Lese-Empfehlung: Nancy Salchow – „Der Tag, an dem mir das Leben schrieb“ (eBook)

IMG_1781Fakten:
„Der Tag, an dem mir das Leben schrieb“, erschienen: 06.06.2014, eBook, ca. 83 Seiten, neobooks selfpublishing, 0,99€

Autorin:
Nancy Salchow, Jahrgang 1981, geboren und beheimatet an der wunderschönen Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, hat – wie die meisten anderen Autorinnen und Autoren – schon als Kind gerne geschrieben und davon geträumt, eines Tages von dieser Leidenschaft  leben zu können. Ihre Kreativität lebte sie im Schreiben von Songtexten für eigene und Musikprojekte anderer aus, bevor sie sich dann ab Ende 2010 hauptsächlich dem Schreiben von Romanen gewidmet hat und mit ihren Geschichten sehr erfolgreich an Schreibwettbewerben teilnahm. Seit September 2011 erscheinen ihre Romane als eBooks bei neobooks / Droemer Knaur (erhältlich auch via amazon.de), die die eBook-Charts im Sturm eroberten. Neben ihren beiden ersten autobiographischen Werken „Das Leben, Zimmer 18 und Du“ (2013) und die Fortsetzung dazu „Eins plus eins macht Leben“ (2014) ist 2013 noch der eBook-6-Teiler „Die Wildroseninsel“ von ihr erschienen. Im November 2014 erscheint ihr 1. Taschenbuch in Verlagszusammenarbeit bei Knaur mit dem Titel „Kirschblütentage“ – ein langgehegter Traum, bereits Ende August 2014 dürfen sich die eBook-Leser dann schon auf die elektronische Version freuen.

Handlung:
Nancy Salchow beschreibt nach BurnOut, Depressionen und Neuanfang hier, wie ihr die Leidenschaft und somit auch die Worte für ihre wichtigste und liebste Tätigkeit – dem Schreiben – abhanden gekommen sind. Da das Schreiben bisher für sie immer (über)lebenswichtig war, begibt sie sich in diesen sehr persönlichen Aufzeichnungen schreibenderweise auf die Suche nach Worten, die Geschichten erzählen und diese mit Leben erfüllen, um ihren Lesern und ggf. auch Verlagen gerecht werden, was sich für sie derzeit als äußerst schwierig erweist.

Fazit:
Wie bei den ersten beiden „Lebensbüchern“ von Nancy Salchow fällt es mir auch hier wieder sehr schwer eine „normale“ Rezension zu schreiben, daher bezeichne ich mein Ansicht darüber eher als Lese-Empfehlung.
Aus diesem Grunde möchte ich mich hier auch gar nicht über Cover, Gestaltung, Schriftbild etc. auslassen, weil hier ganz klar nur der Inhalt des Buches Priorität hat.
Nancy Salchow ist zweifelsohne eine der offensten, authentischsten und ehrlichsten Autorinnen, die ich überhaupt kenne. Sie beweist unbeschreiblichen großen Mut, mit ihren sehr persönlichen Aufzeichnungen schonungslos über ihren aktuellen Seelenzustand zu berichten und weder sich selbst noch ihren Leser(inne)n irgendetwas vorzumachen. Sie zeigt mit ihren äußerst persönlichen Aufzeichnungen auch, wie wichtig es ist, zu seinen Schwächen oder Unzulänglichkeiten zu stehen, da manche davon ja auch meist temporäre Erscheinungen sind, die man überwinden möchte und wenn man dies dadurch kann, indem man diese Schwächen mit anderen teilt, beweist das wiederum unglaublich viel Stärke und macht Menschen in ähnlicher Situation ebenfalls neuen Mut ❤ .
Eigentlich lese ich nicht gerne eBooks, aber gerade diese Lebensbücher von Nancy Salchow sind mir so wichtig, dass ich in diesem Falle gerne eine Ausnahme mache und zum elektronischen Buch greife.
Bei diesem Buch hat mir schon das Vorwort Tränen in die Augen getrieben, weil es mich so unglaublich berührt hat. Bei der Schilderung der Art von Albträumen war ich doch sehr verblüfft, dass ich mit dieser Art der Albträume, die mich seit Jahren gleichartig oder leicht abgewandelt begleiten, nicht alleine da stehe. Liebe Nancy, in meiner BurnOut-Reha hat man mir damals gesagt, dass diese Träume, Angst vor Kontrollverlust bedeuten …
Sehr berührend fand ich auch, dass Nancy bei der Suche nach der Leidenschaft zum Schreiben bereit ist, ganz neue oder aber auch bereits verlassene Wege (wieder) zu beschreiten, was zeigt, wie verzweifelt sie die Suche nach Worten macht. Und sehr gut kann ich auch verstehen, was ihr für Ängste und Zweifel beim Betreten des Neulandes in Form der Verlagsveröffentlichung durch den Kopf gehen, nämlich der Sache nicht gewachsen zu sein und evtl. Anforderungen – auch kommerzielle Erwartungen – nicht erfüllen zu können, ebenso ging es mir, als ich nach 25 Jahren meine Arbeitsstelle gewechselt habe. Umso erfreuter war ich, in einem von Nancy’s aktuellen Facebook-Postings zu lesen, dass es positive Ansätze gibt bei ihr, dass es bald in der gewohnten Richtung weiter geht. Du kannst es Nancy – gib Dir einfach mal die Zeit, die Du gerade brauchst!!!
Ich denke, das Thema „Depressionen“ mit allem, was damit so zusammenhängt, kann man wirklich nur begreifen, wenn man selbst schon mal in dieser Situation war. Für Betroffene gibt es meist kein Leben „nach der Depression“ sondern nur „mit der Depression“, da man, wie jetzt eben bei Nancy die schmerzliche Erkenntnis, dass ihr die Leidenschaft für’s Schreiben irgendwann abhanden gekommen ist, irgendwie immer wieder in irgendeiner Weise damit konfrontiert wird und umgehen muss. Auch wenn jede neue Konfrontation oft schmerzhafter denn je scheint.
Danke, liebe Nancy für diese wunderbaren, Mut machenden Zeilen, und dass Du ebenfalls betroffenen Leserinnen das Gefühl gibst, nicht alleine zu sein.
Du gibst so viel weiter mit Deinen persönlichen Büchern – solltest Du irgendwann mal die Absicht haben, Kurse in therapeutischem Schreiben zu geben, wäre ich sicherlich eine Deine ersten Teilnehmerinnen, weil Du etwas ganz Entscheidendes hast und kannst, was mir diesbezüglich noch fehlt …

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