Rezension: Katarina Fischer – „Im Zweifel südwärts“

IMG_1041Fakten:
Taschenbuch, Heyne, erschienen 11.02.2013, 431 Seiten, 8,99€

Autorin:
Katarina Fischer wurde 1982 als Tochter eines Journalisten-Paares in Hamburg geboren. Nach zwei lehrreichen Jahren in London kehrte sie 2006 wieder nach Hamburg zurück, wo sie in einem Apartment in Eppendorf lebt. Sie arbeitet – außer als Autorin – auch als freie Foto-Redakteurin und Gelegenheits-Discjockey. Der Kontakt zu einem Verlag wurde ihr von einem ehemaligen Chef vermittelt, der auf ihr Talent aufmerksam wurde. Ihr Debüt-Roman „Liebe geht anders“ ist, wie die Folge-Bände der „Daphne-Trilogie“: „Jetzt ist bald und nichts ist los“ und „Im Zweifel südwärts“ ebenfalls im Heyne-Verlag erschienen. Der wunderbare Buch-Trailer zu „Im Zweifel südwärts“ ist unter dem folgenden Link: http://www.youtube.com/watch?v=ry6Af8MiBE8 zu finden.

Handlung:
Daphne, mittlerweile Anfang 30, hat nun eigentlich, was sie sich immer gewünscht hat: Einen tollen Freund und eine gemeinsame Wohnung, endlich einen Job, der ihr Spaß macht und einen wunderbaren Freundeskreis. Und irgendwie beschleicht sie dennoch das Gefühl von Unzufriedenheit und Leere, weil sich das alles gar nicht so anfühlt, wie sie es sich immer vorgestellt hat. Im Mädels-Urlaub mit ihrer besten Freundin Betty in einem alten Bus Richtung Süden will sie über ihr Leben sinnieren und sich Klarheit verschaffen. Die sich ständig verändernde Reisegruppe und einige unvorhersehbare Begebenheiten und Abenteuer, machen das aber nicht gerade leicht …

Fazit:
Die Cover-Gestaltung ist absolut passend gewählt und dem Titel angepasst.
Das Buch ist in 22 Kapitel unterteilt + Epilog und persönlichem Schlusswort der Autorin, das Schriftbild normal bis minimal vergrößert und angenehm.
Der Schreibstil der Autorin hat mir auch in ihren ersten beiden Bänden über Daphne und ihr Leben schon sehr zugesagt, weil er lebensnah und authentisch ist, so dass sich jeder Twentysomething bis Fourtysomething (sofern junggeblieben) darin durchaus wieder finden kann.
Der 1. Band, „Liebe geht anders“, hat mir seinerzeit weder besonders gut noch besonders schlecht gefallen, also ich hab ihn eher neutral gesehen. Als ich dann damals gesehen habe, dass es eine Fortsetzung  gibt mit „Jetzt ist bald und nichts ist los“, musste ich die auch unbedingt lesen, weil ich eigentlich immer sehr daran interessiert bin, wie Autoren in Folge-Bänden die Charaktere weiterentwickeln und was ihnen noch so alles für das Leben ihrer Protagonisten einfällt. Der 2. Band hat mich dann total überzeugt und mir wirklich super gefallen, so dass es für mich außer Frage stand, ob ich den 3. Band „Im Zweifel südwärts“ lesen werde oder nicht.
Wie auch in den Bänden zuvor wird Daphne in ihrem Leben mal wieder von Zweifeln geplagt, obwohl sie jetzt eigentlich alles hat, was sie sich immer gewünscht hat: Mit Richard hat sie einen Mann an ihrer Seite, mit dem sie sich sogar eine Wohnung teilt, ihr Job im Antiquitäten-Laden macht ihr Spaß und mit Betty, Lucy und Hannes hat sie tolle Freunde. Dennoch zweifelt sie, ob das, was sie jetzt hat, genau so ist, wie sie es sich immer vorgestellt hat – vor Allem eben ihre Beziehung mit Richard …?!
Auf einem lange geplanten Mädels-Urlaub gen Süden mit ihrer Freundin Betty im maroden Bus ihres gemeinsamen Freundes Sky – wo sich auch kurz vor Abreise noch Freundin Lucy (die ebenfalls so ihre Probleme mit sich herumträgt) hinzugesellt – will Daphne sich endlich Klarheit über ihre Zukunft verschaffen. Alles, was die Mädels an Ballast in Gepäckform zu Hause lassen, wird durch den großen seelischen Ballast mühelos mehr als ausgeglichen.
Die Story ist alles andere als eintönig, weil die immer wieder gezielt eingeflochtenen Nebencharaktere immer wieder neuen Schwung in die Geschichte bringen.
Auch, wenn Daphne selbst ein Mensch ist, der immer zu Selbstzweifeln neigt und Dinge immer wieder in Frage stellt, so kann ich mich sehr gut mit ihr identifizieren. Auch die anderen Charaktere sind sympathisch dargestellt und mit speziellen, unverwechselbaren Charaktereigenschaften versehen.
Insgesamt finde ich die Story – wie auch die anderen beiden Bücher zuvor – sehr authentisch. Das Einzige, was mich an diesem Band ein wenig gestört hat, war die Aneinanderreihung von Zufällen zum Ende hin, die die Geschichte da etwas unglaubwürdig werden lassen. Ansonsten habe ich mich aber bestens unterhalten gefühlt und das Buch mit Freude gelesen.
Ein Road-Movie zum Lesen mit ganz viel Tiefgang …
Daher gebe ich 5 von 5 möglichen Punkten und eine Lese-Empfehlung für die gesamte Daphne-Trilogie 🙂