Rezension: Anne Hertz – „Die Sache mit meiner Schwester“

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Fakten:
Hardcover (Einband), Pendo Verlag (in der Piper Verlag GmbH), erschienen: 10.03.2014, 332 Seiten, 14,99€

Autorinnen:
„Anne Hertz“ ist das Pseudonym, unter dem die beiden Schwestern Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann seit 2006 sehr beliebte und humorvolle Frauen-Romane veröffentlichen.
Bereits im Jahr 2001 haben sie gemeinsam als Frauke und Wiebke Lorenz „Das Hexenkochbuch“ veröffentlicht – ein witziges Kochbuch für Frauen, die nicht so gut kochen können, aber „im Tiefflug durch das Tiefkühlregal trotzdem raffinierte Gerichte zaubern wollen“.

Wiebke, 1972 in Düsseldorf geboren, absolvierte nach dem Studium der Anglistik, Germanistik und Medienwissenschaften in Trier ein Studium zur Drehbuch-Autorin an der Internationalen Filmschule in Köln. Bereits seit Ende der 90er Jahre sind von ihr einige tolle Frauen-Romane solo unter ihrem eigenen Namen, aber auch aktuell unter verschiedenen Pseudonymen erschienen. Seit einigen Jahren schreibt sie auch sehr erfolgreiche Psycho-Thriller. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin war bzw. ist sie für diverse Frauen-Zeitschriften journalistisch – u. a. als Redakteurin und Kolumnistin – tätig. Sie lebt mit ihrem Verlobten und ihrer kleinen Tochter in Hamburg.

Frauke wurde 1969 ebenfalls in Düsseldorf geboren. Sie studierte Jura (mit Promotion), arbeitete nach einem Volontariat beim NDR als Pressesprecherin aber auch als Journalistin und später als Referentin bei der Hamburger Kultur- sowie der Wissenschaftsbehörde. Als Autorin begeisterte sie bisher mit der vier Bände umfassenden zauberhaften Reihe um den putzigen Dackel Herkules. Außerdem hat sie bereits zwei Bände in der Kinderbuch-Reihe um den kriminalistisch tätigen Kater Winston im Loewe Verlag publiziert. Sie ist verheiratet, Mutter von vier Kindern und lebt ebenfalls in Hamburg.

Handlung:
Die beiden Schwestern Nele Krüger und Heike Bachmann schreiben seit Jahren unter ihrem Pseudonym „Sanne Gold“ erfolgreiche Frauenromane und scheinen trotz ihrer Verschiedenheit ein Herz und eine Seele zu sein – zumindest scheint das in der Öffentlichkeit immer so. Nele ist lebenslustiger Großstadt-Single mit wechselnden, auch schon mal verheirateten Partnern an ihrer Seite und lässt es gern mal krachen. Heike ist die Ruhigere der Beiden, die in einem noblen Hamburger Vorort als Architekten-Gattin und Mutter von drei wohlgeratenen Kindern immer alles unter Kontrolle hat. Keiner ahnt, dass die Schwestern seit Jahren nicht mehr miteinander reden und selbst ihre Erfolgsbücher inzwischen längst von einem Ghostwriter verfasst werden. Durch eine Vertrauensseligkeit Nele’s gerät diese Information in falsche Hände und gelangt ausgerechnet während einer Talkshow an die Öffentlichkeit, so dass noch während der Sendung die Lage zwischen den beiden Schwestern vollkommen eskaliert. Nach der gemeinsamen Flucht vom Studio-Gelände erleiden die beiden einen schlimmen Auto-Unfall in dessen Folge Heike schwer verletzt im Koma verweilt. Nele hat nun die Zeit, die sich längst hätte nehmen sollen, um sich auf die Reise in die Vergangenheit zu begeben und nach der Ursache für das katastrophale Zerwürfnis zwischen den beiden Schwestern zu suchen und vielleicht auch die Gelegenheit, die Weichen für die gemeinsame Zukunft neu zu stellen …

Fazit:
Da die Hertz-Sisters mit diesem Roman erstmals den Verlag gewechselt haben und dieses Buch zunächst als Einband erschienen ist, musste man sich als Leser/in dieses Mal auch an eine komplett andere Cover-Gestaltung gewöhnen. Dennoch finde ich die Cover-Gestaltung auch hier wieder sehr schön und gut gelungen. Die Farbauswahl auf dem Cover, wo mint-grün als Hintergrund dominiert mit Elementen in pink, schwarz und weiß, ist sehr kontrastreich, aber auch sehr ansprechend. Auf dem Cover sind zwei Frauen in Scherenschnitt-Form abgebildet, die sich gegenüber stehen und optisch auf den ersten Blick zwar sehr ähnlich sehen, aber im Detail doch einige Unterschiede erkennen lassen – also eben Heike und Nele.

Die Story ist verteilt auf 332 Seiten und insgesamt 20 Kapitel von sehr angenehmer Länge und in einem sehr angenehm zu lesenden Schriftbild – für meinen Lesegenuss so absolut perfekt 🙂

Mit ihrem letzten Buch „Flitterwochen“ hatten die Hertz-Schwestern ja erstmals ein Buch vorgelegt, das etwas anders war, als die Vorgänger – bei „Flitterwochen“ stand aber ganz klar der Humor im Vordergrund.

In „Die Sache mit meiner Schwester“ war nun das Basis-Thema mit dem Zerwürfnis der beiden Schwestern und den daraus resultierenden schlimmen Folgen wie der Unfall und die Genesung von Heike, aber auch die Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Vergangenheit in Verbindung mit den Auswirkungen auf das eigene Erwachsenenleben ein wirklich sehr ernstes Thema.
Die Story ist komplett aus Nele’s Perspektive erzählt und wird zwischendurch sinnvoll unterbrochen durch Tagebucheintragungen von Nele (aber auch Heike) aus deren Jugend in den späten 80er Jahren.
Hass-Liebe unter Schwestern ist ebenso Thema wie Neid, Rache, Eifersucht, Sorge um die jüngere Schwester, aber auch wie unterschiedlich die Beiden das gleiche traurige Ereignis in ihrer Jugend versucht haben zu verarbeiten und wie sich das auf sie selbst, ihr weiteres Leben und auch ihre Familie ausgewirkt hat.

Trotz dieses ganzen ernsten und auch teilweise traurigen Backgrounds kommt hier zu keinem Zeitpunkt der wie immer humorvolle und wirklich tolle Schreibstil von Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann – alias Anne Hertz – zu kurz und ermöglicht auch hier dem Leser gleich am Anfang wieder, direkt in die Geschichte einzusteigen und diese mitzuleben. Die Personen in den Handlungssträngen sind ebenso plastisch und präzise beschrieben wie Handlungsorte und man kann sich während des Lesens wieder alles sehr gut bildlich vorstellen. Wie ich schon öfter betont habe, ist das genau so ein Punkt, der Anne Hertz ausmacht: Sie haben das Schreiben von Frauen-Romanen in der gemeinsamen Zusammenarbeit noch perfektioniert!

Ich habe mitgefiebert, mitgelitten, aber auch wieder mitgelacht – die Story bietet wirklich alle Facetten des Lebens 🙂

Dennoch muss ich leider einen kleinen Punktabzug geben: Das Ende ist meiner Meinung viel zu schnell – fast wie unter Zeitdruck – herbeigeschrieben worden 😦 – ich hab mich als Leserin am Schluss noch mit einer ganzen Reihe Fragen alleine gelassen gefühlt. Das Ende war zwar grundsätzlich, wie ich es mir auch gewünscht habe, aber irgendwie sehr abrupt und lässt viele Details, von denen ich überzeugt bin, dass es anderen Leser/innen ähnlich damit ergeht, leider offen. Sehr hätte ich mir gewünscht, gerade am Ende auch nochmal eine Aussage von Heike zu hören oder auch, wie im Detail die Versöhnung der Schwestern und die Gespräche, die dazu geführt haben, gelaufen ist, aber auch noch einige andere Begebenheiten sind leider am Ende nur sehr kurz oder sogar gar nicht mehr erwähnt worden.

Insgesamt wieder ein wunderbares Buch von Anne Hertz mit einer uneingeschränkten Lese-Empfehlung von mir, aber aufgrund des abrupten Endes mit insgesamt nur 4 sehr starken von insgesamt 5 Punkten.

Ein ganz großes Dankeschön an LovelyBooks, dass ich an dieser Lese-Challenge teilnehmen konnte und an den Pendo Verlag, der anlässlich dieser Lese-Challenge sehr großzügig 50 Lese-Exemplare zur Verfügung gestellt hat – DANKE 🙂

 

Vorankündigung: „Blogger schenken Lesefreude 2014“

Blogger_Lesefreude_2014_LogoAuch 2014 nimmt „Bücher und die Welt“ wieder an der Buch-Verlosung anlässlich des „Welttages des Buches“ bei der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ (http://bloggerschenkenlesefreude.de) am 23.04.2014 teil – unter dem genannten Internet-Link kann auch die vollständige Teilnehmer-Liste inkl. aller Bücher, die verlost werden, eingesehen werden.

Folgende Bücher – alle ganz neu und ungelesen – werden in diesem Jahr auf meinem Blog verlost:

„Zeitsplitter“ von Cristin Terrill (inkl. einem dazu passenden Notizbüchlein)

„Herztöne“ von Katja Kessler (Club-Ausgabe, noch in Folie verpackt) und

„Bis der Arzt kommt“ von Mariana Leky (gestiftet vom DuMont-Verlag)

Am 23.04.2014 wird gegen Mitternacht zu jedem der genannten Bücher jeweils ein Posting mit Kurzbeschreibung des Buches online gehen – ggf. mit einer kleinen Aufgabe (das überlege ich mir noch). Wenn Ihr das Buch gewinnen möchtet, hinterlasst bitte unter dem Posting für das jeweilige Buch einen Kommentar (bitte nicht auf der facebook-Seite des Blogs!). Es werden alle Kommentare bei der Verlosung berücksichtigt, die bis 0:00 Uhr des gleichen Tages gepostet wurden! Eine Auslosung erfolgt dann innerhalb der folgenden 3 Tage!

Folgende Mindestvoraussetzungen sind jedoch zu erfüllen:

  1. Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ansonsten benötige ich eine Einverständniserklärung der Eltern.
  2. Der Gewinner/die Gewinnerin muss sich innerhalb 1 Woche bei mir per E-Mail melden und mir die Versand-Adresse mitteilen, sonst verfällt der Gewinn. (VeraHoehne@yahoo.de)
  3. Ich versende ausschließlich an eine Versand-Adresse in Deutschland und nicht ins Ausland!
  4. Der Gewinner/die Gewinnerin erklärt sich mit einem Versand des Gewinnes als unversicherte Büchersendung einverstanden – für Verlust oder Beschädigung auf dem Postweg übernehme ich keine Haftung oder Schadenersatz! Ich bin gerne bereit, bei Überweisung des Differenzbetrages auch als versichertes Hermes-Päckchen zu versenden!
  5. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Ich wünsche allen Teilnehmern schon jetzt ganz viel Glück und würde mich freuen, wenn mein Blog auf diesem Wege vielleicht auch wieder neue Abonnenten oder Facebook-Likes bekommt! DANKE 🙂

Bericht zum Besuch der Leipziger Buchmesse 2014

IMG_1631IMG_1614Nach 1 J. Wartezeit war es am vergangenen Samstag, 15.03.2014, endlich wieder so weit – der Besuch auf der Leipziger Buchmesse stand an 🙂
Nach einer Autofahrt von knapp 2 Std. inkl. Zwischenstopp zum Frühstück bei McDonald’s erreichten wir die Leipziger Messe.
Wie auch bereits 2013 hatte ich in diesem Jahr wieder das Glück, als Bloggerin eine kostenlose Presse-Karte zu erhalten, die z. B. die Annehmlichkeit mit sich bringt, dass man auf dem Presse-Parkplatz sein Auto abstellen darf, direkten Zugang zum Presse-Zentrum hat und eine kostenlose Begleiter-Karte, das Aussteller-Verzeichnis sowie Messe- und Veranstaltungsplan ausgehändigt bekommt – das ist wirklich ganz toll.

Vorbei an Halle 1, in der ausgelagert die Manga-Convention stattfand, konnten wir noch ganz viele außergewöhnlich verkleidete Cosplayer bewundern – bei Manchen wirklich erstaunlich, dass die es den ganzen Tag in solchen Kostümen aushalten können.

IMG_1634IMG_1616IMG_1635Da wir uns zunächst in Halle 2 verlaufen hatten, obwohl wir eigentlich zur Buch-Vorstellung im taz-Studio in Halle 5 von Anja Goerz zu ihrem neuen Sachbuch „Der Osten ist ein Gefühl – Über die Mauer im Kopf“ wollten, mussten wir in Rekordzeit eine große Strecke zurücklegen und bekamen zum Glück den größten Teil der Buchvorstellung und des anschließenden Interviews noch mit und ich hatte am Ende sogar die Gelegenheit, mein Exemplar von Anja, mit der ich auch via Facebook Kontakt pflege, persönlich signieren zu lassen. Da ich selbst in meiner Jugend einige Urlaube bei meiner Verwandtschaft in der damaligen DDR verbracht habe, konnte ich mich mit vielen Punkten, die Anja aus ihren Recherche-Gesprächen mit ostdeutschen Persönlichkeiten, die in dem Buch zu Wort kommen, berichtete, gut identifizieren und ihre Eindrücke so bestätigen. Aber ich bin ja auch stolze Halb-Brandenburgerin 😉 …

IMG_1617Da wir ab 14 Uhr noch zu einem großen Blogger-Treffen von LovelyBooks und Bastei-Lübbe angemeldet waren, hatten wir uns vorab einen Plan gemacht, an welchen Verlagsständen wir auf jeden Fall vorbeischauen wollten. Leider waren in diesem Jahr nicht so viele interessante Lesungen für uns an jenem Samstag, wie im letzten Jahr. Somit schlenderten wir ein wenig durch die sehr vollen Messe-Hallen, besuchten die Verlagsstände der großen Publikumsverlage und informierten uns über deren Neuerscheinungen, auch zwei Rezensionsexemplare konnte ich ergattern.

Um 14 Uhr war es dann soweit: Das Blogger-Treffen, zu dem ich mich mit zwei anderen Bloggerinnen und Partnern verabredet hatte, fand in einem Sitzungsraum im Congress Center statt. Ich haben mich ganz doll gefreut, Cindy vom Blog „Cinderella’s Bücherschloss“ (http://schwarzetraene.de/buecherschloss/) und Nadine von „Agathe’s Bücherwahn“ (http://fortesfortunaadiuvat.blog.de), mit denen ich schon längere Zeit über Facebook so tollen Kontakt habe und mit denen mich noch viel mehr verbindet als die Liebe zu Büchern und Katzen, endlich persönlich zu treffen. Die Beiden haben mir über eine sehr schwere Zeit mit Rat, Tat und offenem Ohr zur Seite gestanden – DANKE, dass ich so wundervolle Menschen wie Euch kenne 🙂

Das Blogger-Treffen startete mit einer tollen Begrüßung durch Karla Paul von LovelyBooks, die auch die ganze Veranstaltung moderierte.

IMG_1618IMG_1619Als erster Programm-Punkt folgte die Vorstellung des Backbuches „Törtchenzeit“ von Sonya Kraus und Jessi Hesseler, das ganz aktuell im Bastei-Lübbe-Verlag erschienen ist. Die Beiden berichteten, woher sie sich kennen, wie ihre Liebe zum Backen und die Idee für dieses – übrigens wunderschön bebilderte – Buch entstanden ist. Jessi Hesseler erzählte von ihrem gleichnamigen Back-Blog, auf dem auch alle Infos zum Buch zu finden sind (http://toertchenzeit.de). Im Anschluss an die Veranstaltung, die mit schätzungsweise ca. 200 Gästen bestens besucht war, gab es zur Verköstigung auch köstliche Cupcakes mit den LovelyBooks-Lettern und Cake-Pops.
Da wir zu Zweit zur Veranstaltung angemeldet waren und somit jeweils zwei Goodie-Bags erhalten haben, die es im Anschluss an die Veranstaltung gab, werde ich demnächst – neben einigen anderen Büchern – auch ein Exemplar von „Törtchenzeit“ auf meinem Blog verlosen – also Augen offen halten und gerne den Blog weiter empfehlen 😉 
Der nächste Programm-Punkt, war dann eine Podiumsdiskussion zum Thema Bloggen, wunderbar moderiert von Karla Paul und den Diskussionsgästen: Tina Pfeifer (Blogger-Betreuerin beim Bastei-Lübbe-Verlag), dem Autor Kai Meyer und einem Blogger und einer Bloggerin, wo interessante Aspekte aufgezeigt wurden.

IMG_1624IMG_1621IMG_1625Zum Schluss wurden dann die besagten, liebevoll zusammengestellten Goodie-Bags ausgehändigt, wobei es jeweils eine von Bastei-Lübbe und eine von LovelyBooks für jeden Teilnehmer der Veranstaltung gab. Außerdem durften endlich die köstlichen Cupcakes und Cakepops probiert werden und es gab noch die Möglichkeit zum regen Austausch der Blogger untereinander – gemeinsam mit den Mitarbeitern von LovelyBooks, Bastei-Lübbe und dem Autor Kai Meyer. Ganz riesig gefreut hat mich auch, dass die Autorin Claudia Toman (alias „Anna Koschka“, Autorin der wundervollen Romane „Naschmarkt“ und „Mohnschnecke“ – letzteres auch hier auf meinem Blog rezensiert) und ihr Freund, der Lektor Philipp Bobrowski, noch auf der Veranstaltung vorbeigeschaut haben. Claudia und Philipp habe ich 2013 auf der Buchmesse schon persönlich kennenlernen dürfen und mich sehr über das Wiedersehen gefreut mit den Beiden. Es gab dann noch die Gelegenheit zu ein paar Messe-Selfies, bevor sich unsere Wege dann leider wieder in unterschiedliche Richtungen trennten. Schade, dass wir uns so selten sehen können und alle so weit auseinander wohnen …

IMG_1626Mein Mann und ich machten uns dann noch auf den Weg in die letzte Messe-Halle, die auf unserem Plan noch fehlte und besuchten dann von 17 bis 18 Uhr noch eine weitere Lesung im taz-Studio – dieses Mal von Heko Werning mit seinem Buch „Im wilden Wedding“ und Klaus Bittermann, dessen Buch den Titel trägt „Alles schick in Berlin-Kreuzberg“ – zwei vor längerer Zeit zugereiste Berliner, die über ihre Wohnbezirke im Veränderungsmodus zwischen Ghetto und Gentrifizierung mit viel Humor berichteten. Das interessiert uns, als Neu-Berliner, natürlich ganz besonders 🙂 …

Bevor wir uns dann auf die Heimfahrt machten, machten wir noch einen kurzen Abstecher ins Presse-Zentrum.
Unser Buchmesse-Tag auf der Leipziger Buchmesse 2014 war wirklich wunderbar und vor Allem auch die Blogger-Veranstaltung von Bastei-Lübbe und LovelyBooks haben dazu beigetragen, dass der Besuch in diesem deutlich entspannter und dennoch spannender war als 2013. Ich hoffe, dass ich künftig die Gelegenheit habe, noch mehr solcher Veranstaltungen besuchen zu können.

Zu Hause wurden dann noch die sämtliche Messe-Mitbringsel wie die Inhalte der Goodie-Bags, Rezensions-Exemplare, Lese-Proben, Postkarten, Lesezeichen, Buttons usw. sortiert.

IMG_1632IMG_1633Auch, wenn ich noch nicht weiß, ob ich auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2014 dabei sein werde, so freue ich mich schon wieder auf die nächste Buchmesse und hoffe, die vielen lieben Menschen wieder zu treffen, die ich jetzt persönlich kennenlernen durfte und hoffe, es kommen noch weitere dazu!

Ich hoffe, dass alle Besucher eine gute Heimfahrt hatten und mit ebenso spannenden Eindrücken wieder nach Hause gefahren sind 🙂

Rezension: Kerstin Klein – „Dumpfbacken“

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Taschenbuch, blanvalet, erschienen: 18.03.2013, 351 Seiten, 8,99€

Autorin:
Der Berufsweg führte die deutsche Autorin Kerstin Klein zunächst in eine ganz andere Richtung, nämlich auf den der Rechtsanwaltsgehilfin. Sie lebte dann ein Jahr in Griechenland und kehrte danach nach Hamburg zurück. Bis zur Geburt ihres Sohnes war sie in einem Fachverlag tätig, danach dann als Journalistin für eine lokale Zeitungsgruppe in der Nordheide. Mit ihrem Mann lebt sie seit 2000 in einem winzigen Dorf zwischen Hamburg und Bremen. Dort ging sie bis vor wenigen der Jahren der Zucht von Pferden und Hängebauchschweinen nach, ebenso wie jetzt ihrer ganz großen Leidenschaft – dem Schreiben. „Dumpfbacken“ ist der 2. Band aus der Reihe um die Chaos-Heldin Alice, der 1. Band aus der Reihe mit dem Titel „Vollmeisen“ ist im März 2012 ebenfalls bei blanvalet erscheinen. Aktuell gibt es aus dieser Reihe bereits den 3. Band mit dem Titel „Knalltüten“, der am 20.01.2014 auch bei blanvalet erschienen ist. Mehr über die Autorin und ein Online-Tagebuch der Heldin Alice (das aber leider nicht auf dem neuesten Stand ist) findet man auf der Homepage der Autorin: http://www.kerstin-klein.com/index.html

Handlung:
Bei der liebenswerten, jedoch mega-chaotischen und leicht schusseligen Alice könnte jetzt lebenstechnisch eigentlich alles im Lot sein: Sie hat mit dem wahnsinnig gut aussehenden Undercover-Polizisten Nick nicht nur den absoluten Traummann an ihrer Seite, sondern auch noch einen Beschützer. Außerdem hat sie einen Job als Immobilienmaklerin beim Makler-Büro „Haus im Glück“ und mit Mimi nicht nur eine tolle Kollegen, sondern auch eine neue beste Freundin gefunden. Eigentlich … – denn Alice schafft es immer wieder, sich durch ihre Naivität in bedrohliche Situationen zu manövrieren und das Böse offenbar magisch anzuziehen und braucht nicht nur einmal Hilfe, die sie aber auch nicht bei ihrer leicht skurrilen Familie finden kann …

Fazit:
Das Cover schaut zwar nett aus, aber so richtig gelungen finde ich es dennoch nicht. Die Assoziation „Dumpfbacken“ zu „Hamsterbacken“ ist die einzige, die ich daraus ziehen kann, außerdem war exakt dieses Cover-Foto bereits auf dem Titel des wenige Monate vor diesem Buch bereits im Ullstein-Verlag erschienen Romans „Zuckerguss“ von Anica Schriever – dort allerdings auf einem pinkfarbenen Hintergrund.
Das Druck- und Schriftbild ist wie bereits im 1. Band sehr angenehm gewählt. Das Buch ist jedoch auch dieses Mal nicht in Kapitel aufgeteilt – was sicherlich eine persönliche Vorliebe ist, denn ich persönlich lese in Kapitel unterteilte Bücher einfach lieber, weil dann auch die Unterbrechungen irgendwie leichter fallen.
Der Schreibstil der Autorin ist wie im ersten Band wieder witzig, spritzig und sehr flüssig, so dass man es recht schnell durchlesen kann und dabei wirklich viel Spaß haben kann. Das Grundgerüst ist das bereits im 1. Band bewährte: Treudoofe, liebenswerte, leicht schusselige und oberflächliche Heldin ruft durch ihre trottelige Art Bösewichte auf den Plan, die sie das ganze Buch über verfolgen. Sie schlittert dadurch von der einen aberwitzigen Situation in die nächste. Ich muss sagen, dass ich persönlich gerade wieder zu Beginn des Buches leichte Probleme damit hatte, dass sich wirklich eine verrückte Situation mit teilweise schon erzwungenen Gags – wie aus einem Maschinengewehr abgefeuert – an die nächste gereiht hat und ich das, obwohl ich humorvolle Bücher liebe, schon zeitweilig ziemlich anstrengend fand und hier weniger manchmal einfach mehr gewesen wäre. Es handelt sich also um keine Geschichte, in die man sich hineinfallen und sich durch die Story sozusagen hindurch tragen lässt. Ich würde es als Klamauk-Krimi mit einer Prise Love-Story bezeichnen. Meine Einstellung zum Buch hat sich während der Zeit, wo ich es gelesen habe, aber ziemlich verändert und ich fand Alice dann auch nicht mehr ganz so nervig wie zu Beginn und habe es nach einer Weile wirklich sehr gerne gelesen und mit Alice in ihrer fast grenzenlosen Naivität ein wenig mitgelitten. Manchmal hätte ich Alice gerne aus der Geschichte hinausgezogen, um sie vor dem nächsten Unglück zu bewahren 😉 – aber man braucht auch tragische Heldinnen …
Wie im ersten Band gibt es von mir, weil die Story mit Situationskomik für mich manchmal wirklich zu überladen ist, ein Pünktchen Abzug und somit 4 von 5 möglichen Punkten.
„Knalltüten“ liegt mir auch schon zur Rezension vor, aber ich werde mich – bis zu meinem nächsten Aufeinandertreffen mit Alice – noch ein wenig von ihr erholen, damit ich mich auf das Wiederlesen freuen kann.

Ein ganz großes Dankeschön an blanvalet, die mir dieses Rezensions-Exemplar freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben 🙂

Rezension: Natalie Tenberg – „Bollywood und Rübenkraut“

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Taschenbuch, Heyne, erschienen 10.06.2013, 224 Seiten, 8,99€

Autorin:
Natalie Tenberg, Jahrgang 1976, ist ehemalige Redakteurin der taz und freie Journalistin und lebt mit Mann und zwei Töchtern in Berlin-Pankow. Geboren und aufgewachsen ist sie in Krefeld, gemeinsam mit ihrer Schwester Gabi, als Töchter einer indischen Mutter und eines niederrheinischen Vaters. Ihr BWL-Studium absolvierte sie im niederländischen Maastricht. Die Familie besuchte immer ca. zwei Mal pro Jahr den indischen Familienzweig, ein Spagat zwischen der niederrheinischen und der quirligen indischen Kultur in Bombay.  Auch heute werden die Kontakte noch durch moderne Kommunikationsmedien wie facebook, What’sApp und regelmäßige Besuche gepflegt.

Handlung:
Ehestifter der Eltern von Natalie Tenberg ist eine deutsche Airline, der es auch zu verdanken ist, dass Natalie und ihre Schwester neben ihrem „normalen“ Leben am Niederrhein regelmäßig ein Stück indische Kultur bei den Großeltern in Bombay miterleben dürfen.  Vom Kennenlernen der Eltern, den kulturellen Eigenheiten in Indien, landestypische Missverständnisse von Indern in Deutschland und Deutschen in Indien, lustige und bewegende Begebenheiten mit unzähligen Verwandten und Nenn-Verwandten, der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens bis hin zur Verbreitung der Bollywood-Kultur in Deutschland – eine Zeitreise von 1970er Jahren bis heute in beide Kulturen gibt es in diesem Buch zu lesen …

Fazit:
Das Titelbild ist – ebenso wie der Titel selbst –  großartig ausgewählt – bunt wie Bollywood – und das Stehen zwischen Niederrhein und der indischen Kultur wird gut und humorvoll veranschaulicht.
Die 224 Seiten des Buches sind in kolumnenartige Kapitel + Epilog und Danksagung unterteilt. Beginnend  beim Kennenlernen der Eltern, der eigenen Kindheit mit zwei vollkommen verschiedenartigen Großmüttern, deren Kennenlernen, bis hin die Jetzt-Zeit und der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung Indiens und der Einzug von Bollywood-Kultur und Chai-Tee in Deutschland 😉
Natalie Tenberg schafft es, trotz der großen Anzahl der erwähnten Familienmitglieder des indischen Clans, dass der Leser nie den Überblick verliert. Die strukturierten Übergänge in den einzelnen Kapiteln, die kolumnenartig erstellt sind, weisen darauf hin, dass hier eine Journalistin am Werk war. Die Beschreibungen sind sehr plastisch, so dass man sich die Begebenheiten und die Familienmitglieder sehr gut bildlich vorstellen kann.
Thematisch war es wirklich mal etwas Anderes, weil man über deutsch-indische (Familien-)Beziehungen sehr wenig lesenswertes Material findet und die Multi-Kulti-Geschichten deutscher Autoren bisher meist von deutsch-türkischen oder deutsch-italienischen (Familien-)Beziehungen handelten.  Obwohl das Buch verhältnismäßig kurz ist, bin ich immer wieder über Schreibfehler gestolpert. Bis über die Hälfte des Buches ist ziemlich sachlich geschrieben, was aber auch daran liegt, dass im ersten Teil auch einige Begebenheiten (z. B. aus Erzählungen der Eltern oder anderen Verwandten) nacherzählt werden, danach wird der Schreibstil witziger und spritziger (ab dem Teil, wo mehr eigene, aktuellere Erlebnisse wiedergegeben sind) – so wie es bei einem Buch mit einem so lustigen Titel auch sein sollte. Sehr gerne würde ich erfahren, wie es mit der indischen Verwandtschaft Natalie Tenberg’s in der aktuellen Generation noch weitergeht.
Ich habe das Buch gerne gelesen, fand die Thematik witzig und spannend und gebe eine 4 Punkte-Leseempfehlung hierfür 🙂