Rezension: Britta Sabbag – „Das Leben ist (k)ein Ponyhof“

IMG_1740Fakten:
Taschenbuch, Bastei Lübbe, erschienen 15.04.2014, 221 Seiten, 8,99€

Autorin:
Britta Sabbag wurde 1978 im Sternzeichen Skorpion in Osnabrück geboren. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums in den Fächern Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädagogik an der Universität in Bonn, wo sie auch heute noch lebt, arbeitete sie 6 Jahre lang als Personalerin in verschiedenen großen Firmen. Nachdem sie in einer wirtschaftlichen Krise ihren Job verlor, widmete sie sich bis heute dem, was sie eigentlich schon immer tun wollte: Dem Schreiben. Ihr Debüt-Roman „Pinguinwetter“, in dem es um die liebenswürdig chaotische Protagonistin Charlotte geht, war auf Anhieb ein Mega-Erfolg und wurde sogar als Theaterstück aufgeführt. Die Fortsetzung um Charlotte’s Geschichte ist im Folgeband „Pandablues“ nachzulesen, der ebenso erfolgreich war. Zudem veröffentlichte Britta Sabbag im April 2014 bei Boje (ebenfalls Bastei Lübbe) ihren allerersten Jugendroman – mit autobiografischen Zügen – „Stolperherz“, der sich ebenfalls großer Beliebtheit (nicht nur unter Jugendlichen) erfreut. Wer mehr über „Stolperherz“ erfahren will, kann das in diesem tollen Verlagsinterview: https://www.youtube.com/watch?v=6sHh3fH-nZU.

Handlung:
Antonia, 35 J. alt, hat eigentlich alles im Leben erreicht, was sie sich immer gewünscht hat: Sie hat früh ihren kleinbürgerlichen, piefigen Heimatort im Bergischen Land Richtung Großstadt Köln verlassen, immer hart gearbeitet, so dass sie kurz vor der Partnerschaft in der Unternehmensberatung steht, in der sie arbeitet. Auch der Heiratsantrag ihres Freundes und Kollegen Carl, der ebenfalls Partner in der Unternehmensberatung ist, soll Antonia’s Leben nur noch abrunden und weiter perfektionieren.. Inmitten dieser Perfektion stürmt Antonia’s Mutter mit der Nachricht, dass sie einen 3-wöchigen Yoga-Urlaub in Indien gewonnen hat und Antonia damit quasi zwangsverpflichtet, sich währenddessen um ihren bereits leicht senilen und auch ein wenig schrulligen Stiefvater Walter zu kümmern. Antonia denkt zunächst, die Betreuung neben ihres aufwendigen Jobs problemlos wuppen zu können. Doch Walter’s ihr bisher unbekannter Lebensstil und sein Ideenreichtum zeigen ihr bald, dass das ein Irrtum war und sie sich wohl oder übel erstmal wieder im Haus ihrer Eltern im Kaff Klein-Seichtingen einquartieren muss, um größeren Schaden zu verhindern. Dadurch wird sie auch wieder mit ihrer Vergangenheit und alten Freunden und auch deren Lebenswegen konfrontiert. Und vielleicht pustet ja der Wirbelsturm namens Walter Antonia’s perfektes Leben nicht nur durcheinander, sondern einfach nur alles – inkl. ihrem Herz – wieder an den rechten Fleck …?!

Fazit:
Die Gestaltung der Taschenbücher von Britta Sabbag haben schon sowas wie eine „Corporate Identity“ und damit wirklich Kult-Charakter :  Auch dieses Mal befindet sich auf dem Cover wieder ein niedliches Tier – nach Pinguin und Panda ist es dieses Mal ein Zebra (… und eben passend zum Titel kein Pony 😉 …) – das dann wieder auf einer knalligen Hintergrundfarbe, dieses Mal gelb  (zwar ist gelb nicht so ganz meine Farbe, pink und blau sind eher schon meine Lieblingsfarben). Auch der Titel ist immer in der gleichen Schrift dargestellt, so dass man in der Buchhandlung schon von Weitem erkennen kann, dass es eine neues Buch von Britta Sabbag gibt. Der Innenumschlag enthält hinten wieder die übliche Postkarte mit dem Titelbild, außerdem ein süßes Lesezeichen im gleichen Design und  im Inneren des Buches dann wieder das zauberhafte Daumenkino – dieses Mal eben mit meinem Zebra. Wirklich gelungen und eine tolle Idee 🙂
Das Buch ist unterteilt in 17 Kapitel sehr angenehmer Lese-Länge (+ Prolog + Epilog) auf 221 in einem gut zu lesendem Schriftbild bedruckten Seiten. Der Schreibstil ist wie immer angenehm locker und man steigt gleich in die Geschichte ein, ohne sich lange einlesen zu müssen.
Die ChickLit-Romane von Britta Sabbag werden von mir immer schon sehnsüchtig erwartet und gehören zu den Büchern, die von mir  vorgezogen werden, so auch dieses Mal wieder, denn ich konnte kaum erwarten, was sich Britta, die ja auch ihre eigenen lustigen Lebensereignisse auf Facebook sehr aktiv mit ihren Leserinnen teilt, dieses Mal einfallen lassen hat. Zumal es sich in diesem Buch auch erstmals (den Jugend-Romand mal ausgenommen) um eine neue Protagonistin drehte. Aber dieses Buch hat nicht nur eine Protagonistin sondern vor Allem mit Walter auch einen ganz bezaubernden Protagonisten, der im gesamten Buch immer wieder für eine Überraschung und einen Lacher gut ist, aber auch mit ernsten Gedanken und ganz viel Weisheit aufwarten kann – vor Allem durch seine klugen Sprüche, von denen der Leser, der keinen eigenen Walter zu Hause hat, auch ein Stück mitnehmen kann und mal zum Nachdenken angeregt wird und vielleicht dann auch – wie Antonia – mal beginnt, das ein oder andere im Leben in Frage zu stellen. Die perfektionistische Karriere-Frau  Antonia wird im Buch mit jedem Zwischenfall menschlicher und sympathischer, was nicht heißt, dass sie unsympathisch war.
Dieses Buch ist ganz sicher eines meiner Lese-Highlights 2014, ich habe es geliebt und war wirklich traurig als es schon zu Ende war – dieses Buch will man am liebsten gar nicht mehr aus der Hand geben. Ich würde mich freuen, wenn Britta vielleicht irgendwann noch eine Fortsetzung aus dem Leben von Antonia zu berichten hat. Wer selbst ein wenig von Britta über das Buch hören will, findet unter diesem Link ein tolles Interview dazu mit ihr: https://www.youtube.com/watch?v=P-YyqDIQ6zY.
Absolut uneingeschränkte 5 Sterne plus-Leseempfehlung *****+ – einfach nur schön – Danke für diese wunderschöne Story – und für Walter ❤

 

Danke für Eure Geduld …

Liebe Leserinnen und Leser,
Liebe Autorinnen und Autoren,
Liebe Verlage,

es ist mir ja schon ziemlich peinlich, dass sich das hier Literatur-Blog schimpft und es in den letzten Wochen so wenig von mir zu lesen gab – noch nichtmals neue Rezensionen 😦

Ich habe vor einigen Wochen – nach einer längeren Pause – wieder angefangen zu arbeiten und tue mich noch ein wenig schwer mit meinem neuen Tages-Rhythmus – man ist halt nicht mehr die Jüngste 😉 …
Zudem gab es eine ganze Menge zu lernen und sich eben an so vieles Neues zu gewöhnen, da ich zuvor 25 Jahre lang beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt war.

Ich verspreche Euch, dass es demnächst wieder mehr zu lesen gibt hier.

Auch bei den Autorinnen und Autoren sowie den Verlagen, die mir freundlicherweise – vor Allem auch noch während der Zeit, wo ich nicht gearbeitet habe – Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt habe, muss ich mich entschuldigen! Ich lese und rezensiere jedes Exemplar, das ich angefordert habe – nur muss ich eben um ein wenig Geduld bitten, weil leider nicht alles auf einmal geht.

Ganz lieben Dank erstmal für Euer bzw. Ihr Verständnis!

Man liest sich 😉 …

Liebe Grüße aus der Hauptstadt