Rezension: Katrin Bauerfeind – „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag – Geschichten vom schönen Scheitern“

imageFakten:
Paperback, Fischer-Verlag, erschienen: 03.03.2014, 224 Seiten, 14,99€
(am 23.07.2015 erscheint im Fischer-Verlag die Taschenbuch-Ausgabe für 9,99€ mit neuem Cover)

Autorin:
Katrin Bauerfeind, geboren am 21.07.1982 im schwäbischen Aalen, absolvierte ihr Technikjournalismus-Studium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit Diplom und moderierte während des Studiums bereits das Internet-TV-Magazin „Ehrensenf“, wofür sie den ein oder anderen Award bekam. Gleichzeitig arbeitete sie seinerzeit für den jungen WDR-Radiosender einslive. Sie ist ein absolutes Moderations-Allround-Talent und moderierte diverse Kultur- und Lifestyle-Sendungen im TV (z. B. Polylux, Kulturzeit, Stilbruch etc.), Gala-Veranstaltungen und Preisverleihungen, war Co-Moderatorin (u. a. bei Harald Schmidt und in der Talkshow 3nach9), TV-Thementage, Beiträge bei der Fußball-EM 2008 – um nur einige zu nennen – nicht zuletzt ihr eigenes Magazin „Bauerfeind“ auf 3Sat. Außerdem wirkte sie nebenher noch in einigen deutschen Film- bzw. TV-Produktionen als Darstellerin mit. Ihr 2. Buch mit dem Titel „Hinten sind Rezepte drin: Vom Wahnsinn eine Frau zu sein – Geschichten, die Männern nie passieren würden“ erscheint im Januar 2016 ebenfalls im Fischer-Verlag.

Handlung:
In 45 heiteren, kurzweiligen Kapiteln in Kolumnen-Form präsentiert Katrin Bauerfeind Geschichten aus ihrem Leben über schönes Scheitern sowohl im Kleinen als auch im Großen – und nicht nur aus ihrem sondern auch unserem Leben 😉

Fazit:
Über das Cover muss man nicht allzu große Worte verlieren: ein seitlich aufgenommenes Porträtfoto von einer schmunzelnden Katrin Bauerfeind mit grauem Hintergrund – irgendwie immer so, wenn Prominente ein Buch schreiben, dass dieses dann für bessere Werbezwecke mit deren Foto unterstützt wird 😉
45 kolumnenartige Kapitel auf 224 Seiten verteilt, großzügiges angenehm lesbares Schriftbild. Die Kürze der Kapitel gibt einem immer die Möglichkeit mal ein Kapitel(chen) zwischendurch zu lesen oder das Buch parallel zu einem Roman lesen zu können, somit perfekt als „Zwischendurch-Lektüre“ geeignet und leicht wegzulesen.
Ich liebe Bücher, die in dieser Art, also in Kolumnen, geschrieben sind und in denen zudem noch ganz viel spezieller Humor untergebracht ist – wie in diesem hier. Keine Ahnung, warum es so lange auf meinem SuB lag.
Gleich im ersten Kapitel musste ich so lachen und das setzt sich wirklich fast das ganze Buch über so fort und hat mich von Anfang an restlos begeistert.
Mit ihrem wahnsinnig intelligenten Humor, einer Prise Sarkasmus, der Gabe auch über sich selbst lachen zu können und sich selbst mal auf die Schippe zu nehmen und dem Spürsinn für die Macken und Probleme der Generation der Thirtysomethings hat sie hier eine unvergleichliche Sammlung an witzigen Geschichten aus ihrem Leben zusammengetragen, die alle den Oberbegriff „Scheitern“ haben. In einigen der Geschichten findet man sich selbst auf jeden Fall wieder. Ich gehöre zwar jahrgangstechnisch zur Generation der Fourtysomethings, fühle mich aber mehr als Thirtysomething. Ganz großartig fand ich Kapitel 31 „Spinat auf der Festplatte oder wenn aus Menschen Eltern werden“ – selbst schon zu oft erlebt ;-). Erst im letzten Jahr, als Bekannte von uns auf Kurztrip in unserer neuen Heimat waren und als Treffen vorschlugen, sie nach unserem Arbeitstag ab 19 Uhr in ihrem Hotel-Apartment zu treffen, wo man ihrem 2 1/2-jährigen Sohn beim Schlafen zuhören und zuschauen sollte, weil der immer zur gleichen Zeit in einem Bett einschlafen müsste. Und ihr Sohn sei ja auch nicht so gestört, weil er noch nicht wie andere Kinder in dem Alter schon in die KiTa gehen müsse – klar, den ganzen Tag von einer übermotivierten Helikopter-Mum umgeben zu sein, die irgendwie nur noch in der Baby-Sprache redet, fördert ja auch ungemein und allen Müttern, die etwas zum Lebensunterhalt beitragen wollen oder müssen, wird mit dieser Aussage verdammt unrecht getan (auch, wenn das jetzt wahrscheinlich einen Shitstorm für mich auslöst 😉 …).
Berührt hat mich ein Kapitel über Katrins demente Oma, das mich an meinen Vater erinnert hat und diese Lebenssituation so gut aufzeigt: Anfangs irgendwie zwischen Lachen und Weinen mit viel Ungläubigkeit darüber, was in dem dementen Menschen vorgeht, und nachher überwiegt die Traurigkeit …
Wem nicht mindestens eines der 45 Kapitel aus seinem eigenen Leben in irgendeiner Form bekannt vorkommt, ist einfach noch nicht reif für dieses Buch und den intelligenten, sarkastischen Humor von Katrin Bauerfeind. Man muss ihren Humor auf jeden Fall mögen und sollte in der Lage sein, sich auch mal selbst aufs Korn nehmen zu können und nicht bierernst durchs leben zu laufen – sonst hat man wahrscheinlich nicht so viel Freude an diesem wunderbar witzigen Buch 🙂
Ich habe mich bei der Lektüre perfekt amüsiert und freue mich schon auf das neue Buch von Katrin, das im Januar 2016 erscheint und hoffentlich ebenso lustig sein wird – das ist quasi schon gekauft 🙂
Absolut uneingeschränkte 5*****-Sterne-Leseempfehlung – einfach nur super – und so vieles auf den Punkt gebracht (y) – Danke, für dieses tolle Buch 🙂

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