Ein Jahr in Berlin :-) …

Heute ist ein besonderes Jubiläum in meinem Leben – ich lebe heute am 23.10.2014 (genauer gesagt: seit heute Abend) seit exakt einem Jahr in Berlin 🙂
Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht und dennoch kann ich mich an den 23.10.2013 noch sehr genau erinnern …

Morgens um 7:30 Uhr stand die Umzugsfirma vor der Tür und um 11:30 Uhr waren sämtliche Kisten und Möbel für ihren Weg nach Berlin verladen.
Die letzten Dinge – solche, die wir abends in der noch leeren Whg. benötigten – wurden in den viel zu kleinen VW Golf gequetscht. Wenigstens gab es dort bereits eine nagelneue eingerichtete Küche – es hat mir aber auch sehr leid getan, die schöne große Einbauküche, die wir mit viel Liebe geplant hatten, in Köln an unseren Vermieter zu verkaufen.
Vor der Abfahrt wurden die Katzenboxen mit Feliway präpariert, die Katzen samt jeweils einem beruhigendem Baldrian-Plüschtier hineinverfrachtet und los ging es Richtung Berlin.

Wir hatten Riesen-Glück: Die Autobahnen waren frei, es war nirgendwo Stau und die Katzen haben friedlich die 6 Std. Fahrt in ihren Transport-Boxen geschlummert, so dass wir zwischendurch angehalten haben um zu sehen, ob die Beiden noch atmen ;-). Aber die Zeit zwischen 13 und 17 Uhr ist eh eigentlich immer Schlafzeit und die beiden hatten ja auch ein paar anstrengende Tage im Vorlauf hinter sich. Sonst waren 30 Min. Fahrt zum Tierarzt immer die Hölle mit viel Geschrei.
In unserer Berliner Wohnung angekommen haben wir uns erstmal sehr über einen kleinen Willkommensgruß unseres Vermieters (Karte und Pralinen) gefreut. Dann haben wir die Katzen mit dem neuen Standort der Katzenklos vertraut gemacht und die beiden gefüttert, für uns im schwäbischen Imbiss was zu Essen geholt (was wir in Ermangelung von Möbeln im Stehen essen mussten), geduscht, das Luftkissenbett aufgepumpt und geschlafen. Um 4 Uhr nachts sind wir dann hochgeschreckt, weil der LKW der Umzugsfirma vor der Türe hielt – die Jungs haben aber auch erstmal im LKW gepennt und sich später am Kiosk Kaffee geholt und auch erst um 8 Uhr losgelegt mit Einräumen.
Um 13:30 Uhr stand dann alles an seinem Platz und wir und die Katzen waren endlich alleine, so dass das Auspacken der Kisten losgehen konnte – damit waren wir aber noch einige Tage beschäftigt. Auch solche Sachen wie die Anmeldung beim Bürgeramt (zum Glück hatten wir einen Termin vereinbart) standen auf dem Programm. Und natürlich auch das Kennenlernen unseres Wohnkiezes. Begleitet wurde immer alles von meiner Sorge, einen Job zu finden.

Gerade die erste Zeit in Berlin (vor allem so das erste halbe Jahr) war nicht einfach: Zum Einen das trübe Herbst-/Winter-Wetter in Berlin, dann konnte ich die Begebenheiten, die überhaupt zu diesem Umzug geführt haben, nicht vergessen und werde das wohl nie wirklich verarbeiten können, die Job-Suche und das Zu-Hause-Rumhocken und die viele Zeit zum Grübeln taten auch nicht gerade gut. Es gibt eben Dinge, die brauchen viel Zeit und Geduld gehört nun mal nicht zu meinen persönlichen Stärken.
Und ich weiß auch, dass es Personen gibt oder gab, die ganz sicher darauf gewartet haben, dass ich hier scheitere.

Im Resümee kann ich jetzt nach einem Jahr hier sagen: Es war die beste Entscheidung meines Lebens und da ich den Wunsch, in Berlin zu leben, schon seit meinem 16. Lebensjahr hatte, hätte ich das schon viel, viel früher in Angriff nehmen sollen, denn das hätte mir so Einiges im Leben erspart – manchmal muss man leider durch die Hölle gehen, damit man den Himmel zu schätzen weiß 😉

Dass Berlin „meine“ Stadt ist, weil ich Berlin immer viel mehr geliebt habe als meine rheinische Heimat, stand außer Frage. Ich mag die Architektur, die Historie, die Entwicklung und die Menschen hier einfach mehr! Außerdem lebe ich jetzt nur 80 km vom Heimatort meines Vaters entfernt und fühle mich seiner Seele somit ein Stück näher.
Aus dem Rheinland vermisse ich lediglich ein paar liebe Freundinnen, meine Lieblingsrestaurants und ein paar kulinarische Köstlichkeiten, die es hier einfach nicht gibt 🙂

So richtig angekommen bin ich hier auch erst, seit ich wieder arbeite. Im Februar hatte ich nach mehr als 6 Mon. Job-Suche Glück und habe einen Job gefunden, bei dem ich direkt einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhielt (die Vorgängerin war im Ruhestand) und auch die 6 Mon. Probezeit inzwischen unbeschadet überstanden habe. Ich kann sehr eigenständig arbeiten, habe einen netten Kollegenkreis und merke auch daran wieder, dass ich besser mit der Berliner Mentalität zurecht komme als mit der rheinischen.
Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass es gar nicht gut tut, den ganzen Tag nur zu Hause zu sein – ich kann jedem nur raten, auch, wenn man vielleicht nicht gleich eine reguläre Arbeit findet oder vielleicht schon (Früh-)Rentner ist, sich trotzdem eine – ggf. auch ehrenamtliche – Arbeit zu suchen, bei der man die Wohnung verlassen muss und unter Menschen kommt und eine Struktur in seinen Tag bringt. Den ganzen Tag nur in den eigenen vier Wänden zu verbringen und sich nur mit Online-Freunden auszutauschen und den Rest der Zeit über alles zu grübeln, was schlecht ist, zieht einen nur weiter nach unten. Für sein Wohlergehen ist man selbst verantwortlich und wenn man andere dafür verantwortlich macht, hat das etwas Narzisstisches an sich.

Nach den Ereignissen der letzten Jahre in Köln und vor allem denen in 2012/2013 gab es eigentlich keine andere Konsequenz, als Köln zu verlassen – dort hätte ich definitiv nicht mehr leben können und leben wollen. Und ich war mir nicht sicher, zu was die stalkende Psychopathin, die mein Leben in Köln auf dem Gewissen hat, noch alles in der Lage gewesen wäre. Zumal sie hier auch nochmal über Dritte und auch nochmal unter falschem Namen versucht hat, an Infos zu kommen. Wenn sie mal beginnt, ihr eigenes Leben in Ordnung zu bringen, hat sie wirklich ausreichend zu tun …

Auch die Katzen haben sich ohne Übergangszeit hier perfekt eingelebt. Unsere Mary ist mit ihren fast 14 Jahren hier in Berlin nochmal so richtig aufgeblüht und hat sich zum Familienoberhaupt entwickelt, was mich einfach nur freut, weil sie ja viele Jahre von unserem Kater unterdrückt wurde. Auch, wenn sie nicht immer nachts zeigen sollte, wie wohl sie sich fühlt und uns immer nachts an ihrem Leben teilhaben lassen möchte 😉 . Die beiden lieben die Wohnung hier und hatten im Sommer durch ein Katzennetz am Balkon erstmals die Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten und haben es ausgiebig genossen.

Berlin hat mich selbst meinem großen Hobby „Literatur“ noch ein großes Stück näher gebracht – wofür ich nicht zuletzt der lieben Kerstin Hohlfeld danke. Durch ihre wunderbaren Literatur-Salons habe ich eine tolle neue Kontakt knüpfen können zu anderen Lesewütigen, aber auch Autorinnen und Autoren und ihr habe ich es auch zu verdanken, dass ich im Dezember meine erste eigene Wohnzimmerlesung ausrichte, worauf ich mich riesig freue! Kerstin war hier in Berlin mein erster persönlicher Kontakt und ist hier ein Herzensmensch für mich. Danke für Deine Freundschaft!

Im Gegensatz zum veranstaltungstechnisch eher etwas provinziellen Köln, wo man eigentlich nur Karneval so wirklich gut kann und sonst nicht viel auf die Reihe bekommt, ist das Kultur-Angebot hier in Berlin einfach überwältigend.
Wir haben hier bisher in dem einem Jahr fünf Konzerte besucht und zwei weitere stehen 2014 noch aus.
Die Anzahl der besuchten Lesungen hier in Berlin kann ich schon gar nicht mehr nachvollziehen so viele waren das in dem einem Jahr und es stehen dieses Jahr noch mindestens fünf weitere an.
Ach ja, und zu Hertha BSC und den Eisbären Berlin geht es auch noch in diesem Jahr.

Nun erfreue ich mich weiterhin daran, dass ich nach so vielen Irrungen und Wirrungen des Lebens nun endlich in meiner Herzensheimat leben darf und hoffentlich noch viel Schönes erleben darf. Jetzt kommt ja erstmal die Weihnachtsmarkt-Zeit, die ich auch sehr mag 🙂

Man sollte immer – egal, wie jung man ist – den Weg einschlagen, in den es einen selbst zieht und sich nicht von den Eltern in eine andere Richtung, mit der man möglicherweise unglücklich wird, dirigieren lassen – egal ob menschlich, beruflich und auch örtlich. Dazu kann ich nur Allen raten.

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2 Kommentare zu “Ein Jahr in Berlin :-) …

  1. Angekommen!
    Das liest sich wunderwundervoll! Ich freu mich immer und immer wieder mit Dir, dass Dein Leben sich so gewendet hat! Und ich wünsche Dir die Kraft und vielleicht doch mal Geduld *schmunzel*, dass auch der „Rest“ sich noch löst und Du wirkliche Ruhe findest! Und ansonsten…auch wenn ich jetzt soooo weit weg von Dir bin, bin ich immer noch da und bleibe das auch!

    Liebste Grüße aus Duisburg
    Bine

  2. Liebe Bine,
    unsere Freundschaft gibt es schon so lange und egal, was passiert ist, sie ist stärker geworden und wir sind daran gewachsen 🙂
    Da macht uns das bisschen Entfernung auch nichts aus – ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass wir uns irgendwann auch noch mal sehen 🙂
    Danke, dass es Dich gibt!!!

    Knuddler aus der Hauptstadt, VERA

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