Rezension: Tanja Wekwerth – „Ein Hummer macht noch keinen Sommer“

IMG_0994Fakten:
Taschenbuch, Goldmann, erschienen 17.06.2013, 285 Seiten, 8,99€

Autorin:
Tanja Wekwerth, geboren 1966 in Berlin, ist ein absolutes Multi-Talent. Obwohl sie schon immer schreiben wollte, studierte sie zunächst Sprachen in Paris, wo sie auch eine ganze Zeit lang als Übersetzerin und Model arbeitete und sich in die Stadt Paris verliebte. Später war sie dann als Stewardess tätig, was ihr nach Beendigung dieser Tätigkeit  ausreichend Stoff für ihren ersten Roman „Emma über den Wolken“ (erschienen 2001) lieferte. Weitere Romane von ihr sind:  „Das Haus der Hebamme“ (2004), „Esthers Garten“ (2006) und „Mitternachtsmädchen“ (2008). Sie gründete eine Familie und schrieb über das turbulente Familienleben mit Mann und drei Kindern 10 Jahre lang eine Kolumne für die Frauenzeitschrift „Laura“, die ebenfalls in Buchform – auf 6 Bände verteilt – erschienen ist. Nicht nur als Autorin beweist sie großes künstlerisches Talent, sondern ebenso als Fotografin und Malerin. Auf lettra.tv über youtube.de sind interessante Buchbesprechungen von ihr zu finden.

Handlung:
Sommer 2010 in Berlin: Es kreuzen sich die Wege von Natalie Schilling, Anfang 40, Single, ist unzufrieden mit ihrem Job als Buchkritikerin im TV und Koch-Kolumnistin, die den schwulen Psychotherapeuten Theodor Silberstadt aufsucht und sich prompt unglücklicherweise in ihn verliebt. Aber auch Theodor ist unglücklich: Auch sein Job bereitet ihm längst keine Freude mehr, Zynismus beherrscht ihn und dann trennt sich nach 25 Jahren auch noch sein Lebensgefährte, der erfolglose und ebenfalls nicht sonderlich glückliche Maler David, von ihm. Auch Theodor’s Mutter Hertha hatte andere Vorstellungen von ihrem Leben, hat sich aber mit Herz und Berliner Schnauze mit ihrem Leben arrangiert. Zu all diesen unzufriedenen Menschen gesellen sich zufällig der Apotheker und Möchtegern-Galerist Rudolf Euter mit seiner Tochter Rosie und dem Mops Feivel und das Leben bekommt für alle Beteiligten in jenem Berliner Sommer noch mal ganz neuen Drive mit glücklichen Wendungen …

Fazit:
Die Cover-Gestaltung hätte für mich persönlich nicht perfekter sein können: pink, Berliner Skyline und ein Mops – besser geht es gar nicht – das würde ich mir sogar im Großformat an die Wand hängen – einfach toll und passend ausgewählt – ich liebe es 🙂
Das Buch ist nicht in Kapitel unterteilt, lässt sich aber mit seinen 285 Seiten doch gut weglesen – ideale Sommerlektüre eben, für Strand, Flieger oder einen relaxten Urlaubstag.
Ich muss zugeben, dass ich mich zu Beginn des Buches etwas schwer tat, mit den ganzen unzufriedenen und unglücklichen Protagonisten „warm zu werden“ – das wollte mir erst nicht so recht gelingen. Manche Reaktionen von Natalie Schilling – z. B. im Hinblick auf ihre Ängste – fand ich sogar ein wenig überzogen. Ich bin jedoch unendlich froh, dass ich mir den Lesespaß, der im weiteren Verlauf des Buches feuerwerksmäßig gesteigert wird, nicht habe vermiesen lassen durch den Anfang. Mit dem Auftauchen der weiteren Protagonisten: Rudolf Euter, seiner Tochter Rosie und dem Mops Feivel geht ein Ruck durch das Buch und die Geschichte macht so richtig glücklich beim Lesen. Klar, ein Mops – egal, ob in Natura oder auf dem Papier – macht mich persönlich ja sowieso schon immer glücklich ;-). Ebenso kehrt das Glück in die Leben der mitwirkenden Charaktere zurück und führt zu einem Happy End für alle Beteiligte, von denen der ein oder andere auf dem Weg dorthin jedoch noch so manches Fettnäpfchen beschreiten muss. Das Ende hat etwas märchenhaftes.
Das Buch ist ein wunderbarer Sommer-Roman, locker und leicht zu lesen, der einfach glücklich macht.
Ganz toll ist auch Idee der Beschreibung von Locations und Sehenswürdigkeiten im Buch, das immer mal wieder einen kleinen Stadtführung (durch meine künftige Heimat) gleicht. Und wer nicht genug davon bekommen kann und sich selbst von den Örtlichkeiten überzeugen will, findet im Anhang zu dieser tollen Story nochmal fast alle Lokale und Läden mit Adressen und Beschreibung aufgelistet.
Danke an Tanja Wekwerth für diesen Lesespaß – 5 Punkte mit Sternchen und absoluter Leseempfehlung gibt es dafür von mir!!!
Hoffentlich folgen weitere tolle Bücher in dieser Art 🙂

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Ein Kommentar zu “Rezension: Tanja Wekwerth – „Ein Hummer macht noch keinen Sommer“

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