Rezension: Rolf Brendel – „Nena – Geschichte einer Band“

imageFakten:
Hardcover (Einband), Blumenbar (Aufbau Verlag Berlin), erschienen: 20.10.2014, 224 Seiten, 36,00€

Autor:
Rolf Brendel, geboren am 13.06.1957 in Hagen, war als Schlagzeuger nicht nur Gründungsmitglied der legendären Nena-Band, sondern auch 8 Jahre lang der Lebensgefährte der Sängerin Nena und bereits Schlagzeuger in Nena’s erster, kommerziell agierender Band „The Stripes“. Er hat eine Tochter (Jahrgang 1978), einen Enkel und lebt heute mit seiner Frau Anja im niedersächsischen Cloppenburg. Mit der Nena-Band feierte er seit 1982 – vor Allem durch die Hits „Nur geträumt“ und „99 Luftballons“ – fünf Jahre lang Erfolge auf der ganzen Welt. Nach dem Ende der Band holte er sein Abitur nach und studierte in Los Angeles Schlagzeug. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er noch mit verschiedenen Bands unterwegs. Er gibt auch Schlagzeug-Unterricht und trat gemeinsam mit seinem ehem. Band-Kollegen, dem Bassisten Jürgen Dehmel, und dem Musiker Bernward Büker mit einer Nena-Cover-Band auf. Seine aktuelle Band heißt „Peter und der Rolf“.

Handlung:
Nachdem Rolf Brendel in Gesprächen mit Anderen immer wieder aufgefordert wurde, über seine Zeit und seine Erfolge mit der Nena-Band zu berichten, hat er vor zwei Jahren beschlossen seine Erinnerungen in einem Buch niederzuschreiben. Unterstützt wurde er dabei 27 Jahre nach dem inoffiziellen Ende der Band durch persönliche Schrift- und Tonaufzeichnungen, unendlich vielen Presse-Ausschnitten sowie den Erinnerungen ehemaliger Wegbegleiter und nicht zuletzt dem unerschöpflichen Foto-Archiv des „Leibfotografen“ und Ex-Managers Jim Rakete, der zahlreiche noch unveröffentlichte Fotos zu diesem Buch beisteuern konnte. Entstanden ist hier ein großartiger Bild- und Textband, der über die ersten Schritte im Musik-Business mit den Stripes in Hagen, den Umzug nach Berlin und die Zusammenarbeit mit Jim Rakete und Spliff, über die ganz großen Erfolge und auch damit verbundenen kleineren und größeren Abstürze, das Ende der Band und den heutigen Stand der Dinge berichtet. Gewidmet ist dieses Buch dem 2002 verstorbenen Nena-Gitarristen Carlo Karges.

Fazit:
Das Buch ist in seiner Form einem Vinyl-LP-Cover nachempfunden, jedoch nicht ganz so groß.
Das Cover schwarz mit Schrift-Elementen in Türkis und Pink und Rillen-Optik.
Im Buch ist diese farbliche Gestaltung in Schwarz, Pink und Türkis fortgesetzt.
Das Buch ist untergliedert in vier große Themen-Bereiche: „Hagen“, „Berlin“, „Ganz oben“ und „Der Anfang vom Ende“ – die beiden letzteren in Anlehnung an Nena-Songtitel aus dieser Zeit. Jedes Kapitel hat einige kleiner Unterkapitel, die mit Geschichten und Anekdoten aus der jeweiligen Zeit gefüllt sind. Das Schriftbild ist sehr locker und sehr großzügig und der Sprachstil sehr einfach und normal gehalten – eben so, als würde man den Erzählungen eines guten Freundes über dessen Leben lauschen.
Meine Buchwunschliste steht eigentlich im Jahr immer schon ziemlich fest, aber manchmal purzelt einem plötzlich ein Buch mit aller Macht ins Leben, von dessen Existenz man kurz vorher noch gar nichts geahnt hatte – genauso ist es mir mit diesem Buch ergangen. Ich entdeckte die Vorankündigung für die Buch-Vorstellung hier in Berlin durch Zufall in der Zeitung und wusste – da musst Du hin und bestellte direkt Tickets vor (was aufgrund der großen Besucherzahl auch gut so war). Den Lesungsbericht findet Ihr auf dem Blog unter folgendem Link: https://buecherunddiewelt.wordpress.com/2014/10/19/review-zur-lesung-nena-geschichte-einer-band-mit-rolf-brendel-jim-rakete-am-16-10-2014-in-berlin/.
Das Buch beschäftigt sich nur mit der Geschichte meiner damaligen Lieblingsband, sondern führt mich auch ein ganzes Stück weit auf eine Zeitreise zurück in meine eigene Jugend. Vor der Buchvorstellung war ich noch ein wenig zweifelnd, ob es wirklich noch so viele Nostalgiker gibt, die sich so viele Jahre nach dem Ende der Band, die sich offiziell übrigens nie getrennt hat, nochmal zurück erinnern möchten – aber es gibt sie!
Ich erlebte meine Zeit als Nena-Fan im Alter zwischen 11 und 14 Jahren – also wirklich noch sehr jung. Damals sammelte ich jeden Schnipsel aus allen möglichen Zeitschriften über die ganze Band (mein Favorit war damals der Keyboarder Uwe), musste natürlich die gleiche Frisur haben, ähnliche Klamotten tragen, hörte die eingängigen Songs in Endlosschleife und ich würde auch sagen, dass sich da schon durch dieses Fan-Dasein für mich erstmals die Weichen in Richtung Berlin (wo ich heute lebe) gestellt haben. Schon damals hatte Berlin – besonders durch die Musik-Szene dort (wie Nena, Spliff, Ideal etc.) – etwas Mystisches für mich.
Mein eigenes Fan-Dasein endete allerdings schon 1985/86, weil mir Nena und auch die Band damals irgendwann zu zickig, arrogant und abgehoben wurden – sie waren irgendwann nicht mehr eine Band aus der Mitte, sondern wurden irgendwie immer glamouröser und unnahbarer, so war mein kindlicher Eindruck damals.
Rolf Brendel hat in diesem Buch mit viel Herzblut die Erinnerungen von damals niedergeschrieben und eben genau solche Dinge, die ich damals mit meinem kindlichen Verstand vielleicht nicht richtig verstanden und gedeutet habe, werden für mich dadurch viel klarer.
Bei einigen anderen Enthüllungen in diesem Buch ist es aber vielleicht auch ganz gut, dass ich davon heute erst erfahre, denn mit 13 Jahren hätten mich solche Geschichten über Sex, Drugs and Rock’n Roll wahrscheinlich eher verstört und verwirrt 😉
Man merkt bei der Lektüre dieses Buches genau, in welchem Kontext die Erinnerungen von Rolf Brendel mit den Veröffentlichungen in der Presse und den eigenen Wahrnehmungen bzw. Erinnerungen stehen und teilweise doch ein wenig auseinander klaffen …
Neben den ganzen positiven Gefühlen beim Sprung auf die ganz große Erfolgswelle, dem plötzlichen Reichtum, den Reisen in die USA und nach Japan sowie die harmonische Zusammenarbeit beim Texten und Komponieren, lässt uns Rolf Brendel aber auch an den negativen Gefühlen teilhaben, die damals nicht so in die Öffentlichkeit gelangt sind, z. B. Drogenerfahrungen, Nena’s Affären mit Markus und Udo Lindenberg, dem finanziellen Absturz (weil man damals nie und nimmer ans Finanzamt gedacht hat) und dem endgültigen Aus zwischen ihm und Nena und die leise Trennung der Band.
Sehr berührend ist der Part, in dem er über Carlos Verfall durch den Alkohol berichtet und seine schwere Erkrankung, die letztlich zu seinem Tod im Januar 2002 geführt hat.
Das Buch ist ehrlich, herzlich, berührend und in keinster Weise irgendwie reißerisch – ein Muss für jeden Fan!!!
An dieser Stelle einfach nochmal Danke, dass Rolf sich die Mühe gemacht hat, die ganzen Ereignisse und Erinnerungen von damals zu rekapitulieren und den Fans nach so vielen Jahren zugänglich zu machen, Jim Rakete dafür, dass er sein Nena-Foto-Archiv nochmal geöffnet hat für dieses Buch und vor Allem dem Blumenbar-Verlag (Aufbau Verlag Berlin), dass sie sich diesem großartigen Buchprojekt angenommen haben – mehr davon, bitte 🙂
Von mir gibt es hierfür eine 5*Sterne Plus-Leseempfehlung! Einfach nur toll!

Ganz, ganz lieben Dank an den Blumenbar-Verlag im Aufbau-Verlag Berlin, die mich unendlich glücklich gemacht haben, mir und meinem Blog speziell dieses Herzensbuch zur Rezension zu überlassen!!!
Ich habe Luftsprünge gemacht als das Päckchen ankam und mich unmittelbar ans Lesen (ich habe es zwischendurch nur gezwungenermaßen aus der Hand gelegt) und Rezensieren begeben – für mich war es eine Premiere, mal ein solches Buch zu rezensieren! Tausend Dank ❤

Rezension: Wladimir Kaminer – „Coole Eltern leben länger“

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Hardcover (Einband), Manhattan (Verlagsgruppe Random House), erschienen: 25.08.2014, 304 Seiten, 17,99€

Autor:
Wladimir Kaminer wurde am 19.07.1967 in Moskau geboren. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Ausbildung aus Toningenieur für Theater und Rundfunk und studierte danach Dramaturgie am Moskauer Theaterinstitut. Seit 1990 lebt er in Berlin-Prenzlauer Berg, wo er 1995 auch seine Frau Olga kennenlernte und mit ihr eine Familie gründete, zu der neben den Kindern Nicole (18) und Sebastian (16) auch die Familien-Katzen und Wladimirs Mutter sowie ganz viel Verwandtschaft außerhalb von Deutschland gehört. Bekannt wurde er als Veranstalter der legendären Russendisko im „Kaffee Burger“ in Berlin, die er mittlerweile auch weltweit veranstaltet. „Russendisko“ ist auch der Titel seiner ersten Buch-Veröffentlichung im Jahr 2002, das 2012 mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle verfilmt wurde. Es folgten seither mehr als 20 weitere Bücher zu den unterschiedlichsten Themen, außerdem Tätigkeiten als Radio-Moderator, Kolumnist und Autor für verschiedene Zeitschriften und Magazine. Wladimir Kaminer ist auch ein beliebter Gast in Talkshows und wird aktuell gerne zur Russland-Ukraine-Krise befragt. Seine Hörbucher hat er alle selbst eingelesen.

Handlung:
Nicole und Sebastian, die beiden Kinder von Wladimir Kaminer und seiner Frau Olga, sind quasi seit seinem 1. Buch, wo sie noch im Kleinkindalter waren, fester Bestandteil seiner Kurzgeschichten. Da sich das Erwachsenwerden der Beiden sehr – wie sollte es anders sein – speziell und bunt gestaltet, hat Wladimir Kaminer beschlossen, der behauptet, dass es in der Sowjetunion keine Pubertät gab, der seiner Kinder (… manchmal auch ein wenig zu deren Leidwesen 😉 …) gleich ein ganzes Buch zu widmen, das mit „Coole Eltern leben länger“ nun vorliegt …

Fazit:
Das Cover ist in der üblichen Corporate-Identity der Kaminer-Bücher der letzten Jahre gestaltet: Wladimir Kaminer als zentrale Figur des Covers und der Hinweis auf das Thema des Buches eher im Hintergrund gehalten – aber immer passend und auf den Punkt.
Das Schriftbild ist locker und großzügig und angenehm für die Augen beim Lesen.
Die Geschichten von Wladimir Kaminer werden seit Jahren nach dem gleichen, aber sehr bewährten und angenehmen Konzept publiziert: Jedes Buch hat einen Titel als Oberthema und zu diesem Oberthema enthält das Buch kleine, angenehm zu lesende, kolumnenartige Kurz-Geschichten. Diese Kurz-Geschichten eignen sich bestens zum zwischendurch lesen (z. B. in der Bahn, in der Badewanne, im Wartezimmer), weil sie in sich abgeschlossen sind und man sich nicht zu sehr auf eine Handlung konzentrieren muss. Man muss diese Form des Schreibens jedoch wirklich mögen, denn für Leute, die nur Romane mit einer kompakten Handlung lesen, sind diese Bücher nicht so geeignet.
Wladimir Kaminer hat über alles eine sehr eigene Weltanschauung und betrachtet die Begebenheiten, über die er so schreibt, mit seinem ganz besonderen Humor.
Ich bin seit erster Stunde Leserin der Bücher von Wladimir Kaminer und habe 2003 meine erste Lesung von ihm besucht, auf die noch sehr viele weitere folgen sollten!
Jedem, der behauptet, er kann nicht so viel mit den Büchern von Wladimir Kaminer anfangen, kann ich nur empfehlen, mal eine seiner Lesungen zu besuchen und ihm und seinem charmanten russischen Akzent zu lauschen, wenn er seine besondere und humorvolle Sicht der Dinge vorträgt – man muss ihn einfach mal gesehen und live gehört haben – ein absolutes Erlebnis, aus dem man lernt seine Bücher noch besser zu verstehen. Er hat sich vom eher noch schüchternen Berliner Schriftsteller mit Migrationshintergrund inzwischen zu einer One-Man-Show gewandelt. Seine Lesungen lohnen sich aus einem weiteren Grund ganz besonders: In jeder Lesung „erprobt“ er bislang noch unveröffentlichte Texte an seinen Lesern und trägt Geschichten vor, die man irgendwann mal in seinen Büchern wiederfinden wird (… oder auch nicht …).
Bei seiner Lesung am 14.09.2014 in Berlin zu diesem Buch stellte er schon eines seiner nächsten Buch-Projekte vor, in dem es um seine aktuell 83jährige Mutter geht.
Ich musste einige Male bei den Erzählungen über die Pubertätsgeschichten um Nicole und Sebastian lauthals lachen, aber natürlich gibt es genauso Geschichten, mit denen man nicht so viel anfangen kann.
Wer hier erwartet, permanent literarisch bespaßt zu werden, ist mit den Geschichten von Wladimir Kaminer wahrscheinlich nicht so zufrieden. Wer sich aber gerne durch humorvolle und kurze Weltanschauungen zu verschiedensten Themen unterhalten lässt, dem kann ich die Bücher von Wladimir Kaminer nur ans Herz legen.
Insgesamt wieder ein sehr solides und lustiges Buch von einem Autor, auf dessen Neuerscheinungen ich mich auch weiterhin freue.
Von mir gibt es hierfür 4 von 5 Punkten und eine glatte Leseempfehlung 🙂

Ganz herzlichen Dank an den Manhattan-Verlag aus der Random House-Verlagsgruppe, die mir dieses Rezensionsexemplar netterweise überlassen haben!!!

Ein Jahr in Berlin :-) …

Heute ist ein besonderes Jubiläum in meinem Leben – ich lebe heute am 23.10.2014 (genauer gesagt: seit heute Abend) seit exakt einem Jahr in Berlin 🙂
Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht und dennoch kann ich mich an den 23.10.2013 noch sehr genau erinnern …

Morgens um 7:30 Uhr stand die Umzugsfirma vor der Tür und um 11:30 Uhr waren sämtliche Kisten und Möbel für ihren Weg nach Berlin verladen.
Die letzten Dinge – solche, die wir abends in der noch leeren Whg. benötigten – wurden in den viel zu kleinen VW Golf gequetscht. Wenigstens gab es dort bereits eine nagelneue eingerichtete Küche – es hat mir aber auch sehr leid getan, die schöne große Einbauküche, die wir mit viel Liebe geplant hatten, in Köln an unseren Vermieter zu verkaufen.
Vor der Abfahrt wurden die Katzenboxen mit Feliway präpariert, die Katzen samt jeweils einem beruhigendem Baldrian-Plüschtier hineinverfrachtet und los ging es Richtung Berlin.

Wir hatten Riesen-Glück: Die Autobahnen waren frei, es war nirgendwo Stau und die Katzen haben friedlich die 6 Std. Fahrt in ihren Transport-Boxen geschlummert, so dass wir zwischendurch angehalten haben um zu sehen, ob die Beiden noch atmen ;-). Aber die Zeit zwischen 13 und 17 Uhr ist eh eigentlich immer Schlafzeit und die beiden hatten ja auch ein paar anstrengende Tage im Vorlauf hinter sich. Sonst waren 30 Min. Fahrt zum Tierarzt immer die Hölle mit viel Geschrei.
In unserer Berliner Wohnung angekommen haben wir uns erstmal sehr über einen kleinen Willkommensgruß unseres Vermieters (Karte und Pralinen) gefreut. Dann haben wir die Katzen mit dem neuen Standort der Katzenklos vertraut gemacht und die beiden gefüttert, für uns im schwäbischen Imbiss was zu Essen geholt (was wir in Ermangelung von Möbeln im Stehen essen mussten), geduscht, das Luftkissenbett aufgepumpt und geschlafen. Um 4 Uhr nachts sind wir dann hochgeschreckt, weil der LKW der Umzugsfirma vor der Türe hielt – die Jungs haben aber auch erstmal im LKW gepennt und sich später am Kiosk Kaffee geholt und auch erst um 8 Uhr losgelegt mit Einräumen.
Um 13:30 Uhr stand dann alles an seinem Platz und wir und die Katzen waren endlich alleine, so dass das Auspacken der Kisten losgehen konnte – damit waren wir aber noch einige Tage beschäftigt. Auch solche Sachen wie die Anmeldung beim Bürgeramt (zum Glück hatten wir einen Termin vereinbart) standen auf dem Programm. Und natürlich auch das Kennenlernen unseres Wohnkiezes. Begleitet wurde immer alles von meiner Sorge, einen Job zu finden.

Gerade die erste Zeit in Berlin (vor allem so das erste halbe Jahr) war nicht einfach: Zum Einen das trübe Herbst-/Winter-Wetter in Berlin, dann konnte ich die Begebenheiten, die überhaupt zu diesem Umzug geführt haben, nicht vergessen und werde das wohl nie wirklich verarbeiten können, die Job-Suche und das Zu-Hause-Rumhocken und die viele Zeit zum Grübeln taten auch nicht gerade gut. Es gibt eben Dinge, die brauchen viel Zeit und Geduld gehört nun mal nicht zu meinen persönlichen Stärken.
Und ich weiß auch, dass es Personen gibt oder gab, die ganz sicher darauf gewartet haben, dass ich hier scheitere.

Im Resümee kann ich jetzt nach einem Jahr hier sagen: Es war die beste Entscheidung meines Lebens und da ich den Wunsch, in Berlin zu leben, schon seit meinem 16. Lebensjahr hatte, hätte ich das schon viel, viel früher in Angriff nehmen sollen, denn das hätte mir so Einiges im Leben erspart – manchmal muss man leider durch die Hölle gehen, damit man den Himmel zu schätzen weiß 😉

Dass Berlin „meine“ Stadt ist, weil ich Berlin immer viel mehr geliebt habe als meine rheinische Heimat, stand außer Frage. Ich mag die Architektur, die Historie, die Entwicklung und die Menschen hier einfach mehr! Außerdem lebe ich jetzt nur 80 km vom Heimatort meines Vaters entfernt und fühle mich seiner Seele somit ein Stück näher.
Aus dem Rheinland vermisse ich lediglich ein paar liebe Freundinnen, meine Lieblingsrestaurants und ein paar kulinarische Köstlichkeiten, die es hier einfach nicht gibt 🙂

So richtig angekommen bin ich hier auch erst, seit ich wieder arbeite. Im Februar hatte ich nach mehr als 6 Mon. Job-Suche Glück und habe einen Job gefunden, bei dem ich direkt einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhielt (die Vorgängerin war im Ruhestand) und auch die 6 Mon. Probezeit inzwischen unbeschadet überstanden habe. Ich kann sehr eigenständig arbeiten, habe einen netten Kollegenkreis und merke auch daran wieder, dass ich besser mit der Berliner Mentalität zurecht komme als mit der rheinischen.
Aus eigener Erfahrung kann ich auch sagen, dass es gar nicht gut tut, den ganzen Tag nur zu Hause zu sein – ich kann jedem nur raten, auch, wenn man vielleicht nicht gleich eine reguläre Arbeit findet oder vielleicht schon (Früh-)Rentner ist, sich trotzdem eine – ggf. auch ehrenamtliche – Arbeit zu suchen, bei der man die Wohnung verlassen muss und unter Menschen kommt und eine Struktur in seinen Tag bringt. Den ganzen Tag nur in den eigenen vier Wänden zu verbringen und sich nur mit Online-Freunden auszutauschen und den Rest der Zeit über alles zu grübeln, was schlecht ist, zieht einen nur weiter nach unten. Für sein Wohlergehen ist man selbst verantwortlich und wenn man andere dafür verantwortlich macht, hat das etwas Narzisstisches an sich.

Nach den Ereignissen der letzten Jahre in Köln und vor allem denen in 2012/2013 gab es eigentlich keine andere Konsequenz, als Köln zu verlassen – dort hätte ich definitiv nicht mehr leben können und leben wollen. Und ich war mir nicht sicher, zu was die stalkende Psychopathin, die mein Leben in Köln auf dem Gewissen hat, noch alles in der Lage gewesen wäre. Zumal sie hier auch nochmal über Dritte und auch nochmal unter falschem Namen versucht hat, an Infos zu kommen. Wenn sie mal beginnt, ihr eigenes Leben in Ordnung zu bringen, hat sie wirklich ausreichend zu tun …

Auch die Katzen haben sich ohne Übergangszeit hier perfekt eingelebt. Unsere Mary ist mit ihren fast 14 Jahren hier in Berlin nochmal so richtig aufgeblüht und hat sich zum Familienoberhaupt entwickelt, was mich einfach nur freut, weil sie ja viele Jahre von unserem Kater unterdrückt wurde. Auch, wenn sie nicht immer nachts zeigen sollte, wie wohl sie sich fühlt und uns immer nachts an ihrem Leben teilhaben lassen möchte 😉 . Die beiden lieben die Wohnung hier und hatten im Sommer durch ein Katzennetz am Balkon erstmals die Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten und haben es ausgiebig genossen.

Berlin hat mich selbst meinem großen Hobby „Literatur“ noch ein großes Stück näher gebracht – wofür ich nicht zuletzt der lieben Kerstin Hohlfeld danke. Durch ihre wunderbaren Literatur-Salons habe ich eine tolle neue Kontakt knüpfen können zu anderen Lesewütigen, aber auch Autorinnen und Autoren und ihr habe ich es auch zu verdanken, dass ich im Dezember meine erste eigene Wohnzimmerlesung ausrichte, worauf ich mich riesig freue! Kerstin war hier in Berlin mein erster persönlicher Kontakt und ist hier ein Herzensmensch für mich. Danke für Deine Freundschaft!

Im Gegensatz zum veranstaltungstechnisch eher etwas provinziellen Köln, wo man eigentlich nur Karneval so wirklich gut kann und sonst nicht viel auf die Reihe bekommt, ist das Kultur-Angebot hier in Berlin einfach überwältigend.
Wir haben hier bisher in dem einem Jahr fünf Konzerte besucht und zwei weitere stehen 2014 noch aus.
Die Anzahl der besuchten Lesungen hier in Berlin kann ich schon gar nicht mehr nachvollziehen so viele waren das in dem einem Jahr und es stehen dieses Jahr noch mindestens fünf weitere an.
Ach ja, und zu Hertha BSC und den Eisbären Berlin geht es auch noch in diesem Jahr.

Nun erfreue ich mich weiterhin daran, dass ich nach so vielen Irrungen und Wirrungen des Lebens nun endlich in meiner Herzensheimat leben darf und hoffentlich noch viel Schönes erleben darf. Jetzt kommt ja erstmal die Weihnachtsmarkt-Zeit, die ich auch sehr mag 🙂

Man sollte immer – egal, wie jung man ist – den Weg einschlagen, in den es einen selbst zieht und sich nicht von den Eltern in eine andere Richtung, mit der man möglicherweise unglücklich wird, dirigieren lassen – egal ob menschlich, beruflich und auch örtlich. Dazu kann ich nur Allen raten.

Review zur Lesung „Nena – Geschichte einer Band“ mit Rolf Brendel & Jim Rakete am 16.10.2014 in Berlin

 

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IMG_2034IMG_2024Donnerstag, 16.10.2014, kurz nach 20 Uhr, im „Roten Salon“ der Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz – ein Termin, dem ich seit einigen Tagen absolut entgegen gefiebert habe:
Nicht nur einfach eine Autoren-Lesung, sondern für mich eine Zeitreise in meine frühe Jugend – der unbeschwerten Zeit, in der ich Fan von Nena war – und zwar nicht nur von Nena als Sängerin (klar, wollten ungefähr 80% der Mädels zwischen 12 und 18 damals so sein wie Nena, die gleiche Frisur und die gleichen Klamotten tragen und überhaupt so sein wie sie), sondern vor Allem auch von den Jungs ihrer Band. Meine erste große Teenie-Schwärmerei sozusagen 😉 …

Vor Beginn der Veranstaltung dudelten im Hintergrund Nena-Songs aus der guten alten Zeit – es tat richtig gut, diese Mal wieder zu hören. Zwar war ich auch in den letzten Jahren noch ein paar Mal auf Konzerten von Nena, muss aber leider zugeben, dass mich mit ihrem heutigen, teilweise leicht spacigem und abgehobenen Sound irgendwie nichts mehr verbindet …

Nach einer kurzen Begrüßung durch die betreuende Lektorin des Aufbau-Verlages Berlin, zu dem auch der Blumenbar-Verlag als Ableger gehört, betritt Rolf Brendel, Ex-Drummer der Nena-Band und Ex-Freund von Nena, unter großem Applaus die Bühne. Begleitet wurde er von Anja Caspary von Radio Eins des RBB, die den Abend moderierte. Die Blumenbar-Lektorin hatte schon bei der Begrüßung erwähnt, dass sich vor Allem die weibliche Belegschaft des Verlages immer riesig gefreut hat, wenn mal wieder ein Termin mit Rolf Brendel anstand und dieser den Verlag besuchte – verständlich, denn er sieht mit seinen nunmehr 57 Jahren immer noch unglaublich  smart und jugendlich aus.

IMG_2025IMG_2029Rolf begrüßte die anwesenden Besucher, die wirklich sehr zahlreich erschienen waren, mit einer kurzen persönlichen Ansprache und plauderte ein wenig über den Anlass dafür, dass er sich nach so langer Zeit entschlossen hat, die Ereignisse und die Geschichte um die Band Nena niederzuschreiben. Ein Grund dafür war ganz niedlich – nämlich sein Enkel Henry, der mit Rolf’s Tochter Verena (viele Fans haben sicher noch die süßen Konzert-Fotos, als Verena als Kleinkind mit Nena bei einem Open-Air auf der Bühne stand, im Kopf – übrigens auch im Buch zu finden) und Rolf’s Frau gleich vor uns in der 2. Reihe saß. Der Saal war ausverkauft (sowohl männliche als auch weibliche Besucher) und ich war ehrlich gesagt froh, Tickets reserviert gehabt zu haben, Keine Ahnung, wie ich daran zweifeln konnte, ob sich außer mir 28 Jahre nach der Auflösung der Band überhaupt noch jemand für die Begebenheiten von damals interessiert und nostalgische Anwandlungen hat 😉 …

Während im Hintergrund via Beamer eine Dia-Show lief mit Fotos von Jim Rakete, die natürlich auch im Buch zu finden sind, wurde zunächst über die Anfänge als Garagen-Band in Hagen ein wenig geredet, zu der sehr bald auch Nena als Sängerin stieß, die damals noch Auszubildende als Goldschmiedin war und nebenher in einer Disco jobbte. Rolf berichtete über die unglaubliche Präsenz und das mitreißende Wesen von Nena, in die er sich sehr bald, obwohl er jung verheiratet und gerade Vater geworden, verliebte. Es erfolgte die Gründung der „Stripes“ (Anja Caspary hatte sogar eine LP der Stripes dabei – soweit ich erkennen konnte, waren bei der Lesung auch einige Gründungsmitglieder der „Stripes“ anwesend), der 1. Plattenvertrag bei CBS und dann der Umzug von Rolf und Nena gemeinsam nach Berlin. wo man fortan in der Fabrik Rakete – einer alten, ehemaligen Fabrikhalle am Kreuzberger Segitzdamm – unter die Fittiche genommen und von und mit musikalischen Größen wie Spliff (Ex-Band von Nina Hagen) musikalisch betreut und beraten wurde.

Jim Rakete, der übrigens nur 6 Jahre älter ist als Rolf, und damals quasi als Band-Papa fungierte, betrat die Bühne und wusste auch noch so einige Anekdoten aus der Zeit damals zu berichten: Von Nena’s Arbeit als Bürohilfe in der Fabrik, vom 1. Auftritt der jungen Band beim „Musikladen“ und den danach emporschnellenden Verkaufszahlen, dass an Nena eben niemand mehr vorbei kam. Aber auch vom schnellen Ruhm, dem Leben auf der Überholspur und dem Bruch zwischen ihm und der Band und dem banalen Grund damals dafür: Dass die Band-Mitglieder nicht fürs Alter vorsorgen wollten, sondern ihr Geld damals (anstatt in die Künstler-Sozialkasse einzuzahlen) gleich für Autos und Immobilien auf den Kopf hauten. Carlo Karges, der Gitarrist der Band, der 2002 – eben auch durch das krasse Leben auf der Überholspur mit viel Alkohol – starb, verfügte wohl nie in seinem Leben über so etwas wie eine Krankenversicherung.

IMG_2030IMG_2033Zu Wort kam dann auch noch der ehemalige Bassist der Nena-Band, Jürgen Dehmel, der gemeinsam mit dem ehemaligen NDW-Sänger Bernward Büker (großer Hit: „Wilde Abenteuer in der Nacht“) im Publikum saß. Erst durch Google habe ich erfahren, dass Rolf, Jürgen und Bernward gemeinsam mit einer Sängerin namens Mandy in einer Nena-Coverband gespielt haben . Ich muss aber gestehen, dass ich Jürgen beim besten Willen nicht mehr erkannt hätte.
Sehr schade fand ich übrigens, dass – mein damaliger Schwarm aus der Nena-Band – Uwe Fahrenkrog-Petersen, der Band-Keyboarder, der heute auch noch u. a. in Berlin lebt, nicht bei der Lesung dabei war, denn er hätte sicherlich auch noch so einiges beisteuern können. Aber Rolf hatte schon berichtet, dass er ihn wohl eingeladen hatte, Uwe aber da schon nicht wirklich daran interessiert war, dabei zu sein.
Rolf hatte vor der Veröffentlichung allen Band-Mitgliedern – inklusive Nena – seine Aufzeichnungen zum Lesen gegeben; Nena hatte wohl auch den Wunsch, das ein oder andere erwähnte nicht darin zu finden.

Rolf berichtete außerdem noch, dass er ohne seinen älteren Bruder Dietmar, ebenfalls Schlagzeuger, wahrscheinlich niemals Schlagzeuger geworden wäre. Nach dem Austritt aus dem Rampenlicht rollte Rolf sein Leben nochmal von hinten auf, machte Abitur nach und ging in die USA, um dort Schlagzeug zu studieren. Er lebte heute im norddeutschen Cloppenburg und unterrichtet selbst auch Schlagzeug. Außerdem ist er Drummer in einer Band namens „Peter und der Rolf“.

Dieses Buch hat er übrigens seinem 2002 im Alter von 50 Jahren an Leberversagen verstorbenen Band-Kollegen – und, wie Rolf immer wieder betonte: begnadeten Song-Schreiber und Texter, dem die Band sehr viel zu verdanken hatte – Carlo Karges gewidmet.

Ich selbst möchte an dieser Stelle auch mal Danke sagen: an Rolf Brendel, dass er so viele Jahre nach der Trennung der Band die ganzen Ereignisse nochmal Revue passieren ließ und aus seiner Sicht schriftlich für die Nachwelt  und unterstrichen durch wundervolle und auch zum Teil noch unveröffentlichte Fotos von Jim Rakete festgehalten hat! Dann Danke ich auch dem Blumenbar-Verlag bzw. dem Aufbau-Verlag, dass sie sich diesem außergewöhnlichen Buch-Projekt angenommen haben und es veröffentlicht haben – ich bin mir ganz sicher, dass damit auch 28 Jahre nach der Trennung nochmal ein neues Kapitel Erfolgsgeschichte der Band aufgeschlagen wird 🙂

IMG_2036IMG_2037Und außerdem bin ich unendlich dankbar, in den 80er Jahren aufgewachsen zu sein und das alles selbst erlebt zu haben – mein 1. Konzert – und das war eben Nena – war im März 1984 und vorher erhielt nach ganz langer Wartezeit eine Autogramm-Karte – sogar mit persönlicher Widmung.

Danke an alle Beteiligten für den wunderbaren Lesungsabend und die kleine Zeitreise – sogar mein Mann war begeistert von dem Abend 🙂
Dieser Abend war echt eine Bereicherung für mich 🙂

Mehr über das Buch findet Ihr auf der Internet-Seite des Verlages: http://www.blumenbar.de.

Review zur Lesung zu „Sehnsucht ist ein Notfall“ von Sabine Heinrich am 14.10.2014 in Berlin

IMG_2012Endlich stand am letzten Dienstag – nach einmonatiger Lesungsabstinenz – mal wieder eine Lesung an – wir waren tatsächlich schon ein wenig auf „Lesungsentzug“, da wir, seit wir seit fast 1 J. in Berlin beheimatet sind, wirklich exorbitant viele Lesungen besucht haben – das Lesungsangebot ist hier im Vergleich zu Köln wirklich phantastisch 🙂
Noch dazu war dies jetzt eine Lesung, die ich schon länger anvisiert hatte und wo jetzt endlich alles passte:

IMG_2020IMG_2010Sabine Heinrich, Kult-Moderatorin im WDR-Radiosender 1Live und TV-Moderatorin, las am vergangenen Dienstag, 14.10.2014, hier in Berlin im „Heimathafen Neukölln“ aus ihrem ersten Roman „Sehnsucht ist ein Notfall“.
Ich hatte großes Glück, dass ich dieses „Wunschlisten-Buch“ von mir zu meiner größten Freude beim „Welttag des Buches“ gewonnen habe – muss aber gestehen, dass ich es vor lauter Rezensionsexemplaren leider selbst noch nicht lesen konnte bis jetzt und ich besonders happy war, jetzt etwas von der Autorin persönlich aus diesem Roman vorgetragen zu bekommen.

Wer sich den „Heimathafen Neukölln“ als irgendetwas Nautisches oder Maritimes vorstellt, der ist sozusagen „auf dem falschen Dampfer“. Der „Heimathafen Neukölln“ ist ein faszinierender, historischer Saalbau – in einem Hinterhof gelegen – der über zwei mit Stuck, Vertäfelungen und Deckenmalereien verzierten Veranstaltungssälen verfügt. Wer mehr über diese interessante Location, seine Historie und seine aktuellen Veranstaltungen erfahren möchte, informiert sich am besten auf der Homepage: http://www.heimathafen-neukoelln.de.

Kurz nach 20 Uhr ging es los – Sabine Heinrich, die wir kurz vorher auch schon draußen gesehen hatte, begrüßte ihre Lesungsgäste professionell und freundlich – woran man gleich, dass sie eine geübte und perfekte Moderatorin ist. Sabine Heinrich ist in Nordrhein-Westfalen, wo wir ja bis letztes Jahr – ebenso wie Sabine jetzt – noch in Köln gelebt haben, eine absolute Institution mit Kult-Status.
Leider waren aufgrund des Fußball-Länderspieles Deutschland gegen Irland nicht so viele Besucher da, wie es dieser tollen Lesung gebührt hätte (oh je, ich weiß ja, dass eine sehr altmodische Ausdrucksweise ist 😉 …).

Sabine Heinrich begann dann, nach einer kurzen Einleitung zur Story, die übrigens zum Teil sogar autobiographisch ist, aus ihrem Buch vorzutragen.
Wie auch in diesem Buch die Oma von Eva, hat Sabine’s Oma an einem Silvester-Tag im Alter von 79 Jahren entschieden, den Opa zu verlassen und nochmal neu durchzustarten mit eigener Wohnung und eigenem Leben. Dies ist aber auch schon alles Autobiographische in diesem Buch und Sabine’s Oma fand es wohl sehr schade (O-Ton), dass sie ansonsten, wie ihre Enkelin ihr vorab berichtete, nichts mit der Oma im Buch zu tun hatte.
Oma und Eva im Buch – wovon sich Eva ebenfalls im Gefühlschaos (allerdings zwischen zwei Männern) befindet – entscheiden sich spontan zu einem Roadtrip ans Meer, der sie Anfang Januar nach Elba führt.
Der Schreibstil von Sabine Heinrich ist locker und authentisch, aber auch mitreißend – kein bisschen gestelzt – und sie hat eine tolle Art, ihre Leser mit in die Geschichte einzubeziehen und auf diesen Roadtrip mitzunehmen. Wenn sie in ihrem ehrlichen Ruhrpott-Dialekt vorträgt ist, ist das so, als erzählt eine gute Freundin die aktuellen Geschehnisse in ihrem Leben weiter an andere gute Freunde und man käme keine Sekunde lang auf die Idee, dass es nicht in Wirklichkeit genauso passiert ist.
Man hätte ihr noch ewig zuhören können – die Mischung aus Passagen aus dem Buch und Erzählungen von der Entstehung des Buches und der Recherche-Reise nach Elba war einfach perfekt.

IMG_2021IMG_2022In der Lesungspause ging Sabine Heinrich durch den Saal, begrüßte Ihre Lesungsgäste persönlich, fragte wie es ihnen gefällt und plauderte ein wenig mit den Gästen.
Sie hat wirklich eine ganz bezaubernde Art und auch nach der Lesung – die wirklich ganz toll war – hatte man noch Gelegenheit, ein wenig mit Sabine Heinrich zu plaudern und sich das Buch signieren zu lassen.
Dabei verriet sie, dass sie aktuell an ihrem zweiten Roman arbeitet und auch, dass es Oma und Opa in ihrem neuen Leben beiden sehr gut geht.
Ich freue mich schon auf weitere Romane und vor Allem weitere Lesungen von und mit Sabine Heinrich!!!
Es war wirklich ein toller, unvergesslicher Abend – Danke dafür, liebe Sabine 🙂

Wer noch mehr über das Buch und seine Autorin erfahren möchte, kann das auf der Seite des Verlages: http://www.kiwi-verlag.de/buch/sehnsucht-ist-ein-notfall/978-3-462-04621-2/.

Weitere Lesungstermine von Sabine – die Ihr Euch wirklich nicht entgehen lassen solltet – findet Ihr unter diesem Link: http://tomprodukt.de/tourplan/aktuell/sabine-heinrich#sabine-heinrich.

 

 

 

Rezension: Fanny Wagner & Carolin Birk – „Überwiegend fabelhaft“

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Taschenbuch, rororo, erschienen: 01.10.2014, 299 Seiten, 9,99€

Autorinnen:
FANNY WAGNER
ist das Pseudonym der bisher hauptsächlich als Autorin und Illustratorin von Kinderbüchern tätigen, studierten Grafik-Designerin und aus Amsterdam stammenden Hermien Stellmacher. Am 01.12.2012 erschien von ihr ebenfalls bei rororo der ebenso tolle Frauen-Roman „George Clooney, Tante Renate und ich“. Hermien Stellmacher lebt selbst bereits seit vielen Jahren mit Mann und Katern in der Fränkischen Schweiz und arbeitete zuerst in der Werbebranche.
Unter dem Pseudonym CAROLIN BIRK schreibt in diesem Buch die ebenfalls als Kinderbuchautorin und Illustratorin bekannte Katharina Wieker, die zudem auch als Dramaturgin und Drehbuchautorin für ein bekanntes Berliner Trickfilmstudio tätig ist. Katharina Wieker wurde im Frankenland geboren und zog später nach Berlin, wo sie auch aktuell noch mit Tochter und Kater in Kreuzberg lebt. Mehr über ihre Kinderbücher ist auf ihrer Internet-Seite zu finden: http://www.katharinawieker.de.
Mehr über die beiden Autorinnen findet man auch auf deren gemeinsamen facebook-Seite: https://www.facebook.com/pages/Fanny-Wagner-Carolin-Birk/115306275300395?fref=ts.
Bei facebook sind beide Autorinnen auch unter ihren realen Namen im sehr aktiven Austausch mit ihren Leserinnen und Lesern.

Handlung:
Nina Lindner kann ihr Glück kaum fassen: Seit sie zusammen mit ihrer Tochter Marie Berlin den Rücken gekehrt hat und nach ihrer Erbschaft des Gasthofes ihres Onkels ins beschauliche, fränkische Örtchen Wiestal gezogen ist, scheint die Sonne in ihrem Leben. Ihr Mode-Label „Zwiebellook“, das sie gemeinsam mit den Dorf-Schnepfen, die ihr als Schneiderinnen zur Hand gehen, gegründet hat, erfreut sich allergrößter Beliebtheit und das Geschäft brummt. Ihre Beziehung zu dem smarten Schreiner Christian erweist sich als ganz großer Glücksfall und auch sein kleiner Sohn Julian vergöttert sie und umgekehrt. Und nicht zuletzt hat sich Tochter Marie trotz ihrer abklingenden Gothic-Leidenschaft super ins Dorfleben integriert und mit Mario einen zuverlässigen Freund an ihrer Seite gefunden. Doch plötzlich ziehen Wolken in Nina’s Leben auf: Das Geschäft läuft so gut, dass Nina sich die Hilfe eines Assistenten suchen muss, Plagiate ihrer Modelle tauche bei der Konkurrenz auf und Christian verbringt nach einem Unfall von Julian plötzlich viel zu viel Zeit mit seiner Ex-Frau. Bleibt nur zu hoffen, dass Nina mit ihrem sonnigen Gemüt und ihrer Energie auch diesen Unwettern im Leben trotzt und von ihren Lieben nicht im Regen stehen gelassen wird …

Fazit:
Das Cover hat eine harmonische Farbgestaltung und die Zeichnung nimmt Bezug auf die neue Story und ist in Anlehnung an den 1. Band gestaltet.
Wie auch schon im 1. Band steht als Einleitung zu jedem Kapitel steht wieder eine kurze (Wetter-)Vorhersage zu den Ereignissen und dem Befinden von Nina im jeweiligen Kapitel mit einem Wetterfrosch als Header. Innerhalb der Kapitel sind noch einzelne Unterteilungen durch eine Wolke vorgenommen. Die innere optische Aufmachung des Buches ist identisch mit Band 1 – auch hinsichtlich Druckbild. Die 299 Seiten sind in 20 Kapitel in angenehmer Leselänge aufgeteilt.
Als ich die ersten Seiten dieses Buches gelesen habe, war das für mich wie ein Treffen mit alten Bekannten, die man längere Zeit nicht gesehen hatte und die man dann mal wieder besucht – und man hatte sich eine Menge zu erzählen.  Die Autorinnen haben es mit ihrer wunderbaren und ganz speziellen Art des Schreibens ganz schnell erreicht, den Leser so in die Geschichte einzubeziehen, dass man sich bald schon selbst als Teil dieser – wenn auch manchmal ein wenig skurrilen – Dorfgemeinschaft fühlt 😉
Selbst mit dem fränkischen Dialekt kommt man nach einer Weile wieder gut klar (auch, wenn ich zugeben muss, dass ich gerade am Anfang über manche Textpassagen in fränkischem Dialekt noch ein zweites Mal lesen musste 😉 …).
Wie auch schon beim 1. Band „Garantiert wechselhaft“ sind einem die Charaktere der Handlung fast ausnahmslos wieder ziemlich schnell ans Herz gewachsen – die Geschichte ist mit viel Herzblut und auch viel Humor erzählt.
Meine Rezension zu „Garantiert wechselhaft“ findet Ihr unter diesem Link: https://buecherunddiewelt.wordpress.com/2014/04/20/rezension-fanny-wagner-carolin-birk-garantiert-wechselhaft/.
Ganz begeistert hat mich auch, dass es sich nicht ausschließlich um einen Frauenroman handelt, bei dem ganz viel Liebe eine Rolle spielt, sondern auch ein kriminalistischer  Handlungsstrang diesen Roman bestens bereichert.
Ich freue mich schon sehr, die beiden Autorinnen wieder live im Dezember auf ihrer Lesung zu diesem Buch in einem kleineren privaten Rahmen erleben zu dürfen – das verspricht jetzt schon, wieder ein außerordentlich witziger Abend zu werden 🙂
Ich habe mich beim Lesen dieses Buches nicht nur „Überwiegend fabelhaft“ sondern ALLERBESTENS gefühlt und gebe diesem wundervollen Roman, den ich wirklich total geliebt habe zu lesen, 5*-Sterne Plus mit uneingeschränkter Leseempfehlung.

Ein großer Dank geht an Hermien Stellmacher und Katharina Wieker sowie dem Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar ❤

GEWINNERINNEN …

Da die Verlosung der beiden Bücher anscheinend dieses Mal auf besonders wenig Interesse gestoßen ist, musste ich dieses Mal noch nichtmals auslosen, da es pro Buch nur eine Bewerberin gab 😉
Um so leichter für mich 🙂

Daher dürfen sich folgende Gewinnerinnen freuen:

SABINE KETTSCHAU
über „Die Seltsamen“ von Stefan Bachmann

und

ANTJE BEERMANN
über „Das Mädchen mit Haifischherz“ von Jenni Fagan

Ganz herzlichen Glückwunsch und ganz viel Spaß mit den gewonnenen Büchern 🙂