Rezension: Kerstin Klein – „Dumpfbacken“

IMG_1627Fakten:
Taschenbuch, blanvalet, erschienen: 18.03.2013, 351 Seiten, 8,99€

Autorin:
Der Berufsweg führte die deutsche Autorin Kerstin Klein zunächst in eine ganz andere Richtung, nämlich auf den der Rechtsanwaltsgehilfin. Sie lebte dann ein Jahr in Griechenland und kehrte danach nach Hamburg zurück. Bis zur Geburt ihres Sohnes war sie in einem Fachverlag tätig, danach dann als Journalistin für eine lokale Zeitungsgruppe in der Nordheide. Mit ihrem Mann lebt sie seit 2000 in einem winzigen Dorf zwischen Hamburg und Bremen. Dort ging sie bis vor wenigen der Jahren der Zucht von Pferden und Hängebauchschweinen nach, ebenso wie jetzt ihrer ganz großen Leidenschaft – dem Schreiben. „Dumpfbacken“ ist der 2. Band aus der Reihe um die Chaos-Heldin Alice, der 1. Band aus der Reihe mit dem Titel „Vollmeisen“ ist im März 2012 ebenfalls bei blanvalet erscheinen. Aktuell gibt es aus dieser Reihe bereits den 3. Band mit dem Titel „Knalltüten“, der am 20.01.2014 auch bei blanvalet erschienen ist. Mehr über die Autorin und ein Online-Tagebuch der Heldin Alice (das aber leider nicht auf dem neuesten Stand ist) findet man auf der Homepage der Autorin: http://www.kerstin-klein.com/index.html

Handlung:
Bei der liebenswerten, jedoch mega-chaotischen und leicht schusseligen Alice könnte jetzt lebenstechnisch eigentlich alles im Lot sein: Sie hat mit dem wahnsinnig gut aussehenden Undercover-Polizisten Nick nicht nur den absoluten Traummann an ihrer Seite, sondern auch noch einen Beschützer. Außerdem hat sie einen Job als Immobilienmaklerin beim Makler-Büro „Haus im Glück“ und mit Mimi nicht nur eine tolle Kollegen, sondern auch eine neue beste Freundin gefunden. Eigentlich … – denn Alice schafft es immer wieder, sich durch ihre Naivität in bedrohliche Situationen zu manövrieren und das Böse offenbar magisch anzuziehen und braucht nicht nur einmal Hilfe, die sie aber auch nicht bei ihrer leicht skurrilen Familie finden kann …

Fazit:
Das Cover schaut zwar nett aus, aber so richtig gelungen finde ich es dennoch nicht. Die Assoziation „Dumpfbacken“ zu „Hamsterbacken“ ist die einzige, die ich daraus ziehen kann, außerdem war exakt dieses Cover-Foto bereits auf dem Titel des wenige Monate vor diesem Buch bereits im Ullstein-Verlag erschienen Romans „Zuckerguss“ von Anica Schriever – dort allerdings auf einem pinkfarbenen Hintergrund.
Das Druck- und Schriftbild ist wie bereits im 1. Band sehr angenehm gewählt. Das Buch ist jedoch auch dieses Mal nicht in Kapitel aufgeteilt – was sicherlich eine persönliche Vorliebe ist, denn ich persönlich lese in Kapitel unterteilte Bücher einfach lieber, weil dann auch die Unterbrechungen irgendwie leichter fallen.
Der Schreibstil der Autorin ist wie im ersten Band wieder witzig, spritzig und sehr flüssig, so dass man es recht schnell durchlesen kann und dabei wirklich viel Spaß haben kann. Das Grundgerüst ist das bereits im 1. Band bewährte: Treudoofe, liebenswerte, leicht schusselige und oberflächliche Heldin ruft durch ihre trottelige Art Bösewichte auf den Plan, die sie das ganze Buch über verfolgen. Sie schlittert dadurch von der einen aberwitzigen Situation in die nächste. Ich muss sagen, dass ich persönlich gerade wieder zu Beginn des Buches leichte Probleme damit hatte, dass sich wirklich eine verrückte Situation mit teilweise schon erzwungenen Gags – wie aus einem Maschinengewehr abgefeuert – an die nächste gereiht hat und ich das, obwohl ich humorvolle Bücher liebe, schon zeitweilig ziemlich anstrengend fand und hier weniger manchmal einfach mehr gewesen wäre. Es handelt sich also um keine Geschichte, in die man sich hineinfallen und sich durch die Story sozusagen hindurch tragen lässt. Ich würde es als Klamauk-Krimi mit einer Prise Love-Story bezeichnen. Meine Einstellung zum Buch hat sich während der Zeit, wo ich es gelesen habe, aber ziemlich verändert und ich fand Alice dann auch nicht mehr ganz so nervig wie zu Beginn und habe es nach einer Weile wirklich sehr gerne gelesen und mit Alice in ihrer fast grenzenlosen Naivität ein wenig mitgelitten. Manchmal hätte ich Alice gerne aus der Geschichte hinausgezogen, um sie vor dem nächsten Unglück zu bewahren 😉 – aber man braucht auch tragische Heldinnen …
Wie im ersten Band gibt es von mir, weil die Story mit Situationskomik für mich manchmal wirklich zu überladen ist, ein Pünktchen Abzug und somit 4 von 5 möglichen Punkten.
„Knalltüten“ liegt mir auch schon zur Rezension vor, aber ich werde mich – bis zu meinem nächsten Aufeinandertreffen mit Alice – noch ein wenig von ihr erholen, damit ich mich auf das Wiederlesen freuen kann.

Ein ganz großes Dankeschön an blanvalet, die mir dieses Rezensions-Exemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben 🙂

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4 Kommentare zu “Rezension: Kerstin Klein – „Dumpfbacken“

  1. Hallo,

    tja, ich habe das Buch auch gelesen und fand es gut, wobei mich dieser Endlostext, also die fehlende Unterteilung in Kapitel, wirklich sehr gestört hat. Und das Cover – jetzt habe ich auch zwei Hamsterbacken im Regal – mal in Blau und mal in Pink.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

    • Ich fand es auch nicht schlecht, denn wenn ich es schlecht gefunden hätte, hätte das Buch 2 bis 3 Punkte von mir bekommen. Ich war nur stückweise ein wenig genervt, aber wie ich geschrieben habe, hat sich das beim längeren Lesen des Buches auch wieder verflüchtigt 😉

    • Hallo Marco,

      ja, sehr humorvoll sind die Bücher. Richtig: „Vollmeisen“ ist der 1. Teil und „Knalltüten“ der 3. 🙂
      Wenn Du humorvolle Bücher magst, dann schau mal nach den Büchern von Ben Bergner – die kann ich auch empfehlen 🙂
      Viel Spaß bei der Lektüre …

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