Rezension: Marian Keyes – „Mammy Walshs kleines ABC der Walsh-Familie“

Foto-2Fakten:
eBook, Heyne, erschienen 06.05.2013, 94 Seiten, 0,99 €.

Autorin
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Marian Keyes, am 10.09.1963 in Limerick/Irland geboren, gilt seit der Veröffentlichung ihres 1. Romanes „Wassermelone“ im Jahr 1995 – dem 1. Roman über eine der 5 Walsh-Schwestern – als eine der Begründerinnen des Frauenliteratur-Genres „Chick-Lit“ und zählt seither zur Riege der internationalen Beststeller-Autorinnen. Wie ihre Protagonistinnen wuchs sie selbst in Dublin auf. Nach Abbruch ihres Jura-Studiums lebte sie einige Jahre in London, bevor es sie wieder in die irische Heimat zog, wo sie heute auch noch mit ihrem Mann lebt. Es folgten viele weitere, sehr erfolgreiche Frauen-Romane, davon insgesamt noch 4 weitere über die Schwestern aus der Walsh-Familie, in denen die Autorin auch autobiographische Themen wie Alkoholsucht, Depression, Leben mit vielen Geschwistern usw. aufarbeitete. Auch arbeitete sie nicht minder erfolgreich als Kolumnistin für irische Zeitungen und Zeitschriften.

Handlung:
Dieses eBook ist eine sehr kleine Aufzählung der bisherigen Geschehnisse um die Walsh-Schwestern aus Sicht von Mammy Walsh sowie ein Stichwort-Verzeichnis in alphabetischer Reihenfolge mit Dingen, die die Familie Walsh in der Vergangenheit bereits ausgemacht haben und als Einleitung zu Marian Keyes‘ neuestem Band um Helen Walsh, die jüngste der 5 Walsh-Schwestern, mit dem Titel „Glücksfall“ veröffentlicht worden. Das letzte Buch über eine der Walsh-Schwestern wurde bereits 2006 veröffentlicht, so dass man sich mit dem kleinen eBook die Geschichten und die Beteiligten nochmal ins Gedächtnis rufen kann.

Fazit:
Von der Grundidee her finde ich dieses eBook eine glänzende Idee, um sich die Ereignisse in der Familie Walsh mit allen Familien-Mitgliedern zwischen 1995 und 2006 nochmals in Erinnerung zu bringen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich letztlich doch ein wenig enttäuscht war, weil die Nennung von irgendwelchen Stichworten, zu denen auch manchmal nichts wirklich Wissenswertes preisgegeben wurde, überwog. Ich hätte mir eigentlich – nach so langer Abstinenz mit der Walsh-Familie – eher gewünscht, nochmal ein kurzes Portrait jeder einzelnen Walsh-Schwester und deren Geschichte bisher in etwas mehr Ausführlichkeit zu erhalten, um in die neue Geschichte problemlos reinrutschen zu können. Beim Lesen dieses eBooks habe ich mir dann jedoch die bisherigen Veröffentlichungen von Marian Keyes um die Walsh-Schwestern doch immer wieder zur Hand genommen und wieder durchgeblättert. Der Schreibstil – das Ganze ist ja aus der Sicht von Mutter Walsh geschrieben – ist leider ein wenig anstrengend und zu gewollt humorvoll. Eigentlich wollte ich gleich nach der Lektüre dieses eBooks mit „Glücksfall“ starten, habe das aber jetzt noch hinausgezögert und dazwischen noch ein anderes Buch gelesen. Von der Grundidee her ist das Ganze wirklich toll, aber hätte meiner Meinung nach besser umgesetzt werden können. Dieses eBook ersetzt es leider nicht, für Neulinge, die bisher die Walsh-Familie noch nicht so kennen, auf das Lesen der anderen Bücher um die übrigen 4 Walsh-Schwestern zu verzichten. Die Bücher sollten  dann in folgender, chronologischer Reihenfolge gelesen werden: „Wassermelone“ (1995, Claire Walsh); „Rachel im Wunderland“ (Rachel Walsh, 1997), „Auszeit für Engel“ (Maggie Walsh, 2002), „Erdbeemond“ (Anna Walsh, 2006).
Ich gebe hier 3 Punkte von 5 möglichen – da wäre einfach mehr drin gewesen – und hoffe, dass „Glücksfall“ im Vergleich dazu auch wirklich ein Glücksfall beim Lesen ist 🙂

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Rezension: Ben Bergner – „Das Leben ist eine Windmühle – Neues von Frau Antje ihrer Familie“

IMG_1052Fakten:
Paperback, Verlag LangenMüller, erschienen 07.08.2013, 192 Seiten, 12,99€

Autor:
Ben Bergner hat an der Universität zu Köln seinen Magister in den Fächern Geschichte, Politik und Pädagogik abgelegt und sich in den Anfangswirren seines Studiums durch ein ganzes Semester Niederlandistik gequält. Zusammen mit seiner holländischen Frau lebt der dreifache Vater in München. Bergner ist Journalist und freier Autor u. a. für Süddeutsche Zeitung TV. Ende 2014 soll der Film zu Ich heirate Frau Antje ihre Familie“, am 20.01.2012 bereits als Buch erschienen, ins Kino kommen.

Handlung:

Misanthrop Gab arbeitet immer noch daran ein „echter Holländer“ zu werden, auch wenn er von der Großfamilie seiner Frau mittlerweile weitestgehend akzeptiert wird. Die Geburt des 1. Kindes steht an und die kleine Familie wohnt nun in einem typischen niederländischen Stapel-Reihenhaus ohne Gardinen, so dass Gab jetzt nicht nur Anouks „gezellige“ Groß-Familie um sich hat, sondern auch jede Menge noch „gezelligere“ und ziemlich durchgeknallte Nachbarn ertragen muss, die für neue verwicklungsreiche Geschichten sorgen.Während Anouk nun als „Frau Antje“ für die Käse-Industrie arbeitet, ist Gab erstmal Hausmann, weil seine bisherigen Karriere-Versuche nicht gerade von Erfolg gekrönt waren – ebenso, wie das Liebesleben der Beiden nach der Geburt. Ein Masterplan muss her …

Fazit:

Das Buch hat 192 Seiten und hat ein größeres angenehmes Druckbild. Wie bei allen Büchern verhältnismäßig geringer Seitenzahl und dem teureren Paperback-Umschlag (doppelter Taschenbuch-Umschlag) muss ich hier leider mal wieder das Preis-/Leistungsverhältnis des Verlages ein wenig bemängeln. Mir ist zwar mittlerweile bewusst, dass diese Paperback-Ausgaben als Einband gewertet werden und damit größere Chancen haben, auf bestimmten Bestseller-Listen zu landen, aber ich empfinde diese Ausgaben – je nach Umfang – gern auch schon mal als Preis-Betrug am Leser.
Sprachlich ist das Buch einfach gehalten und gut zu lesen – amüsant ist der niederländische Dialekt von Gab’s Frau Anouk. Die Charaktere – vor Allem die neue Nachbarschaft – sind sehr überzeichnet dargestellt und sorgen für Überraschungen. Die Story ist nicht weniger witzig als der 1. Teil und ich hatte auch hier wieder großen Spaß beim Lesen, stellenweise war mir das Buch aber auch ein wenig zu überflutet mit Gags. Das, was im 1. Band noch neu und besonders witzig war, war hier manchmal ein bisschen too much auf die geringe Seitenanzahl gerechnet, auch wenn ich an vielen Stellen wieder herzhaft lachen musste. Für Alle, die den 1. Teil schon mit Freude gelesen haben und wissen wollen, wie es mit Gab, seinem Leben in den Niederlanden und der angeheirateten Familie so weitergeht, sicherlich wieder ein gelungenes, wenn auch kurzes Buch. Von mir gibt es dieses Mal 4 Punkte – die Begeisterung war nicht ganz so groß wie beim 1. Band.