Rezension: Andrea Sawatzki – „Von Erholung war nie die Rede“

IMG_1970Fakten:
Hardcover (Einband), Piper, erschienen am 11.08.2014, 272 Seiten, 18,99 € (auch als eBook und Hörbuch erhältlich)

Autorin:
Andrea Sawatzki wurde am 23.02.1963 im oberbayerischen Ort Kochel am See als Tochter einer Krankenschwester und eines Journalisten geboren. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie in München, wo sie – neben anderen Städten – u. a. zwischen 1988 und 1992 auch am Theater spielte. Seither wirkte sie auch in unzähligen TV-Filmen und -Serien und Kino-Produktionen mit. Zudem ist sie eine äußerst beliebte Sprecherin für Hörbücher und setzt ihre Stimme seit einiger Zeit auch als Sängerin ein. Sie ist verheiratet mit dem Schauspieler Christian Berkel und lebt mit ihm, zwei Söhnen und drei Hunden im Süden von Berlin. Ihre erste literarische Veröffentlichung war im März 2013 der Psycho-Thriller „Ein allzu braves Mädchen“. Im Oktober 2013 folgte dann der Weihnachtsroman um die Familie Bundschuh mit dem Titel „Tief durchatmen – die Familie kommt“, deren Geschichte nun mit dem Herbstferien-Roman „Von Erholung war nie die Rede“ fortgesetzt wird. Weitere Infos zu Andrea Sawatzki gibt es auf ihrer sehr informativen Internet-Seite:http://www.andrea-sawatzki.de/.

Handlung:
Nach dem desaströsen gemeinsamen Weihnachtsfest mit der gesamten Familie Bundschuh hatte sich Mutter Gundula vorgenommen, erstmal längerfristig Abstand von derartigen Familien-Zusammenkünften zu nehmen, was jedoch nicht allzu lange währt: Schwiegermutter Susanne hat bei einem Gewinnspiel einen Urlaub auf der schon sehr herbstlichen Insel Norderney für die ganze Familie gewonnen und lädt ein. Alleine schon die Anreise samt Überfahrt der Familie, zu der auch die beiden Hunde Dogge Gulliver und Dackel Othello gehören, wird schon ein Abenteuer für sich. Die Unterkunft, das „Hotel Vier Jahreszeiten“ hat Frühling und Sommer seines Daseins schon vor Jahrzehnten hinter sich gelassen und fristet nun – nicht nur jahreszeitlich – dem tristen Spätherbst entgegen, ähnlich wie die Ehe von Gundula Bundschuh und ihrem Mann Gerald. Der Aufenthalt auf Norderney wird somit – unterstützt von weiteren sehr skurrilen Personen und Situationen – zu einem unvergesslichen Urlaub in vielerlei Hinsicht …

Fazit:
Das Cover-Foto und die Gestaltung der Überschriften ist farblich sehr ansprechend gewählt, auch wenn es (sehr kleinlich gesehen 😉 …)  nicht 100%ig mit der Handlung konform ist.
Die Geschichte umfasst 272 Seiten und ist auf insgesamt 60 Kapitel in sehr kurzer Lese-Länge mit sehr großzügigem, augenfreundlichem Druckbild eingeteilt.
Als ich im Dezember 2013 die Lesung von Andrea Sawatzki von „Tief durchatmen – die Familie kommt“ in der „Backfabrik“ (Bericht ist ebenfalls hier auf dem Blog zu finden: https://buecherunddiewelt.wordpress.com/2013/12/19/review-zur-lesung-von-andrea-sawatzki-tief-durchatmen-die-familie-kommt-am-16-12-2013-in-berlin/) in Berlin-Prenzlauer Berg besuchte, hatte Frau Sawatzki schon angekündigt, dass es ein 2. Band über die Familie Bundschuh bereits in Arbeit ist und auch, dass eine Verfilmung zu den Geschichten um die Familie Bundschuh nicht abwegig sei 😉
Das Buch ist auch – wohl ganz bewusst – schon so geschrieben, dass beim Lesen der verrückten Geschichte dieses Familien-Urlaubs das Kopf-Kino samt Besetzung der Rollen in Gang gesetzt wird und ausbaufähigen Stoff für ein ganzes Film-Drehbuch liefert. Hier merkt man wirklich gleich, dass Andrea Sawatzki Filmerfahrung hat und das Buch schon in diese Richtung steuert.
Beide Bücher sind so geschrieben, dass sie unabhängig voneinander gelesen werden können, auch wenn dieser Herbstferien-Roman eigentlich die Fortsetzung vom Weihnachtsroman ist.
Die Familie Bundschuh ist nicht nur generationentechnisch sondern auch charakteristisch bunt gemischt und sorgt mit ihrem geballten Erscheinen für Kopfschütteln, Augenreiben, verrückte Situationen und skurrile (wenn auch manchmal recht unrealistische) Dialoge.
Das Buch ist sehr kurzweilig und wirklich die ideale Unterhaltung für einen verregneten Urlaubsnachmittag auf einer Nordsee-Insel (analog zur Handlung des Buches) – z. B. in einem Wellness-Bereich, da es sich einfach so weg lesen lässt und den Leser nicht selten lachen lässt. Mit dem teilweise leicht zynischen und sarkastischen Humor von Gundula sollte man schon etwas anfangen können.
Genervt hat mich lediglich manchmal, dass sich die Protagonisten untereinander ständig mit dem Namen anreden – das war wirklich etwas zu viel.
Sehr schön fand ich den Schluss, der zeigt, dass wahre Liebe alles überstehen kann und es manchmal hilfreich im Leben ist, auch spät noch den ausgetretenen Weg zu verlassen, um nochmal eine andere Richtung einzuschlagen – und, dass dabei nicht immer alles perfekt sein muss und man damit dennoch glücklich sein kann.
Wer keine großen literarischen Ansprüche hat, wird mit diesem lustigen Roman ein paar sehr vergnügliche Lesestunden verbringen können.
4 von 5 Sternen gibt es von mir hierfür 🙂

Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich dem Piper-Verlag für die freundliche Überlassung dieses Rezensionsexemplares 🙂

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