleich mal den Taschenbuch-Preis von 8,99 auf 12,99 € hochschnellen lässt. Schon beim Auspacken des Buches ist mir aufgefallen, dass dieses Material nicht so 100%ig farbecht ist, weil bei meinem Exemplar am Buchrücken etwas von der roten Farbe abgeblättert ist. Mich würde nun echt mal interessieren, warum sich der Verlag gerade für dieses Material entschieden hat?! Soll damit die Assoziation zu Otter = Wasser = nass = Umschlag spritzgeschützt hergestellt werden?! Na ja, wenigstens gibt es keine Leserillen und das Buch kann nicht schiefgelesen werden …
Das Buch hat 27 Kapitel in angenehmer Leselänge (+ Prolog + Epilog + Danksagungen) auf 285 im üblichen Schriftbild bedruckten Seiten.
Seit der 1. Vorankündigung Ende 2014 stand dieses Buch schon auf meiner Wunschliste und ich konnte den Erscheinungstermin kaum abwarten und hab dieses Buch gleich mal vorgezogen beim Lesen.
Die Geschichte ist abwechselnd aus der Perspektive von Josy und von Simon erzählt im Ich-Erzähler-Modus – der Wechsel der Perspektiven verwirrt jedoch nicht – man kommt problemlos in die locker zu lesende Story rein.
Der Plot ist ein wenig ungewöhnlich, gefällt mir aber sehr gut. Ich muss zugeben, dass ich mir vorher noch nie Gedanken gemacht habe, dass Love Scamming andererseits auch durch Frauen genutzt wird. Bisher kann man ja nur die Stories von Frauen, die finanziell ausgenommen wurden, weil ihre vermeintlich gut situierte Internet-Liebe aus den USA mit den heißen Versprechungen, sie bald zu besuchen, wenn sie für die Finanzierung des Besuches ein paar tausend Euro locker macht und diese anonym per MoneyGram oder Western Union losschickt, in Wirklichkeit eine organisierte Bande in Nigeria ist. In dieser Geschichte wurde der Spieß quasi umgedreht.
Sehr gefallen hat mir die Geschichte auch, weil sie in meiner Ex-Heimat, dem Kölner Rheinauhafen, gespielt hat, wo ich 5 J. lang gewohnt habe und somit hatte ich die Handlungsorte deutlich vor Augen.
Britta Sabbag und Maite Kelly ist mit ihrem Gemeinschaftsprojekt wirklich ein tolles Buch gelungen – ein echt unterhaltsamer Wohlfühlroman für uns Mädels.
Maite Kelly konnte hier sicherlich eigene Erfahrungen in Bezug auf das Dasein eines Ex-Kinderstars beisteuern.
Die beiden Protagonisten Josy und auch Simon waren mir allerdings nicht unbedingt so richtig sympathisch, muss ich leider zugeben, was aber in der Geschichte durch liebenswürdige Nebencharaktere wie Josys Onkel Hugo und Simons Freund Walli humorvoll ausgeglichen wird.
Ich hatte – wie bisher bei allen Romanen, bei denen Britta Sabbag Autorin bzw. wie hier Mit-Autorin ist – sehr unterhaltsame Lesestunden, die manchmal auch wenig nachdenklich waren und unterstrichen waren von ein wenig Poesie in den Chat-Dialogen zwischen Josy und Simon.
Von mir gibt es hierfür 5***** – wieder ein Highlight für ChickLit-Leserinnen 🙂

 

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