Veras Weekly – eine unspektakuläre 35. KW endet ;-)

📝«Geplant»
… eigentlich gar nichts, außer meine Leseplanung verändert und ein anderes Buch vorgezogen (siehe nä. Punkt)

📚«Gelesen»
„Vergoogelt“ von Julia K. Stein – nach „Liebe kann man nicht googeln“ musste ich einfach direkt die Fortsetzung lesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weiter geht im Leben der Protagonistin Lena 🙂

😊 «Gefreut»
… immer wieder darüber, dass unsere Mary-Katze mit ihren fast 16 J. noch so fit ist und so selbstbewusst geworden ist. Es hat ihr so gut getan, dass Joelle damals zu uns gekommen ist.

😳 «Überrascht»
… von so viel netter Anteilnahme und Personen, die mir Mut machen, manchen beruflichen Traum vom Schreiben doch noch mal in Angriff zu nehmen.

🍴«Gegessen»
… am Mittwoch bei unserem Lieblings-Inder „Masala“ in Charlottenburg leckeres Butter Chicken.
… am Samstag: gebratenes Lachsfilet mit Schmorgurken in einer Schmand-Tomaten-Speck-Sauce und Salzkartoffeln – allerköstlichst 🙂

😡 «Geärgert»
… über den nächtlichen Party-Lärm aus dem benachbarten Park, und dass die Leute, auch während der Woche, nachts um 4 Uhr fast täglich laut grölend und kreischend durch die Straßen in unserer Wohngegend laufen.
… darüber, dass ich mich immer noch meinen ebay-Verkäufen gewidmet habe, obwohl ein bisschen Geld nicht schlecht wäre.
… darüber, dass mich die Mücken lieber mögen als den Mann und ich diese Woche – auch nachts – eine erhöhte Mückenstich-Bilanz aufweisen konnte *grrr*.
… darüber, dass ich keinerlei Kinderfotos von mir habe und die wahrscheinlich von Seiten der biologischen Familie längst vernichtet wurden. Genauso gerne hätte ich diese uralten schwarz-weiß Aufnahmen von Papas Eltern aus den alten Foto-Alben gehabt.

👂«Gehört»
… von der Aktion „Blogger für Flüchtlinge“, über die ich mich jetzt mit meinem Blog auch ein wenig engagieren möchte und ich hoffe, dass ich an meiner Hochschule hinsichtlich Flüchtlingshilfe auch noch was auf den Weg bringen kann …

💻 «Gemailt»
… u. a. mit Silvia, Conny, Isabelle, Daniela S., Vera G., Marion, Sue, Manuela P., Claudia K. und noch einigen anderen via Facebook-Kommentare – ich mag diesen Austausch ja sehr gerne 🙂

👀«Gesehen»
… „unsere“ Baustelle – allerdings nicht von innen.

💖 «Geknuddelt»
… Katzen und Mann 😉

🏆 «Stolz»
… darauf, dass ich der eher schlimmen Ereignisse der letzten Jahre mittlerweile einen Punkt erreicht habe, wo ich glücklich und zufrieden bin mit meinem Leben und mir wünsche, dass es schon immer so gewesen wäre. Wäre nur schön, wenn sich der berufliche Traum nochmal irgendwie verwirklichen lassen würde.

💳«Gekauft»
Monatseinkauf bei dm – und (un-)sinnigerweise mal wieder ein Frucht-Duschgel gekauft, obwohl ich wahrscheinlich bis nächstes Jahr mit Duschgels versorgt bin 😉 …

Advertisements

Rezension: Julia K. Stein – „Liebe kann man nicht googeln“

image

Fakten:
Taschenbuch, Gmeiner-Verlag, erschienen: 05.02.2014, 440 Seiten, 9,99€ – auch als eBook erhältlich

Autorin:
Julia K. Stein wurde im nordrhein-westfälischen Dinslaken im Ruhrgebiet geboren. Gleich mit 18 zog es sie nach dem Abitur in die USA, wo sie in Berkeley/Kalifornien und an der Wesleyan University ihren Bachelor in Englischer Literatur machte. Sie legte dann noch einen Magister in Philosophie in Bonn nach und promovierte. Schon während des Studiums gründete sie einen kleinen Sachbuchverlag und verlegte Ratgeber – schrieb auch später selbst Ratgeber und Sachbücher –  und gab mein Magazin für USA-Interessierte heraus. Es folgte ein Umzug nach Berlin, wo sie als Werbetexterin und Online-Redakteurin tätig war. Dann veröffentlichte und übersetzte sie Ratgeber, Sachbücher und Gedichte und lebte nochmal zwei weitere Jahre in den USA – dieses Mal an der Ostküste. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland unterrichtete sie u. a. an der Uni Bonn und der VHS München die Kurse „Kreatives Schreiben“ und „Gedichte schreiben“. Im November 2013 veröffentlichte sie als Selfpublisherin über Amazon CreateSpace ihren Jugendroman „Ich und andere uncoole Dinge in New York“. Im Februar 2014 erschien dann mit „Liebe kann man nicht googeln“ bei Gmeiner ihr erster ChickLit-Roman, zu dem sie sowohl eigene Erfahrungen als auch Gespräche mit ihren internetaffinen Freundinnen inspirierten. Die Fortsetzung heißt „Vergoogelt“ und ist jetzt gerade im August 2015 ebenfalls bei Gmeiner erschienen. Julia K. Stein ist lebt mit ihrer Familie in München.

Handlung:
Lena Heister, 33 J. alt, Journalistin beim Münchener Frauenmagazin „Grace“, ist nach einer 11jährigen Beziehung wieder Single. Da sie sich eh schon den ganzen Tag im Internet aufhält, dort leidenschaftlich gerne shoppt und sich auf Facebook rumtreibt, kommt ihr die Idee, einen Blog zu betreiben, auf dem sie von ihren Erlebnissen als Neu-Single berichtet. Sie hat sich vorgenommen, mal wieder so richtig auf den Putz zu hauen und da kommt ihr der Junggesellinnen-Abschied ihrer Freundin Caro auf Sylt mehr als gelegen. Blöd nur, dass sie ausgerechnet auf Sylt ihrem neuen Traummann, Björn aus Hamburg, begegnet, der sie dort gleich mal in der ein oder anderen peinlichen Situation erlebt. Leider versäumt sie es, mit ihm die Kontaktdaten auszutauschen – das einzige, das sie von ihm weiß, ist dass er in Kürze einen Job in München antritt und eigentlich vergeben ist. Auch ihre groß angelegte Suche im Internet bleibt erfolglos, bis sie Björn in München plötzlich zufällig in einem Restaurant wiederbegegnet – leider tatsächlich in Begleitung. Ab sofort setzt Lena alles daran, ihren Traummann zu erobern, pimpt ihr Profil Björn-gerecht auf mit Interessen wie Bergwandern und Segeln und stellt sich als ernstzunehmende, karriereorientierte Journalistin dar – obwohl sie viel lieber shoppt, Muffins futtert und sie längst nur noch „freie Mitarbeiterin“ bei „Grace“ ist, die sich langsam zum Schmierblatt entwickelt. Aber sie lässt auf so ziemlich allen Ebenen im Leben kein Fettnäpfchen aus, um endlich Björns Freundin zu werden …

Fazit:
Ein passenderes Cover für einen Blogger-Roman hätte man kaum entwerfen können: Das Cover sieht aus wie ein Tablet und enthält im Bild Herzchen in verschiedenen Pink-Tönen, die die Verbindung zum ChickLit-Roman herstellen.
Der Roman hat 440 Seiten, die zwar nicht in Kapitel unterteilt sind, dafür aber in Lenas mal kürzere und mal recht lange Blog-Beiträge. Das Schriftbild finde ich persönlich ein wenig klein geraten.
Der Schreibstil der Autorin ist offen, ehrlich, witzig – ganz einfach Dialoge mitten aus dem Leben, wie sie wohl jeder schon mal irgendwann mit Freundinnen oder Eltern geführt hat – nur vielleicht eben nicht mit diesem speziellen Humor, weil es an manchen Stellen, wie es sich für einen echten ChickLit-Roman gehört, eben doch ein wenig überzogen dargestellt ist. Aber genau das mag ich an diesem Buch.
Natürlich hatte ich mich vor dem Lesen schon mit den Kritiken dieses Romans auf Amazon beschäftigt, die wahnsinnig unterschiedlich ausgefallen sind und hatte dann bei Lesebeginn schon ein wenig Bedenken, ob der Roman wirklich das Richtige für mich ist. Aber das ist schon gleich nach den ersten Zeilen wieder verflogen, weil das Buch schon so herrlich turbulent beginnt.
Schon nach wenigen Seiten finde ich mich erstmal in meinem ehem. Kölner Veedel, der Südstadt, in der Wohnung von Lenas Vater am Ubierring wieder (nur ein paar Meter Luftlinie von meinem Ex-Zuhause am Rhein entfernt), worüber ich gleich mal schmunzeln musste – aber nicht nur darüber 😉
Lena spiegelt für mich sehr gut das Bild vieler Thirty-Somethings wider: Trennung nach (langjähriger) Beziehung hinter sich, den Platz im Leben so ein bisschen verloren und nochmal dort loslegen, wo man mit 20 aufgehört hat (Discos, Partys, Kerle) – und dabei (vielleicht auch unbewusst) in Kauf nehmen, manchmal ein wenig peinlich rüberzukommen. Lena und ihre Freundinnen erfüllen so manche Klischees und sind manchmal auch ein wenig oberflächlich. Sie selbst ist manchmal ein wenig anstrengend, aber wer z. B. Roman-Heldinnen wie Becky Bloomwood, Bridget Jones oder Polly McLaren mochte, wird auch Lenas chaotisches, romantisches und manchmal unbedacht komisches Wesen einfach mögen.
„ChickLit as ChickLit can“ – fällt mir zu diesem Roman ein.
Das Buch bietet alle Facetten eines modernen ChickLit-Romans mit einer liebenswürdig-chaotischen und manchmal auch nervigen Protagonistin, mit etwas merkwürdigen, schrulligen Eltern, die den Traumprinzen quasi schon an der Angel hat und so manch bösen Nebencharakteren – das alles verpackt mit viel Humor in teilweise aberwitzige Situationen, die einen immer wieder aufs Neue zum Lachen bringen.
Ich hab in jeder freien Minute in diesem Buch geschmökert, mit Lena gelebt und gelitten und hätte sie auch manchmal gern vor dem ein oder anderen Fettnapf bewahrt, was mich aber sicherlich auch um viele unterhaltsame Szenen gebracht hätte …
Dieses Buch kann man sich auch bestens als Film vorstellen!
Für mich war es allerbeste Unterhaltung, geschrieben von einer deutschen Autorin, von der hoffentlich noch mehr Lektüre dieser Art erscheinen wird.
Weil mich zu jedem Zeitpunkt interessiert hat, wie es mit Lenas Leben so weitergeht, beginne ich jetzt – entgegen meiner eigentlichen Leseplanung – gleich nach diesem Buch mit der Fortsetzung „Vergoogelt“ und freue mich schon total darauf!
Erfrischend anders, abwechslungs- und temporeich und wirklich lustig, so muss ein humorvoller Frauenroman sein.
Dafür gibt es eine 5*****-Leseempfehlung von mir 🙂

Herzlichen Dank an den Gmeiner-Verlag für die Überlassung dieses Rezensionsexemplars 🙂

Veras Weekly – Rückblick auf eine ziemlich relaxte 34. KW

📝«Geplant»
… vor dem nächsten Friseur-Besuch doch noch ein wenig die Stufen rauswachsen zu lassen …
… jetzt immer mal wieder zwischen Tages-Kontaktlinsen und Brille zu wechseln – der Test mit den Tageslinsen ist gelungen 🙂

📚«Gelesen»
„Liebe kann man nicht googeln“ von Julia K. Stein – ein witziger, deutscher ChickLit-Roman, bin jetzt im letzten Drittel 🙂

😊 «Gefreut»
… über den freien Tag am Freitag und den schönen Ausflug in den Spreewald und nach Cottbus, auch wenn ich mich an solchen Tagen erstmal mit dem Aufstehen ein wenig schwer tue – der Tag war echt schön und hat uns sehr gut getan!
… außerdem Anfang der Woche ganz doll über das Lob einer Autorin zu meiner Rezension 🙂
… und natürlich darüber, dass das Paket mit meiner neuen Liebeskind-Tasche angekommen ist, die jetzt noch imprägniert werden muss 🙂

😳 «Überrascht»
… hatte ein super nettes Gespräch mit einer meiner Professorinnen und daraus ist eine Projekt-Idee zum Thema „Flüchtlingshilfe“ entstanden. Das muss ich jetzt mal richtig ausarbeiten und Kontakt zu den entsprechenden Personen aufnehmen und mal schauen, was daraus wird.

🍴«Gegessen»
… im Spreewald sehr leckere Schmorgurken – hab mir auf der Seite von „lecker“ jetzt auch gleich mal Schmorgurken-Rezepte angeschaut, die ich mal ausprobieren möchte – sehr vielfältig.
Gestern haben wir auf dem Balkon gegrillt und dafür wieder tolle Spezialitäten bei der Fleischerei Bünger in Halensee gekauft *yummie“

😡 «Geärgert»
… über Joellechens nächtliche Katzen-Aktivitäten (schreiend vor der Schlafzimmertüre stehen, versuchen auf die Türklinke zu springen und den Gummi im Türrahmen immer mehr zerfetzen – das mit dem Türgummi müssen wir unserem Vermieter beim Auszug dann mal erklären – wir haben ja gesagt, dass Katzen nichts kaputt machen 😉 …); lassen wir Joelle dann ins Schlafzimmer, so geht der Plüschpfoten-Terror dort in die nächste Runde *grrr*
… darüber, dass es mir peinlich war zuzugeben, dass ich gern ins Comeback-Konzert auf der Waldbühne von Al Bano & Romina Power gegangen wäre. Ich hätte nämlich doch noch jemanden gefunden, der freiwillig mitgegangen wäre *schnief* 😦
… und darüber, dass ich noch immer nicht aktiv geworden hinsichtlich Verkäufen bei ebay (selten getragene Klamotten von Adidas, Esprit, S.Oliver, Mexx etc. in Gr. 40/42; neue ungetragene Schuhe in Gr. 38; Bücher; Kochbücher etc.) – wird jetzt echt mal Zeit.

👂«Gehört»
… News über eine Person, zu der ich letztes Jahr aus Selbstschutz den Kontakt abgebrochen habe, weil ich mich von den negativen Gedanken dieser Person nicht wieder nach unten ziehen lassen wollte und mich emotional aussaugen zu lassen – es gibt Leute, die kreisen wirklich nur um sich selbst und die haben nichts Anderes im Sinn, als alles schlecht zu machen. Die Entwicklung der Dinge hat mir nochmal bewiesen, wie richtig meine Entscheidung war.

💻 «Gemailt»
… mit echt vielen Personen (Hermien, Kerstin H., Kerstin S., Marion, Astrid, Ute, Monika Sch., Isabelle, Sue, Conny, Gabriele) in der letzten Woche – und jede einzelne Mail hat das Leben bereichert, weil alle Menschen so unterschiedlich toll sind 🙂

👀«Gesehen»
… am Freitag auf einem wunderbaren Ausflug den Spreewald. Vom Ort Burg aus haben wir eine kleine Kahnfahrt gemacht – richtig relaxed und beschaulich. Vor Jahren waren wir schon mal in Lübben und Lübbenau, aber dort werden busweise Touristen-Massen hingekarrt und die Kahnfahrten finden wie am Fließband statt. Außerdem waren wir am Freitag noch in Cottbus in der wirklich sehr schönen Altstadt – hat uns echt gut gefallen und dort waren wir sicher nicht zum letzten Mal. Zudem liebe ich es ja sowieso durch die kleinen Käffer in der brandenburgischen Provinz zu cruisen 😉

💖 «Geknuddelt»
… gerade eben noch ganz doll mit Marylinchen – das ist Wellness für die Seele, wenn sie schnurrt, laut miauend noch mehr Knuddeleinheiten einfordert und meinen Arm dabei mit der Pfote festhält und einem vor Wohlbefinden den Arm vollsabbert – a Cat’s life ❤

🏆 «Stolz»
…. darauf, weiterhin so fleißig zu lesen und meinen SuB ein wenig zu reduzieren – das Buch, das ich gerade lese, hat allerdings über 400 Seiten, deshalb habe ich es noch nicht ausgelesen diese Woche.

💳«Gekauft»
Diese Woche tatsächlich mal etwas mehr: zwei niedliche kleine Sammelfiguren von Romero Britto (Panda und Katze); ein paar echt tolle Shirts im KiK-Online-Shop; Haarpflegeprodukte im Douglas-Online-Shop; Konzertkarten für die kältere Jahreszeit und ich habe mehrere Buch-Neuerscheinungen (Termin zwischen Oktober und Januar) vorbestellt.

Rezension: Hermien Stellmacher – „Cottage mit Kater“

image

Fakten:
Taschenbuch, insel-Taschenbuch (it), erschienen: 06.07.2015, 256 Seiten, 8,99€ – auch als eBook erhältlich

Autorin:
Hermien Stellmacher wurde am 07.05.1959 in der niederländischen Universitätsstadt Leiden geboren und wuchs zunächst in Amsterdam auf. Im Alter von 15 Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Deutschland ins fränkische Dorf Naila. Später studierte sie an der Hochschule für Grafik-Design in Würzburg und arbeitete danach in der Werbebranche sowie als Designerin beim Spielzeughersteller Sigikid. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Joachim Schultz gründete sie Ende der 1980er Jahre einen kleinen Verlag. Seit 1998 ist sie mit großem Erfolg als Kinder- und Jugendbuch-Illustratorin und -Autorin tätig; in der Tätigkeit ist besonders die erfolgreiche Kinderbuchreihe „Moritz Moppelpo“ zu erwähnen. Außerdem übte sie eine Lehrtätigkeit an einer Fachoberschule für Gestaltung aus. Unter dem Pseudonym Fanny Wagner schreibt sie seit 2012 lustige Frauen-Romane mit fränkischem Charme – 2012: „George Clooney, Tante Renate und ich“; 2013 – gemeinsam mit Co-Autorin Carolin Birk (alias Katharina Wieker): „Garantiert wechselhaft“ und 2014 die Fortsetzung davon „Überwiegend fabelhaft“. Hermien Stellmacher und lebt mit ihrem Mann und zwei Katern in der Fränkischen Schweiz.

Handlung:
Nora Beck, Ende 40, Krimiautorin aus Berlin, hat an einigen Schicksalsschlägen der letzten Jahre immer noch zu knabbern – u. a. der Demenz-Erkrankung ihrer Mutter und deren Tod und dann der Tatsache, von ihrem Partner in dieser schwierigen Lebenssituation verlassen worden zu sein. Dies waren auch die Gründe, warum sie bei ihrem Verlag den Abgabetermin für aktuelles Krimi-Manuskript immer weiter nach hinten verschoben hat. Da kommt das Angebot ihres Freundes Paul, der für eine Weile nach Kanada zu seinem neuem Lover zieht, gerade recht: Er bietet ihr an, sein Cottage in Cornwall zu hüten und sich dort zu erholen und in Ruhe die Arbeit an ihrem Kriminalroman zu beenden. Nora muss nicht lange überlegen, nimmt das Angebot freudig an und setzt ihre Vorsätze gleich in die Tat um. Auf einem Wanderausflug rettet sie einen kleinen Kater von einer Klippe, der fortan nicht mehr von ihrer Seite weicht – und das, obwohl Nora alles andere als eine Katzenliebhaberin ist. Doch schon bald kann sich Nora ein Leben ohne den kleinen Vierbeiner nicht mehr vorstellen. Der kleine Mann, den sie Smuggler nennt, stellt ihr ganzes Leben auf den Kopf, obwohl sie das eigentlich keinem Mann mehr zugestehen wollte. Und dann ist ja da auch noch Phil, der nette und hilfsbereite Nachbar von Paul, ein Kameramann aus Bochum – von Paul als ein wenig rau und merkwürdig angekündigt, der immer mehr Raum in Noras Gedanken einnimmt. Aber der ist doch ein Ex-Freund von Paul, oder hatte Nora da etwas falsch verstanden …?!

Fazit:
Das Cover zeigt ein sehr einladendes Cottage mit Reetdach unter blauem Himmel, vor türkisblauem Meer und grünen Hügeln – genauso wie man sich das Cottage im Buch vorstellt. Der Kater ist nur als Schattengraphik im Titel vertreten. Insgesamt ein sehr harmonisches, stimmiges Cover, das auf einen Urlaubsroman hindeutet.

Der Roman hat 256 Seiten (inkl. Danksagung) mit 24 Kapiteln von bester Leselänge und angenehm lesbarem Schriftbild. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Lediglich die Zeitsprünge in die Vergangenheit sowie die Wechsel von der realen Erzählung in Noras Krimi haben mich manchmal ein wenig verwirrt und hätten ein wenig deutlicher gekennzeichnet sein können
Zu allererst ist mir beim Lesen die außergewöhnliche Begabung für die sehr plastische Beschreibung von Räumen und Orten durch die Autorin aufgefallen: Ohne jemals zuvor in Cornwall gewesen zu sein, konnte ich mir anhand der sehr detaillierten Beschreibungen genau vorstellen, wie es dort aussieht – und als ich mal eine Internet-Seite des Handlungsortes Cadgwith besucht habe, war ich verblüfft wie dicht der Ort in Wirklichkeit an meine Vorstellungen gelangt. Ebenso habe ich mich gefühlt, als beschrieben wird, wie Nora zum ersten Mal das Cottage von Paul betritt – das war irgendwie so, als würde man gemeinsam mit Nora (oder der Autorin) eine Führung durch das Cottage machen und alles mit eigenen Augen sehen: Die Einrichtung ist so exakt beschrieben, dass ich mich wahrscheinlich anhand dieser Beschreibungen selbst dort zurechtfinden könnte 😉
Hermien Stellmacher hat diesen Frauen-Roman erstmals nicht unter ihrem Pseudonym Fanny Wagner, sondern unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht, was auch richtig ist so: Der Name Fanny Wagner steht eher für die humorvollen, fränkischen Frauen-Romane, während dieser Roman sich auch mit sehr ernsten Themen befasst: Die Ü40-Generation, in der sich die „Kinder“ mit Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit der Eltern und dem damit verbundenen Rollenwechsel innerhalb der Familie auseinandersetzen müssen, Verlustängste, Panik-Attacken, Existenzsorgen, Albträume. Ich kann mich sehr gut mit Nora identifizieren, weil ich einige Dinge selbst erlebt habe: Der Ablauf einer Demenz-Erkrankung ist mir bestens geläufig: Auch mein Vater ist damals an Demenz erkrankt und 2009 an den Folgen der Erkrankung verstorben, nachdem er erst immer nur zeitweilig und dann irgendwann vollkommen in seiner eigenen, längst vergangenen Welt verschwunden ist und uns irgendwann nicht mehr erkannt hat. Die Diskussionen, ob längst verstorbene Angehörige wie Mutter oder Bruder den Demenzkranken besuchen oder er in die Schule muss, kenne ich ebenfalls – die Beratungsstelle für Angehörige von Demenzkranken hatte dazu die Patentlösung: „Bloß nicht versuchen vom Gegenteil zu überzeugen. Faustregel: Der Demenzkranke hat immer recht!“
Auch die Themen Panik-Attacken und Albträume sind mir vertraut, denn interessanterweise plagt mich seit vielen Jahren ein ähnlicher Prüfungsalbtraum wie Nora, den ich immer wieder in verschiedenen Varianten träume: Ich habe eine wichtige Prüfung und habe aufgrund meiner Zahlenphobie und Dyskalkulie als Thema ein mathematisches und einen totalen Black Out und fange erst in den letzten 5 Min. an, panisch noch ein paar Aufgaben zu lösen; Variante davon: ich habe meinen Taschenrechner vergessen oder meiner funktioniert nicht mehr. Oder: Ich habe die letzte Unterrichtsstunde vor der Prüfung verpasst und erreiche niemanden, der mir sagen kann, was ich für die Prüfung noch lernen muss. Oder: Die Prüfungseinladung erreicht mich erst am Prüfungstag und ich schaffe es nicht rechtzeitig zur Prüfung und werde nicht mehr zugelassen. Oder: Ich habe meinen Prüfungstermin und finde keinen Parkplatz und muss weit außerhalb parken. Und das waren noch längst nicht alle Varianten dieses Traums – eine Fachfrau hat mir verraten, dass das ein Hinweis auf Angst vor Kontrollverlust sei.
Hermien Stellmacher beweist in diesem Roman, dass sie über sehr langjährige und vielfältige Erfahrungen verfügt: Zum Einen natürlich als Autorin, denn dieser Roman gibt auch interessante Einblicke in das Leben eines Autors und räumt ein wenig mit der Romantik vom Schreiben auf: Autoren stehen oft unter Zeitdruck; sie sind an Vertragsbindungen geknebelt und Lektoren und Verlagen ausgeliefert; sie müssen nicht selten ihre eigenen Ideen opfern, um marktgerechter zu schreiben und haben Existenz-Sorgen, wenn die Ideen mal ausbleiben. Dieses Buch zeigt sehr interessante Insider-Aspekte aus dem Autoren-Leben auf.
Auch die jahrzehntelange Erfahrung als Katzenhalterin von Hermien Stellmacher wird in diesem Buch deutlich: Die Anekdoten über das Zusammenleben mit Katzen kann man in dieser Form nur niederschreiben, wenn man sie selbst erlebt hat 😉 – sowas kann man sich gar nicht ausdenken, das muss man selbst erlebt haben. Genau so wie in dem Buch beschrieben und manchmal sogar noch ein wenig schräger und verrückter gestaltet sich das Leben mit Katzen – jeder Katzenbesitzer kann da jeden Tag wieder eine neue Geschichte zu beisteuern und wird öfter als einmal genickt haben, wenn Kater Smuggler wieder irgendwas angestellt hat. Hermien Stellmacher, die auf Facebook auch in einem sehr regen Austausch mit ihren Leser(inne)n steht, hat auch dort mit ihrem ganz besonderen Humor schon die ein oder andere nächtliche Überraschung gepostet, die sie mit ihren Katern so erlebt hat und mir damit schon oft früh morgens ein Lächeln ins Gesicht gezaubert ❤
Trotz der in diesem Buch auch angesprochenen ernsteren Themen, kommt der Humor hier nicht zu kurz und macht das Buch mit seiner sympathischen, realistischen Protagonistin und den liebevoll entwickelten Nebencharakteren zu einer wunderbaren Urlaubs- bzw. Sommerlektüre, die sich leicht weglesen lässt und große Lust auf einen Urlaub in Cornwall macht! Ich hatte sehr angenehme Lesestunden, habe Smuggler sehr ins Herz geschlossen und gebe 5***** für diesen besonderen Roman, mit dem ich sehr viel Lesefreude hatte 🙂

Ganz lieben Dank an Hermien Stellmacher für die nette Überraschung ❤

Veras Weekly – Wochenrückblick auf eine eher öde 33. KW

📝«Geplant»
Irgendwann mal in einem Haus am See in der Uckermark Urlaub zu machen – am liebsten in der Nähe von Papas Heimat – oder aber endlich mal wieder auf einem Hausboot. Mein Anspruch an einen erholsamen Urlaub hat sich in den Jahren irgendwie total gewandelt – das hätte ich mir früher nie vorstellen können. So ein All-Inclusive-Pauschalurlaub im Massentourismus wäre dagegen Horror für mich. Ich werde irgendwie immer mehr Individualistin 😉 …

📚«Gelesen»
„Cottage mit Kater“ von Hermien Stellmacher – wird gleich noch ausgelesen – eine sehr schöne Sommer-Lektüre 🙂

😊 «Gefreut»
über sehr nette E-Mails von zwei Autorinnen, die meinen Blog gelobt haben und meine Rezensionen <3.
Vor Allem hab ich mich aber auch darüber gefreut, dass es der kranken Katze meiner besten Freundin in Köln etwas besser geht ❤

😳 «Überrascht»
von der Menschlichkeit des „heute-journal“-Anchorman Claus Kleber, als er die Nachricht verlas, wie freundlich ein fränkischer Busfahrer Flüchtlinge in seinem Bus begrüßt hat – solche Menschen braucht das Land! Daumen hoch: für den Busfahrer und für Claus Kleber 👍 – aber auch für alle ehrenamtlichen Helfer, die an Flüchtlingsaufnahmestellen und -unterkünften bei der Hitze in dieser Woche Dienst getan haben!!!

🍴«Gegessen»
gestern leckeren, am Vortag vorbereiteten Matjes-Topf (in Quark-Soße mit Gürkchen, Äpfeln und Zwiebeln) – dazu Pellkartoffeln – köstlich

😡 «Geärgert»
dass die Hitze kein Ende nimmt – die ganze Woche wieder keine Gewitter in Berlin – aber dafür im Umland Unwetter.
Zudem hatte ich mal wieder eine Bindehautentzündung – so schlimm, dass ich 1 Tag pausiert habe und den Rest der Woche Brille getragen habe. Habe mir zum Testen jetzt eine 2 Wo.-Ration Tages-Kontaktlinsen bestellt – mal schauen, wie ich die vertrage – hoffe nur, dass ich nicht wieder vollkommen auf Brille umsteigen muss …

👂«Gehört»
dass es nächste Woche weiterhin schwül sein soll – hatte gehofft, dass wir jetzt abends mal wieder etwas aktiver sein können und es kühler wird …

💻 «Gemailt»
mit einigen Leuten, besonders gefreut habe ich mich jedoch über eine sehr liebe Mail von meiner besten Ex-Kollegin Miri, für die ich mich so sehr freue über ihr Glück ❤

👀«Gesehen»
dass meine Haare jetzt langsam echt zu lang sind und ich auf jeden Fall in der Mittagspause mal einen Friseur-Besuch einplanen sollte …
Und im TV hab ich tolle Dokus über meine Heimat Berlin und Brandenburg gesehen – sehr gern sehe ich auch die Sendung von Max Moor.

💖 «Geknuddelt»
natürlich mit meinen beiden Cat-Girls, die auch bei der Hitze ihre Knuddel-Einheiten einfordern, auch, wenn man danach das ganze Gesicht voller Katzenhaare hat 😉

🏆 «Stolz»
in den letzten 4 Wo. wirklich jede Woche ein Buch ausgelesen zu haben (… wo ich doch so eine Lese-Schnecke bin), was mitunter auch daran liegt, dass ich in der Mittagspause bei der Hitze nicht draußen war, sondern die geschwollenen Füße hochgelegt und gelesen habe 🙂

💳«Gekauft»
meine jährliche Liebeskind-Tasche im Sale – fast die Hälfte gespart bei einer Tasche, die mir seit Wochen im Kopf rumgespukt ist. Und wer arbeitet, darf sich auch mal eine Belohnung gönnen 😉 …

Rezension: Sabine Zett – „In der Liebe und beim Bügeln ist alles erlaubt“

imageFakten:
Taschenbuch, Blanvalet, erschienen: 15.12.2014, 318 Seiten, 8,99€

Autorin:
Sabine Zett wurde im Jahr 1967 in Westfalen geboren, wo sie auch aufwuchs und erste Schritte in die schreibende Zunft unternahm. Schon während ihrer Schulzeit schrieb sie wahnsinnig gerne und veröffentlichte erste Artikel bei einer örtlichen Tageszeitung, bei der sie nach dem Abitur dann auch ein Volontariat absolvierte. Sie war dann einige Zeit journalistisch tätig in unterschiedlichen Redaktionen – sowohl bei Print-Medien als auch beim Fernsehen. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder arbeitete sie als freie Autorin und schrieb hier wirklich alles – Songtexte, Kolumnen, Fußballgeschichten, Drehbücher – vor Allem gewann sie aber Bekanntheit als Kinder- und Jugendbuchautorin und veröffentlichte in diesem Genre zahlreiche Bücher, die auch im Ausland verlegt wurden. 2013 begab sie sich dann mit dem Roman „Tausche Schwiegermutter gegen Goldfisch“ erstmals erfolgreich auf das Terrain der humorvollen Frauenromane. Sie lebt mit ihrer Familie am Niederrhein

Handlung:
Das Leben von Dr. Victoria Weinmorgen lässt sich kurz beschreiben: Beruflich, als weibliches Vorstandsmitglied einer Düsseldorfer Bank mit internationalen Beziehungen: Top; und privat – nachdem sie ihren Ex in flagranti mit einer anderen erwischt hat –  einfach nur noch ein Flop. Zwar hat sie mit Daniel einen sehr netten Nachbarn und guten Freund, der sie zu gemeinsame Kochabenden mit seinem Bekanntenkreis und Krimi-Abenden einlädt, mit Eva eine gute Freundin und Kollegin und zu ihrer im Sauerland lebenden Mutter pflegt sie – nicht zuletzt Skype zu verdanken – auch auf die Ferne ein inniges Verhältnis. Dann flattert Vicky eine Einladung zum 20jährigen Abi-Stufentreffen ins Haus und für sie, die nie viel mit ihren Mitschülern zu tun hatte, steht fest, dass sie absagen wird – auch wenn ihre Mutter sie immer wieder zur Teilnahme überreden will und sich Vicky schon oft gefragt hat, was wohl aus ihrem damaligen Schwarm Michael Rüsselberg denn geworden ist. Als dann ihr entfernter Onkel Herbert, an den Vicky gar keine Erinnerungen hat, plötzlich stirbt, beordert ihre Mutter sie zur Beerdigung ins Sauerland und die fällt „ganz zufällig“ auf den Freitag vor ihrem Klassentreffen. Irgendwie siegt die Überredungskunst einer ehem. Mitschülerin dann doch und eine zufällige Begegnung, die das gleiche Kribbeln wie früher auslöst, tut ihr Übriges. Aber kann man wirklich die Zeit ein wenig zurückdrehen und dort anknüpfen, wo man 20 Jahre zuvor schon zu schüchtern für war, oder ändern sich manche Personen und manche Sachen einfach nie …?!

Fazit:
Das Cover ist sehr gelungen und hat sehr viel mit der Story zu tun: Pinkfarbener Hintergrund, dann ein Elefant mit erhobenem Rüssel auf einem Berg Bügelwäsche – damit ist der Bezug zum Titel gegeben (ein Spruch von Frau Iwanska, der polnischen Haushaltshilfe von Victoria) und der Elefant auf dem Bügelwäsche-Berg als Synonym für Victorias Jugendschwarm Michael Rüsselberg. Eine weitere Assoziation wäre der „rosarote“ Hintergrund für Victorias Blick auf ihren Jugendschwarm.
Die Schrift auf dem Cover setzt sich in der Kapitelüberschrift fort – insgesamt 23 Kapitel bester Leselänge verteilt auf die 318 Seiten der Story – und unter jeder Kapitelüberschrift befindet sich ein Zitat aus dem jeweiligen Kapitel. Das Schriftbild ist auch in Ordnung.
Ich muss erstmal zugeben, dass ich das 1. Buch von Sabine Zett leider bisher noch nicht gelesen habe (es ist aber auf meinem unendlichen SuB) und daher auch ihren Schreibstil noch nicht kannte.
Was Klassentreffen angeht muss ich sagen, dass ich doch irgendwie froh bin, dass der Kelch in den 27 Jahren, die seit meinem Schulabschluss mittlerweile vergangen sind, an mir vorübergegangen ist und unsere Klasse niemals eines veranstaltet hat ;-). Die sozialen Netzwerke ermöglichen es glücklicherweise, ehemalige Mitschüler(innen) ausfindig zu machen und  zu sehen, was aus manchen geworden ist und ggf. alte Kontakte wiederzubeleben; oder aber zu bestätigen, warum man damals schon zu manchen Leuten den Kontakt gemieden oder abgebrochen hat 😉
Ich habe z. B. durch Facebook sehr viele Kontakte aus meiner ehemaligen Jahrgangsstufe, allerdings sind interessanterweise die wenigsten davon aus meiner eigenen Klasse und ich bin durchaus des Öfteren positiv überrascht worden. Grundsätzlich muss ich aber feststellen, dass es in meiner Generation (in den 80ern aufgewachsen) offenbar noch keine Online-Selbstverständlichkeit gibt.
So, aber nun zum Roman: Dieses Buch hat meiner Meinung nach Alles, was ein perfekter Frauen-Roman braucht: eine sehr sympathische und intelligente Protagonistin, liebenswerte und zum Teil ein wenig überzeichnete Nebencharaktere, einen Bad Boy, eine tolle Handlung, Realitätsnähe, eine Prise Romantik und die richtige Portion Humor – und natürlich eine Moral, eben die, dass es gar nicht so falsch ist, ein wenig spießig zu sein, Prinzipien zu haben und bei Gefühlen durchaus auch den Verstand nicht außer Acht zu lassen, und dass Glück manchmal gar nicht so weit entfernt ist, wie man vermutet.
Ich habe die Story geliebt, weil sie irgendwie mitten aus dem Leben gegriffen ist und jedem von uns genauso passieren könnte. Das Buch hat sich so leicht lesen lassen und mir viel Freude gemacht – nicht zuletzt auch wegen dem Humor von Sabine Zett. Victoria ist wahnsinnig sympathisch und genau so eine Freundin wünscht man sich im Leben. Auch Victorias Mutter fand ich sehr sympathisch und gar nicht nervig und die „Weisheiten“ von Frau Iwanska sind eh ein Fall für sich.
Der Roman hat meiner Meinung nach auch durchaus das Zeug zum Film – aber bitte nur mit dem Drehbuch von Sabine Zett 😉
Sabine Zett schafft es so zu schreiben, dass man sich als Leser als Teil der Geschichte fühlt und sich mittendrin im Geschehen befindet.
Für mich war dieses Buch wirklich ein rundum gelungener Wohlfühl-Roman.
Von mir gibt es hierfür eine 5*****-Sterne Leseempfehlung an alle Mädels, die witzige Frauen-Romane mögen 🙂

Ganz herzlichen Dank an Sebastian Rothfuss von Blanvalet für die Überlassung dieses Rezensionsexemplares über das Blogger-Portal von Random House!

Veras Weekly – persönlicher Rückblick auf eine eher langweilige 32. KW

📝«Geplant»           gar nix – nur froh, irgendwie die Hitze-Woche rumbekommen zu haben 😦

📚«Gelesen»           „In der Liebe und beim Bügeln ist alles erlaubt“ von Sabine Zett – fast fertig, klasse 🙂

😊 «Gefreut»          über die Zusage zu einem Rezi-Exemplar, das auf meiner Wunschliste steht

😳 «Überrascht»   dass ich so viel und schnell gelesen habe letzte Woche – sollte so bleiben (y)

🍴«Gegessen»        leckere Burger von „Hamburger Marys“ in Schöneberg

😡 «Geärgert»        dass ich das schöne Wetter nicht genießen kann – für mich ist diese Hitze Horror 😦

👂«Gehört»             dass es nä. Wo. die ganze Wo. über 30°C wird – kein Wetter für Vollzeit-Berufstätige 😦

💻 «Gemailt»          fast jeden Tag mit meiner liebsten Freundin Marion in Köln wg. dem Zustand ihrer kranken Katze

👀«Gesehen»         dass der Ortswechsel nach Berlin die beste Entscheidung meines Lebens war 🙂

💖 «Geknuddelt»   auch ganz viel mit Joelle, die jetzt mit fast 4 J. ruhiger, erwachsener & knuddelbedürftiger ist ❤

🏆 «Stolz»                 ein Verlag hat angefragt, eine Rezension von mir im nä. Programm zitieren zu dürfen 🙂

💳«Gekauft»           3 meiner Lieblingskochzeitschriften, die diese Woche wieder neu erschienen sind 🙂

Rezension: Anna Stein – „Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe“

imageFakten:
Taschenbuch, Knaur, erschienen: 01.07.2015, 268 Seiten, 9,99€ – auch als eBook erhältlich.

Autorin:
Die Debüt-Autorin Anna Stein wurde 1975 in Hoyerswerda geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach ihrem Studium bereiste sie erst einmal die halbe Welt – sie war Tellerwäscherin in einem Hostel in London, bereiste als Rucksacktouristin Lateinamerika und Asien, arbeitete als Freiwillige in Kambodscha und lebte eine Weile in ihrem Sehnsuchtsland Frankreich, wo sie in ländlicher Umgebung Oliven und Wein erntete und Ziegen hütete. Nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland lebte sie zunächst in Berlin-Prenzlauer Berg, zog dann jedoch weiter nach Lichtenberg. Nach ihrer mehrjährigen Tätigkeit in der Werbe- und Medienbranche arbeitet sie derzeit für eine gemeinnützige Organisation im Bereich Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit. „Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe“ ist ihr erster Roman, aber sicher nicht ihr letzter.

Handlung:
Das Haus in der Kehrbachstr. 5 in Prenzlauer Berg hat nur noch drei Mieter und die will der hinterhältige Vermieter Sattkowski auch noch mit allen Mitteln loswerden, bevor er es verkauft und es dann einer Luxussanierung zum Opfer fällt. Die 34jährige Charlotte Kubitschek, die als Verkäuferin an der Kasse im Pinkemann-Supermarkt arbeitet und von dort aus regelmäßig – bevorzugt bereits vergebene – Männer abschleppt, die sie zwar für eine Nacht in ihr Bett, aber niemals in ihr Herz und ihr Leben lässt; die 93jährige Elise Buffke, passionierte Pfeifenraucherin und Kirschlikörtrinkerin und von Charlotte nur „die fiese Elise“ genannt wegen ihrer bissigen Kommentare über Charlottes Liebesleben und Juri, ein gutmütiger russischer Ladenbesitzer, der im Ladenlokal im Erdgeschoss beherbergt ist. Bisher nur eher eine Zweckgemeinschaft, aber nun verbünden sich die Drei, die unterschiedlicher nicht sein könnten, gegen die stufenweise „Entmietung“ durch den bösen Vermieter und fahren ihre eigenen Waffen auf. Sattkowski hat sich zur Hilfe den netten Franzosen Arthur als Bauleiter geholt. Das Leben in der Kehrbachstr. gerät nun ziemlich aus den Fugen (im wahrsten Sinn des Wortes) und auch Charlottes raue Panzerfassade beginnt zu bröseln. Sie muss sogar feststellen, dass sie mit der alten Dame Elise Buffke eigentlich mehr verbindet als trennt – und nicht nur mit ihr …

Fazit:
Zunächst muss ich mal loswerden, dass mich dieses Buch irgendwie auf eine ganz besondere Weise berührt und ein wenig nachdenklich und melancholisch zurückgelassen hat, nachdem ich es ausgelesen hatte, daher habe ich mir auch ein paar Tage Zeit mit der Rezension gelassen – ist auch irgendwie schwer, das zu beschreiben …
Dieses Buch stand, seit ich es in der Droemer Knaur-Verlagsvorschau gesehen hatte, bereits auf meiner Wunschliste, weil mich das wunderschön gestaltete Cover mit der Berliner Skyline irgendwie gleich beeindruckt und in seinen Bann gezogen hat. Elemente aus dem Buch sind auf dem Cover wiedergegeben, so z. B. das Rennrad von Charlotte, die Berliner Skyline, der Titel, der in Form eines Graffitis seinen zentralen Platz hat und das Grau des Berliner Asphalts. Es ist super gelungen und passt zum etwas ungewöhnlichen Titel und zur etwas speziellen Story.
Die Geschichte wurde in einem sehr großzügigen, angenehm lesbaren Schriftbild gedruckt – 32 Kapitel auf 268 Seiten, was schon zeigt, dass die Kapitel teilweise recht kurz sind. Da jedes Kapitel – die Überschriften sind übrigens in ähnlicher Graffiti-Schrift wie der Titel auf dem Cover gedruckt – auf der rechten Seite beginnt, sind insgesamt 18 Seiten linksseitig nicht bedruckt, was das Buch ein wenig verkürzt.
Ich muss zugeben, dass mir die beiden Protagonistinnen Charlotte und Elise zu Beginn des Buches wenig sympathisch waren – eine alte und eine junge Kampfzicke sozusagen – anfangs noch weitaus mehr als nur ein generationsübergreifender Konflikt. Juri, der eher Nebencharakter ist und auch Arthur waren mir gleich ein bisschen mehr sympathisch.
Der Sprachstil ist teilweise ein wenig abgehackt bzw. kurz angebunden, was aber tatsächlich rauen Ur-Berliner Lokalkolorit wiedergibt. Die frechen Sprüche von Elise und Charlotte haben schon wieder einen gewissen Charme.
Charlotte hat sich irgendwie von ihrem gesamten Leben distanziert – von der Vergangenheit, die von familiären Problemen, Verlusten und Herzschmerz geprägt war – und von ihrer Zukunft, um das Ganze zu vermeiden bzw. gänzlich auszuschließen. Nachdem man als Leser dahin geführt wird, woher Charlottes Verhalten rührt, versteht man sie auch ein wenig besser und hätte ihr eigentlich etwas Besseres gewünscht, als sie jetzt hat.
Zum Ende der Story ging es ein wenig chaotisch zu und ich hatte zwei Stellen, an denen ich der Geschichte leider nicht mehr ganz folgen konnte.
Das Buch hat bei mir so viele Emotionen hervorgerufen: Wut auf den Vermieter, Besorgnis um die ältere Generation, die solchen Haien oft hilflos ausgeliefert ist, Verständnis und Mitleid hinsichtlich Charlottes Lebenserfahrung, Trauer, Verwirrung und hat mich total überrascht, weil ich erstmal nur mit einer frechen Berliner Geschichte gerechnet hatte, die vom Aufbegehren ein paar kleiner Mieter gegen einen mächtigen Vermieter erzählt – das ist zwar auch die Basis der Geschichte, die aber noch die ein oder andere Schlüsselsituation und damit einiges mehr bietet.
Von mir bekommt dieser außergewöhnliche Debüt-Roman eine 4****-Sterne Leseempfehlung – wer offen ist, für eine ganz besondere Geschichte und nicht nur auf einen Unterhaltungsroman aus ist, wird hier eine interessante Leseerfahrung machen. Bin gespannt, was von Anna Stein in Zukunft noch so kommt.

Herzlichen Dank an Frau Kessler von Droemer Knaur, die mich mit der Übersendung dieses Buches von meiner Wunschliste als Leseempfehlung des Verlages sehr angenehm überrascht hat :-)! Danke, dass ich diese Neuerscheinung lesen und rezensieren durfte!

Veras Weekly – leider ist wieder ne Urlaubswoche rum (Rückblick 31. KW)

📝«Geplant»            beim Bummel durch IKEA in Spandau so Einiges 😉

📚«Gelesen»           „Fräulein Kubitschek pfeift auf die Liebe“ von Anna Stein – ausgelesen

😊 «Gefreut»           über einen tollen Bootsausflug mit Freunden um Rheinsberg herum ❤

😳 «Überrascht»    dass es so viele hirnlose Flüchtlingsgegner gibt, die alle Flüchtlinge als Kriminelle sehen 😦

🍴 «Gegessen»        Landbrot, hausgemachte Wurst vom Bauern, frische Eier aus Hofläden aus der Ostprignitz

😡 «Geärgert»         über unsere süße Joelle, die das Balkonnetz nach über 1 J. wieder angeknabbert hat *grrr*

👂«Gehört»              und gesehen: das South Africa-Konzert von Paul Simon von 1987 auf Arte

💻 «Gemailt»           mit meiner liebsten Kölner Freundin, deren alter Katzendame es leider ganz schlecht geht 😦

👀«Gesehen»         „unsere“ Baustelle und den neuen Kiez

💖 «Geknuddelt»   virtuell mein Annettchen, mit der ich gestern gechattet hab (auch eine Herzensschwester)

🏆 «Stolz»                 immer noch darauf, hier ein neues Leben begonnen zu haben, das so viel besser ist, als es das alte jemals war

💳«Gekauft»           nichts, aber dafür 4 Säcke aussortierte Kleidung, Taschen, Handtücher in der Caritas-Kleiderkammer in Wedding abgegeben