7. Literatur-Salon bei Kerstin Hohlfeld, Gast-Autorin: Gabriella Engelmann

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Juchu – am vergangenen Freitag, 29.08.2014, war es mal wieder soweit: Der 7. Literatur-Salon von Kerstin Hohlfeld, mit der vor Allem durch ihre Nordsee-Insel-Romane beliebten Autorin Gabriella Engelmann aus Hamburg, fand statt.

An einem lauen Spätsommer-Abend machten wir uns gut gelaunt auf den Weg.

Schon vor der Lesung hatte man Gelegenheit bei einem köstlichen Glas Wein das Wochenende einzuläuten und nette Gespräche zu führen, alt bekannte Gesichter wieder zu begrüßen und neue Leute kennenzulernen.
Auch weitere Autorinnen (Katharina Wieker, Micaela Jary, Sabine Bürger und Tania Krätschmar – letztere habe ich nun auch endlich mal persönlich kennenlernen dürfen) bereicherten die gemischte Runde an dem Abend.

Ich hatte das große Glück, Gabriella Engelmann bereits 2013 kurz auf der Leipziger Buchmesse persönlich kennenzulernen und somit war es beiderseits ein freudiges Wiedersehen. Gabriella ist eine sehr aktive Autorin, die Kontakte zu Leser(inne)n auch intensiv über soziale Netzwerke wie Facebook pflegt. Auch Gabriella’s ständige Begleiterin, das niedliche Plüsch-Schaf Emmi, war am Freitag mit von der Partie ❤

IMG_1940IMG_1938Vor Beginn der eigentlichen Lesung begrüßte Kerstin Hohlfeld ihre dieses Mal besonders zahlreich erschienenen Gäste und verriet, dass dies sozusagen ihr „Jubiläums-Lesesalon“ sei, da sie fast genau vor 1 Jahr ihren ersten Lesesalon (damals mit Tanja Wekwerth als Gast-Autorin) abhielt und sich ihre private Literatur-Veranstaltung seither zu einem richtigen „Bestseller“ entwickelt hat. Das sonst übliche Blockflöten-Konzert von Kerstin’s jüngster Tochter fiel dieses Mal aus, weil sie wohlverdient – so kurz nach Schulbeginn – nochmal das angenehme Wetter im Schwimmbad genießen wollte 😉

Gabriella Engelmann stellte sich und ihre Insel-Romane kurz vor und begann mit ihrer ca. 45-minütigen Lesung, in der sie uns Kapitelausschnitt um Kapitelausschnitt mit der Protagonistin, deren Vorgeschichte und einigen Besonderheiten auf der Insel Föhr, wie z. B. den spukenden kleinen Inselgeistern, mit denen man es sich nicht verscherzen sollte ;-), bekannt machte und uns in ihren Roman eintauchen ließ. Mit ihrem lebhaften Erzählstil und detaillierten Beschreibungen riss sie uns alle mit und machte Lust auf einen Kurz-Urlaub auf Föhr 🙂
Mehr über Gabriella Engelmann, die außerdem auch ganz tolle Jugendbücher veröffentlicht hat, und ihre Romane findet man auf ihrer Homepage: http://www.gabriella-engelmann.de/willkommen.html.

Im Anschluss stellte sie uns dann noch ein Kapitel aus ihrem im Frühjahr 2015 erscheinenden Roman vor, in dem man alte Bekannte wiedertreffen kann …

Nach der Lesung signierte Gabriella bereitwillig alle mitgebrachten Bücher von ihr. Da ich noch 10 unsignierte Bücher von ihr hatte und ich nicht alle mitschleppen wollte (Gabriella sollte ja auch noch was anderes vom Abend haben), habe ich nur die beiden neuesten zum Signieren mitgebracht und freue mich über zwei sehr nette persönliche Widmungen 🙂

IMG_1946IMG_1944Danach wurde dann das wie immer, sehr leckere und ideenreiche vegetarische Buffett geplündert, wo einige noch unbekannte Köstlichkeiten auf uns warteten. Mein ganz persönlicher kulinarischer Favorit war an diesem Abend die köstliche Kürbis-Walnuss-Quiche. Auch von der selbst gemachten Tomatenpaste kann man nie genug bekommen …
Kerstin und ihr Mann Thomas sind so tolle, liebenswerte Gastgeber, die sich immer so viel Mühe machen – Danke an dieser Stelle für die immer wieder bezaubernden Abende bei Euch ❤

Rund ums Buffett entstanden die nettesten und interessantesten Gespräche und ich habe mich ganz riesig gefreut, da ich ja noch nicht so ultra-lange in Berlin lebe, wieder neue, unglaublich nette Kontakte geknüpft zu haben und natürlich auch bekannte Kontakte pflegen zu können.

Einen weiteren Bericht zur Lesung – mit vielen tollen, professionellen Fotos (ich bin ja immer nur mit der IPhone-Kamera unterwegs) könnt Ihr auch hier lesen: http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de/2014/08/lesung-gabriella-engelmann-liest-in.html.

Es war wieder ein rundum gelungener und toller Abend, von dem ich bis zum nächsten Lesesalon zehren werde.
Eine Veranstaltung, auf die ich mich immer wieder freue 🙂

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Review zur Buch-Vorstellung „Silicon Wahnsinn“ von Katja Kessler am 28.08.2014 in Berlin

IMG_1936IMG_1929Manchmal beschert einem die Aufmerksamkeit im Leben dann einfach mal ganz spontan einen schönen und amüsanten Lesungsabend – so geschehen am letzten Donnerstag 🙂

Mittags entdeckte ich zufällig auf Facebook, dass Katja Kessler am gleichen Abend im Kulturkaufhaus Dussmann auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte ihr aktuelles Buch „Silicon Wahnsinn – Wie ich mal mit Schatzi nach Kalifornien“ auswanderte“ vorstellte. Da ich das Buch aktuell gerade lese (bin im Endspurt), war es naheliegend, die Veranstaltung zu besuchen 🙂

Wer das Kulturkaufhaus Dussmann nicht kennt, hat sozusagen Berlin verpennt – zumindest, wenn man zu den Kulturliebhabern – especially im Bereich Literatur und Musik (Klassik, Jazz etc.) und auch Film – gehört.
Eine absolute Institution in zentraler Filetstück-Lage auf der Berliner Friedrichstraße, eine Mega-Produkt-Auswahl – trotz des Riesen-Angebotes nicht unübersichtlich (übrigens auch eine sehr schöne Papeterie) und absolut sensationelle Öffnungszeiten (Mo. bis Fr. 9-24 Uhr, Sa. 9-23.30 Uhr) – siehe auch die Website: http://www.kulturkaufhaus.de/de/.

Die Buchvorstellung, in Zusammenarbeit mit dem Ullstein-Verlag, zudem auch der Marion von Schröder-Verlag gehört, in dem das Buch veröffentlich wurde, fand statt im Basement auf der Kulturbühne bei Dussmann – gleich neben dem tollen Café, das ich bisher auch noch nicht kannte, weil mich zuvor noch nichts ins Basement verschlagen hatte 😉

IMG_1931IMG_1935Nach einer Ankündigung der zuständigen Verlagslektorin des Ullstein-Verlages begann auch Katja Kessler gleich damit, aus ihrem Buch vorzutragen und die Lesungsgäste mit kurzen Einblicken über die Kurzzeit-Auswanderung der Familie (Katja, Schatzi und 4 Kinder zwischen 4 und 10 J.) an sich und vielen damit verbundenen Anekdoten amüsant zu unterhalten. Da ich das Buch gerade selbst lese und auch noch eine Rezension schreiben werde, folgt an dieser Stelle daher auch noch kein ausführlicher Bericht zum Buch von mir ;-), aber wie die beiden anderen Bücher über Katja Kessler’s Leben mit Schatzi, so kann ich auch dieses unterhaltsame Buch auf jeden Fall empfehlen – und lest die anderen vorher auch noch, wenn Ihr sie noch nicht kennt.

Nach der Lesung hatten die Besucher noch die Gelegenheit, der Autorin ihre Fragen zu stellen. Diese Fragerunde wurde durch ein paar humorige Fragen von „Schatzi Kessler“ himself, der der Allgemeinheit besser bekannt ist unter dem Namen Kai Diekmann, Chefredakteur der BILD, aufgeheitert wurde.

Außerdem konnte man Katja Kessler’s Bücher erwerben und von ihr signieren lassen. Ich hab die Chance gerne für das aktuelle Buch und sowie das erste Schatzi-Buch („Frag mich Schatz, ich weiß es besser – Bekenntnisse einer Ehefrau“) genutzt. 2011 war ich im BILD-Leserbeirat, hatte damals schon kurz die Gelegenheit, Katja Kessler persönlich kennenzulernen und sie hat uns Leserbeirätinnen damals mit ihrem frisch erschienen und von ihr signierten 2. Schatzi-Buch („Der Tag, an dem ich beschloss meinen Mann zu dressieren“) versorgt, woran sie sich auch noch gut erinnern konnte.

Mehr Infos zu Katja Kessler und ihrem Buch findet Ihr auf Ihrer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/siliconwahnsinn?fref=ts.

Es war ein witziger Lesungsabend und ich hoffe, dass mir jetzt öfter spontan solche guten Lesungen über den Weg laufen 😉

Meine Liebe zu Berlin – Teil 2: Die mentale Seite …

… Fortsetzung zu Teil 1 …

imageimageIch habe mich schon oft gefragt, warum ich mich, seit ich denken kann, so zu Berlin hingezogen gefühlt habe und ich bin überzeugt davon, dass ich, wenn ich eine hypnotische Rückführung in ein früheres Leben machen würde, auch in Berlin landen würde.
Einer meiner Zeitreise-Wünsche ist, mal das Berlin der 20er Jahre zu sehen und eine Zeitreise zum 09.11.1989 – dem Tag des Mauerfalls (den ich leider nur im TV erleben konnte) 🙂

Einer der Gründe für meine Liebe zu Berlin (und auch dem Brandenburger Umland) ist aber ganz sicher, dass mein Vater aus der Ecke, genauer gesagt aus Templin (80 km von Berlin entfernt) kam und ich damit ja mind. 50% Brandenburger Anteil in mir trage ;-).
DerBerliner Dialekt, die urige Berliner Schnauze (ebenso wie hanseatisch), war schon immer Musik in meinen Ohren – ich habe auch damals begeistert TV-Serien geschaut, die in Berlin spielten. Z. B. „Praxis Bülowbogen“ – witzig, dass ich ausgerechnet dort im Kiez gelandet bin ;-). Auch, wenn ich sicher bin, in den nächsten Jahren nochmal den Kiez zu wechseln.
Mit dem Kölschen Dialekt, obwohl der bei uns zu Hause damals permanent gesprochen wurde, konnte ich nie etwas anfangen – ich habe als Kind schon immer gefragt, wie das Wort richtig heißt und habe ausschließlich hochdeutsch gesprochen. Kölsch fand ich immer ein wenig unschön …

imageimageAuch die rheinische Mentalität war nie meine: Meine Ansichten beziehen sich natürlich nicht auf alle Rheinländer, aber bestimmte Phänomene konnte ich immer wieder beobachten. Der Rheinländer ist oft selbstverliebt, feiert sich gerne selbst und wird nie müde zu betonen, wie toll das Rheinland (vor allem Köln) ist – er hält sich gern für den Mittelpunkt der Erde. Selbst, wenn es eigentlich nichts zu feiern gibt, macht der Rheinländer ein Event daraus und plant beim Abstieg seines Lieblingsfußballclubs schon die Deutsche Meisterschaft in 2 Jahren.
Auch die so viel gepriesene rheinische Offenheit ist oft nur ein selbst gemachter Freifahrtschein, um andere auf plumpe Art und Weise zu verletzen. Man wird gerne von vorn angelächelt und bekommt von hinten das buchstäbliche Messer in den Rücken gerammt.. Da lobe ich mir die Berliner Schnauze – rau aber herzlich 🙂
Einige Kölner haben mir damals gesagt, die Berliner seien immer kauzig und unfreundlich – wenn ich jetzt allerdings zurückblicke, welche Kölner mir das so gesagt haben, wundert es mich gar nicht, dass genau diese Kölner diese Erfahrungen gemacht haben 😉 …
Ich habe die Berliner bisher als gesprächig, humorvoll, freundlich und hilfsbereit kennengelernt.

imageimageSicherlich haben vor etwa 1 J., als die Entscheidung gefallen ist, nochmal einen Neustart in einer anderen Stadt zu wagen, gedacht, ich würde spinnen. Ich hatte mehr oder weniger meine persönlichen Sicherheiten wie eine schöne Wohnung direkt am Rhein und einen sicheren Arbeitsplatz, war 25 J. beim gleichen Arbeitgeber und hatte den Status der Unkündbarkeit. Obwohl ich wusste, dass ich nach Berlin ziehe, habe ich die Kündigung noch eine Weile hinausgezögert, weil ich mir nicht sicher war, ob ich mir die „Hintertüre Köln“ zunächst noch durch eine 1jährige Beurlaubung offen halten wollte. Aber der Tag, an dem ich dann doch letztlich meine Kündigung abgegeben habe, war für mich kein bisschen wehmütig, sondern einfach nur eine Riesen-Erleichterung. Ich hatte den Ballast, jahrzehntelang im falschen Beruf gesteckt zu haben (mein Traumberuf war damals Journalistin, mir wurde aber verboten zu studieren) und in der falschen Stadt zu leben endlich abgeworfen. Mein Leben ging nochmal weiter und ich hatte die Chance, auf unterschiedlichen Ebenen nochmal neu durchzustarten. Man ist im Leben viel zu oft fremdgesteuert und es wurde höchste Zeit das zu ändern. Das wäre einfach nicht mein Leben gewesen, immer am gleichen Ort zu leben und im gleichen Beruf alt zu werden …

Die Job-Suche hat sich doch langwieriger gestaltet, als ich mir vorgestellt habe: Ich bin über 40 (rein theoretisch könnte ja meine biologische Uhr noch ticken) und Qualifikation und Berufserfahrung zählen heutzutage viel weniger, als die Tatsache, dass man eine billige Arbeitskraft sucht. Für mich, die ich seit meinem 16. Lebensjahr immer ununterbrochen in Vollzeit gearbeitet habe, war das eine ganz neue Situation: Ich musste erstmals im Leben bei der Arbeitsagentur vorsprechen und Leistungen beantragen. Wohl ist einem nicht dabei – vor Allem, wenn man weiß, dass man innerhalb eines Jahres eine Stelle gefunden haben muss und ansonsten – obwohl man fast sein ganzes Leben bisher gearbeitet hat – traurigerweise gleichgestellt wird mit Personen, die gar nicht die Absicht haben, überhaupt zu arbeiten 😦
Ich hatte dann das Glück, eine unbefristete Stelle zu ergattern und bin organisatorisch im kulturellen Bildungsbereich tätig, was mir ganz gut liegt, ich arbeite in einem monumentalen geschichtsträchtigen Gebäude in meinem Lieblingskiez in einem netten Kollegenkreis.

Eine Reise nach Berlin hatte für mich früher immer etwas von „nach Hause kommen“. Eine Kölner Freundin fragte mich neulich, ob es jetzt für mich ein anderes Empfinden sei, in dieser Stadt zu leben oder nur zu Besuch zu sein. Das Leben hier fühlt sich für mich einfach richtiger an. Mir geht immer noch das Herz auf, wenn ich am Brandenburger Tor, an der Siegessäule oder anderen populären Berliner Orten bin, wenn ich mit der U-Bahn unterwegs bin, die hier im Optimal-Takt alle 3 Min. fährt (in Köln war der Optimal-Takt alle 10 Min.) oder, wenn ich in der Stadt bin und weiß, dass ich nicht in ein Hotel und ein paar Tage später wieder in die ungeliebte Heimatstadt abreisen muss, sondern einfach nach Hause in meine Wohnung zu meinen Katzen fahren kann.

Es gibt kaum eine Stadt, die so viel Geschichte und Architektur – sowohl älteren als auch neueren Datums – bietet. Ich liebe die alten Renaissance-Wohnhäuser ebenso wie die preußischen Ziegelbauten und auch die vielen interessanten Neubauten. Ich liebe die Nähe zur Ostsee (in 3 Std. ist man dort) ebenso wie unser Nachbar-Bundesland Brandenburg, das mich landschaftlich mit seinen tausend Seen und Wäldern so sehr an Kanada erinnert. Ich liebe Berliner Weiße grün (obwohl ich eigentlich Bier verabscheue) ebenso wie alle anderen Waldmeister-Getränke, die es hier so gibt. Ich liebe unendlichen kulturellen Möglichkeiten, die Berlin so bietet: Man hat ständig die Möglichkeit Lesungen, Theater, Konzerte usw. zu besuchen und auch sonst viel zu unternehmen. Nirgendwo gibt es so eine große gastronomische Vielfalt wie in Berlin. Wenn man nicht gerade mit dem Auto unterwegs ist, kann man wahnsinnig schnell von A nach B kommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Vergleich zu Köln sind nicht nur die Mieten vergleichsweise günstig, sondern auch die sonstigen Lebenskosten wie Essen gehen, Parkgebühren und vieles mehr. Man hat hier unendlich viele Shopping-Möglichkeiten, weil sich hier nicht nur alles – wie in Köln – auf zwei bis drei Shopping-Straßen in der Innenstadt konzentriert, sondern auch auf die einzelnen sehr großen Stadtbezirke und die Ladenöffnungszeiten sind auch besser als in NRW.

Klar, hat Berlin auch so seine Schattenseiten: Ich habe z. B. noch nirgendwo so viele nicht angeleinte Hunde gesehen, wie in Berlin – man muss leider ständig aufpassen, dass einem nicht mal ein Hund vor’s Auto läuft. Die Kriminalitätsrate ist leider ziemlich hoch hier. Die Straßen und Autobahnen sind ständig verstopft und die Verkehrsüberlastung wirft hier auch schon mal Pläne über den Haufen. Die Infrastruktur innerhalb der Verwaltung ist nicht gerade lobenswert: Durch extreme Personaleinsparungen und dadurch entstehende Überlastungen mit Krankheitsfolge sind zeitweise ganze Bürgerämter geschlossen und die Situation wird immer prekärer. Die Stadtbezirke sind riesig und man ist zu Fuß innerhalb des gleichen Bezirks auch schon mal recht lange unterwegs.

Natürlich vermisse ich – neben der Tatsache, dass ich mal nicht mehr einfach eben an die Gräber von meinem Kater Theo und meinem Papa kann, ganz doll meine Ersatzfamilie, einige liebe Freund(inn)en, liebe Ex-Kolleg(inn)en und meine Zahnarztpraxis auch einige Dinge aus dem Rheinland: einige Lieblingsrestaurants in Köln wie „Die Fette Kuh“, “ El Alli Oli“, „Bon’a me“, „Karawane“, dann die geräucherten Mettwürstchen der Metzgerei Stürmer auf der Severinstr. in der Kölner Südstadt, die tollen Eis-Sorten bei „Gelatissimo“ auf der Severinstr., Mett-Brötchen, Reibekuchen und noch so ein paar Sachen. Dafür ist Berlin das Paradies für Waldmeister-Getränke und Waldmeister-Eis 😉

Das sind jetzt alles nur Beispiele, die mir spontan eingefallen sind, nicht zu verallgemeinern und nicht auf die Goldwaage zu legen.

Insgesamt habe ich den Schritt, meinen Lebensmittelpunkt nach Berlin zu verlegen, bisher zu keiner Zeit bereut. Bereut habe ich lediglich, dass ich diesen Schritt nicht schon viel, viel früher im Leben gemacht habe 🙂image

Meine Liebe zu Berlin – Teil 1: Die Fakten …

imageSeit ich hier in Berlin lebe oder eigentlich auch schon seit ich meine Entscheidung, meiner Heimatstadt Köln den Rücken zu kehren und in die Hauptstadt zu ziehen, kundgetan habe, wurde ich immer wieder gefragt – warum ausgerechnet Berlin?

Sicher gibt es durchaus praktische Gründe: Ein Umzug in einer meiner anderen Lieblingsstädte Toronto, New York oder London gestaltete sich aufgrund des unermesslichen Aufwandes, der Job-Suche und meinen beiden Katzen zu schwierig. An deutschen Städten waren noch Hamburg und Leipzig in der engeren Auswahl, aber der Wunsch, in Berlin zu leben war immer übermächtig bei mir. Und ich habe es immer als enorme Weiterentwicklung und Herausforderung betrachtet, mal die Stadt zu wechseln – und nicht, wie bisher immer, nur innerhalb von Köln, wo ich aufgewachsen bin (aber nicht besonders dran gehangen habe), umzuziehen.

Ein anderer Grund war, dass 2013 für mich persönlich das allerschlimmste Jahr ever war. Manchmal wird man im Leben von extrem bösartigen Menschen mit Dingen konfrontiert, die einen Neubeginn erfordern, so dass man nicht nur den Scherbenhaufen seines Lebens komplett neu zusammensetzen muss, sondern auch sich selbst. Warum dann nicht mit dem Splitter anfangen, der schon seit Ende der 80er Jahre irgendwo an der Seite lag – nämlich dem „Berlin-Splitter“?! Dieser Umzug war das einzig Positive, das ich aus meinem persönlichen Horrorfilm von 2013 ziehen konnte …

Meine Liebe zu Berlin begleitet mich schon beinahe mein ganzes Leben lang – genau genommen seit meiner frühen Jugend 1982 bis 1985, wo ich Fan von Nena war. Nena, in deren Band-Keyboarder ich damals ein wenig verknallt war, startete damals ihre kometenhaften Karriere von Berlin aus und als BRAVO-Leserin bekam man immer wieder Fotos ihres Lebens in Berlin zu sehen. Die Autogramm-Adresse: Fabrik Rakete, Segitzdamm 22, 1000 Berlin 61 (wo heute eine Wohnsiedlung steht)  ist mir immer noch präsent. Seither waberte „Berlin“ in meinem Kopf und war immer so eine Art Sehnsuchtsziel für mich – sogar der Wunsch dorthin „abzuhauen“ und alle Pubertätsprobleme (wovon das größte damals auch „Eltern“ hieß) hinter sich zu lassen, gab es mal. Nicht auszudenken, wenn ich das wirklich gemacht hätte – aber wenn man dann einmal die Transit-Strecke live erlebt hat, mit der nötigen geistigen Reife, weiß man erst, wie naiv diese Idee war 😉

Erstmals in Berlin war ich dann im Herbst 1988. Meine Cousine, die inzwischen leider verstorben ist (und mir hier sehr fehlt) und damals von Potsdam nach West-Berlin ausgereist ist, lebte in Kreuzberg und ich durfte sie besuchen. Da von mir seit Beginn meiner Ausbildung verlangt wurde, dass ich absolut alles in meinem Leben (Lehrbücher, Schulmaterial, Kleidung, Führerschein, Auto usw.) selbst bezahle (im Gegensatz zu meinen Brüdern), habe ich sehr sparsam mit meinen ersten drei Ausbildungsgehältern gewirtschaftet und dann einen Flug nach Berlin gebucht. Damals durften aufgrund der Alliierten-Regelung nur die British Airways und die Air France in Berlin landen, die dadurch eine Monopol-Stellung im Flugverkehr hatten und dementsprechende Preise verlangten: Für den Jugend-Spartarif Köln-Berlin-Köln habe ich damals exorbitante 380 DM bezahlt.
Mein erster Berlin-Besuch war ein absolutes Highlight für mich: Den 1. Abend verbrachten wir gleich mit einem Bummel über den KuDamm und Besuch im Europa-Center und einem Zug durch die Kreuzberger Kneipen. Für mich, die ich erstmals alleine auf Reisen war, war das Freiheit und der Duft der großen weiten Welt – ähnlich, wie meine Schulabschlussfahrt nach London. Ich muss aber dazu sagen, dass ich damals mit 16 Jahren schon deutlich selbstständiger war, als manche unmittelbare männliche Verwandte es heute mit Mitte 50 sind 😉
Das habe ich damals unter Beweis gestellt, als ich dann am folgenden Tag – nach einer Bahnfahrt durch die ganzen stillgelegten und von der Stasi bewachten Geister-Bahnhöfe – ganz alleine mit einem Tagesvisum über den innerstädtischen DDR-Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße im Tränenpalast nach Ost-Berlin eingereist bin, da meine Cousine ja Einreiseverbot hatte.Ich kann mich noch erinnern, dass die Stadt dort, als ich den Bahnhof verließ, einen ganz anderen Geruch hatte – sehr eigen – den es heute nicht mehr gibt: Ein Gemisch aus Kohleöfen und Zwei-Takter-Abgasen. Dort habe ich mich mit meinem Cousin aus Potsdam getroffen. Den Osten Berlins habe ich dennoch erst 1990 kennengelernt, da wir an jenem Tag verbotenerweise und total verwegen (ich habe damals Blut und Wasser geschwitzt bei jedem Volkspolizei-Wartburg auf der Straße) nach Potsdam zu meinem Onkel und Tante gefahren sind – das Tagesvisum war nämlich eigentlich nur innerhalb des Ost-Berliner Stadtgebietes gültig 😦 …
Abends war ich noch mit meinem Cousin, der wenige Wochen später zur NVA eingezogen wurde, ordentlich feiern in Potsdam und er und meine Tante haben mich dann kurz vor Mitternacht wieder am Bahnhof Friedrichstraße abgesetzt, wo auf der anderen Seite meine Cousine mit einer Freundin auf mich wartete, um unsere Kreuzberger Kneipentour vom Vorabend fortzusetzen.
Am nächsten Nachmittag endete mein erster Berlin-Trip leider mit meinem Heimflug nach Köln und ich hatte mein Herz verloren – nicht in, sondern an Berlin ❤

Nach der Wende war ich dann fast jedes Jahr mindestens 1x jährlich in Berlin – eher jedoch öfter – und konnte mitverfolgen, wie sich die Stadt entwickelt und verändert: Ich habe den Fernsehturm noch mit Hinweis-Schildern für Besucher ausschließlich in osteuropäischen Sprachen erlebt; habe den „Palast der Republik“ (auch „Erichs Lampenladen“ genannt) noch stehen sehen und auch den asbestbedingten Rückbau erlebt; habe gesehen wie DDR-Architektur wie das „Palasthotel“ und das „Hotel Unter den Linden“ weichen mussten; habe den Neubau des legendären Hotel Adlon verfolgen können; konnte erleben, wie sich die Hackeschen Höfe vom Sanierungsfall zum Szene-Viertel entwickeln; kenne den Potsdamer Platz noch als größte Baugrube Europas und habe gesehen, wie sich dort neues Leben entwickelt – wie der historische Kaisersaal des alten Hotel Esplanade auf Luftkissen verschoben wurde und später in den Bau des Sony-Centers integriert wurde; wie die Entscheidung für Berlin als deutsche Hauptstadt gefallen ist und für den Bau des neuen Regierungsviertels der Verlauf der Spree verändert wurde; habe die Geschichten um Zoo und Tierpark verfolgt und den Eisbär Knut aufwachsen sehen und viele andere Zoo-Tiere regelmäßig besucht; hatte eine grandiose Zeit bei der Fußball-WM 2006 in Berlin; durfte noch den Flughafen Tempelhof aktiv als Fluggast erleben; habe in den Eröffnungswochen des Ritz Carlton dort zu einem Schnupper-Spottpreis nächtigen dürfen und noch so vieles mehr, was man einfach nur in Berlin erleben kann – es gibt keine Stadt, die sich so rasant verändert und weiterentwickelt wie Berlin, also genau richtig für mich, denn ich hasse Stillstand …
Wenn irgendeine deutsche Stadt den Titel „Weltstadt“ tragen darf und zumindest ein bisschen mit den ganz großen Weltstädten wie New York mithalten kann, dann wirklich nur BERLIN 🙂

(to be continued – Fortsetzung folgt …)

Rezension: Sophie Kinsella – „Das Hochzeitsversprechen“

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Taschenbuch (Paperback = Doppelumschlag), Goldmann, erschienen 20.01.2014, 506 Seiten, 9,99€ – auch als eBook und Hörbuch erhältlich.

Autorin:
Die britische Autorin Sophie Kinsella, geb. am 12.12.1969 in London, schrieb ihre ersten Werke bereits im Alter von 24 J. unter ihrem realen Namen Madeleine Wickham. Sie arbeitete zunächst als Wirtschaftsjournalistin und schrieb in dieser Zeit unter dem Pseudonym “Sophie Kinsella” ihren ersten großen Beststeller “Die Schnäppchenjägerin” (Original: “Shopaholic”) aus der bald 7 Fortsetzungen umfassenden Buch-Reihe um die romantische, liebenswerte und chronisch verschuldete Chaotin Becky Bloomwood (verheiratete Brandon), wovon der 1. und 2. Teil sogar in einem Film sehr erfolgreich auf die internationalen Kino-Leinwände gebracht wurde, mit der Schauspielerin Isla Fisher in der Hauptrolle. Teil 7 der Roman-Reihe erscheint im Januar 2015 in deutscher Sprache. Viele weitere romantische Frauen-Komödien summieren sich mittlerweile dazu und Leserinnen in der ganzen Welt können es kaum bis zur nächsten Neuerscheinung der beliebten Autorin erwarten. Auch ihre Schwester, Gemma Townley, hat einige beliebte Frauen-Romane veröffentlicht. Sophie Kinsella lebt mit Mann und vier Kindern in London.

Handlung:
Lottie, 32, Personalreferentin eines pharmazeutischen Unternehmens, erwartet beim Date zum Lunch in einem Londoner Edelrestaurant mit ihrem langjährigen Freund Richard den langersehnten Heiratsantrag, was sich als ganz großes Missverständnis herausstellt, bei dem Lottie nach dem Date ohne Verlobungsring, ohne den Mann fürs Leben, aber dafür mit großer Enttäuschung und viel Kummer da steht. Wie immer, wenn Lottie Liebeskummer hat, trifft sie mal wieder eine weitreichende Entscheidung: Sie heiratet kurzentschlossen ihre Jugendliebe Ben, den sie mit 18 auf der griechischen Insel Ikonos kennengelernt hat. Mit ihm hatte sie den Pakt geschlossen, dass sie heiraten würden, wenn beide mit 30 noch nicht verheiratet wären und somit hat er sich genau zum „ungünstigsten“ Zeitpunkt wieder bei ihr gemeldet. Nachdem Lottie’s Schwester Fliss, die selbst gerade in einem sehr unglücklichen Scheidungskrieg steckt, schon die Hochzeit nicht verhindern konnte, so versucht sie mit aller Macht und einigen Verbündeten die Hochzeitsnacht von Lottie und Ben in deren Flitterwochen auf Ikonos zu sabotieren, damit Lottie noch die Möglichkeit hat, ihre Ehe wegen Nichtvollzug annullieren zu lassen und wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Aber ist das überhaupt noch möglich …?!

Fazit:
Zuerst mal ein großes Lob an den Goldmann-Verlag: Preis-/Leistungsverhältnis stimmt hier absolut: Taschenbuch im Paperback (für alle, die sich jetzt fragen, was das ist: doppelter Umschlag beim Taschenbuch) mit knapp über 500 Seiten für 9,99€ ist wirklich gut! Normalerweise werden solche Paperback-Ausgaben meist für 14,95€ verkauft.
Das Cover des Buches ist sehr hübsch, tolle Farbauswahl und gibt die Themen des Buches: Hochzeit, Romantik, Griechenland schon auf dem Cover sehr gut wieder.
Das Buch ist unterteilt in viele mal kleinere, mal größere Kapitel, in denen verschiedene Personen zu Wort kommen, meist jedoch Lottie oder ihre Schwester Fliss.
Vom Schriftbild und der Aufteilung her ist das Buch sehr angenehm zu lesen.
Handlungsort ist die fiktive griechische Insel Ikonos – ich denke mir jetzt einfach mal, dass hier Mykonos Pate gestanden hat, wahrscheinlich nicht nur namentlich 😉
Der Plot und der Schreibstil sind wieder typisch Sophie Kinsella, so schreibt eben nur sie – auch wenn die Basis-Idee oft ihrer Bücher oft ähnlich ist 🙂 …
Ich habe im Vorfeld ziemlich viele Rezensionen zu diesem Buch gelesen, was mich natürlich sehr skeptisch gestimmt hat, weil etwa 40% der Rezensionen auf unterschiedlichsten Portalen nicht gerade toll ausgefallen sind. Schon mehrfach hatte ich das Buch aus meinem reichhaltigen Bücherregal gegriffen und mit mir gehadert und mich dann doch wieder für ein anderes Buch entschieden. Aber irgendwann war ich neulich der Meinung, dass das eigentlich das ideale Sommerbuch ist und habe es sozusagen „in Angriff genommen“ und auch nicht bereut. Da ich keinen Strandurlaub gemacht habe, habe ich es auf dem Balkon oder in der Mittagspause im Straßencafé oder einer Parkbank gelesen.
Ich bin sozusagen beim Lesen erstmal vom Schlechtesten ausgegangen, aber je mehr ich in die Geschichte eingetaucht bin, umso besser hat sie mir gefallen. Auch, wenn die Geschichte sicherlich vorhersehbar war und es auch nicht das allergrößte Knaller-Buch von Sophie Kinsella ist – hier hat es im Vergleich zu anderen Kinsella-Büchern doch ein bisschen an dem üblichen Humor und Klamauk gehapert, so hat die Story neben Romantik, Fernweh und Sehnsucht mit der Nebengeschichte um die Schwestern Lottie und Fliss auch einiges an Tiefgang und eine Moral.
Den Mädels, die in ihren Rezensionen geschrieben haben, dass das Buch schlecht war, weil es zu vorhersehbar war: Das ist doch eigentlich genau der Grund, warum wir Frauen oft gerne ChickLit lesen – eben weil vorhersehbar ist, dass am Ende alles gut wird – im Gegensatz zum realen Leben …! Daher kann man solche Geschichten auch ganz entspannt inhalieren und genießen. Ansonsten müsste man halt Dramen lesen oder eben anspruchsvollere Literatur, aber ich selbst will mich beim Lesen auch irgendwie entspannen.
Das Buch fällt sicherlich in die Kategorie seichte Unterhaltung und ist auch nicht unbedingt ein Must-Read (für eingefleischte Kinsella-Fans auf jeden Fall schon), aber ich habe es – wider Erwarten – doch ganz gerne gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Da habe ich wirklich schon deutlich schlechtere Bücher gelesen. Für eine 3-Sterne-Rezi hat mir das Buch viel zu gut gefallen, daher gibt es von mir eine 4-Sterne-Leseempfehlung für diese ideale Sommer- oder Urlaubslektüre. ****