Rezension: Andrea Sawatzki – „Von Erholung war nie die Rede“

IMG_1970Fakten:
Hardcover (Einband), Piper, erschienen am 11.08.2014, 272 Seiten, 18,99 € (auch als eBook und Hörbuch erhältlich)

Autorin:
Andrea Sawatzki wurde am 23.02.1963 im oberbayerischen Ort Kochel am See als Tochter einer Krankenschwester und eines Journalisten geboren. Ihr Schauspielstudium absolvierte sie in München, wo sie – neben anderen Städten – u. a. zwischen 1988 und 1992 auch am Theater spielte. Seither wirkte sie auch in unzähligen TV-Filmen und -Serien und Kino-Produktionen mit. Zudem ist sie eine äußerst beliebte Sprecherin für Hörbücher und setzt ihre Stimme seit einiger Zeit auch als Sängerin ein. Sie ist verheiratet mit dem Schauspieler Christian Berkel und lebt mit ihm, zwei Söhnen und drei Hunden im Süden von Berlin. Ihre erste literarische Veröffentlichung war im März 2013 der Psycho-Thriller „Ein allzu braves Mädchen“. Im Oktober 2013 folgte dann der Weihnachtsroman um die Familie Bundschuh mit dem Titel „Tief durchatmen – die Familie kommt“, deren Geschichte nun mit dem Herbstferien-Roman „Von Erholung war nie die Rede“ fortgesetzt wird. Weitere Infos zu Andrea Sawatzki gibt es auf ihrer sehr informativen Internet-Seite:http://www.andrea-sawatzki.de/.

Handlung:
Nach dem desaströsen gemeinsamen Weihnachtsfest mit der gesamten Familie Bundschuh hatte sich Mutter Gundula vorgenommen, erstmal längerfristig Abstand von derartigen Familien-Zusammenkünften zu nehmen, was jedoch nicht allzu lange währt: Schwiegermutter Susanne hat bei einem Gewinnspiel einen Urlaub auf der schon sehr herbstlichen Insel Norderney für die ganze Familie gewonnen und lädt ein. Alleine schon die Anreise samt Überfahrt der Familie, zu der auch die beiden Hunde Dogge Gulliver und Dackel Othello gehören, wird schon ein Abenteuer für sich. Die Unterkunft, das „Hotel Vier Jahreszeiten“ hat Frühling und Sommer seines Daseins schon vor Jahrzehnten hinter sich gelassen und fristet nun – nicht nur jahreszeitlich – dem tristen Spätherbst entgegen, ähnlich wie die Ehe von Gundula Bundschuh und ihrem Mann Gerald. Der Aufenthalt auf Norderney wird somit – unterstützt von weiteren sehr skurrilen Personen und Situationen – zu einem unvergesslichen Urlaub in vielerlei Hinsicht …

Fazit:
Das Cover-Foto und die Gestaltung der Überschriften ist farblich sehr ansprechend gewählt, auch wenn es (sehr kleinlich gesehen 😉 …)  nicht 100%ig mit der Handlung konform ist.
Die Geschichte umfasst 272 Seiten und ist auf insgesamt 60 Kapitel in sehr kurzer Lese-Länge mit sehr großzügigem, augenfreundlichem Druckbild eingeteilt.
Als ich im Dezember 2013 die Lesung von Andrea Sawatzki von „Tief durchatmen – die Familie kommt“ in der „Backfabrik“ (Bericht ist ebenfalls hier auf dem Blog zu finden: https://buecherunddiewelt.wordpress.com/2013/12/19/review-zur-lesung-von-andrea-sawatzki-tief-durchatmen-die-familie-kommt-am-16-12-2013-in-berlin/) in Berlin-Prenzlauer Berg besuchte, hatte Frau Sawatzki schon angekündigt, dass es ein 2. Band über die Familie Bundschuh bereits in Arbeit ist und auch, dass eine Verfilmung zu den Geschichten um die Familie Bundschuh nicht abwegig sei 😉
Das Buch ist auch – wohl ganz bewusst – schon so geschrieben, dass beim Lesen der verrückten Geschichte dieses Familien-Urlaubs das Kopf-Kino samt Besetzung der Rollen in Gang gesetzt wird und ausbaufähigen Stoff für ein ganzes Film-Drehbuch liefert. Hier merkt man wirklich gleich, dass Andrea Sawatzki Filmerfahrung hat und das Buch schon in diese Richtung steuert.
Beide Bücher sind so geschrieben, dass sie unabhängig voneinander gelesen werden können, auch wenn dieser Herbstferien-Roman eigentlich die Fortsetzung vom Weihnachtsroman ist.
Die Familie Bundschuh ist nicht nur generationentechnisch sondern auch charakteristisch bunt gemischt und sorgt mit ihrem geballten Erscheinen für Kopfschütteln, Augenreiben, verrückte Situationen und skurrile (wenn auch manchmal recht unrealistische) Dialoge.
Das Buch ist sehr kurzweilig und wirklich die ideale Unterhaltung für einen verregneten Urlaubsnachmittag auf einer Nordsee-Insel (analog zur Handlung des Buches) – z. B. in einem Wellness-Bereich, da es sich einfach so weg lesen lässt und den Leser nicht selten lachen lässt. Mit dem teilweise leicht zynischen und sarkastischen Humor von Gundula sollte man schon etwas anfangen können.
Genervt hat mich lediglich manchmal, dass sich die Protagonisten untereinander ständig mit dem Namen anreden – das war wirklich etwas zu viel.
Sehr schön fand ich den Schluss, der zeigt, dass wahre Liebe alles überstehen kann und es manchmal hilfreich im Leben ist, auch spät noch den ausgetretenen Weg zu verlassen, um nochmal eine andere Richtung einzuschlagen – und, dass dabei nicht immer alles perfekt sein muss und man damit dennoch glücklich sein kann.
Wer keine großen literarischen Ansprüche hat, wird mit diesem lustigen Roman ein paar sehr vergnügliche Lesestunden verbringen können.
4 von 5 Sternen gibt es von mir hierfür 🙂

Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich dem Piper-Verlag für die freundliche Überlassung dieses Rezensionsexemplares 🙂

Und noch ’ne Doppel-Verlosung :-)

Ihr Lieben,

beim letzten Mal hatte ich ja hier schon eine Doppel-Doppel-Verlosung angekündigt, die ich nun urlaubsbedingt ein wenig zeitverzögert starte – aber „versprochen ist versprochen“ und hier ist sie:

Wenn Ihr die unten genannten Bedingungen beachtet – und nur dann :-), könnt Ihr eines der folgend vorgestellten Bücher gewinnen:

IMG_1981JENNI FAGAN: „Das Mädchen mit dem Haifischherz“
Alle Informationen zu diesem Hardcover-Roman findet Ihr auf dem Link der Verlagsseite: http://www.kunstmann.de/titel-0-0/das_maedchen_mit_dem_haifischherz-915/
Das Buch ist noch in Folie verschweißt und somit absolut neu, frisch und selbstverständlich ungelesen!!!

STEFAN BACHMANN: „Die Seltsamen“
Alle Infos zu diesem Taschenbuch (neu, ungelesen und noch) sind auf folgender Verlagsseite zu finden: http://www.diogenes.ch/leser/katalog/nach_autoren/a-z/b/9783257068887/buch

Diese Ausgabe ist ein besonderes Schmankerl, denn es handelt sich hier um ein umkorrigiertes Arbeitsexemplar, welches u. a. durch lovelybooks schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin als Vorab-Leseexemplar verteilt wurde 🙂 – also etwas ganz Besonderes für echte Fans!
Die Fortsetzung zu diesem Fantasy-Roman mit dem Titel „Die Wedernoch“ erscheint jetzt im Oktober 2014!

Bitte beachtet folgende Regeln, wenn Ihr gewinnen wollt:

Postet zwischen dem 28.09.2014 und dem 05.10.2014 (Sonntag), bis 23:59 Uhr (die Auslosung erfolgt in der 41. Kalenderwoche) einen netten Kommentar unter diesem Posting hier und haltet Euch an die genannten Regeln:

  1. Teilt dieses Gewinnspiel bitte weiter auf anderen sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, google+ usw.)!
  2. Hinterlasst mir hier einen netten Kommentar und nennt mir in der 1. Zeile bitte den Titel eines dieser beiden Bücher – also das Buch, das Ihr am liebsten gewinnen wollt! Bewerbt Euch bitte nur für einen der beiden Titel!
  3. Bitte gebt bei Eurem Kommentar einen wieder erkennbaren Namen (Vor- und Nachname!) sowie eine gültige, reale E-Mail-Adresse an, da ich Euch im Falle eines Gewinnes – neben der Veröffentlichung auf dem Blog und auf der facebook-Seite des Blogs – auch selbst nochmal per E-Mail benachrichtigen werde! Anonyme Kommentare sind von der Teilnahme ausgenommen!
    Nach meiner Benachrichtigung habt Ihr 1 Woche Zeit, um mir Eure innerdeutsche Post-Adresse mitzuteilen, sollte dies nicht erfolgen so verfällt Euer Gewinn und wird anderweitig verlost!
  4. Bitte beachtet, dass ich aufgrund der hohen Porto-Kosten ausschließlich an eine deutsche Versand-Adresse versende und leider NICHT ins Ausland!
  5. Der Gewinner erklärt sich damit einverstanden, dass der Gewinn als unversicherte Büchersendung verschickt wird!
    Ich übernehme keine Haftung für Verlust oder Beschädigung auf dem Postweg!
  6. Ihr solltet mindestens 18 Jahre alt sein oder mir eine Einverständniserklärung der Eltern bei Gewinn vorlegen!
  7. Beachtet bitte, dass beleidigende, verletzende, diffamierende, rassistische, kriminelle oder irgendwelche Produkte oder Dienstleistungen bewerbende Kommentare umgehend von mir gelöscht werden bzw. vor der Veröffentlichung bereits gefiltert werden – im Falle eines Verstoßes behalte ich mir eine strafrechtliche Verfolgung vor!
  8. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Sollte Euch mein Blog gefallen, so würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr Abonnent/Leser meines Blogs werdet oder die facebook-Seite des Blogs (siehe Button auf dieser Seite) liked und den Blog ggf. noch weiter empfiehlt!!!

Gerne dürft Ihr das Gewinnspiel auch auf facebook, twitter, google+ oder anderen Medien weiter teilen.

Vielen Dank und ganz viel Glück bei der Gewinnspiel-Teilnahme!!!

 

Die Gewinner(innen) von „Törtchenzeit“ und „Ein schädlicher Einfluss“ …

imageimage… stehen fest!!!

Ich gratuliere ganz herzlich MICHAELA GUTOWSKY zum Gewinn von „Törtchenzeit“ 🙂 !!!

Die Gewinnerin von „Ein schädlicher Einfluss“ heißt ELIJA B.  🙂 !!!

Ich wünsche Euch ganz viel Spaß mit den Büchern!

Die Mail an Euch geht gleich raus, damit Ihr mir Eure Postadressen schicken könnt!

 

Und alle Anderen: Nicht traurig sein – Sonntag oder irgendwann nächste Woche gehen nochmal zwei Buchverlosungen online
(„Das Mädchen mit dem Haifischherz“ von Jenni Fagan – und: „Die Seltsamen“ von Stefan Bachmann) – lasst Euch die nicht entgehen!!!

Review zur Lesung zu „Coole Eltern leben länger“ von Wladimir Kaminer am 14.09.2014 in Berlin

imageAls ich erfuhr, dass es wieder ein neues Buch von Wladimir Kaminer geben wird, war für mich klar, dass wir auch endlich mal wieder eine seine Lesungen besuchen werden.

imageimageIch muss dazu sagen, dass wir sind Fans von Wladimir Kaminer der 1. Stunde sind und schon 2002 seine Lesungen besucht haben, als er gerade mal zwei Bücher veröffentlicht hatte und noch eher schüchtern seine Geschichten vorgetragen hat.

Am vergangenen Sonntag, 14.09.2014, war es dann um 20 Uhr soweit: Im BKA-Theater auf dem Mehringdamm in Berlin-Kreuzberg (gleich zwischen „Mustafa’s Gemüse-Kebab“ und „Curry 36“) fand die Lesung zu seinem neuesten Werk „Coole Eltern leben länger“, in dem er augenzwinkernd über die Pubertät seiner beiden Kinder Sebastian und Nicole (die übrigens einen Tag später, wie er den Gästen verriet, ihren 18. Geburtstag feierte) schreibt. Ganz spannend, wie ich finde, denn schließlich hat Wladimir Kaminer seine Leser auch immer am Leben seiner Kinder teilhaben lassen: Von lustigen Erkenntnissen seiner Tochter im Kleinkindalter in den Schönhauser Allee-Arkaden (Einkaufszentrum), über die Einschulung, den Wechsel der Kinder auf’s Gymnasium, Schulausflüge, Übernachtungsbesuche anderer Kinder, gemeinsame Familien-Urlaube usw.

Das BKA-Theater liegt in der 5. Etage eines gewerblichen Gebäudes, verfügt über Bestuhlung mit Tischen, Bar sowie Getränke-Bedienung (es gab sogar Cocktails) am Platz und ist normalerweise Heimat von lokalen Kabarett-Veranstaltungen. Zudem ist es Partner des Gutscheinbuches, so dass wir zwei Tickets zum Preis von einem bekommen haben. Mehr über das Theater findet Ihr auf deren Web-Site: http://bka-theater.de/. Falls sich jemand wundert, dass es hier keine Fotos von der Lesung selbst gibt: Es herrschte absolutes Fotografier- und Film-Verbot, woran sich auch leider alle gehalten haben. Hängt wohl mit den Veröffentlichungs- und Urheberrechten des Theaters zusammen – schade  😦 …

Kurz nach 20 Uhr – nachdem alle Besucher auf ihren Plätzen und mit Getränken versorgt waren – begann die Lesung.
Was ich bei Wladimir Kaminer schon immer ganz toll finde, ist, dass er nicht nur aus seinem aktuellen Buch vorliest (was zum Zeitpunkt der Lesung eh schon die meisten Besucher kennen), sondern auch immer neue Geschichten am potenziellen Leser „ausprobiert“, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. So las er im 1. Teil der Lesung im Wechsel Geschichten aus „Coole Eltern leben länger“ und über seine 83jährige Mutter, über die er aktuell gerade ein Buch schreibt.

Wladimir Kaminer ist einfach göttlich und es ist ein Riesenspaß, ihm zuzuhören, wie er mit seinem äußerst charmanten russischen Akzent seine Sicht über alltägliche (oder auch nicht ganz alltägliche) Begebenheiten in Worte fasst. Wer nichts mit seinen Geschichten anfangen kann, sollte unbedingt mal eine seiner Lesungen besucht haben, denn man muss ihn einfach gehört und gesehen haben!
Wir haben so wahnsinnig viel gelacht an dem Abend – es war wirklich toll!!!
Nach der Pause hat er dann nur noch unveröffentlichte Geschichten vorgetragen, weil er sogar das Lese-Exemplar seines neuesten Buches in der Pause verkauft hatte 😉

Es macht immer wieder Spaß seine Lesungen zu besuchen und ich freue mich schon auf weitere Lesungen von ihm!
Besucht doch bis dahin mal seine wirklich tolle Internet-Seite – auf der gibt es u. a. Audio-Dateien mit seinen Geschichten, die man einfach nur anklicken muss: http://www.wladimirkaminer.de/.

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Rezension: Tom Grote – „Wolfsburg“

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Paperback, Knaus & Ko – Albrecht Knaus Verlag München (Random House-Verlagsgruppe), erschienen am 10.03.2014, 319 Seiten, 14,99 € (auch als eBook erhältlich)

Autor:
Tom Grote, geboren irgendwann im Jahr 1967, ist Hörfunk-Journalist beim Nordwestradio und entlockt Fremden, bevorzugt der älteren Generation, schon mal gerne Haushaltstipps. Wie auch seinen Protagonisten verschlug es ihn der Liebe wegen nach Niedersachsen. Der 2. Teil dieser ungewöhnlichen Love-Story ist derzeit in Arbeit.

Handlung:
Jan liebt Line und alles wäre perfekt, wenn da nicht ihr einziger Fehler wäre: Sie lebt in Wolfsburg – und Jan in Berlin. Und da Line dort gebunden ist an Job und Familie und Jan Freiberufler ist, siegt die Liebe und Jan zieht um in die VW-Stadt. Ein richtiger Kulturschock: Von der Anonymität der Großstadt in eine dicht besiedelte Reihenhaus-Siedlung mit wachsamen und spießigen älteren Nachbarn, die nicht die einzigen speziellen Persönlichkeiten und Begebenheiten sind, die ihn am Leben in der neuen Heimat ein wenig (ver)zweifeln lassen …

Fazit:
Das Cover-Foto und der Hintergrund gefällt mir sehr gut und ist sehr ansprechend ausgewählt – Pluspunkt hierfür.
Die Story ist auf 319 Seiten mit insgesamt 19 Kapiteln in unterschiedlicher, aber angenehmer Lese-Länge mit einem großzügigen, augenfreundlichen Schriftbild verteilt.
Als ich die Ankündigung für dieses Buch im Frühjahr sah, dachte ich: „Hey – das ist mal ne tolle Idee: Nicht die übliche Geschichte, dass jemand von der Provinz in die Großstadt zieht und dort die ganz großen Großstadt-Abenteuer erlebt, sondern das ganze mal falsch herum – das ist bestimmt witzig …“ – tja …
Ich muss dazu sagen, selbst wenn mir ein Buch schon am Anfang nicht so toll gefällt, bekommt es eine Chance und wird nicht gleich abgebrochen. Ich breche nur Bücher ab, wo mir die Handlung vielleicht irgendwann zu brutal oder aus irgendeinem Grund zu eklig wird, aber keines, von dem ich mir an irgendeiner Stelle noch gute Unterhaltung verspreche und so habe ich hier auch die Story bis zum Ende durchgehalten, in der Hoffnung, dass noch irgendwas ganz Tolles passiert.
Der Protagonist, Jan Meischkat, der aus freien Stücken aus der trendigen Hauptstadt Berlin zu seiner großen Liebe Line ins Nirwana nach Wolfsburg zieht, ist ein unsympathischer Dauer-Nörgler, der nichts Anderes im Sinn hat, als seine Mitmenschen (egal, ob potenzielle neue Freunde, Behördenmitarbeiter usw.) zu verarschen und sich allen anderen Menschen gegenüber überlegen zu zeigen und sich dann aber irgendwie zu wundern, dass das nicht so gut ankommt und er so langsam in seiner neuen Heimat zum Misanthrop wird. Gespickt mit etwas verqueren Dialogen plätschert diese Story ohne erkennbaren Spannungsbogen über das ganze Buch verteilt so vor sich hin bis zum Schluss. Im letzten Drittel des Buches gab es auch ein bis zwei Szenen, die ganz witzig waren, aber insgesamt blieb die Geschichte leider ein wenig farblos – ebenso wie die Haupt- und Nebencharaktere, schade …
Die Basis-Idee für diese Story war eigentlich wirklich gut, leider haperte es aber irgendwie an der Umsetzung. Da wäre meiner Meinung nach echt deutlich mehr drin gewesen, aber vielleicht lässt sich die Langeweile, die Wolfsburg für den Protagonisten hergibt, nicht anders vermitteln, als diese auf den Leser zu übertragen.
Ich habe es zwar nicht bereut, das Buch gelesen haben, aber für den 2. Teil der Love-Story um Jan und Line in Wolfsburg, an dem der Autor gerade arbeitet, wünsche ich mir ein wenig mehr und bessere Unterhaltung – in dem Falle wäre ich auch nicht uninteressiert zu erfahren, wie es mit den Beiden weitergeht.
Ich gebe für diese Lektüre 3 von 5 Sternen.

Danke an den Albrecht Kanus Verlag (Random House Gruppe), die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben 🙂

Doppel-Verlosung – Juchu: 350 Follower auf der Facebook-Seite meines Blogs :-)

Ihr Lieben,

ich hatte es angekündigt: Bei 350 Likes für die Facebook-Seite meines Blogs gibt es wieder eine Verlosung – und dieses Mal ist es sogar eine Doppel-Verlosung (nein, eigentlich sogar eine Doppel-Doppel-Verlosung, weil ich nächste Woche nochmal zwei Bücher ins Rennen schicke 😉 ) …

Wenn Ihr die unten genannten Bedingungen beachtet – und nur dann :-), könnt Ihr eines der folgend vorgestellten Bücher gewinnen:

imageSONYA KRAUS & JESSI HESSELER: „Törtchenzeit (all you need is sweet)“
Alle Informationen zu diesem tollen Hardcover mit wundervollen Fotos (selbstverständlich neu und ungelesen) findet Ihr auf dem Link der Verlagsseite: http://www.luebbe.de/Buecher/Sachbuch/Details/Id/978-3-431-03895-8
Die Hitze ist vorbei und mit dem Herbst beginnt die ideale Zeit, um wieder tolle Kuchen-Rezepte auszuprobieren!

KATE BORSTEIN: „Ein schädlicher Einfluss“
Alle Infos zu diesem Paperback (neu, ungelesen und noch in Folie verschweißt) sind auf folgender Verlagsseite zu finden: http://www.edel.com/buch/release/kate-bornstein/ein-schaedlicher-einfluss/

Bitte beachtet folgende Regeln, wenn Ihr gewinnen wollt:

Postet zwischen dem 09.09.2014 und dem 16.09.2014, 23:59 Uhr (die Auslosung erfolgt in der 38. Kalenderwoche) einen netten Kommentar unter diesem Posting hier mit folgenden Angaben:

  1. Nennt mir in der 1. Zeile bitte den Titel eines dieser beiden Bücher – also das Buch, das Ihr am liebsten gewinnen wollt!
    Bewerbt Euch bitte nur für einen der beiden Titel!
  2. Bitte gebt bei Eurem Kommentar einen wieder erkennbaren Namen (Vor- und Nachname) sowie eine gültige, reale E-Mail-Adresse an, da ich Euch im Falle eines Gewinnes – neben der Veröffentlichung auf dem Blog und auf der facebook-Seite des Blogs – auch selbst nochmal per E-Mail benachrichtigen werde!
    Anonyme Kommentare sind von der Teilnahme ausgenommen!
    Nach meiner Benachrichtigung habt Ihr 1 Woche Zeit, um mir Eure innerdeutsche Post-Adresse mitzuteilen, sollte dies nicht erfolgen so verfällt der Gewinn und wird anderweitig verlost!
  3. Bitte beachtet, dass ich aufgrund der hohen Porto-Kosten ausschließlich an eine deutsche Versand-Adresse versende und leider NICHT ins Ausland!
  4. Der Gewinner erklärt sich damit einverstanden, dass der Gewinn als unversicherte Büchersendung verschickt wird!
    Ich übernehme keine Haftung für Verlust oder Beschädigung auf dem Postweg!
  5. Ihr solltet mindestens 18 Jahre alt sein oder mir eine Einverständniserklärung der Eltern bei Gewinn vorlegen!
  6. Beachtet bitte, dass beleidigende, verletzende, diffamierende, rassistische, kriminelle oder irgendwelche Produkte oder Dienstleistungen bewerbende Kommentare umgehend von mir gelöscht werden bzw. vor der Veröffentlichung bereits gefiltert werden – im Falle eines Verstoßes behalte ich mir eine strafrechtliche Verfolgung vor!
  7. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Sollte Euch mein Blog gefallen, so würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr Abonnent/Leser meines Blogs werdet oder die facebook-Seite des Blogs (siehe Button auf dieser Seite) liked und den Blog ggf. noch weiter empfiehlt!!!

Gerne dürft Ihr das Gewinnspiel auch auf facebook, twitter, google+ oder anderen Medien weiter teilen.

Vielen Dank und ganz viel Glück bei der Gewinnspiel-Teilnahme!!!

 

Rezension: Anica Schriever – „Wer ICH sagt, muss auch LIEBE DICH sagen“

imageFakten:
Taschenbuch, Ullstein, erschienen 08.08.2014, 348 Seiten, 8,99€ – auch als eBook erhältlich.

Autorin:
Anica Schriever, am 05.10.1983 geboren und aufgewachsen in Wismar, wollte bereits mit 14 Jahren Autorin werden. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte in Hannover und lebt heute mit ihrer Familie wieder in ihrer Heimatstadt Wismar in einem Mehrgenerationenhaus, wo sie fleißig an weiteren Romanen arbeitet. Neben dem Lesen ist Backen ein großes Hobby von ihr.

Handlung:
Amalia, genannt Mia, steht kurz vor ihrem 30. Geburtstag. Als wäre das nicht schon Schicksal genug, so verlässt sie dann auch noch ihr Freund, das verwöhnte Muttersöhnchen Nick, von dem sie eigentlich einen Heiratsantrag erwartet hätte und sie steht ohne Wohnung da. Aber schlimmer gehts immer: Am folgenden Tag kündigt Mia’s Chef an, dass ihr Zeitvertrag in der Redaktion eines mässigen Berliner Lifestyle-Magazins nicht mehr verlängert wird und  die Liste der Verluste verlängert sich neben Freund und Wohnung dann auch noch um den Job. Nach einem Abstecher zu ihrer besten Freundin Kerstin und einer Stippvisite bei ihren Eltern in Hamburg startet Mia mit den Vorwürfen ihrer Eltern und den Verkupplungsvorschlägen ihrer Mutter im Gepäck zu ihrem alten Studienfreund Gunnar nach Wismar. Und Gunnar hat die Wette, die er und Mia abgeschlossen hatten und die zu Mia’s 30. Geburtstag endet, noch nicht vergessen. Die Tage, die als die traurigsten in Mia’s Leben begonnen haben, werden kurzum zu den turbulentesten in ihrem Leben …

Fazit:
Die Cover-Gestaltung ist wirklich niedlich und spiegelt mit der leicht schnörkeligen Schrift und den putzigen Vögeln, die auch am Anfang eines jeden Kapitels zu finden sind, gleich wieder, dass es sich hier um ein Buch handelt, wo auch die Romantik nicht zu kurz kommt.
Das Buch hat 348 Seiten (inkl. Dankeswort) und eine Aufteilung in 26 Kapitel in perfekter Lese-Länge und ein angenehmes, augenfreundliches Schriftbild.
Wie auch schon in Anica Schriever’s 1. Buch „Zuckerguss“ (bitte auch unbedingt lesen, wenn ihr auf Chick-Lit steht!) spielt der Großteil der Handlung dieses Buches wieder in der Heimatstadt der Autorin, in Wismar. Leider spielen meiner Meinung nach viel zu wenig neue Frauen-Romane in ostdeutschen Städten, was ich sehr schade finde, denn auch dort gibt es junge Leute, die Probleme haben, mit denen man einen ganzen Roman füllen kann. Also liebe Autorinnen und Autoren: Traut Euch – Lifestyle und junges Leben gibt es nicht nur in Hamburg, Berlin oder München – siedelt mal Eure Protagonist(inn)en z. B. in Leipzig, Rostock, Potsdam oder Dresden an 🙂
Zu Beginn der Lektüre war mir Mia erstmal nicht so sympathisch und ich hatte schon Sorge, dass sie sich zu so einer eher nervigen Heldin entwickelt, wie Miriam im Vorgänger-Buch. Aber je weiter ich in Mia’s Geschichte eingetaucht bin, umso besser konnte ich sie verstehen: In Mia’s Leben passieren innerhalb von 3 Wochen sowohl besonders schreckliche, als auch besonders schöne Dinge. Mit diesem Gefühlschaos, das dadurch entsteht, hätte jeder Mensch im realen Leben ganz sicher ebenfalls große Probleme, dazu dann noch Ortswechsel.
Die Handlung wird aufgelockert durch die Nebencharaktere, bei denen man das ein oder andere witzige Klischee antrifft – vor Allem bei Mia’s Eltern und ihrem Erzfeind Holger, aber auch bei Mia’s Ex-Freund Nick. Am sympathischsten war mir aber Jana, über die ich nicht zu viel verraten möchte, weil die Leserinnen sie selbst kennenlernen sollen. Manchmal hätte ich als Leserin Mia schon gerne gebremst in ihrem impulsiven Verhalten und sie gerne vor manchen „Erfahrungen“ bewahrt. Dennoch fand ich Mia dafür, dass gleich mehrere Konstanten in ihrem Leben innerhalb so kurzer Zeit weggebrochen sind, doch erstaunlich tough und stark.
Auch, wenn es sich bei diesem Roman um einen klassischen Frauen-Roman handelt und der Handlungsverlauf ein wenig vorhersehbar ist, so ist das Buch super geschrieben, die Dialoge sind sehr realistisch und man kann sich durchaus vorstellen, dass solche Dinge eben passieren – wenn auch vielleicht nicht so geballt.
Ich hatte wirklich Spaß beim Lesen, habe die Lektüre ungern aus der Hand gelegt und freue mich schon auf das nächste Buch von Anica Schriever!
5*-Leseempfehlung 🙂

Ganz herzlichen Dank an Anica Schriever, die mir so viel Vertrauen entgegengebracht hat, dass ich Testleserin für diesen wunderbaren Roman sein durfte!
Es war mir ein große Freude und eine große Ehre ❤

Rezension: Katja Kessler – „Silicon Wahnsinn – Wie ich mal mit Schatzi nach Kalifornien auswanderte“

IMG_1929Fakten:
Hardcover (Einband), Marion von Schröder (Ullstein-Verlagsgruppe), erschienen 01.08.2014, 442 Seiten, 14,99€ – auch als eBook und Hörbuch erhältlich.

Autorin:
Dr. Katja Kessler, geboren am 05.01.1969 in Kiel, ist eigentlich promovierte Zahnmedizinerin und sollte die Praxis ihres Vaters übernehmen. Stattdessen begann sie jedoch nach Abschluss ihres Studiums ein Verlagspraktikum beim Axel Springer-Verlag, während dem sie bei der Bild-Zeitung zunächst die „geistreichen“ Untertitel für die Seite 1-Girls verfasste. Schnell erkannte man aber dort ihr Potenzial im Umgang mit Worten und sie bekam eine eigene Klatsch-Kolumne, für die sie in der Welt herumreiste und über Promis und Glamour national wie international berichtete. In dieser Zeit lernte sie auch ihren Schatzi, den Bild-Chefredakteur, Kai Diekmann, kennen, heiratete ihn und lebte heute mit ihm, den 4 gemeinsamen Kids und einigen Haustieren in Potsdam. Dieter Bohlen engagierte sie für seine 2002 und 2003 veröffentlichten Biographien als Co-Autorin. 2007 folgte dann ihrer 1. Roman mit dem Titel „Herztöne“, dessen Protagonistin eine Journalistin ist und dessen Handlung natürlich auch in der Glamour-Welt seinen Platz hat. 2008 veröffentlichte sie „Das Mami-Buch“ – ein Schwangerschaftsbegleitbuch. Seit 2009 erzählt sie in ihren Büchern regelmäßig mit viel Humor über ihre Ehe mit Schatzi und ihr Familienleben. Nach „Frag mich Schatz, ich weiß es besser – Bekenntnisse einer Ehefrau“ (Teil 1) und „Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren“ (Teil 2, 2011) ist „Silicon Wahnsinn“ nun sozusagen der 3. Teil der Anekdoten-Sammlung um die Familie von Katja Kessler.

Handlung:
Katja Kessler’s Ehemann, den Bild-Herausgeber, Kai Diekmann, verschlägt es für 1 Jahr beruflich ins Silicon Valley, nach Palo Alto. Nach der Ankündigung steht für Katja eigentlich fest, dass sie mit den 4 Kindern das Jahr – als ohnehin Profi-Strohwitwe – alleine in Potsdam verbringen wird. Ein befreundeter Nachbar überzeugt sie, das Erlebnis der Auswanderung auf Zeit gemeinsam als Familie zu begehen. Nach Schulanmeldung und Haussuche in Kalifornien findet sich Katja mit den 4 Kindern schon 2 Wochen später – pünktlich zum Schuljahresbeginn – erstmal in einem Motel-Apartment an einem Highway wieder. Bevor dann 6 Wo. später ihr Mann eintrifft, der ohnehin mit seinen Kollegen in eine Männer-WG zieht, hat Katja mit den Kindern über Schulbeginn, spontane Aufenthalte in der Notaufnahme, den Umzug ins gemietete Haus und vielem mehr schon ihre ersten Abenteuer im Land der unbegrenzten Möglichkeiten durchgestanden, die sich über das ganze Jahr weiter so hinziehen werden und von Katja Kessler aus einem sehr humorvollen Blickwinkel festgehalten werden …

Fazit:
Schon der witzig gestaltete Umschlag dieses Einbandes mit seinen knalligen Farben und der Mischung aus Foto-Elementen und Zeichnungen ist ein optisches Highlight, ebenso wie die Innengestaltung. Das Buch ist aufgemacht wie ein amerikanischer Terminkalender und an den einzelnen Tagen sind Aufzeichnungen zu unterschiedlichen Uhrzeiten vermerkt – das ganze gespickt mit tollen Fotos, Zeichnungen der Kinder, (un)sinnigen Hinweisschildern, Sprüchen usw.
Das Buch ist mit seinen 442 Seiten in 8 Teile unterschiedlicher Länge unterteilt. Durch die Unterteilung dieser 8 Teile in Tage und Uhrzeiten und dem angenehmen Schriftbild und die Auflockerung durch optische Elemente lässt es sich sehr angenehm lesen und man kann immer mal wieder unterbrechen ohne den Faden zu verlieren.
Der irrsinnig lustige Schreibstil von Katja Kessler mit den größtenteils urkomischen und manchmal skurrilen Begebenheiten trägt einen geradezu durch das Buch und ähnelt der Unterhaltung mit einer guten Freundin bei der man immer mal wieder lauthals lachen muss.
Die Amerikaner und der American Way of Life werden von Katja Kessler ebenso auf die Schippe genommen wie die in den USA lebenden Deutschen,  die ihr z. B. auf der deutschen Schule Ihrer Kinder begegnen., und deren Verhalten.  Aber sie kann auch nicht nur über ihren Schatzi und ihre Kinder lachen, sondern auch schon mal über sich selbst.
Die von Katja Kessler beschriebene Dienstleistungsbereitschaft und besondere Freundlichkeit der Amerikaner kann ich nur bestätigen – da fällt man bei jeder Rückkehr aus den USA leider wieder sehr hart auf den Boden der deutschen Servicewüste 😉
Ein wenig schlucken musste ich, als Katja Kessler von dem Amoklauf an der Sandy Hook-Grundschule in Connecticut berichtete. Genau an jenem Tag – wenige Stunden nach dieser furchtbaren Tat – landete unser Flieger in New York und als wir dort  darauf warteten, die Einreise-Schalter zu passieren, liefen auf den Monitoren ununterbrochen die Nachrichtensender, die darüber berichteten, was auch in den nächsten Tagen nicht anders war. Natürlich bewegt eine besorgte 4-fach-Mutter wie Katja Kessler dieses traurige Ereignis noch mehr – um so beeindruckender, dass selbst schon die Vorschüler Amok-Training an ihren Schulen machen.
Wer bei diesem Buch einen Ratgeber oder Tipps zum Thema „Auswanderung“ erwartet, ist hier ganz gewiss falsch. Wer aber neidfrei damit leben kann, die spritzige und sehr amüsante Geschichte zu lesen über den Jahresaufenthalt einer sehr privilegierten deutschen Familie mit 4 Kindern in Sunny-Kalifornien,  die trotz des manchmal herrschenden Gefühls- und Familienchaos zwischen deutscher Privat-Schule und IKEA auch die Möglichkeiten nutzt, aus Deutschland Oma, Haushaltshilfe und Au-Pair einfliegen zu lassen, und der Leser oder die Leserin auch nicht jedes Wort aus dem Buch auf die Goldwaage legt, kann hier wirklich ganz großen Lesespaß haben und viel lachen.
Das Einzige, das mich ein wenig gestört hat, ist, dass der ein oder andere Bericht etwas abrupt endete und ich mich fragte „Und dann???“, weil die Anekdote nicht „auserzählt“ war.
Von mir gibt es für dieses witzige Buch daher eine 4-Sterne-Plus Lese-Empfehlung mit dem Tipp, die anderen Schatzi-Bücher, sofern diese noch nicht gelesen wurden, auch unbedingt noch zu lesen 🙂

Ganz herzlichen Dank an die Ullstein-Verlagsgruppe, die so lieb waren und mir dieses Rezensions-Exemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben ❤