Veras Weekly – ein ganz kleiner Wochenrückblick

📝 «Geplant»          Künftig mehr Blog-Beiträge außerhalb der üblichen Rezensionen posten

📚 «Gelesen»          „Strandperlen“ von Tanja Janz & „Ich brauche einen Tag zwischen Sonntag und Montag“ von Katrin Bauerfeind – beide toll

😊 «Gefreut»          über 3i tolle Buch-Gewinne – bin mal gespannt, wann der Poststreik die zu mir nach Berlin bringt

😳 «Überrascht»    von meinem Mann: Tickets geschenkt für ein Konzert von Jason Donovan (Held meiner Jugend) 2016 in GB ❤

🍴 «Gegessen»       leckeren Spargel und ich bin schon traurig, wenn die Spargel-Saison Ende Juni endet 😦

😡 «Geärgert»        über meine Tollpatschigkeit und meinen Sturz am Freitag in der Mittagspause mit ein paar Blessuren

👂«Gehört»             Radio: 94,3rs2 Berlin

💻 «Gemailt»          mit einigen lieben Freunden, die mein Leben schon so viele Jahre bereichern – und auf die ich sehr stolz bin 🙂

👀 «Gesehen»        zig Dortmund-Fans hier in Berlin & das DFB-Pokalfinale gestern im TV – Gratulation an Wolfsburg

💖 «Geknuddelt»  ganz viel mit meinen Katzen Mary & Joelle & viele Glückshormone ausgeschüttet dabei 😉

💶 «Gekauft»         diverses im Online-Shop der niederländischen Kette HEMA

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Von Ängsten, Mängelexemplaren, alter Heimat und wunderbaren Freunden …

Nun ist es schon wieder ziemlich genau drei Wochen her, dass ich in meine alte Heimat Köln musste …
Ich schreibe hier bewusst „musste“, weil ich Köln ja im Oktober 2013 – ein Jahr, das für mich, wie auch „Köln“ mit einer Menge schlechten Erinnerungen behaftet ist und wo mein Leben wirklich in Trümmern lag – in Richtung Berlin verlassen habe, um hier einen kompletten Neuanfang zu wagen, der mir auch wirklich so richtig gut getan hat und eigentlich schon viel länger fällig gewesen wäre und mir sicher Einiges erspart hätte …

Am 07.05. ging es hier morgens um 6:30 Uhr los, der Wecker klingelte bereits um 5 Uhr – selbst für unseren 4-beinigen Plüsch-Wecker Mary noch zu früh 😉
Mein Smart sollte mittags pünktlich als Leasingrückläufer beim Smart-Händler im Rheinland sein.

Schon Tage vorher hatte ich Panik-Attacken – allerdings weniger wegen der Fahrzeug-Rückgabe als mehr wegen der Rückkehr in die Stadt, mit der ich immer noch so viel Schlimmes verbinde.
Zum Glück hatte ich aber gar nicht viel Zeit darüber nachzudenken, weil wir nach der Fahrzeugrückgabe permanent von lieben Menschen umgeben waren, die meine Geschichte kennen und mir die Rückkehr wirklich leicht gemacht haben.
Beim Autohändler sind wir von lieben Freunden abgeholt worden und haben dort noch einen Kaffee getrunken und sind von da aus dann in die Kölner Innenstadt gefahren – vorbei an meinem ehem. Dienstgebäude, wie mir erst später bewusst wurde. Daran erkenne ich für mich, dass ich mit manchen Dingen wirklich abgeschlossen habe – das hätte jede x-beliebige Stadt und jedes x-beliebige Gebäude sein können 😉

In der Innenstadt war unsere allererste Station das Burger-Restaurant „Die fette Kuh“ in der Südstadt, wo wir zu Kölner Zeiten Stammgäste waren – dort gibt es nicht nur die besten Burger der Stadt, sondern garantiert die besten der Welt 🙂 – die haben wir in Berlin wirklich total vermisst – alleine deshalb ist Köln dann doch noch mal eine Reise wert ;-). Auch unsere Freunde, die „Die fette Kuh“ noch nicht kannten und denen wir immer davon vorgeschwärmt haben, waren begeistert. Ich kann das jedem nur empfehlen, der mal in Köln sein sollte, denn dort ist wirklich alles hausgemacht: das Wolfen des Rindfleischs für die Burger, Pommes, Dips, Entwicklung der teilweise ausgefallenen Kreationen und ein hauseigenes Craft-Beer gibt es mittlerweile auch dort.

Von da aus haben wir dann einen Spaziergang durch die Südstadt, hier speziell durch die Severinstraße, gemacht bei tollstem Sonnenschein. Ich war einmal mehr erstaunt über das Sterben von Läden und Gastronomie in der Ecke, aber irgendwie scheint das zum heutigen Geschäftsleben einfach dazu zu gehören.

Das nächste Treffen war dann am späteren Nachmittag mit meiner liebsten und ältesten (also vom Dauer der Freundschaft her) Freundin Marion – wir kennen uns quasi seit sie auf der Welt ist. Wir hatten uns über 1 J. lang nicht gesehen und hatten entsprechend viel nachzuholen – mit Marion bin ich schon früher immer am liebsten auf der Schildergasse shoppen gegangen. Nachdem wir an ein paar Klamotten- und Schuhläden nicht vorbeigehen konnten, sind wir dann in meinem Element angekommen: Die Mayersche Buchhandlung am Kölner Neumarkt – immer noch meine allerliebste Lieblingsbuchhandlung 🙂 – und die hatte glücklicherweise ihre 2x jährlich stattfindenden (Mai und September) „Taschenbuchtage“, an denen Mängelexemplare und Überproduktionen verramscht werden. Da ich die meisten Bücher, die mich interessierten, schon hatte, konnte ich aber meine „Begleitpersonen“ anstecken, noch ein paar günstige Taschenbücher zu kaufen 😉

Ich war allerdings ein wenig betrübt: Zum Einen hatte die Mayersche Buchhandlung ihre Preispolitik für die Taschenbuchtage offenbar neu strukturiert und den Startpreis bei 4,99 € pro Buch festgelegt (früher waren es 3,99 €, davor irgendwann sogar mal 2,99 € – und zum Ende der Taschenbuchtage wurde der Preis dann gesenkt) – was jetzt aber nicht so schlimm war, denn mit der Kult-Karte der Mayersche (in deren Besitz ich glücklicherweise noch immer bin) gibt es auf alle Artikel ohne Buchpreisbindung, wozu auch Mängelexemplare gehören, nochmal 20% Rabatt! Echt lohnenswert!  Zum Anderen war ich etwas schockiert, welche Buchtitel sich schon alles in den Wühltisch-Kisten wiederfanden: Bücher, die zum Teil vor noch nichtmals  1 Jahr erschienen waren und die ich vor Kurzem entweder zum Normalpreis gekauft oder mit Rezensionsverpflichtung von Verlagen angenommen habe. Man konnte bei diesen Büchern ganz klar erkennen, dass diese bewusst zu einem Mängelexemplar gemacht wurden, da alle an der gleichen Stelle eingeritzt waren. Ich finde das für die Autorinnen und Autoren auch ziemlich traurig – das ist mir noch lange nachgegangen und hat mich beschäftigt. Vielleicht ist der Grund für die neue Preispolitik auch, dass sich zunehmend Buch-Titel neueren Erscheinungsdatums auf den Wühltischen befinden. Ich war auf jeden Fall voll in meinem Element in dieser tollen Buchhandlung *seufz*

Danach ging es dann weiter zu Primark, wo Marion und ich ebenfalls in unserem Element waren – die Kölner Filiale kannte ich ja noch gar nicht, weil die erst nach meinem Wegzug eröffnet wurde.

Eigentlich wären wir dann gerne zu Starbucks am Neumarkt oder in der Breite Str. gegangen, aber weder die eine noch die andere Starbucks-Filiale gab es noch (sehr verwunderlich irgendwie) und wir mussten noch ein ganzes Stück laufen bis zum nächsten Starbucks.

Bevor es dann zum Flughafen ging, haben wir noch einen kurzen Halt bei der liebsten Ersatz-Mama der Welt eingelegt – das war so schön, Marion’s Eltern wieder zu sehen und in den Arm zu nehmen und so viel Herzlichkeit entgegengebracht zu bekommen ❤
Um 20:45 Uhr ging dann der Heimflug nach Berlin – auch irgendwie komisch, da heim ja früher immer die entgegengesetzte Richtung war 😉
Ich freue mich schon ganz doll darauf, wenn mich Marion dann im Sommer im Berlin besucht und ich mit ihr meine neue, wundervolle Heimat unsicher machen kann ❤

Mir hat es sehr leid getan, dass ich nicht mehr von den lieben Menschen treffen konnte, mit denen ich in Köln (auch z. B. auch in Duisburg und anderenorts in NRW) noch immer so guten Kontakt habe! Mein Plan ist es, im September vielleicht nochmal für 1 Tag nach Köln zu fliegen – bevorzugt dann, wenn die Mayersche Buchhandlung die nächsten Taschenbuchtage hat 😛 und dann ab mittags alle Menschen zu treffen, die mir wichtig sind, darunter auch einige Ex-Kolleginnen 🙂

Als Fazit kann ich sagen, dass mir der gezwungene Tagestrip nach Köln richtig gut getan hat und ich gemerkt habe, dass mir einige Menschen hier doch ziemlich fehlen.
Mit der jetzigen räumlichen und mentalen Distanz betrachtet, ist ein Besuch in Köln immer mal drin, aber ohne jegliche Emotionen für diese Stadt, die auf der einen Seite von den örtlichen Begebenheiten noch sehr vertraut ist, andererseits aber auch irgendwie ziemlich weit weg ist mental, nur meine dortigen Herzensmenschen sind mir noch sehr nahe ❤

Trotz Allem, was mir so widerfahren ist und mich temporär seinerzeit zu einem Wrack demontiert hat, so bin ich – was ich mir niemals hätte vorstellen können – doch gestärkt aus Allem herausgegangen!
Ich lebe in meiner Traumstadt Berlin nun ein Leben, das trotz geringerem Verdienst, viel schöner und lebenswerter ist, als mein Leben in Köln jemals war und mir geht es wunderbar hier! Manchmal ist ein Re-Start im Leben einfach mal nötig, auch, wenn ich auf die Umstände, wie es dazu kam, sehr gerne verzichtet hätte! Mein Leben hier hat mir ganz neue Horizonte und Möglichkeiten eröffnet und mich wieder glücklich werden lassen, wofür ich einfach dankbar bin 🙂

Rezension: Caro Martini – „Beim nächsten Mann links abbiegen“

imageFakten:
Taschenbuch, dtv, erschienen: 01.05.2015, 252 Seiten, 8,95€

Autorin:
Caro Martini ist ein Pseudonym der deutschen, 1968 in Jena geborenen Autorin Ulrike Rylance, die zudem auch noch unter dem Namen Ulrike Herwig veröffentlicht. Sie studierte Germanistik und Anglistik in Leipzig und London, wo sie nach dem Studium auch als Deutsch-Lehrerin arbeitete. Später verschlug es sie in die USA, wo sie heute mit ihrer Familie, die Mann, Kinder und einige Haustiere umfasst, in Seattle lebt. 2010 begann sie mit der Veröffentlichung von nunmehr zahlreichen Kinder- und Jugendromanen unter ihrem realen Namen Ulrike Rylance. Seit 2011 veröffentlicht sie fast jährlich unter dem Namen Ulrike Herweg ihre Frauen-Romane: „Martha im Gepäck“ (2011), „Mein Gott, Wanda“ (2012), „Sag beim Abschied leise Blödmann“ (2013) und im Dezember 2015 dann wieder „Oskar an Bord“. Der Name „Caro Martini“ steht für mystische Frauen-Romane. Mehr Infos gibt es auf der tollen Homepage der Autorin: http://www.ulrikerylance.com.

Handlung:
Lucie Stein ist liebenswürdig und ein wenig verpeilt: Seit sechs Jahren arbeitet sie an der Uni als Sekretärin des smarten Professors David Engelbrecht, an den sie heimlich ihr Herz verloren hat und der ihre Schwäche für ihn gerne schon mal dienstliche Belange übermäßig ausnutzt. Aber auch ansonsten läuft es nicht so richtig rund in Lucies Leben, bis ihr auf einem Trödelmarkt ein geheimnisvoller Mann ein ganz besonderes Navi verkauft, das zwar irgendwie nie bereit ist, die von Lucie eingegebenen Weg zu fahren, aber Lucie fortan mit der Stimme von George Clooney durchs Leben leitet. Lucie trifft an Orte und auf Personen, die ihr ansonsten gewiss niemals begegnet wären und sie erreicht ganz neue Ziele in ihrem Leben, von denen sie bisher noch nicht einmal was geahnt hat …

Fazit:
Das Cover ist von den Farben und der Gestaltung an sich her so, dass man es im Buchladen gleich mal neugierig in die Hand nimmt – sehr ansprechend und vom Inhalt der Story inspiriert ohne allzu viel darüber zu verraten.
Die Story ist auf ihren 252 Seiten auf viele kleinere Kapitel in überschaubarem Schriftbild und perfekter Leselänge eingeteilt – genau, wie ich es beim Lesen bevorzuge.
Ich hatte dieses Buch schon länger im Auge und auf meiner Wunschliste, weil es mich bei der Durchsicht der Frühjahrs-Verlagsvorschau von dtv direkt angesprochen hatte und weil die Geschichte total außergewöhnlich klingt. Daher war ich sehr erfreut, als ich gefragt wurde, ob ich das Buch gerne lesen und rezensieren und auf meinem Blog vorstellen möchte. Ich habe das Buch dann auch – neugierig, wie ich bin – gleich mal vorgezogen.
An dieser Stelle muss ich vielleicht auch mal erwähnen, dass ich für gewöhnlich keine Bücher lese, wo mir die Story zu abwegig, unrealistisch oder übersinnlich erscheint, weil ich mich eigentlich eher schlecht auf Stories einlassen kann, die irgendwie auch nur minimal in Richtung Fantasy oder Mystik gehen.
Bei diesem wunderbaren Roman war es aber von Anfang an anders, da die Mystik hier – ganz modern – durch ein technisches Gerät, nämlich dem außergewöhnlichen Navi der Geschichte den richtigen Kick gibt. Die Idee zu dieser Geschichte ist einfach toll und hebt sich dadurch besonders von anderen Frauen-Romanen ab – einfach eine total süße Idee und mal was ganz Anderes, als all die anderen Love-Stories.
Dass Lucie Stein Sekretärin an der Uni ist, macht sie mir gleich mal sympathisch – kommt mir irgendwie bekannt vor ;-).
Der Schreibstil ist außergewöhnlich und sehr humorvoll – ich mochte die Story von der ersten Seite an und hatte enorm viel Spaß und Freude beim Lesen.
Besonders lachen musste ich, als das Navi beginnt, sich gleich auch mal für das Wohlergehen von anderen Personen, die Lucies Weg kreuzen, verantwortlich zu fühlen, aber das sollt und MÜSST Ihr einfach selbst lesen!!!
Lasst Euch von dieser wunderbaren, modernen mystischen Geschichte, für die ich glatte 5 von 5***** Sternen gebe, ebenfalls ein bisschen be- und verzaubern ❤

Ein ganz herzliches Dankeschön an Ulrike Rylance für die Überlassung dieses wunderbaren Romans als Rezensionsexemplar! Das Buch stand ja auf meiner Wunschliste und ich habe mich sehr gefreut, es für meien Blog zu lesen und rezensieren zu dürfen – und natürlich auch vielen Dank an dtv 🙂

Rezension: Kati Naumann – „Die große weite Welt der Mimi Balu“

imageFakten:
Taschenbuch, Knaur, erschienen: 01.04.2015, 301 Seiten, 8,99€

Autorin:
Kati Naumann, Jahrgang 1963, ist gebürtige Leipzigerin, verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Sie ist ein absolutes Multi-Talent: Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums der Museologie arbeitete sie zunächst für zwei Leipziger Museum (Buchmuseum der Deutschen Bücherei Leipzig und Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig). Wie gut sie schreiben kann, bewies sie durch das Schreiben von lyrischen Texten und Gedichten, aber auch durch Songtexte für unterschiedliche Musiker. Außerdem ist das Leipziger Erfolgsmusical „Elixier“, welches in Zusammenarbeit mit dem Musiker der „Prinzen“, Tobias Künzel, entstand ein ganz großer Meilenstein in der künstlerischen Karriere von Kati Naumann. Sie schrieb Drehbücher u. a. für das ZDF, unterstützte mit ihrer Mitarbeit diverse Musiksendungen des NDR und entwickelte Hörspiele für Kinder für Universal Music, die aktuell auch noch weiter fortgesetzt werden. Ihren ersten Roman mit dem Titel „Was denkst Du?“ veröffentlichte sie 2001 bei Kindler und 2003 nochmals bei Rowohlt, 2004 dann die poetische Liebesgeschichte „Alte Liebe“. Seit 2013 veröffentlicht sie ihre Romane bei Knaur, zunächst „Die Liebhaber meiner Töchter“ und nun 2015 „Die große weite Welt der Mimi Balu“. Kati Naumann lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Leipzig und London. Detailliertere Infos finden sich auf der tollen Website der Autorin: http://katinaumann.de.

Handlung:
Michaela Balutzke aus Limbach-Oberfrohna, hat, seit sie Anfang der 90er Jahre aus ihrer sächsischen Heimat nach London geflüchtet ist und dort ein mehr oder weniger schillerndes Leben lebt, auch kurz vor ihrem 40. Geburtstag den Traum von der ganz großen Karriere nicht aufgegeben. Nachdem sie bereits zahlreiche künstlerische und handwerkliche Diplome, Zertifikate und Bescheinigungen in London erworben hat mit darauffolgenden kleinen Jobs als Malerin, Maskenbildnerin, Bildhauerin, Schneiderin und ganz viel mehr – dabei immer zahlungskräftig unterstützt von ihrer Oma Trude in der Heimat – soll es dieses Mal nun unter dem Künstlernamen Mimi Balu als Sängerin klappen. Für einen scheinbar sehr lukrativen Auftritt in London verlässt sie sogar Hals über Kopf und absolut nicht ungerne ihre sächsische Heimat, wo sie eigentlich ihren 40. Geburtstag feiern sollte. Schließlich glauben ihre Familie und die Dorf-Bewohner von Limbach-Oberfrohna schon seit Jahren, dass sie in London auf dem besten Weg zu einem glamourösen Star ist. Doch ganz spontan rückt Limbach-Oberfrohna sehr dicht an die bröckelnde Fassade der Mimi Balu heran und Mimi hat alle Hände voll zu tun, den Schein aufrechtzuerhalten. Und dann stürzt auch noch ein familiäres Ereignis über sie herein, das sie ihr eigenes Leben endlich mal aus ganz anderer Sicht sehen lässt …

Fazit:
Das Cover ist ein absoluter Hingucker und mir damals schon in der Verlagsvorschau direkt ins Auge gesprungen: blauer Wölkchen-Himmel als Hintergrund, darunter in schwarzen Scherenschnitt-Umrissen die Skyline von London und darüber Mimi Balu, die auf einer Schaukel in die Wolken schaukelt. Die Schrift des Titels ist als Kontrast in cyclam-farbenen Buchstaben und wirkt verspielt. Ich finde das Cover wirklich toll gelungen und sehr passend an die Story angelehnt, weil sich im Cover schon zeigt, dass Mimi Balu eine kleine Traumtänzerin ist.
Die Story an sich mit ihren 301 Seiten (inkl. Danksagung) auf 21 Kapitel optimalster Leselänge verteilt und die Seitenanzahl liegt genau in dem Bereich, die ich für einen Roman absolut angenehm finde.
Trotz der sehr kontrastreichen Ortswechsel zwischen London und Limbach-Oberfrohna und den nicht minder kontrastreichen Haupt- und Nebencharakteren dieses Romans, kommt man sehr gut in die Geschichte hinein und man merkt gleich zu Beginn, dass es sich hier um eine sehr ungewöhnliche Frau mit einer sehr ungewöhnlichen Familiengeschichte und einem ganz verzweigten Lebensweg handelt, der noch einiges zu bieten hat.
Mich hat dieses Buch und der besondere Schreibstil von Kati Naumann von der ersten Seite an sehr gefesselt und ich habe in jeder freien Minute weitergelesen und wollte wissen, was als nächstes in dieser Story passiert.
Jedoch muss ich zugeben, dass Mimi Balu und ich im wahren Leben keine guten Freundinnen würden, weil ich keine so 100%ige Sympathie entwickeln konnte für sie und ihre Art, sich auf anderer Leute Kosten, ganz egoistisch ihre Träume zu verwirklichen und sich so über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrzehnten damit durchs Leben zu mogeln. Das kann aber auch durchaus daran liegen, dass ich solche Verhaltensweisen aus der eigenen Familie leider nur zu gut kenn :-(.
An der ein oder anderen Stelle hat mich dieser sorglose Egoismus von Mimi und ihre unreife Art schon ziemlich verärgert.
Am liebsten mochte ich in der Geschichte wirklich Oma Trude, die niemals verzagt, immer eine Lösung hat und der Geschichte ganz viel Herzenswärme gegeben hat, ebenso wie Trudes Freundinnen, die viel Humor in die Story gebracht haben, der an manchen Stellen durch Mimis nörgelige Eltern und ihre griesgrämige Cousine Carmen, die man wirklich nicht unbedingt in seiner Verwandtschaft haben möchte, auch mal zu kurz kam, die jedoch als Dorf-Bevölkerung sehr treffend dargestellt sind.
Ich habe diesen ungewöhnlichen Roman wahnsinnig gerne gelesen und gebe hierfür sehr gerne eine 4***-Sterne-Leseempfehlung – dieser Roman hat neugierig gemacht auf weitere Romane von Kati Naumann 🙂

Ein ganz großes Dankeschön an Patricia Keßler vom Verlag Droemer Knaur für die Einladung zur Buchvorstellung von „Die große weite Welt der Mimi Blau“ in Berlin und an die bezaubernde Kati Naumann und ihre Familie für die tolle Lesung mit der passenden musikalischen Untermalung und die Goodie-Bag mit diesem unterhaltsamen Roman und anderen hübschen Sachen

Rezension: Tina Brömme – „Maybe you. Entscheide sich, wer kann!“

 

imageFakten:
Taschenbuch, LYX EGMONT, erschienen: 02.04.2015, 661 Seiten, 12,99€
(auch als eBook erhältlich, wobei jeder der Handlungsstränge als eigener Teil erworben werden muss, der Basis-Part bis S. 51 ist gratis)

Autorin:
Bettina Brömme wurde 1965 in Karlsruhe geboren. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Volontariat beim Burda-Verlag in Offenburg (als Voraussetzung für ihr Studium) und anschließend studierte sie in Bamberg Journalistik, Kunstgeschichte und Germanistik mit Diplom. 1998 erschien bei Reclam Leipzig ihr erster Frauenroman „So toll kann doch kein Mann sein“, der gleich ein Bestseller wurde. Neben ihrer Arbeit als Schriftstellerin in unterschiedlichen Genres – sie liebt das Schreiben von spannenden Jugend-Thrillern genauso wie das witziger Frauen-Romane – arbeitet sie für die Unterhaltungsredaktion des Bayrischen Rundfunks, was ein guter Anschluss an vorherige Jobs in der Film-Branche ist. Ihr nächster Frauen-Roman bei LYX EGMONT ist für das Frühjahr 2016 geplant, vorher können sich die Leserinnen auch noch mit ihrem 2011 im Gmeiner-Verlag erschienenen Frauen-Roman „Weißwurst für Elfen“ amüsieren. Tina Brömme lebt mit ihrer Familie in München. Weitere Infos über die Autorin gibt es auf ihrer Homepage: http://www.bettinabroemme.de/.

Handlung:
Die junge Annika kehrt nach einem Auslandsaufenthalt in Neuseeland nach München zurück und als Mitarbeiterin eines Online-TV-Senders. Ehe sie sich versieht, buhlen plötzlich drei Verehrer um ihre Gunst: Ihr anhänglicher Ex-Freund Tim (der immer noch in sie verliebt ist – oder vielleicht auch nur in die Idee, in sie verliebt zu sein?), der verrrückte Lebens- und Kletterkünstler Kuschi und der etwas abgehobene Shooting-Star am deutschen Schauspielhimmel: Malik – und ihr Neuseeland-Boyfriend Josh, mit dem Annika regelmäßig Video-Chats abhält, ist auch noch nicht vergessen. Annika, deren Entscheidungsprobleme normalerweise schon morgens beim Anziehen beginnen und sich über das Frühstück fortsetzen, ist hoffnungslos überfordert, für wen sie sich entscheiden soll. Genau an dieser Stelle kommen die Leser/innen ins Spiel, weil dieses Buch nämlich etwas ganz Besonderes ist: Es enthält unterschiedliche Handlungsstränge für die drei männlichen Protagonisten Tim, Kuschi und Malik und nach der Basic-Story hat man dann selbst nach Seite 51 die Möglichkeit, sich für einen Mann (und somit für einen Handlungsstrang) für Annika zu entscheiden und zu schauen, wie ihr Leben dann so weitergeht mit der getroffenen Auswahl. Und wenn man mit der eigenen Entscheidung für Annika unglücklich ist, kann man die anderen Handlungsstränge natürlich auch noch verfolgen 😉

Fazit:
Das Cover ist zwar durch die Umrisse der Figuren etwas kryptisch dargestellt, könnte aber gar nicht besser passen und hat somit auch etwas Geheimnisvolles: Oben links eine weibliche Figur, also definitiv Annika, darunter ein weißes Wollknäuel, das wohl ihr Entscheidungsgewirr veranschaulicht und darin der Titel des Buches. Aus dem Knäuel laufen drei Fäden heraus auf drei in Umrissen unterschiedlich dargestellte Männer (Kuschi, Tim und Malik) – ich finde es perfekt, weiß aber nicht, ob ich auch diesen Grünton als Hintergrund-Farbe gewählt hätte, aber die schöneren Farben waren wohl hier den eBook-Parts vorbehalten 😉
Bis Seite 51 gibt es in dem Buch eine Basis-Handlung, in der man etwas über Annika erfährt und auch „ihre“ Jungs kurz kennenlernt und die Zusammenhänge, wie sie zu Annika so stehen.
Danach hat man dann als Leser/in, die Qual der Wahl. Einen „Point of no return“ gibt es in dem Buch nicht: Wenn man während des Lesens merkt, dass man selbst mit diesem Handlungsstrang nicht so glücklich ist, kann man nach dessen Lektüre (pro Handlungsstrang in der Regel zwei Teile) seine Auswahl ändern. Aber davon sollen sich Leser/innen selbst überraschen lassen.
Dieses Buch hatte ich bis vor Kurzem noch gar nicht auf dem Plan und es ist quasi so in mein Lese-Leben gepurzelt, als mich Bettina Brömme fragte, ob ich mit meinem Blog an einer Blogtour zu diesem Roman teilnehmen möchte. Da ich Bettinas ersten Roman damals („So toll kann doch kein Mann sein“) damals mit großer Begeisterung gelesen habe, musste ich nicht lange überlegen. Als ich mich auch noch auf der vom Verlag wirklich toll gestalteten und gefüllten Internet-Seite zu diesem Roman mit der Handlung vertraut gemacht hatte (http://www.egmont-lyx.de/welt/maybe-you/inhalt/), war es keine Frage mehr, dass dieser Roman genau richtig für mich ist. Außerdem ist er wirklich etwas ganz Spezielles, wenn wo sonst darf der Leser die Handlung sozusagen mitbestimmen?!
Auch bei „Maybe you“ überzeugt mich Bettina Brömme direkt wieder durch ihren flotten, humorvollen Schreibstil, der mich gleich zu Beginn der Story lachen lässt 😉
Zwischendurch „überschlägt“ sich die Handlung immer mal ein wenig, aber so bleibt die Story unterhaltsam und mobil.
Ich musste selbst beim Lesen leider feststellen, dass ich genauso ungerne und genauso schlecht Entscheidungen treffen kann wie auch Annika 😉
Wirklich klasse ist, dass irgendwie alles optional bleibt in der Geschichte und es am Ende doch noch genau so kommt, wie ich mir erhofft hatte …
Von mir gibt es für diesen wirklich ganz besonderen Roman eine 4****-Sterne-Empfehlung 🙂

Liebe Tina Brömme, ganz herzlichen Dank, dass Du mich gefragt hast, ob ich mit meinem Blog an dieser tollen Blogtour teilnehmen will – das hat wirklich Spaß gemacht!
Und auch vielen Dank an LYX EGMONT für die schnelle Übersendung dieses Rezensionsexemplars, mit dem ich mich noch zügig auf die Blogtour vorbereiten konnte 🙂

Auslosung Gewinner/in Blogtour „Maybe you? Entscheide sich wer kann!“ von Tina Brömme

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imageimageIhr Lieben – es ist soweit:

Unter den 3 gültigen Teilnahmen habe ich eine Gewinnerin ausgelost!!!

Über ein signiertes Exemplar des Entscheidungs-Romans „Maybe you? Entscheide sich wer kann!“ von Tina Brömme mit einer Wunsch-Widmung darf sich freuen:

KATJA K. aus Kastellaun

Herzlichen Glückwunsch und ganz viel Freude mit dem Buch, das ich selbst in den nächsten Tagen auch noch rezensieren werde!

Ich werde Deine Adress-Daten an Tina Brömme weitergeben, die sich dann mit Dir wegen einer Wunsch-Widmung in Verbindung setzen wird!

Und alle anderen, die sich für das Buch interessieren haben teilweise noch bis morgen auf den anderen teilnehmenden Blogs die Möglichkeit zur Teilnahme und können dort noch Ihr Glück versuchen! Euch viel Erfolg!