Rezension: Sophie Kinsella – „Shopaholic in Hollywood“

imageFakten:
Taschenbuch (Paperback = Doppelumschlag), Goldmann, erschienen 19.01.2015, 508 Seiten, 9,99€ – auch als eBook und Hörbuch erhältlich.

Autorin:
Die britische Autorin Sophie Kinsella, geb. am 12.12.1969 in London, schrieb ihre ersten Werke bereits im Alter von 24 J. unter ihrem realen Namen Madeleine Wickham. Sie arbeitete zunächst als Wirtschaftsjournalistin und schrieb in dieser Zeit unter dem Pseudonym “Sophie Kinsella” ihren ersten großen Beststeller “Die Schnäppchenjägerin” (Original: “Shopaholic”) aus der mit diesem Band nunmehr 7 Fortsetzungen umfassenden Buch-Reihe um die romantische, leicht anstrengende und chronisch shopping-süchtige Chaotin Becky Bloomwood (verheiratete Brandon), wovon der 1. und 2. Teil sogar in einem Film sehr erfolgreich auf die internationalen Kino-Leinwände gebracht wurde, mit der Schauspielerin Isla Fisher in der Hauptrolle – siehe auch dieses Cover. Band 8 erscheint in englischer Sprache im November 2015 und die deutsche Fortsetzung wird sicherlich wieder nicht lange auf sich warten lassen. Viele weitere romantische Frauen-Komödien summieren sich mittlerweile dazu und Leserinnen in der ganzen Welt können es kaum bis zur nächsten Neuerscheinung der beliebten Autorin erwarten. Mit „Schau mir in die Augen, Audrey“ veröffentlichte sie im Juli 2015 bei cbj ihren allerersten Jugendroman in Deutschland, inspiriert haben sie dazu ihren eigenen Kinder. Ihre Schwester, Gemma Townley, hat vor einer Weile ebenfalls einige beliebte Frauen-Romane veröffentlicht. Sophie Kinsella lebt mit Mann und vier Kindern in London.

Handlung:
Becky Brandon goes Hollywood: Nachdem ihr Ehemann Luke das Angebot, als Berater der Hollywood-Schauspielerin Sage Seymour zu arbeiten, angenommen hat, zieht es die kleine Familie mit Tochter Minnie in die Oscar-Metropole. Wie Becky schnell feststellen muss, ist sie nicht die einzige, die es dorthin gezogen hat: Ihre Londoner Erzfeindin Alicia hat sich ebenfalls ein neues Leben in Kalifornien aufgebaut, womit Becky in Minnies Kindergarten überraschend konfrontiert wird. In Becky wächst der Ehrgeiz, sich durch Lukes Kontakte zu DER Stylistin der Filmstars zu machen und in Ruhm zu baden. Durch ihre naive und chaotische Art merkt sie erstmal gar nicht, dass in Hollywood lange nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint und sie gerät in ihrem Zwang, berühmt sein zu wollen, zwischen die Fronten – und das nicht nur in der Filmbranche, sondern auch innerhalb der Familie, ihrer Ehe und der Freundschaft zu Suze, die eigentlich als Unterstützung für Becky mit ihrem Mann Tarkie und den 3 Kindern nach LA gekommen ist. Wird Becky noch zum richtigen Zeitpunkt begreifen, was wirklich wichtig ist im Leben …?!

Fazit:
Wie auch schon beim letzten Buch von Sophie Kinsella hier wieder großes Lob an den Goldmann-Verlag für das stimmige Preis-/Leistungsverhältnis: Taschenbuch im Paperback (doppelter Umschlag beim Taschenbuch) mit knapp über 500 Seiten für 9,99€ ist qualitativ wirklich hochwertig, da solche Paperback-Ausgaben ansonsten meist für 14,95€ verkauft werden.
Auf dem Cover des Buches ist die Schauspielerin Isla Fisher, die auch in dem „Shopaholic“-Film Becky Brandon bzw. Bloomwood spielte, zu sehen mit zahlreichen Shopping-Bags und Päckchen auf einem Stern auf dem Hollywood-Boulevard steht. Der Hintergrund ist – in Abstimmung zu den anderen Pastellfarben – in hübschem Mintgrün gehalten, das Cover somit passend und ansprechend.
Die 508 Seiten verteilen sich auf insgesamt 23 Kapitel in angenehmen Schriftbild mit einem originell gestalten Dank – zwischendurch gespickt mit merkwürdigen Briefen und E-Mails von Becky und ihrem Freund, dem verrückten Designer Danny Kovitz. Leider sind die Kapitel meist sehr lang, was mir negativ auffiel, da ich eher kürzere Kapitel bevorzuge.
Ich muss sagen, dass mich bisher noch keiner der Becky Bloomwood-Romane so hin- und hergerissen hat, wie dieser – und das meine ich leider nicht immer positiv.
Mir hat sich beim Lesen öfter als einmal die Frage gestellt, ob Becky schon immer (ich bin Leserin der 1. Stunde der „Shopaholic“-Reihe) so eine selbstsüchtige Nervensäge war, die wie ein kleines Kind – ohne Rücksicht auf die Gefühle und Interessen anderer – immer ihren Willen durchgedrückt hat? Oder hab ich das bisher beim Lesen nur sehr gut ausblenden können?! Nach diesem Buch muss ich sagen, dass Becky sicherlich im wahren Leben keine Freundin von mir wäre, da ich mit ihrer Oberflächlichkeit – vor Allem dahingehend, Menschen nur nach Aussehen und dem was sie haben zu beurteilen – überhaupt nicht zurecht käme. Zwischendurch hätte ich Becky gern mal durchgeschüttelt und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, weil sie einfach nur total abgehoben ist. Wenn jemand eigentlich Wirtschaftsjournalistin ist, wie Becky ist zu Beginn der Reihe war, setzt man doch eigentlich eine gewisse Intelligenz voraus, aber die scheint sich irgendwie total verloren zu haben. War diese Naivität und das Chaos, das Becky anrichtet, zu Beginn der Reihe noch charmant, so ist es mittlerweile zuweilen doch manchmal recht anstrengend, weil schon lange nicht mehr alles so richtig witzig ist, was sich Sophie Kinsella für Beckys Leben so ausdenkt. Manchmal war da wirklich Fremdschämen angesagt.
Dennoch muss ich zugeben, dass mich dieses Buch wieder gefesselt und trotz Beckys nerviger Art gut unterhalten hat und sich locker-leicht hat lesen lassen. Die Protagonisten sind ja alle schon bekannt und geschätzt.
Es ist nicht das ganz große Highlight in der „Shopaholic“-Serie, aber hat mich sehr neugierig gemacht auf den nächsten Band, dessen Handlung sich offenbar unmittelbar an die dieses Buches anschließen wird und das ich – selbstverständlich – auch wieder lesen werde!
Irgendwie bin ich ja auch total neugierig, wie es weiter geht in Beckys Leben.
Dennoch habe ich das Gefühl, dass so viel zwanghaft eingeflochtene Komik, die manchmal eher zweifelhaft komisch ist, diese Reihe auf Dauer kaputt macht und die Story um Becky irgendwann in nicht allzu ferner Zeit vielleicht auserzählt sein wird, wenn man Becky noch mehr aberwitzige, unrealistische und schon unglaublich naive Begebenheiten widerfahren lässt. Das würde dann einfach nicht mehr passen.
Trotz allen zuvor genannten Kritikpunkten, erhält dieses Buch noch eine ganz knappe 4****-Sterne-Leseempfehlung von mir.
Aber ich würde mich freuen, wenn Becky irgendwann „Back to the roots“ findet und nicht mehr so abgehoben ist.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s