Mein „außerbuchiges“ Leseverhalten ;-)

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Heute gibt es nach längerer Zeit mal wieder einen Artikel bzw. eine Kolumne von mir und zwar zu einem Thema, zu dem ich mich ganz zu Anfangszeiten meines Blogs schon mal ausgelassen hatte – im Januar 2013 „Das gedruckte und illustrierte Wort“ (das Foto zum damaligen Bericht ist leider in den Weiten des WWW verschollen 😉 …).

Seither hat sich allerdings nicht nur mein Leseverhalten hinsichtlich Presseerzeugnissen deutlich verändert, sondern eigentlich mein ganzes Leben inkl. Wohnort, Job usw. und ich finde, dass das Lese-Verhalten auch immer ein wenig abhängig ist von der aktuellen persönlichen Situation.

Ich bin ja immer noch der Meinung, wenn man gerne liest, sollte man eigentlich für alle publizierenden Medien offen sein und nicht ausschließlich für Bücher, weil man sich da viel zu sehr auf das fiktionale Geschehen beschränkt und das Leben spielt sich ja nun mal nicht nur in erfundenen Geschichten ab …

Und nur weil man auch mal gerne Zeitschriften liest, verblödet man nicht gleich – das würde eher passieren, wenn man nicht alle Kanäle des Informationsflusses nutzen würde, wenn man Interesse am Geschehen hat. Das wäre in etwa das Gleiche, als würde man jedem TV-Zuschauer unterstellen, nur Trash-TV zu schauen oder in seinem eigenen Unwissen gleich noch das ganze TV-Programm als Trash abzutun und sich dann, weil man diese Meinung hat, eben auch mal interessante, lehrreiche Doku-Sendungen entgehen zu lassen, von denen man sogar noch etwas lernen könnte 😉

Dazu muss ich allerdings sagen (wie auch schon im eingangs erwähnten Artikel bereits erwähnt), dass ich seit frühester Kindheit eine hohe Affinität zum gedruckten Wort habe und damit auch zu Presse-Erzeugnissen – ansonsten blieb dem damaligen Informationsbedürfnis ja nur noch Radio und TV.
Hinzu kam in meiner Jugend bereits ein ganz hohes Informationsbedürfnis in unterschiedlichsten Sparten. Wenn man irgendwo Broschüren zu irgendwelchen Themen anfordern oder mitnehmen konnte, dann tat ich das meistens. Und ich war mit 16 bereits Abonnentin des Pressespielgels aus Zeitungen und Zeitschriften der DDR der vom Gesamtdeutschen Institut in Berlin herausgegeben wurde, weil ich auch, wenn wir bei unseren Verwandten in der ehem. DDR zu Gast waren, mitreden und informiert sein wollte. Und auch ansonsten war ich immer sehr interessiert aufzusaugen, was in der Welt so passierte oder Neues kennenzulernen.

Noch heute beginnt für mich der Tag damit, dass ich meine abonnierte Tageszeitung aus dem Briefkasten fische – ich gehöre zu jenen altmodischen Menschen, für die der Tag nicht ohne ein solches, nach Druckerschwärze riechendem Exemplar beginnt – und fest in meinen Tagesablauf integriert ist in der Mittagspause auch das Ausfüllen des Kreuzworträtsels in jener Tageszeitung.
In Köln habe ich jahrelang zwischen dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Kölnischen Rundschau“ hin- und her geswitcht, bevor ich dann beim Stadt-Anzeiger hängen geblieben bin, der sich in den Jahren vor meinem Umzug nach Berlin auch kontinuierlich positiv weiterentwickelt hat.
Hier in Berlin ist es nun die „Berliner Morgenpost“ – wobei ich sagen muss, dass das schon immer meine Lieblingstageszeitung in Berlin war, auch als ich noch nicht hier gelebt habe, denn sie ist kein Boulevard-Blättchen und journalistisch eher anspruchsvoll und bietet viele Regional-Infos.
In Berlin ist allerdings oft Wohnort oder Herkunft abhängig davon, welche Tageszeitung man liest: So ist es im Ostteil der Stadt wohl lieber die „Berliner Zeitung“ und das Boulevard-Blatt „Berliner Kurier“, während im Westteil der Stadt als Pendant die „Berliner Morgenpost“ und die „b.z.“ gegenüberstehen. In die Boulevard-Zeitungen schaue ich aber, wenn überhaupt, lediglich online mal rein.

Als eifrige Buch-Leserin, um immer über die Neuerscheinungen informiert zu sein, habe ich das „LoveLetter-Magazin“ abonniert, das es leider im regulären Zeitschriften-Handel kaum zu kaufen gibt und mit dem Abo erspare ich mir die aufwändige Suche danach.

An Frauen-Zeitschriften lese ich heute lediglich noch zwei monatlich erscheinende Magazine – und zwar: das REWE-Magazin „Laviva“, dessen günstiger Preis von 1 Euro sich durch im Magazin enthaltenen Produktgutscheine sich schon wieder mehr als refinanziert und das wirklich praktische Tipps enthält. Und dann – seit nunmehr 10 J. schon – die seinerzeit zufällig auf dem Flughafen auf dem Weg nach Spanien entdeckte „myself“. Die hat wirklich tolle Berichte und weicht von den üblichen Frauenzeitschriften auch ein wenig ab.
Beim Einkauf schaue ich in Zeitschriftenregalen auch immer mal in die Inhaltsverzeichnisse anderer Zeitschriften hinein, aber kaufe diese wirklich nur noch, wenn mich darin irgendein Bericht besonders interessiert. In den meisten Zeitschriften wiederholen sich die Themen eh mit der Zeit immer wieder, daher kennt man irgendwann alles. Außerdem muss man ja auch noch Kapazitäten haben, was man im Wartezimmer beim Arzt oder beim Friseur so lesen kann 😉 …
Was ich jedoch grundsätzlich nicht lese, sind solche Frauenzeitschriften wie „Bild der Frau“ oder deren ganzen optischen und thematischen Zwillinge – irgendwie wird da mehr so die Generation 50+ und „Nur-Hausfrau“ angesprochen, finde ich …
Für manche ist das Lesen von Frauenzeitschriften eh ein wenig verpönt, weil sie sich auf Bücher beschränken – aber dabei sollte man selbstverständlich auch nicht vergessen, dass genau die Autorinnen, deren Bücher man so gerne liest, im Nebenberuf auch noch journalistisch tätig sind (teilweise auch unter Pseudonymen) für eben genau solche Frauenmagazine – und damit meine ich nicht die Hausfrauenblättchen, sondern vom Themenspektrum her schon die anspruchsvolleren und inhaltsreicheren wie „Cosmopolitan“, „Freundin“, „Petra“, „Maxi“, „Brigitte“, „Für Sie“ usw. :-). Für manche Autorinnen war dies der Anfang ihrer schreibenden Laufbahn und wiederum andere verdienen auch heute noch ihren Haupt-Lebensunterhalt bei der Presse. Ich finde, wenn man Frauenzeitschriften derart pauschalisiert, dann wertet man die Arbeit der Autorinnen damit ebenfalls ab, die darin – neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit – durchaus sehr intelligente und anregende Berichte und Kolumnen veröffentlichen.
Außerdem schließt sich der Kreis auch an dieser Stelle damit, dass man „ausgerechnet“ in Frauenzeitschriften oft ganz tolle Buch-Tipps findet!

Wie man auf dem Foto sieht, haben vor Allem die monatlich (oder seltener erscheinenden) Kochzeitschriften eine große Bedeutung bei meinem Zeitschriften-Konsum: Die „Lecker“ habe ich abonniert und die „Chefkoch“ kaufe ich auch jeden Monat (und ab und zu noch solche Nebenerscheinungen wie die „deli“). Kochen ist ein großes Hobby von uns und das wird jedes Wochenende aufs Neue zelebriert: Rezepte sorgfältig ausgewählt, Zutaten eingekauft und liebevoll zubereitet! Kochen hat für uns nichts mit Lebensmittelbeschaffung und Sättigung zu tun, sondern mit Genuss (was man uns auch ansieht 😉 …). Und es macht immer wieder Spaß neue Rezepte auszuprobieren.

Auch, wenn das Lesen von Büchern mittlerweile den Löwenanteil an meinem „Wort-Konsum“ hat, so hat für mich jedes Medium (Presse, Buch, TV, Radio, Film, Internet) auf seine Weise und aus ganz individuellen Gründen seine Daseinsberechtigung und ich bin wirklich froh darüber, heutzutage Informationen und Wissen aus so vielen verschiedenen Quellen schöpfen zu können und meine Meinungsbildung durch unterschiedlichen Medien zu formen.

Egal, welche Medien Ihr selbst bevorzugt: Ich wünsche Euch viel Spaß bei der Nutzung dieser Medien und beim Lesen überhaupt 🙂

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Review zur Buchvorstellung „Die große weite Welt der Mimi Balu“ von Kati Naumann am 24.03.2015 in Berlin

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Als mich in der vergangenen Woche, die tolle, obige Einladung vom Verlag Droemer Knaur erreichte zur Buchvorstellung „Die große weite Welt der Mimi Balu“ von Kati Naumann, welches im Rahmen einer britischen Tea-Time mit akustischer Untermalung durch Live-Musik mit einer Lesung Bloggern präsentiert werden sollte, war ich gleich Feuer und Flamme und sagte gerne zu.

Das Buch stand bereits seit einem Blick in die letzte Verlagsvorschau von Droemer Knaur auf meiner Wunschliste, weil mich die Handlung irgendwie gleich angesprochen hatte, weil sie so ganz anders klang, als die Frauen-Romane, die ich sonst so lese und die zumindest als einen Handlungsstrang meist irgendeine Love-Story beinhalten.

So machten wir uns dann am Dienstag-Abend auf den Weg ins Maracay Coffee in der Stresemannstraße in Berlin, gleich gegenüber der S-Bahn-Haltestelle Anhalter Bahnhof. Das Café kannten wir bisher nur vom Sehen. Vom Style und vom Angebot her ein amerikanisches Café, optisch sehr schön mit angenehmer Atmosphäre – mehr Infos gibt es auf deren Internet-Seite: http://maracaycoffee.de/#!/page_Home.

imageimageNachdem so nach und alle geladenen Blogger eingetrudelt waren – die Einladung richtete sich nicht nur an Buch-Blogger, sondern auch Blogger von Kreativ-Blogs unterschiedlicher Art – und alle Tische mit Muffins, anderem süßen Gebäck, Sandwiches und Getränken versorgt waren, ging es dann los.

Kati Naumann, die sehr sympathische Autorin, die aus Leipzig stammt und selbst abwechselnd in London und Leipzig lebt, stellte zunächst ihre musikalische Begleitung für diesen Abend vor: Das zu diesem Zwecke extra innerhalb der näheren und entfernteren Familie zusammengestellte „Mimi Balu-Trio“ – wirklich ein Vorteil, wenn man aus einer Musiker-Familie stammt und auf eine so tolle Unterstützung zurückgreifen kann. Das „Mimi Balu-Trio“ bereicherte die wirklich tolle Lesung in Zwischenpausen sowohl mit Pop-Musik unterschiedlicher Dekaden sowie Evergreens deutscher Schlager-Musik – je nachdem, wo das vorgetragene Kapitel gerade spielte. Die Popsongs stellvertretend für London und die Evergreens – teilweise aus den 60er Jahren – für die Kleinstadt.

Weiterhin berichtete Kati Naumann zwischendurch auch ein wenig über ihr eigenes Leben und die Entstehung des Buches und die Hintergründe zu dieser Geschichte: Mimi Balu – eigentlich Michaela Balutzke aus dem sächsischen Limbach-Oberfrohna – wurde es schon kurz nach der Wende in ihrer Heimat zu eng und sie zog es hinaus in die große Weit, die für ihren speziellen Bedarf dann in London endete. Nachdem einer Odyssee durch verschiedene Kreativ-Berufe, für die sie sich das Wissen in vielen Kurz-Seminaren aneignete, steht für Mimi irgendwann fest, dass sie Sängerin wird. Die Familie im heimischen Limbach-Oberfrohna lässt sie bei den wenigen Besuchen in der Heimat im Glauben, dass sie mit ihren beinahe 40 Jahren auf dem Weg zu einer glamourösen Karriere ist, denn Limbach-Oberfrohna ist schließlich ganz weit weg von London. Oder etwa doch nicht weit genug, um nicht einfach mal näher ran zu rücken … 😉 ?!

Zwischen den einzelnen – mit Katis ganz bezauberndem, authentischen sächsischen Dialekt und Charme – vorgetragenen Kapiteln, gab es immer wieder Einblicke über das „reale“ Leben in London, das lediglich regelmäßig ein wenig eingetrübt wird von der baulichen Substanz mancher Häuser (es kann dann auch schon mal passieren, dass Einen nach einem Urlaub die feuchte Stuckdecke auf dem Wohnzimmer-Boden erwartet), der Exklusivität, mit der manche Handwerker tätig sind oder auch nach Jahren noch nicht die Hoffnung auf einen funktionstüchtigen Festnetz- und Internet-Anschluss zu verlieren.

imageimageDie Kapitel waren sorgfältig gewählt, um nicht zu viel vorweg zu nehmen, aber dennoch sehr neugierig zu machen auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Ich muss dazu sagen, dass ich sowieso Geschichten, die nicht an den üblichen verdächtigen Handlungsorten spielen immer besonders gerne mag (… und ehrlich gesagt, gibt es wahrscheinlich noch kein Buch, das in Limbach-Oberfrohna spielt), aber London gehört ja zu meinen Lieblingsstädten überhaupt ❤

Kati Naumann hat mit ihrem humorvollen Schreibstil nicht nur neugierig auf den weiteren Verlauf dieses Buches gemacht, sondern auch auf den Vorgänger „Die Liebhaber meiner Töchter“.

Zum Abschluss der Lesung gab es für alle vertretenen Blogger noch eine tolle Goodie-Bag, die neben dem Buch „Die große weite Welt der Mimi Balu“  das ich mir im Anschluss noch von der Autorin signieren ließ – ein Lesezeichen, Shortbread-Kekse, English-Breakfast-Tea und eine Postkarte von Oberfrohna enthielt. Eine tolle Idee, die viel Freude bereitet hat 🙂

Nach der Lesung gab es dann auch noch die Gelegenheit sowohl mit dem Mimi Balu-Trio und vor Allem auch mit Kati Naumann, die wirklich bezaubernd ist, zu plaudern. Ich fand es wirklich toll, dass sich Kati Naumann, die ja noch eine weitere Heimreise vor sich hatte als die Blogger (nämlich nach Leipzig), sich so viel Zeit genommen hat für ihre Leserinnen (und Leser).

Wer mehr über die Autorin erfahren möchte, kann das entweder auf ihrer sehr schön gestalteten und sehr informativen Homepage: http://katinaumann.de/ oder aber auf ihrer Verlagsseite: http://www.droemer-knaur.de/autoren/7778917/kati-naumann.

Ein ganz großes Dankeschön an Frau Kessler von Droemer Knaur für die Einladung und Kati Naumann für den wundervollen Abend und die Goodie-Bag!

Da ich das Buch (seit gestern) nun doppelt habe (einmal mit persönlicher Widmung für mich auf der Lesung erhalten und einmal vom Verlag bekommen), werde ich das unsignierte Exemplar demnächst hier auf meinem Blog verlosen – wahrscheinlich zur Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ zum „Welttag des Buches“ am 23.04.2015 – also: Haltet die Augen offen und lasst Euch diese tolle Story nicht entgehen!!!

10. Literatur-Salon bei Kerstin Hohlfeld, Gast-Autor: Martin Krist

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Am gestrigen Freitag-Abend, 20.03.2015, war es endlich soweit: Im Rahmen des 1. Literatur-Salons 2015 und damit insgesamt dem 10. stellte der Thriller-Autor Martin Krist bei Kerstin Hohlfeld seinen neuen Roman „Engelsgleich“ vor!
Beim 9. Literatur-Salon am 05.12.2014 konnte ich selbst leider krankheitsbedingt nicht dabei sein und verpasste damit die Lesung von Carolin Birk (alias Katharina Wieker), die damals aus dem gemeinsamen Roman mit Fanny Wagner (aka Hermien Stellmacher, die ebenfalls krankheitsbedingt absagen musste) „Überwiegend fabelhaft“ vortrug.

Die Lesung von Martin Krist war eigentlich bereits für den 27.02.2015 vorgesehen gewesen, musste jedoch leider damals aufgrund Krankheit und mangelnder Stimme des Autors verlegt werden.

imageimageWie immer begrüßten Kerstin und ihr Mann Thomas die Gäste wieder herzlich und man hatte bei einem Begrüßungsgläschen Wein Gelegenheit, die anderen bereits bekannten Gäste und den Autor himself zu begrüßen (der heute übrigens weibliche Verstärkung in Form seiner netten Freundin Antje dabei hatte) und neue Gesichter, die bei den letzten Lesungen noch nicht dabei waren, kennenzulernen. Im Anschluss ging es in den „Salon“, wo zuerst Kerstin die Gäste nochmals offiziell begrüßte und nach ein paar Fragen an den Autor dann auch die eigentliche Lesung startete. Kerstin erinnerte nochmal daran, dass Martin Krist ja im Januar 2014 bei ihr bereits „Drecksspiel“ im Rahmen des Literatur-Salons präsentiert hatte.

Kerstin’s jüngste Tochter Mia, die die Lesungen sonst mit einem kleinen Blockflöten-Konzert einleitet, hatte für diesen Abend andere Pläne und war dieses Mal nicht dabei.

Martin Krist plauderte  zunächst ein wenig über seinen Tagesablauf als Autor, dem Zustandekommen seiner Ideen und seines Pseudonyms sowie weiterer Pseudonyme in anderen Genres und begann dann, aus seinem Buch vorzutragen. Dieses Mal hatte er sich ein besonderes Goodie einfallen lassen: Bei der Premiere seines Buches wurde er seinerzeit begleitet von einer Schauspielerin, die den weiblichen Teil der Geschichten gelesen hat. Diesen Part übernahm gestern Abend nun Kerstin’s älteste Tochter Nina, die selbst Schauspielschülerin ist. Dieses Wechselspiel beim Vortragen der Szenen aus dem Buch war wirklich nochmal ein besonderes Highlight und absolut noch eine Bereicherung für die Lesung. Nina hat die weiblichen Rollen sehr überzeugend vorgetragen und sie wäre die Idealbesetzung für das Einlesen des Hörbuches zu „Engelsgleich“.

Der Thriller „Engelsgleich“, der am 05.12.2014 im Ullstein-Verlag erschienen ist, ist die Fortsetzung zu „Drecksspiel“, erschienen im Oktober 2013. Die Besonderheit an dieser Fortsetzung ist allerdings, dass sie in der Vergangenheit spielt und über die Vorgeschichte des „Problemlösers für alle Fälle“, David Gross, berichtet, der in „Drecksspiel“ einer der Hauptprotagonisten ist. Auch mit Kommissar Paul Kalkbrenner, der in den Romanen „Wut“, „Trieb“ und „Gier“ von Martin Krist bereits ermittelte, gibt es in „Engelsgleich“ ein Wiederlesen ;-).

Die Szenen waren bestens ausgewählt, um Spannung zu erzeugen und neugierig zu machen, wie es weitergeht – auch, wenn es teilweise recht grausam zuging.

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Mehr über die Romane und die schriftstellerische und journalistische Arbeit von Martin Krist sowie Interviews kann man auch auf seiner wirklich tollen und informativen Homepage finden: http://www.martin-krist.de/startseite.html.

Nach der Lesung gab es zunächst noch Gelegenheit die beiden Bücher „Drecksspiel“ und „Engelsgleich“ zu erwerben und signieren zu lassen.
Danach stürzten alle zum abermals perfekt gelungenen vegetarischen Buffet, das  laut Kerstin dieses Mal eine kleine kulinarische Weltreise darstellte und neben Indien und Mexiko auch ans Mittelmeer führte.
Zudem versorgte Thomi die Gäste mit köstlichen Hemingway Sour  – dem Lieblingscocktail von Martin Krist.

Der Abend klang dann so langsam bei tollen, kultivierten Gesprächen mit lieben Gästen und den ersten Planungen für Lesungen auf unserer Gemeinschaftsdachterrasse  aus, das macht Vorfreude auf den Sommer 🙂

Die Gäste, die es noch ein wenig länger ausgehalten hatten, wurden zum Abschluss noch belohnt mit einer sarkastischen Kurzgeschichte aus dem voraussichtlich im Dezember 2015 erscheinenden Kurzgeschichten-Band um Kommissar Kalkbrenner.

Wir waren noch total geflasht und aufgekratzt als wir nach Mitternacht nach Hause kamen von diesem tollen Abend!

Danke an Martin Krist für die spannende Lesung und Nina Hohlfeld für ihren Beitrag zu diesem tollen Abend; Kerstin und Thomi für ihre ganz besondere Gastfreundschaft – bei Euch muss man sich einfach wohlfühlen, es war wieder perfekt :-); an die anderen Gäste (hier especially meine liebe Ivy, Claudia, Horst, Ricarda, Renate, Monika …) für die netten Gespräche. Ich freue mich immer wieder auf’s neue auf diese Lesungsabende 🙂

Die professionellsten und tollsten Fotos zu diesem Abend überhaupt findet Ihr auf der Facebook-Seite von Horst Osinski – der beste Fotograf ever: https://www.facebook.com/horstpm.osinski/posts/436080659881517.

Ein weiterer Bericht zur Lesung gibt es bei den Stutzkes vom Blog „Lesendes Katzenpersonal“ unter dem Link: http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/2015/03/lesung-martin-krist-las-aus-engelsgleich.html.

Die Vorfreude auf den nächsten Literatur-Salon, der hoffentlich nur allzu lange auf sich warten lässt, ist bereits da …

 

Rezension: Silvia Konnerth – „Knutschflecke gibt’s später“

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Taschenbuch, CreateSpace Independent Publishing Platform, erschienen: 21.07.2014, 281 Seiten, 9,99€ (auch als E-Book erhältlich, Preisgestaltung des E-Books variiert)

Autorin:
Die deutsche Selfpublisherin Silvia Konnerth, Jahrgang 1980, wurde in Frechen in der Nähe von Köln geboren und wuchs in Bedburg/Erft auf. Schon als Kind und jugendliche entdeckte sie das Schreiben als ihre große Leidenschaft: Sie pflegte Brieffreundschaften auf der ganzen Welt und war Mitglied der Redaktion einer Schülerzeitung. Das Schreiben zum Beruf machte sie jedoch zunächst nicht, sondern absolvierte eine Ausbildung zur Speditionskauffrau. Der Liebe wegen verschlug es sie nach Norddeutschland, wo sie heute auch noch mit Mann und Tochter lebt. Nach der Elternzeit konzentrierte sie sich wieder auf das Schreiben und erlernte dieses Handwerk nun per Fernstudium. Mit „Knutschflecke gibt’s später“ veröffentlichte sie im Sommer 2014 im Selbstverlag ihren Debütroman und arbeitet aktuell an einer Fortsetzung.

Handlung:
Anna leidet: Ihr Freund Tom hat sie nach acht gemeinsamen Jahren verlassen und lediglich einen kleinen blauen Zettel als Abschiedsbrief hinterlassen. Als Anna nach mehr als 2-wöchiger Trauerphase erstmals wieder das Haus verlässt, läuft sie zufällig geradewegs ihrer Jugendliebe Felix, dem Sohn ihrer Nachbarn, in den sie mit 15 mal heiß und innig verknallt war, in die Arme. Blitzschnell kochen die Gefühle von damals hoch, die dieses Mal auch von Felix‘ Seite da sind und aus den beiden wird ein Paar. Durch plötzlich wieder auftauchende Ex-Partner, wachsamen Eltern und jeder Menge Missverständnissen haben die Beiden es aber zunächst nicht leicht …

Fazit:
Das Cover, auf dem ein küssendes Comic-Pärchen (ich gehe davon aus, dass das Anna und Felix sein sollen) auf einer romantisch-schnörkeligen Bank sitzt mit jeder Menge Herzchen darüber und blauem Hintergrund ist nett und ansprechend und lässt auf einen humorvollen Liebesroman schließen.
Die 281 Seiten sind in 11 Kapitel aufgegliedert plus Prolog, Dankes- und Nachwort. Die Kapitel sind meist recht lang. Der Schrifttyp ist sehr angenehm und die Seiten durch den breiten Rundum-Rand angenehm aufgeteilt. Nur manchmal stört es, dass z. B. zwei Zeilen einer E-Mal noch auf der Seite zuvor sind oder die letzten beiden Worte eines Kapitels nochmal auf eine neue Seite gedruckt wurden, aber darauf hat man selbst wahrscheinlich keinen Einfluss, wenn die Datei einmal zum Druck aufgegeben wurde.
Sehr schön finde ich die Idee, jedes neue Kapitel mit dem Spruch einer berühmten Persönlichkeit einzuleiten.
Sowohl das Cover als auch der Klappentext lassen bei diesem Buch einen locker-leichten ChickLit-Roman vermuten, weshalb das Buch, welches mir über Amazon empfohlen wurde, auch auf meiner Wunschliste landete.
Der Roman fängt eigentlich richtig temporeich und spritzig an, witzige Dialoge mit dem gut eingesetzten Sprachwitz der Autorin und die humorvollen Szenen mit Annas Eltern, aber irgendwann während des Buches dachte ich, dass weniger manchmal definitiv mehr ist! Hätte ich vorher gewusst, dass die Handlung stückweise in einen Erotik-Roman abflacht, was so überhaupt nicht mein Genre ist, hätte ich das Buch wahrscheinlich eher nicht gelesen. Denn ein wirklich guter ChickLit-Roman lebt eigentlich genau von der Kunst, dass er keine im Detail geschilderten Erotik-Parts braucht, sondern die Leser_innen auf andere Weise – oft mit humorvollen Andeutungen – schon bestens unterhalten kann.
Die Charaktere, die leider ziemlich viele Klischees bedienen, entwickeln sich innerhalb der Story irgendwie nicht mehr wirklich weiter. Nur die Dialoge bleiben witzig und einfallsreich.
Die Geschichte hat ein enormes Tempo aufgenommen und ich hatte zwischendurch immer wieder den Eindruck, dass die beiden Protagonisten sich eigentlich gar nicht kennen, denn richtige Emotionen und Romantik – also so richtig was für’s Herz – und ein wenig Tiefgang in der Story an sich habe ich wirklich vermisst.
Leider endet das Buch dann auch mit einem typischen, in Frauen-Romanen so gerne verwendeten Klischee als Allheilmittel für das ganz große Glück.
Ich möchte das Können der Autorin auf keinen Fall herabsetzen, denn ich hatte auch durchaus vergnügliche Lesemomente mit diesem Roman. Aber wahrscheinlich liegt es einfach an mir selbst, weil ich schon so unglaublich viele ChickLit-Romane gelesen habe, dass ich das Ganze einfach zu kritisch betrachte und andere Erwartungen habe. Aber das ist nun mal meine ganz persönliche Meinung zum Buch, die aber nur einen winzig kleinen Anteil an der Gesamtheit der Rezensionen hat. Wenn andere Personen dieses Buch lesen kann deren Eindruck durchaus wieder ganz anders ausfallen.
Ich vergebe hier 3*** mit der Tendenz in Richtung 4 und eine Lese-Empfehlung für alle ChickLit-Neulinge, die gern mal was Witziges zwischendurch lesen möchten.

Ich danke Silvia Konnerth ganz herzlich für die Überlassung dieses Rezensionsexemplars und wünsche ihr wirklich von Herzen ganz viel Erfolg mit der Fortsetzung, in der es wohl dieses Mal um Annas Freundin Kerstin und ihren Freund Enrico gehen wird 🙂

Rezension: Judith Döker – „Judith goes to Bollywood“

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Paperback, btb-Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, erschienen: 12.01.2015, 317 Seiten, 14,99€

Autorin:
Die deutsche Schauspielerin, Judith Döker, Jahrgang 1973, geboren in der Nähe von Köln, studierte zunächst Jura bevor sie sich dann entschied, eine Schauspielausbildung zu absolvieren und Schauspielerin zu werden. Sie ist vor Allem bekannt geworden durch ihre Hauptrolle in der SAT1-Comedy-Serie Weibsbilder. Außerdem wirkte sie seit 2001 in zahlreichen weiteren TV-Serien und einigen Filmen mit. Der von ihr und ihrer Kollegin Judith Hoersch 2005 produzierte Kurzfilm „Marlen & Bijou“, zudem die Beiden auch das Drehbuch geschrieben haben, wurde international gleich mehrfach ausgezeichnet. Mit „Judith goes to Bollywood“ liegt nun ihr erstes, autobiographisches Buch vor.

Handlung:
Als Judiths Liebe zu einem verheirateten Mann zerbricht, es auch beruflich nicht mehr so rund läuft und Schauspielaufträge ausbleiben, kommt ihr die Information eines Bekannten, dass in der indischen Bollywood–Traumfabrik auch deutsche Schauspieler sehr willkommen sind, gerade Recht. Aus dieser Information wird, trotz mangelnder Sprachkenntnisse in Hindi, schnell die Idee, in Indien neu durchzustarten. Über ihren Start in ein neues Leben auf dem Subkontinent will Judith eine Doku drehen. Schon beim Dreh dort für den Trailer und den Treffen mit einigen Filmschaffenden in Indien bekommt sie erste Einblicke in die unglaublich gelassene indische Mentalität und die vielen Gegensätze, vor allem denen zwischen Arm und Reich, dieses Landes. Nach ihrer kurzfristigen Rückkehr nach Deutschland und nachdem die Zusage eines Senders für die Finanzierung der Doku auf sich warten lässt, bricht Judith ihre Zelte in Deutschland ab und begibt sich auf eigene Faust nach Mumbai, wo das Leben in vielerlei Hinsicht Überraschendes für sie bereithält.

Fazit:
Das Cover mit dem türkisfarbenen Hintergrund mit einem orangefarbenen Mandala und einem Porträtfoto von Judith Döker in einem pinkfarbenen Oberteil mit grünen Elementen und der weißen und gelben Schrift sowie dem Bollywood-Schriftzug ist wunderbar kontrastreich und lebensfroh anmutend und spricht potentielle Leser direkt an.
Die 317 Seiten sind auf 21 Kapitel aufgeteilt; für den Druck wurde ein sehr angenehm lesbarer, großzügiger Schrifttyp verwendet.
In der Mitte befindet sich ein Foto-Teil mit Fotos aus Judiths Zeit in Indien, die sich auch die einzelnen Kapitel beziehen.
Auf das Buch bin ich durch eine Empfehlung eines anderen Blogs aufmerksam geworden und habe es direkt auf meine Wunschliste gesetzt. Bücher über das Leben in anderen Kulturen gehören mit zu meiner Lieblingslektüre und ich finde solche Lebensgeschichten immer wahnsinnig spannend. Auch dieses Buch hat mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht.
Genauso farbenfroh und lebhaft wie das Cover sind Judiths Erzählungen über ihren Neustart in Indien. Sie hat meinen größten Respekt, dass sie sich für ihren persönlichen Neubeginn ein Land ausgewählt hat, von dem bekannt ist, dass Frauen dort eigentlich eine sehr untergeordnete Rolle spielen und hat sehr viel Mut bewiesen, ganz alleine, trotz der bekannten Gefahren für Frauen, dorthin zu ziehen. Mit ihrer unglaublich offenen Art für Menschen und Situationen knüpft sie schnell Kontakte zu Einheimischen. Sie bewegt sich sowohl in der Welt der Reichen und Prominenten, wo sie von mehr oder weniger moderner Sklavenhaltung überrascht wird, aber sie scheut sich auch nicht einen Blick in die Welt der Slums zu werfen und sich bewusst zu machen, wie machtlos man ist, wenn man für alle Menschen nur das Beste will.
Dadurch, dass Judith Döker während ihrer Zeit in Indien immer wahnsinnig dicht an Land und vor Allem an den Leuten war, erfährt man so viel wie wahrscheinlich kaum irgendwo anders über regionale Unterschiede (z. B. auch beim indischen Essen), Familienstrukturen, Hierarchien, Kasten, Hochzeits- und Bestattungsrituale, kulturelle Unterschiede und so vieles mehr. Judith Döker verschleiert und beschönigt nichts und ist mit offenen Augen und großem Herzen in Indien unterwegs gewesen.
Auch wenn mich, neben den vorhandenen Schreibfehlern, manchmal ein wenig gestört hat, dass bestimmte indische Begriffe nicht näher erklärt waren oder auch man auch mehr über die indische Küche erfahren hat (ich hätte es schön gefunden, wenn vielleicht ein paar Kochrezepte dabei gewesen wären), so fand ich dieses Buch doch insgesamt ganz toll! Mir persönlich hat die zweite Hälfte des Buches sogar noch ein wenig besser gefallen, weil es darin noch mehr Einblicke ins reale Leben in Indien abseits des Bollywood-Zirkus gab.
Von mir gibt es eine 4****-Sterne Plus-Leseempfehlung für dieses tolle Buch!

Ein herzliches Dankeschön an LovelyBooks und den btb-Verlag, dass ich im Rahmen der Leserunde die Gelegenheit hatte, dieses Wunschbuch lesen zu dürfen, aber ein besonderer Dank gilt Judith Döker, die so aktiv an dieser Leserunde teilgenommen hat und umfangreich und geduldig die vielen Fragen beantwortet und sich sehr viel Zeit für ihre Leserinnen genommen hat 🙂

Rezension: Lily Brett – „Immer noch New York“

imageFakten:
Hardcover (Einband), Suhrkamp, erschienen: 20.10.2014, 224 Seiten, 19,95€

Autorin:
Lily Brett, geboren am 05.09.1946 als Lilijahne Breitstein in einem Lager für „Displaced Persons“ im bayerischen Feldafing, ist das einzige Kind eines polnisch-jüdischen Elternpaares. Ihre Eltern heirateten in einem Ghetto in Lodz, wurden nach Auschwitz deportiert und dort getrennt und fanden sich erst nach einem Jahr wieder. Die kleine Familie immigrierte 1948 nach Australien, wo Lily Brett ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Mit 19 begann sie für ein Rock-Magazin zu schreiben und lebte u. a. in London. Sie interviewte Rock-Größen wie Mick Jagger, Janis Joplin und Jimi Hendrix. Seit mehr als 25 Jahren lebt sie nun in New York gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem australischen Maler David Rankin, mit dem sie drei mittlerweile erwachsene Kinder hat – einen Sohn und zwei Töchter hat. Auch ihre Tochter Jessica ist eine bekannte Künstlerin. In ihren Romanen verarbeitet Lily Brett immer wieder Autobiographisches.

Handlung:
Mit „Immer noch New York“ gibt Lily Brett nach dem bereits 2000 erschienenen Kolumnen-Band „New York“ mit ihrer ganz besonderen Sichtwiese erneut Einblicke in das Leben in New York und vor Allem auch in ihr eigenes Leben dort.

Fazit:
Auf dem Cover befindet sich eine New Yorker Straßenszene: Ein junges Paar sitzt vor dem Café Angelique im sommerlichen Greenwich Village auf einer Bank und lädt einen nahezu ein, sich in das New Yorker Leben zu begeben, so wie es eben in diesem Buch stattfindet.
Das Buch umfasst 224 Seiten, die in einem angenehm lesbaren Schriftbild gedruckt sind. Jedes der Kapitel ist in perfekter, teils sehr kurzer Leselänge verfasst und eignet sich ideal zum Zwischendurch-Lesen z. B. in der Bahn oder in der Mittagspause.
Ich muss zugeben – und das erwähne ich nicht zum ersten Mal im Rahmen von Rezensionen, dass ich ein absoluter Fan von Kolumnen-Büchern bin. Und ich bin, seit ich „Chuzpe“ gelesen habe, das zu einem meiner All-Time-Favourite-Bücher geworden ist und das ich immer sehr gerne weiterempfehle, begeistert von dem ganz besonderen Schreibstil von Lily Brett.
Auch bei „Immer noch New York“ hat es Lily Brett geschafft, mich nach wenigen Zeilen mit ihrer wunderbaren, manchmal etwas blumigen und doch irgendwie sachlichen Sprache zu fesseln – ich liebe es, wie sie mit Worten umgeht und in ihren Kurzgeschichten manchmal vom Kern der Geschichte abschweift und ihren trockenen Humor mit einfließen lässt. Dieses Buch ist wie das Treffen mit einer guten Freundin, die einen ein bisschen durch ihre Heimatstadt führt und die man z. B. begleiten darf zu ihrer russischen Pediküre, in ihr Lieblingscafé, zum Hellseher und zu ihrem Vater (diese kleinen Geschichten um Lily’s 98jährigen Vater mag ich besonders gerne; er hat auch die Roman-Vorlage für den Edek in „Chuzpe“ geliefert). Außerdem gibt sie u. a. Einblicke in ihr Familien- und Seelenleben, in ihren Beruf und das jüdische Leben in New York.
Das Einzige, was mich aber auch in „Chuzpe“ schon ein wenig genervt hat, war Lily Brett’s Drang nach Diäten, die diese zierliche Frau eigentlich gar nicht nötig hat. Sie berichtete in diesem Buch wieder davon, wie sie Diäten plant, und dass dies auch ein Bestandteil ihres erfolgreichen Romans „Lola Bensky“ sei. Dies ist für mich ein wenig befremdlich, wenn ich bedenke, dass ihre Eltern nur knapp den Holocaust überlebt und Hunger gelitten haben. Literarisch und vom Unterhaltungswert her macht dies aber nichts weiter aus.
Da ich schon selbst mehrfach in New York war, werde ich bei der nächsten Reise dorthin wahrscheinlich vieles mit anderen Augen und ein wenig aus dem Blickwinkel von Lily Brett betrachten. Umgekehrt liest man dieses Buch auch aus einer anderen Perspektive, wenn man schon einmal in New York war und die Orte und Eigenarten der New Yorker, die Lily Brett mit so viel Liebe zum Detail beschreibt, bereits live erlebt hat.
Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich den 1. Band hiervon, „New York“, der bereits 2000 im Original erschienen ist, auch noch lesen soll. Da ich selbst New York erst 2006 zum ersten Mal besucht habe, ist das New York, das vor dem 11. September 2001 existierte, für mich von einem ganz besonderen Mythos umgeben, den ich mir bewahren möchte.
„Immer noch New York“ ist ein sprachlich exzellenter Kurzgeschichten-Band, der sich perfekt lesen lässt und von mir 5 von 5 Sternen***** mit einer besonderen Leseempfehlung – ganz besonders für alle, die schon mal in New York waren und die, die noch unbedingt dorthin wollen 🙂

Ich danke hiermit von ganzem Herzen dem Suhrkamp-Verlag, die mir freundlicherweise dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben, dafür, dass ich dieses wundervolle Buch lesen und rezensieren durfte – es war großartig 🙂