Rezension: Wladimir Kaminer – „Coole Eltern leben länger“

imageFakten:
Hardcover (Einband), Manhattan (Verlagsgruppe Random House), erschienen: 25.08.2014, 304 Seiten, 17,99€

Autor:
Wladimir Kaminer wurde am 19.07.1967 in Moskau geboren. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Ausbildung aus Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte danach Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er in Berlin-Prenzlauer Berg, wo er 1995 auch seine Frau Olga kennenlernte und mit ihr eine Familie gründete, zu der neben den Kindern Nicole (18) und Sebastian (16) auch die Familien-Katzen und Wladimirs Mutter sowie ganz viel Verwandtschaft außerhalb von Deutschland gehört. Bekannt wurde er als Veranstalter der legendären Russendisko im „Kaffee Burger“ in Berlin, die er mittlerweile auch weltweit veranstaltet. „Russendisko“ ist auch der Titel seiner ersten Buch-Veröffentlichung im Jahr 2002, das 2012 mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle verfilmt wurde. Es folgten seither mehr als 20 weitere Bücher zu den unterschiedlichsten Themen, außerdem Tätigkeiten als Radio-Moderator, Kolumnist und Autor für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Wladimir Kaminer ist auch ein beliebter Gast in Talkshows und wird aktuell gerne zur Russland-Ukraine-Krise befragt. Seine Hörbucher hat er alle selbst eingelesen.

Handlung:
Nicole und Sebastian, die beiden Kinder von Wladimir Kaminer und seiner Frau Olga, sind quasi seit seinem 1. Buch, wo sie noch im Kleinkindalter waren, fester Bestandteil seiner Kurzgeschichten. Da sich das Erwachsenwerden der Beiden sehr – wie sollte es anders sein – speziell und bunt gestaltet, hat Wladimir Kaminer beschlossen, der behauptet, dass es in der Sowjetunion keine Pubertät gab, der seiner Kinder (… manchmal auch ein wenig zu deren Leidwesen 😉 …) gleich ein ganzes Buch zu widmen, das mit „Coole Eltern leben länger“ nun vorliegt …

Fazit:
Das Cover ist in der üblichen Corporate-Identity der Kaminer-Bücher der letzten Jahre gestaltet: Wladimir Kaminer als zentrale Figur des Covers und der Hinweis auf das Thema des Buches eher im Hintergrund gehalten – aber immer passend und auf den Punkt.
Das Schriftbild ist locker und großzügig und angenehm für die Augen beim Lesen.
Die Geschichten von Wladimir Kaminer werden seit Jahren nach dem gleichen, aber sehr bewährten und angenehmen Konzept publiziert: Jedes Buch hat einen Titel als Oberthema und zu diesem Oberthema enthält das Buch kleine, angenehm zu lesende, kolumnenartige Kurz-Geschichten. Diese Kurz-Geschichten eignen sich bestens zum zwischendurch lesen (z. B. in der Bahn, in der Badewanne, im Wartezimmer), weil sie in sich abgeschlossen sind und man sich nicht zu sehr auf eine Handlung konzentrieren muss. Man muss diese Form des Schreibens jedoch wirklich mögen, denn für Leute, die nur Romane mit einer kompakten Handlung lesen, sind diese Bücher nicht so geeignet.
Wladimir Kaminer hat über alles eine sehr eigene Weltanschauung und betrachtet die Begebenheiten, über die er so schreibt, mit seinem ganz besonderen Humor.
Ich bin seit erster Stunde Leserin der Bücher von Wladimir Kaminer und habe 2003 meine erste Lesung von ihm besucht, auf die noch sehr viele weitere folgen sollten!
Jedem, der behauptet, er kann nicht so viel mit den Büchern von Wladimir Kaminer anfangen, kann ich nur empfehlen, mal eine seiner Lesungen zu besuchen und ihm und seinem charmanten russischen Akzent zu lauschen, wenn er seine besondere und humorvolle Sicht der Dinge vorträgt – man muss ihn einfach mal gesehen und live gehört haben – ein absolutes Erlebnis, aus dem man lernt seine Bücher noch besser zu verstehen. Er hat sich vom eher noch schüchternen Berliner Schriftsteller mit Migrationshintergrund inzwischen zu einer One-Man-Show gewandelt. Seine Lesungen lohnen sich aus einem weiteren Grund ganz besonders: In jeder Lesung „erprobt“ er bislang noch unveröffentlichte Texte an seinen Lesern und trägt Geschichten vor, die man irgendwann mal in seinen Büchern wiederfinden wird (… oder auch nicht …).
Bei seiner Lesung am 14.09.2014 in Berlin zu diesem Buch stellte er schon eines seiner nächsten Buch-Projekte vor, in dem es um seine aktuell 83jährige Mutter geht.
Ich musste einige Male bei den Erzählungen über die Pubertätsgeschichten um Nicole und Sebastian lauthals lachen, aber natürlich gibt es genauso Geschichten, mit denen man nicht so viel anfangen kann.
Wer hier erwartet, permanent literarisch bespaßt zu werden, ist mit den Geschichten von Wladimir Kaminer wahrscheinlich nicht so zufrieden. Wer sich aber gerne durch humorvolle und kurze Weltanschauungen zu verschiedensten Themen unterhalten lässt, dem kann ich die Bücher von Wladimir Kaminer nur ans Herz legen.
Insgesamt wieder ein sehr solides und lustiges Buch von einem Autor, auf dessen Neuerscheinungen ich mich auch weiterhin freue.
Von mir gibt es hierfür 4 von 5 Punkten und eine glatte Leseempfehlung 🙂

Ganz herzlichen Dank an den Manhattan-Verlag aus der Random House-Verlagsgruppe, die mir dieses Rezensionsexemplar netterweise überlassen haben!!!

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