Rezension: Freddy Leck – „Nicht jeder Fleck muss weg – Aus dem Leben eines Waschsalon-Besitzers“

IMG_1773Fakten:
Einband, Patmos, erschienen 13.02.2014, 200 Seiten, 17,99€

Autor:
„Freddy Leck“ ist das Alter Ego bzw. der Künstlername, unter dem der bekannte deutsche Theater-, Film- und TV-Schauspieler Dirk Martens in Berlin-Moabit einen Waschsalon betreibt, der mittlerweile Kult-Status erlangt hat, weil er eben nicht einfach nur ein Waschsalon ist. Dirk Martens wurde am 02.07.1964 in Mülheim an der Ruhr geboren, wuchs aber u. a. auch im hessischen Rodgau auf. Nach dem Schauspielstudium begann er seine Karriere zunächst als Theaterschauspieler, bevor er dann ein gefragter Film- aber vor Allem TV-Schauspieler wurde und in nahezu unzähligen TV-Serien und -Filmen mitwirkte. Seine zweifelsohne bekannteste Rolle spielte er in der Krimi-Serie „SK Kölsch“. Er drehte auch einige Produktionen für das russische Fernsehen. Über die Stadtgrenzen von Berlin hinaus machte er „Freddy Leck“ und seinen Waschsalon u. a. durch seine Auftritte in zahlreichen Talk-Shows im deutschen Fernsehen und mittlerweile auch durch seine Lesereisen bekannt. Seine Kult-Figur „Freddy Leck“ schaffte es in Sachen Bekanntheit sogar bis nach Japan, wo der Name mit ihm als Werbemaskottchen mittlerweile für eine ganze Reihe Produkte Pate steht, die sich alle ums Thema „Waschen“ drehen. Mehr über den Waschsalon findet man auf der wunderbaren Website: http://www.freddy-leck-sein-waschsalon.de; umfangreiche Infos über Dirk Martens als Schauspieler erhält man auf seiner Wikipedia-Seite http://de.wikipedia.org/wiki/Dirk_Martens.

Handlung:
Um nicht einzig und alleine von der Schauspielerei abhängig zu sein, schuf sich Dirk Martens nach seinem Umzug von Köln nach Berlin und einer gescheiterten Liebe, mit der er bereits in Köln einen außergewöhnlichen Waschsalon betrieben hat, als 2. Standbein „Freddy Leck sein Waschsalon“ in Berlin-Moabit, wo er der penible Dienstleister mit Herz und Seele ist. Sowohl aus dem Leben des Waschsalon-Besitzers Freddy und den Kunden und Mitarbeiterin seines Salons als auch aus dem bewegten Leben des Schauspielers Dirk Martens gibt es eine ganze Menge Lesenswertes zu berichten.

Fazit:
Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich selten ein Buch in den Händen gehalten habe, das auch außerhalb des Covers mit so viel Liebe zum Detail gestaltet wurde, so hochwertig erscheint und ansprechend wirkt, dass man es gleich in die Hand nehmen will. Angefangen beim Cover, das neben dem matten Portrait-Foto von Freddy Leck auch ein paar Hochglanz-Elemente (Freddy Leck-Logo und Seifenblasen) enthält. Der Innen-Umschlag gibt das Muster der Tapete wieder, welche im Waschsalon selbst die Wände ziert. Weiter geht es über die perfekte Farbauswahl von Schriften und sonstigen Elementen (bordeaux, mintgrün, pink). Die Seitenzahlen stehen in dem Logo, was bei Waschanleitungen in Kleidungsstücken als Temperatur-Angabe gilt, zu Beginn der Kapitel, in denen es sich um Geschichten aus dem Waschsalon dreht ist jedes Mal eine pinkfarbene Waschmaschine sowie ein mintgrünes Schild mit einem kleinen Bügeleisen zu finden. Hier hat sich wirklich jemand ganz viele tolle Gedanken um das Layout gemacht – Daumen hoch dafür! Weiterhin ist das Buch mit wirklich tollen Fotos ausgestattet, die von Dirk Martens himself als auch von den Fotografen Peter Bijl und Anja Lehmann stammen und das ganz besondere Flair und die Einzigartigkeit des Salons ganz toll widerspiegeln.
Während sich im Inhaltsverzeichnis „nur“ die 19 Kapitel über Freddy Leck und seinen Waschsalon befinden, muss sich der Leser bewusst sein, dass er hier eigentlich noch eine zweite Biographie mit erworben hat, nämlich die nicht minder interessante des Schauspielers Dirk Martens. Aus dessen Leben wird in jedem 2. Kapitel berichtet (diese tauchen im Inhaltsverzeichnis jedoch nicht auf), was der Leser daran erkennt, dass die Kapitel-Aufmachung und der Schrifttyp anders aussieht.
Sämtliche Kapitel sind von angenehmer Länge, so dass man immer mal zwischendurch eines lesen kann und auch die Schriftbilder der unterschiedlichen Kapitel-Arten sind gut gewählt. Lediglich ein klein wenig hat mich gestört, dass die Seiten wirklich bis zur letzten bedruckbaren Zeile ausgenutzt wurden und mir einfach der untere „Griff-Rand“ zum Umblättern somit ein wenig gefehlt hat.
Während man in den „Freddy Leck“-Kapiteln ganz viel über den Waschsalon an sich, seine Mitarbeiter und Kunden, Moabiter Kiez-Kolorit, Freddy’s dienstleisterische Ambitionen, den Kultstatus bis hin nach Japan und vieles mehr erfährt, befassen sich die Kapitel  mit den biographischen Inhalten von Dirk Martens u. a. um seine Anfänge aus Schauspieler, aus Geldnot heraus angenommene Nebenjobs, seine Jugend und sein persönliches Coming-Out, Dreharbeiten in der Ukraine und eine gescheiterte ganz große Liebe in Köln.
Über seine Vergangenheit berichtet Dirk Martens schonungslos und zeigt damit, dass auch ein Waschsalon-Besitzer so manche Fleckchen auf seiner Weste haben darf, wenn sie dafür so eine spannende Lebensgeschichte, wie die seine erzählen dürfen.
Er lässt offen, ob der Waschsalon-Besitzer Freddy Leck nur ein Mythos ist oder er selbst mit diesem Dienstleister aus Überzeugung in der Textilreinigungsbranche, der so viel Herz und Verstand für seine Kunden mitbringt, bereits eine Person geworden ist.
Die Schreibweise ist sehr angenehm, aus dem Leben und mit viel Herz, Persönlichkeit und ein wenig Tiefgang.
Ich hatte im Februar 2014 ja das Glück, bei der Buchvorstellung hier in Berlin dabei sein zu dürfen und habe dadurch einen kleinen Vorgeschmack, was mich beim Lesen dieser tollen Biographie, die in jederlei Hinsicht – eben wie auch Dirk Martens und Freddy Leck – fernab jeglichen Mainstream ist – erwartet. Den Blog-Bericht dazu könnt Ihr unter diesem Link hier nochmal nachlesen: https://buecherunddiewelt.wordpress.com/2014/02/27/review-zur-lesung-mit-dirk-martens-alias-waschsalon-besitzer-freddy-leck-nicht-jeder-fleck-muss-weg-26-02-2014-in-berlin. Außerdem möchte ich Euch noch einen ganz tollen und informativen Bericht aus der Waiblinger Kreiszeitung über Freddy Leck ans Herz legen: http://www.zvw.de/inhalt.berlin-moabit-dem-freddy-leck-sein-waschsalon.71602eb3-7025-49cf-a64d-9035a7aee58f.html.
Ich habe diese tolle Biographie wirklich gerne gelesen und bin absolut begeistert. 5*-Leseempfehlung und ich bin sicher, dass alle, die auch eher Ungewöhnliches mögen, eben so viel Lesefreude damit haben, wie ich es hatte 🙂
Ganz herzlichen Dank an den PATMOS Verlag, die mir dieses Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben 🙂

 

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