Rezension: Silvia Konnerth – „Mit Schirm, Charme und Kaktus“

imageFakten:
Taschenbuch, CreateSpace Independent Publishing Platform, erschienen: 31.08.2015, 281 Seiten, 9,99€ (auch als E-Book erhältlich, Preisgestaltung des E-Books variiert)

Autorin:
Die deutsche Selfpublisherin Silvia Konnerth, Jahrgang 1980, wurde in Frechen in der Nähe von Köln geboren und wuchs in Bedburg/Erft auf. Schon als Kind und Jugendliche entdeckte sie das Schreiben als ihre große Leidenschaft: Sie pflegte Brieffreundschaften auf der ganzen Welt und war Mitglied der Redaktion einer Schülerzeitung. Das Schreiben zum Beruf machte sie jedoch zunächst nicht, sondern absolvierte eine Ausbildung zur Speditionskauffrau. Der Liebe wegen verschlug es sie nach Norddeutschland, wo sie heute auch noch mit Mann und Tochter lebt. Nach der Elternzeit konzentrierte sie sich wieder auf das Schreiben und erlernte dieses Handwerk nun per Fernstudium. Mit „Knutschflecke gibt’s später“ veröffentlichte sie im Sommer 2014 im Selbstverlag ihren Debütroman.

Handlung:
Nachdem ihre Freundin Anna mittlerweile mit ihrem Verlobten Felix in München lebt und eine kleine Tochter hat, ist auch Kerstin Rother nun glücklich mit Enrico, einem italienischen Kellner. Doch der hat leider seine familiären Verpflichtungen und bricht zu einem längeren Aufenthalt nach Italien auf, um seinen Eltern bei der Rettung des familieneigenen Weingutes zur Seite zu stehen. Kerstin fühlt sich einsam und hat Sehnsucht und macht sich zu einem Überraschungsbesuch zu Enrico und seiner Familie nach Amilia auf und macht schon auf der Reise dorthin eine sehr interessante, folgenreiche Bekanntschaft. In Amilia sind nicht alle erfreut über Kerstins plötzliches Auftauchen – vor Allem Enricos Mutter, die ihren Sohn ganz für sich vereinnahmt, bringt Kerstin pure Abneigung entgegen. Während Kerstin ihr eigenes Familiengeheimnis immer gut behütet und nie wirklich aufgearbeitet hat, stößt sie in Italien auf ganz andere familiäre Abgründe …

Fazit:
Die Cover-Gestaltung ist irgendwo zwischen niedlich und ansprechend anzusiedeln und gibt eigentlich alle wichtigen Eckpfeiler des Titels auf besonders hübsche Weise wieder.
Die 281 Seiten sind in 14 Kapitel gegliedert + Prolog + Epilog sowie einem persönlichen Dank . Die Kapitel selbst haben eine sehr angenehme Leselänge und wie ihrem Debüt-Roman hat Silvia Konnerth hier erneut aufgegriffen, jedes neue Kapitel mit dem Spruch einer berühmten Persönlichkeit einzuleiten, was mir damals auch schon sehr gut gefallen hat.
Ich muss zugeben, dass ich den Debüt-Roman von Silvia Konnerth, „Knutschflecke gibt’s später“ seinerzeit sehr kritisiert habe, weil ich ihn damals als seitenlanges Beziehungsgeplänkel empfunden habe, der wenig Abwechslung bot und auf jedes Klischee aufgesprungen ist. Dennoch fragte mich die Autorin daraufhin, was mich sehr überrascht und auch sehr geehrt hat, ob ich Testleserin für ihren neuen Roman – eben dieses Buch hier – sein möchte und ich habe sehr erfreut zugesagt. Und ich muss zugeben, dass ich dieses Mal wirklich sehr angenehm überrascht wurde.
Schon der Klappentext und auch der Prolog ließen vermuten, dass hier um eine tiefergründige Geschichte geht. Die Charaktere dieses Buches sind facettenreich erarbeitet und spannende Persönlichkeiten. Anstatt nur eines Handlungsstrangs, wie in ihrem 1. Roman damals, hat die Autorin verschiedene Handlungsstränge ausgearbeitet, die sich zu dieser wirklich interessanten, humorvollen und dennoch emotionalen Geschichte bestens zu einem Ganzen zusammenfügen. Den Schreibstil der Autorin und ihre pfiffigen Dialoge mochte ich ja im Debüt-Roman schon sehr. Sehr aufgelockert wurde die Geschichte noch durch den bezaubernden Esel Alberto.
Mit ihrem 2. Roman hat Silvia Konnerth bewiesen, dass sie sehr gut mit Kritik umgehen und diese auch umsetzen kann. Sie hat sich als Autorin enorm weiterentwickelt und dieses Buch strahlt viel mehr – auch emotionale – Reife aus, als der 1. Roman von ihr, so dass ich sehr neugierig bin auf weitere Werke von ihr! Natürlich kamen auch bei mir persönliche Emotionen hoch, denn wie Kerstin ihre Oma Margi hatte, die sie immer wieder mit der italienischen Nonna verglichen hat, hatte ich meine Ersatz-Oma (Tante Billa), an die ich sehr häufig beim Lesen denken musste und die leider schon Anfang 90er Jahre verstorben ist – Gerüche, Ereignisse, Erzählungen waren auch einmal wieder sehr präsent und sie hat sich vor ein paar Tagen noch in einen Traum von mir geschlichen.
Dieser Roman ist für Herz und Seele und zeigt, wie wichtig es ist, eine eigene unglückliche Familiengeschichte hinter sich zu lassen, um selbst doch glücklich zu werden und Glück auch zuzulassen!
Von mir gibt es dieses Mal eine 5***** Sterne-Leseempfehlung für ein wirklich tolles Buch ❤

Ein ganz großes Dankeschön an Silvia Konnerth, die mir trotz meiner Kritik ihres Debüt-Romanes so viel Vertrauen entgegengebracht und mich zur Testleserin ihres neuen Buches gemacht hat – die Zusammenarbeit hat viel Freude gemacht! Ich wünsche Ihr ganz viel Erfolg für ihre kommenden Veröffentlichungen 🙂

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