Rezension: Sophie Kinsella – „Das Hochzeitsversprechen“

imageFakten:
Taschenbuch (Paperback = Doppelumschlag), Goldmann, erschienen 20.01.2014, 506 Seiten, 9,99€ – auch als eBook und Hörbuch erhältlich.

Autorin:
Die britische Autorin Sophie Kinsella, geb. am 12.12.1969 in London, schrieb ihre ersten Werke bereits im Alter von 24 J. unter ihrem realen Namen Madeleine Wickham. Sie arbeitete zunächst als Wirtschaftsjournalistin und schrieb in dieser Zeit unter dem Pseudonym “Sophie Kinsella” ihren ersten großen Beststeller “Die Schnäppchenjägerin” (Original: “Shopaholic”) aus der bald 7 Fortsetzungen umfassenden Buch-Reihe um die romantische, liebenswerte und chronisch verschuldete Chaotin Becky Bloomwood (verheiratete Brandon), wovon der 1. und 2. Teil sogar in einem Film sehr erfolgreich auf die internationalen Kino-Leinwände gebracht wurde, mit der Schauspielerin Isla Fisher in der Hauptrolle. Teil 7 der Roman-Reihe erscheint im Januar 2015 in deutscher Sprache. Viele weitere romantische Frauen-Komödien summieren sich mittlerweile dazu und Leserinnen in der ganzen Welt können es kaum bis zur nächsten Neuerscheinung der beliebten Autorin erwarten. Auch ihre Schwester, Gemma Townley, hat einige beliebte Frauen-Romane veröffentlicht. Sophie Kinsella lebt mit Mann und vier Kindern in London.

Handlung:
Lottie, 32, Personalreferentin eines pharmazeutischen Unternehmens, erwartet beim Date zum Lunch in einem Londoner Edelrestaurant mit ihrem langjährigen Freund Richard den langersehnten Heiratsantrag, was sich als ganz großes Missverständnis herausstellt, bei dem Lottie nach dem Date ohne Verlobungsring, ohne den Mann fürs Leben, aber dafür mit großer Enttäuschung und viel Kummer da steht. Wie immer, wenn Lottie Liebeskummer hat, trifft sie mal wieder eine weitreichende Entscheidung: Sie heiratet kurzentschlossen ihre Jugendliebe Ben, den sie mit 18 auf der griechischen Insel Ikonos kennengelernt hat. Mit ihm hatte sie den Pakt geschlossen, dass sie heiraten würden, wenn beide mit 30 noch nicht verheiratet wären und somit hat er sich genau zum „ungünstigsten“ Zeitpunkt wieder bei ihr gemeldet. Nachdem Lottie’s Schwester Fliss, die selbst gerade in einem sehr unglücklichen Scheidungskrieg steckt, schon die Hochzeit nicht verhindern konnte, so versucht sie mit aller Macht und einigen Verbündeten die Hochzeitsnacht von Lottie und Ben in deren Flitterwochen auf Ikonos zu sabotieren, damit Lottie noch die Möglichkeit hat, ihre Ehe wegen Nichtvollzug annullieren zu lassen und wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Aber ist das überhaupt noch möglich …?!

Fazit:
Zuerst mal ein großes Lob an den Goldmann-Verlag: Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier absolut: Taschenbuch im Paperback (für alle, die sich jetzt fragen, was das ist: doppelter Umschlag beim Taschenbuch) mit knapp über 500 Seiten für 9,99€ ist wirklich gut! Normalerweise werden solche Paperback-Ausgaben meist für 14,95€ verkauft.
Das Cover des Buches ist sehr hübsch, tolle Farbauswahl und gibt die Themen des Buches: Hochzeit, Romantik, Griechenland schon auf dem Cover sehr gut wieder.
Das Buch ist unterteilt in viele mal kleinere, mal größere Kapitel, in denen verschiedene Personen zu Wort kommen, meist jedoch Lottie oder ihre Schwester Fliss.
Vom Schriftbild und der Aufteilung her ist das Buch sehr angenehm zu lesen.
Handlungsort ist die fiktive griechische Insel Ikonos – ich denke mir jetzt einfach mal, dass hier Mykonos Pate gestanden hat, wahrscheinlich nicht nur namentlich 😉
Der Plot und der Schreibstil sind wieder typisch Sophie Kinsella, so schreibt eben nur sie – auch wenn die Basis-Idee oft ihrer Bücher oft ähnlich ist 🙂 …
Ich habe im Vorfeld ziemlich viele Rezensionen zu diesem Buch gelesen, was mich natürlich sehr skeptisch gestimmt hat, weil etwa 40% der Rezensionen auf unterschiedlichsten Portalen nicht gerade toll ausgefallen sind. Schon mehrfach hatte ich das Buch aus meinem reichhaltigen Bücherregal gegriffen und mit mir gehadert und mich dann doch wieder für ein anderes Buch entschieden. Aber irgendwann war ich neulich der Meinung, dass das eigentlich das ideale Sommerbuch ist und habe es sozusagen „in Angriff genommen“ und auch nicht bereut. Da ich keinen Strandurlaub gemacht habe, habe ich es auf dem Balkon oder in der Mittagspause im Straßencafé oder einer Parkbank gelesen.
Ich bin sozusagen beim Lesen erstmal vom Schlechtesten ausgegangen, aber je mehr ich in die Geschichte eingetaucht bin, umso besser hat sie mir gefallen. Auch, wenn die Geschichte sicherlich vorhersehbar war und es auch nicht das allergrößte Knaller-Buch von Sophie Kinsella ist – hier hat es im Vergleich zu anderen Kinsella-Büchern doch ein bisschen an dem üblichen Humor und Klamauk gehapert, so hat die Story neben Romantik, Fernweh und Sehnsucht mit der Nebengeschichte um die Schwestern Lottie und Fliss auch einiges an Tiefgang und eine Moral.
Den Mädels, die in ihren Rezensionen geschrieben haben, dass das Buch schlecht war, weil es zu vorhersehbar war: Das ist doch eigentlich genau der Grund, warum wir Frauen oft gerne ChickLit lesen – eben weil vorhersehbar ist, dass am Ende alles gut wird – im Gegensatz zum realen Leben …! Daher kann man solche Geschichten auch ganz entspannt inhalieren und genießen. Ansonsten müsste man halt Dramen lesen oder eben anspruchsvollere Literatur, aber ich selbst will mich beim Lesen auch irgendwie entspannen.
Das Buch fällt sicherlich in die Kategorie seichte Unterhaltung und ist auch nicht unbedingt ein Must-Read (für eingefleischte Kinsella-Fans auf jeden Fall schon), aber ich habe es – wider Erwarten – doch ganz gerne gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Da habe ich wirklich schon deutlich schlechtere Bücher gelesen. Für eine 3-Sterne-Rezi hat mir das Buch viel zu gut gefallen, daher gibt es von mir eine 4-Sterne-Leseempfehlung für diese ideale Sommer- oder Urlaubslektüre. ****

 

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