Rezension: Silvia Konnerth – „Knutschflecke gibt’s später“

imageFakten:
Taschenbuch, CreateSpace Independent Publishing Platform, erschienen: 21.07.2014, 281 Seiten, 9,99€ (auch als E-Book erhältlich, Preisgestaltung des E-Books variiert)

Autorin:
Die deutsche Selfpublisherin Silvia Konnerth, Jahrgang 1980, wurde in Frechen in der Nähe von Köln geboren und wuchs in Bedburg/Erft auf. Schon als Kind und jugendliche entdeckte sie das Schreiben als ihre große Leidenschaft: Sie pflegte Brieffreundschaften auf der ganzen Welt und war Mitglied der Redaktion einer Schülerzeitung. Das Schreiben zum Beruf machte sie jedoch zunächst nicht, sondern absolvierte eine Ausbildung zur Speditionskauffrau. Der Liebe wegen verschlug es sie nach Norddeutschland, wo sie heute auch noch mit Mann und Tochter lebt. Nach der Elternzeit konzentrierte sie sich wieder auf das Schreiben und erlernte dieses Handwerk nun per Fernstudium. Mit „Knutschflecke gibt’s später“ veröffentlichte sie im Sommer 2014 im Selbstverlag ihren Debütroman und arbeitet aktuell an einer Fortsetzung.

Handlung:
Anna leidet: Ihr Freund Tom hat sie nach acht gemeinsamen Jahren verlassen und lediglich einen kleinen blauen Zettel als Abschiedsbrief hinterlassen. Als Anna nach mehr als 2-wöchiger Trauerphase erstmals wieder das Haus verlässt, läuft sie zufällig geradewegs ihrer Jugendliebe Felix, dem Sohn ihrer Nachbarn, in den sie mit 15 mal heiß und innig verknallt war, in die Arme. Blitzschnell kochen die Gefühle von damals hoch, die dieses Mal auch von Felix‘ Seite da sind und aus den beiden wird ein Paar. Durch plötzlich wieder auftauchende Ex-Partner, wachsamen Eltern und jeder Menge Missverständnissen haben die Beiden es aber zunächst nicht leicht …

Fazit:
Das Cover, auf dem ein küssendes Comic-Pärchen (ich gehe davon aus, dass das Anna und Felix sein sollen) auf einer romantisch-schnörkeligen Bank sitzt mit jeder Menge Herzchen darüber und blauem Hintergrund ist nett und ansprechend und lässt auf einen humorvollen Liebesroman schließen.
Die 281 Seiten sind in 11 Kapitel aufgegliedert plus Prolog, Dankes- und Nachwort. Die Kapitel sind meist recht lang. Der Schrifttyp ist sehr angenehm und die Seiten durch den breiten Rundum-Rand angenehm aufgeteilt. Nur manchmal stört es, dass z. B. zwei Zeilen einer E-Mal noch auf der Seite zuvor sind oder die letzten beiden Worte eines Kapitels nochmal auf eine neue Seite gedruckt wurden, aber darauf hat man selbst wahrscheinlich keinen Einfluss, wenn die Datei einmal zum Druck aufgegeben wurde.
Sehr schön finde ich die Idee, jedes neue Kapitel mit dem Spruch einer berühmten Persönlichkeit einzuleiten.
Sowohl das Cover als auch der Klappentext lassen bei diesem Buch einen locker-leichten ChickLit-Roman vermuten, weshalb das Buch, welches mir über Amazon empfohlen wurde, auch auf meiner Wunschliste landete.
Der Roman fängt eigentlich richtig temporeich und spritzig an, witzige Dialoge mit dem gut eingesetzten Sprachwitz der Autorin und die humorvollen Szenen mit Annas Eltern, aber irgendwann während des Buches dachte ich, dass weniger manchmal definitiv mehr ist! Hätte ich vorher gewusst, dass die Handlung stückweise in einen Erotik-Roman abflacht, was so überhaupt nicht mein Genre ist, hätte ich das Buch wahrscheinlich eher nicht gelesen. Denn ein wirklich guter ChickLit-Roman lebt eigentlich genau von der Kunst, dass er keine im Detail geschilderten Erotik-Parts braucht, sondern die Leser_innen auf andere Weise – oft mit humorvollen Andeutungen – schon bestens unterhalten kann.
Die Charaktere, die leider ziemlich viele Klischees bedienen, entwickeln sich innerhalb der Story irgendwie nicht mehr wirklich weiter. Nur die Dialoge bleiben witzig und einfallsreich.
Die Geschichte hat ein enormes Tempo aufgenommen und ich hatte zwischendurch immer wieder den Eindruck, dass die beiden Protagonisten sich eigentlich gar nicht kennen, denn richtige Emotionen und Romantik – also so richtig was für’s Herz – und ein wenig Tiefgang in der Story an sich habe ich wirklich vermisst.
Leider endet das Buch dann auch mit einem typischen, in Frauen-Romanen so gerne verwendeten Klischee als Allheilmittel für das ganz große Glück.
Ich möchte das Können der Autorin auf keinen Fall herabsetzen, denn ich hatte auch durchaus vergnügliche Lesemomente mit diesem Roman. Aber wahrscheinlich liegt es einfach an mir selbst, weil ich schon so unglaublich viele ChickLit-Romane gelesen habe, dass ich das Ganze einfach zu kritisch betrachte und andere Erwartungen habe. Aber das ist nun mal meine ganz persönliche Meinung zum Buch, die aber nur einen winzig kleinen Anteil an der Gesamtheit der Rezensionen hat. Wenn andere Personen dieses Buch lesen kann deren Eindruck durchaus wieder ganz anders ausfallen.
Ich vergebe hier 3*** mit der Tendenz in Richtung 4 und eine Lese-Empfehlung für alle ChickLit-Neulinge, die gern mal was Witziges zwischendurch lesen möchten.

Ich danke Silvia Konnerth ganz herzlich für die Überlassung dieses Rezensionsexemplars und wünsche ihr wirklich von Herzen ganz viel Erfolg mit der Fortsetzung, in der es wohl dieses Mal um Annas Freundin Kerstin und ihren Freund Enrico gehen wird 🙂

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