3. Literatur-Salon bei Kerstin Hohlfeld, Gast-Autorin: Micaela Jary

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Am Freitag, 06.12.2013, fand zu Hause bei der Autorin Kerstin Hohlfeld zum 3. Mal in diesem Jahr der „Literatur-Salon“ statt – eine lose Veranstaltungsreihe, zu der Kerstin jedes Mal Autorenkolleginnen und -kollegen einlädt, die dort im Rahmen einer privaten Wohnzimmerlesung ihre aktuellen Werke vorstellen.  Nachdem ich Kerstin Hohlfeld durch unseren persönlichen Kontakt bereits als wunderbaren Menschen kennengelernt habe, stand es für mich außer Frage, dass sie auch eine hervorragende Gastgeberin ist. Da ich erst seit Kurzem in Berlin lebe, war es mir leider zuvor nicht möglich an den beiden vorausgegangenen Veranstaltungen mit den Autorinnen Tanja Wekwerth und Jeanine Krock teilzunehmen, was ich besonders schade finde.

Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, dass ich an dem gestrigen Salon teilnehmen durfte, wo die Autorin Micaela Jary ihren aktuellen Roman „Das Bild der Erinnerung vorstellte. Mit dem Buch habe ich schon länger geliebäugelt und war daher um so dankbarer, es live und von der Autorin herself vorgestellt zu bekommen.

IMG_1338IMG_1337Nachdem sich alle Gäste miteinander bekannt gemacht haben und mit Getränken versorgt waren erfolgte der gemeinschaftliche Umzug in den Salon der wunderschönen Altbau-Wohnung.
Kerstin, als Gastgeberin, begrüßte nochmals alle ganz offiziell, danach bestritt Kerstin’s jüngste Tochter Mia gemeinsam mit einer Freundin das Vorprogramm im Rahmen eines kleinen weihnachtlichen Blockflöten-Konzerts mit kurzen weihnachtlichen Intros. Die Mädels hatten sichtlichen Spaß dabei 🙂

Anschließend begann Micaela Jary mit der eigentlichen Lesung, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Bernd Gabriel hielt, so dass es nicht nur eine einfache Lesung war, sondern ein Live-Hörspiel, wo Micaela Jary sehr temperamentvoll den weiblichen Charakteren Leben einhauchte und Bernd Gabriel mit seiner wunderbar sonoren, dunklen Stimme die männlichen Charaktere vertonte. Mich wundert ja, dass er mit dieser tollen Stimme offenbar noch keine Angebote von Hörbuch-Verlagen oder als Synchron-Sprecher erhalten hat. Ich habe das Buch selbst bisher noch nicht gelesen, da ich es erst gestern nach der Lesung erworben habe. Die Geschichte spielt in unterschiedlichen Zeit-Epochen, beginnend im Berlin Mitte der 40er Jahre, weiter in den 60er Jahren London bis hin in die Gegenwart, dem Jahr 2010 in München. Durch ein altes, zuvor als verschollen gegoltenes Gemälde sind ganz unterschiedliche Personen über diese Epochen hinaus plötzlich auf verschiedenste Weise miteinander verbunden. Unwillkürlich kam mir persönlich da auch die aktuelle Kunst-Affäre um den Sohn des Münchener Kunst-Sammlers Gurlitt, der von seinem Vater tausende Kunst-Werke sogenannter entarteter Kunst, die in den Zeiten des Nationalsozialismus verschwand, offenbar erbte und über Jahrzehnte hortete und versteckt hielt, bis zu dem Zeitpunkt, wo er selbst Geld benötigte und begann, Teile dieser Kunst-Sammlung zu veräußern.
Die Lesung war von der Autorin liebevoll mit einer Musik-Auswahl aus diesen Zeit-Epochen arrangiert worden – hier u. a. mit Stücken der Comedian Harmonists und der Andrew Sisters.
Pünktlich zum Lied „Rum and Coca Cola“ von den Andrew Sisters (http://de.musicplayon.com/play?v=387143) servierten Kerstin und ihr Mann überraschend ihren Gästen selbiges Getränk – eine originelle Idee, die wirklich super angekommen ist 🙂
Da die Lesung in einem Jugendstil-Haus in der Gegend stattfand, wo auch der Großteil des Berliner Parts der Story spielt, hätte man sich kein besseres Ambiente wünschen können. Direkt kam mir die Vorstellung in den Kopf, wie genau diese Lieder schon vor ungefähr 80 Jahren auf Schellack-Platten in solchen Häusern gehört wurden und wie geschichtsträchtig solche Wohnhäuser sind und welche Geschichten sie wohl berichten würden, wenn sie es könnten …
Nach der Lesung berichtete die Autorin noch ein wenig von den nicht einfachen Recherche-Arbeiten, da gerade aus dem Jahr 1946, wo das Buch seinen Anfang hat, wenig Dokumentationsmaterial existierte und sie sich durch das Lesen von Biographien und dem Betrachten alter Fotos oder Dokumente, wie dem Tagebuch einer Nonne, die in einem Hospital, welches auch in dem Buch erwähnt wird, zu jenem Zeitpunkt tätig war, ein eigenes Bild dieser Zeit machen musste. Nach dem Kriegsende 1945 war Deutschland  mit seinem Wiederaufbau mehr oder weniger sich selbst überlassen und stand nicht mehr so sehr im öffentlichen Interesse.
Ich habe mich dann auch sehr gefreut, mir das Buch nach dem Kauf auf der Lesung gleich noch der Autorin selbst signieren lassen zu können.

Nach der Lesung gab es ein köstliches vegetarisches Buffet und Gelegenheit zum Gedankenaustausch unter allen Gästen. Ich persönlich habe mich ganz besonders gefreut, die beiden Stutzke-Mädels Monika und Kerstin – und rekordverdächtigen Viel-Leserinnen 😉 – von dem wirklich tollen, mit viel Liebe zum Detail geführten Blog „Lesendes Katzenpersonal“ (http://lesendes-katzenpersonal.blogspot.de) endlich persönlich kennenzulernen, nachdem wir uns bisher nur virtuell über Facebook kannten. Wir haben nett geplaudert, da uns nicht nur die Liebe zu den Büchern sondern ebenso zu den Katzen verbindet und wir haben uns ganz sicher nicht das letzte Mal auf einer Lesung getroffen. Ein Dankeschön an die Beiden, dafür, dass ich sie kennengelernt habe. Auf dem Blog der beiden Mädels findet Ihr auch nochmal einen ganz ausführlichen Bericht von dieser Lesung mit ganz vielen Fotos – nicht zuletzt auch von Kerstin’s beiden hübschen Norwegischen Waldkatern ❤

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an die Autorin Micaela Jary und ihren Mann Bernd Gabriel für eine tolle Geschichte, die in der Lesung richtig lebendig wurde; an die wunderbare Gastgeberin Kerstin Hohlfeld und ihren Mann für die große Mühe, das tolle vegetarische Essen und das harmonische Ambiente; an Kerstin’s Tochter Mia und ihre Freundin für die musikalische und verbale Weihnachtsdarbietung und an die anderen Gäste einfach dafür, dass man mal wieder neue Leute kennengelernt hat.
Ich freue mich schon auf den 4. Literatur-Salon – dieses Mal dann in einem ganz anderen Genre 😉 …

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2 Kommentare zu “3. Literatur-Salon bei Kerstin Hohlfeld, Gast-Autorin: Micaela Jary

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