Rezension: Kati Naumann – „Die große weite Welt der Mimi Balu“

imageFakten:
Taschenbuch, Knaur, erschienen: 01.04.2015, 301 Seiten, 8,99€

Autorin:
Kati Naumann, Jahrgang 1963, ist gebürtige Leipzigerin, verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Sie ist ein absolutes Multi-Talent: Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums der Museologie arbeitete sie zunächst für zwei Leipziger Museum (Buchmuseum der Deutschen Bücherei Leipzig und Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig). Wie gut sie schreiben kann, bewies sie durch das Schreiben von lyrischen Texten und Gedichten, aber auch durch Songtexte für unterschiedliche Musiker. Außerdem ist das Leipziger Erfolgsmusical „Elixier“, welches in Zusammenarbeit mit dem Musiker der „Prinzen“, Tobias Künzel, entstand ein ganz großer Meilenstein in der künstlerischen Karriere von Kati Naumann. Sie schrieb Drehbücher u. a. für das ZDF, unterstützte mit ihrer Mitarbeit diverse Musiksendungen des NDR und entwickelte Hörspiele für Kinder für Universal Music, die aktuell auch noch weiter fortgesetzt werden. Ihren ersten Roman mit dem Titel „Was denkst Du?“ veröffentlichte sie 2001 bei Kindler und 2003 nochmals bei Rowohlt, 2004 dann die poetische Liebesgeschichte „Alte Liebe“. Seit 2013 veröffentlicht sie ihre Romane bei Knaur, zunächst „Die Liebhaber meiner Töchter“ und nun 2015 „Die große weite Welt der Mimi Balu“. Kati Naumann lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Leipzig und London. Detailliertere Infos finden sich auf der tollen Website der Autorin: http://katinaumann.de.

Handlung:
Michaela Balutzke aus Limbach-Oberfrohna, hat, seit sie Anfang der 90er Jahre aus ihrer sächsischen Heimat nach London geflüchtet ist und dort ein mehr oder weniger schillerndes Leben lebt, auch kurz vor ihrem 40. Geburtstag den Traum von der ganz großen Karriere nicht aufgegeben. Nachdem sie bereits zahlreiche künstlerische und handwerkliche Diplome, Zertifikate und Bescheinigungen in London erworben hat mit darauffolgenden kleinen Jobs als Malerin, Maskenbildnerin, Bildhauerin, Schneiderin und ganz viel mehr – dabei immer zahlungskräftig unterstützt von ihrer Oma Trude in der Heimat – soll es dieses Mal nun unter dem Künstlernamen Mimi Balu als Sängerin klappen. Für einen scheinbar sehr lukrativen Auftritt in London verlässt sie sogar Hals über Kopf und absolut nicht ungerne ihre sächsische Heimat, wo sie eigentlich ihren 40. Geburtstag feiern sollte. Schließlich glauben ihre Familie und die Dorf-Bewohner von Limbach-Oberfrohna schon seit Jahren, dass sie in London auf dem besten Weg zu einem glamourösen Star ist. Doch ganz spontan rückt Limbach-Oberfrohna sehr dicht an die bröckelnde Fassade der Mimi Balu heran und Mimi hat alle Hände voll zu tun, den Schein aufrechtzuerhalten. Und dann stürzt auch noch ein familiäres Ereignis über sie herein, das sie ihr eigenes Leben endlich mal aus ganz anderer Sicht sehen lässt …

Fazit:
Das Cover ist ein absoluter Hingucker und mir damals schon in der Verlagsvorschau direkt ins Auge gesprungen: blauer Wölkchen-Himmel als Hintergrund, darunter in schwarzen Scherenschnitt-Umrissen die Skyline von London und darüber Mimi Balu, die auf einer Schaukel in die Wolken schaukelt. Die Schrift des Titels ist als Kontrast in cyclam-farbenen Buchstaben und wirkt verspielt. Ich finde das Cover wirklich toll gelungen und sehr passend an die Story angelehnt, weil sich im Cover schon zeigt, dass Mimi Balu eine kleine Traumtänzerin ist.
Die Story an sich mit ihren 301 Seiten (inkl. Danksagung) auf 21 Kapitel optimalster Leselänge verteilt und die Seitenanzahl liegt genau in dem Bereich, die ich für einen Roman absolut angenehm finde.
Trotz der sehr kontrastreichen Ortswechsel zwischen London und Limbach-Oberfrohna und den nicht minder kontrastreichen Haupt- und Nebencharakteren dieses Romans, kommt man sehr gut in die Geschichte hinein und man merkt gleich zu Beginn, dass es sich hier um eine sehr ungewöhnliche Frau mit einer sehr ungewöhnlichen Familiengeschichte und einem ganz verzweigten Lebensweg handelt, der noch einiges zu bieten hat.
Mich hat dieses Buch und der besondere Schreibstil von Kati Naumann von der ersten Seite an sehr gefesselt und ich habe in jeder freien Minute weitergelesen und wollte wissen, was als nächstes in dieser Story passiert.
Jedoch muss ich zugeben, dass Mimi Balu und ich im wahren Leben keine guten Freundinnen würden, weil ich keine so 100%ige Sympathie entwickeln konnte für sie und ihre Art, sich auf anderer Leute Kosten, ganz egoistisch ihre Träume zu verwirklichen und sich so über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten damit durchs Leben zu mogeln. Das kann aber auch durchaus daran liegen, dass ich solche Verhaltensweisen aus der eigenen Familie leider nur zu gut kenn :-(.
An der ein oder anderen Stelle hat mich dieser sorglose Egoismus von Mimi und ihre unreife Art schon ziemlich verärgert.
Am liebsten mochte ich in der Geschichte wirklich Oma Trude, die niemals verzagt, immer eine Lösung hat und der Geschichte ganz viel Herzenswärme gegeben hat, ebenso wie Trudes Freundinnen, die viel Humor in die Story gebracht haben, der an manchen Stellen durch Mimis nörgelige Eltern und ihre griesgrämige Cousine Carmen, die man wirklich nicht unbedingt in seiner Verwandtschaft haben möchte, auch mal zu kurz kam, die jedoch als Dorf-Bevölkerung sehr treffend dargestellt sind.
Ich habe diesen ungewöhnlichen Roman wahnsinnig gerne gelesen und gebe hierfür sehr gerne eine 4***-Sterne-Leseempfehlung – dieser Roman hat neugierig gemacht auf weitere Romane von Kati Naumann 🙂

Ein ganz großes Dankeschön an Patricia Keßler vom Verlag Droemer Knaur für die Einladung zur Buchvorstellung von „Die große weite Welt der Mimi Blau“ in Berlin und an die bezaubernde Kati Naumann und ihre Familie für die tolle Lesung mit der passenden musikalischen Untermalung und die Goodie-Bag mit diesem unterhaltsamen Roman und anderen hübschen Sachen

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