Rezension (Kurzgeschichte, eBook): Claudia Toman – „Wunschblüten“

Autorin:
Claudia Toman wurde 1978 in Wien geboren und hat neben ihrer Tätigkeit als Autorin weitere spannende berufliche Herausforderungen wie Regisseurin und Museums-Guide.
Sie ist Katzen-Liebhaberin und lebt mit einem Exemplar dieser bezaubernden Spezies in der Nähe des Wiener Naschmarktes.
Außer unter ihrem eigenen Namen hat sie unter dem Pseudonym „Anna Koschka“ noch den wunderbaren Frauen-Roman „Naschmarkt“ um Dotti’s Mauerblümchen-Club veröffentlicht, wovon bald der 2. Band erscheinen soll.

Handlung:
Die junge Katha, Inhaberin von Katha’s Daten-Ambulanz, wird nach einem sehr langen Arbeitstag hungrig an einem Frühlingsabend auf dem Heimweg wie magisch von einem japanischen Schnell-Restaurant angezogen, das ihr noch niemals zuvor aufgefallen ist. Obwohl ihr sowohl die Bedienung als auch die Umstände ihres Besuchs etwas merkwürdig vorkommen, erscheint  sie am folgenden Abend um die gleiche Zeit wieder dort …
Diese Kurzgeschichte gibt es auch noch zusammen mit 3 anderen jahreszeitlichen Kurzgeschichten in dem eBook „Morgen um dieselbe Zeit: Jahreszeiten-Geschichten“. Kleine Lese-Proben zu den weiteren Kurzgeschichten daraus befinden sich im Anhang zu dieser Kurzgeschichte.

Fazit:
Diese leicht mystische Geschichte ist wunderbar geeignet, um sie zwischen zwei Büchern zu lesen und ein wenig abzuschalten. Die Geschichte regt auch ein wenig zum Nachdenken an.
Man hat beim Lesen die Möglichkeit, selbst zwischen zwei unterschiedlichen Enden auszuwählen – die man, wenn man wie ich drauf ist, alleine schon aus Neugier, beide lesen wird.
5 von 5 möglichen Punkten – einziger Kritikpunkt ist der – offenbar vom Verlag festgesetzte – leider ungewöhnlich hohe Preis.

Rezension: Adena Halpern – „Träum ich?“

Autorin:
Adena Halpern wurde am 08.12.1968 in Philadelphia geboren. Sie studierte Dramatic Writing an der New York City University und Screenwriting am American Film Institute. Sie arbeitet als Journalistin und Kolumnistin und schrieb unter anderem für „Marie Claire“ und die „New York Times“. Adena Halpern lebt mit ihrem Ehemann, dem Drehbuchautor Jonathan Goldstein, und ihrem kleinen Sohn in Los Angeles. In Deutschland wurden neben „Träum ich?“ bisher folgende Bücher im Heyne-Verlag von ihr veröffentlicht: „Die zehn besten Tage meines Lebens“ und „Wünsch Dir was“. Für „Die zehn besten Tage meines Lebens“ und „Wünsch Dir was“ sicherte sich „“20th Century Fox“ die Filmrechte.

Handlung:

Nachdem ihre Mutter und auch ihre Großmutter Lily Burns jahrelang eingetrichtert haben, nur Beziehungen mit mit unattraktiven Männern einzugehen, die sie nicht liebt, verliebt sich Lily nach einer unglücklichen Zeit in den jungen, gut aussehenden und liebenswerten Kinderarzt Gogo Goldblatt und ist erstmals im Leben so richtig happy und schmiedet insgeheim Hochzeitspläne. Um sowohl sie als auch Gogo vor einem großen Unglück zu bewahren, erzählen ihre Mom und ihre Großmutter ihr dann von einem alten Familien-Fluch, der auf dem Glück der Frauen der Burns-Familie und ihren geliebten Partnern haftet. Nachdem Lily mit Gogo durchbrennt und ihn Las Vegas heiratet, bekommt sie den Fluch mit aller Macht in einer Parallelwelt zu spüren und begibt sich auf die Suche, wie sie doch noch glücklich werden kann …


Fazit:

Das Taschenbuch aus dem Heyne-Verlag hat 336 Seiten  und beinhaltet

 24 unterschiedliche lange Kapitel, die aufgrund des großzügigen Druckbildes sehr angenehm zu lesen sind. Für meine Augen war das nach dem Lesen eines eBooks zuvor eine echte Wohltat ;-).
Das Buch ist bereits im Dezember 2011 erschienen, aber ich habe es bewusst so lange auf dem SuB zurückgehalten, weil leider immer noch kein neues Buch von Adena Halpern in Sicht ist, die derzeit hauptberuflich Mutter eines kleinen Sohns ist. Ich habe die beiden anderen Bücher von Adena Halpern auch mit Begeisterung gelesen und somit war dieses Buch natürlich auch wieder Pflicht.
Obwohl ich persönlich wirklich absolut gar nichts mit Esoterik, Übersinnlichem oder gar Märchen anfangen kann, haben alle Bücher von ihr genau aus diesen Bereichen etwas – und es hat mich überraschenderweise immer wieder gefangen genommen – auch wenn das Hauptgenre sicherlich „amüsanter Frauenroman“ ist.
Adena Halpern beherrscht es perfekt, vermeintlich traurige Themen wie Tod, Altern oder Flüche bzw. Verlust mit liebenswerten Charakteren in wunderbare, bezaubernde Geschichten zu verpacken.
Alle 3 Bücher von ihr haben mir bisher sehr gut gefallen. Bei „Die zehn besten Tage meines Lebens“ habe ich mir gedacht, dass sich niemand Sorgen machen muss, wenn es einem nach dem Tod tatsächlich so geht 🙂
Bei „Träum ich?“ gebe ich allerdings 1 Punkt Abzug von der vollen Punkt-Zahl, weil mir das Ende etwas zu plötzlich konstruiert erschien und zuviel in die letzten Seiten hineingepackt wurde, vor Allem auch sehr nebensächliche Charaktere, deren Kurz-Biographie ich mir durch Herumblättern erst nochmal ins Gedächtnis holen musste – das machte die Handlung zum Ende hin meiner Meinung etwas unübersichtlich. An Lily’s Stelle hätte mich am Ende natürlich auch sehr neugierig gemacht, wie sich die Parallelwelt stattdessen entwickelt hat …
Insgesamt wieder eine absolut zauberhafte, typisch amerikanische Story, die ich vorbehaltlos allen Leserinnen, die – wie ich – so etwas gerne lesen, empfehlen kann :-).
4 von 5 möglichen Punkten gebe ich dafür 🙂

Rezensionen an sich ….

Das Thema „Rezensionen an sich …“ wird, glaube ich, in jedem Literatur-Blog immer mal wieder gerne aufgenommen.
Auf der facebook-Seite irgendeines Blogs habe ich neulich die Diskussion mitbekommen, woran man angeblich die perfekte Rezension erkennt und dass diejenigen, die kurze Rezensionen verfassen, sich angeblich nicht ausreichend mit dem Buch auseinandersetzen und sich keine Mühe geben, und dass ja keiner sowas lesen will …
Ich musste doch sehr schmunzeln, wie unterschiedlich diesbezüglich Meinungen sein können 😉

Denn ich selbst habe mich nämlich für meinen Teil dafür entschieden, Rezensionen möglichst kurz zu halten und habe dafür auch meine Gründe – genauso, wie sicher viele andere ihre Gründe haben, anders vorzugehen.

Grundsätzlich schreibe ich Rezensionen immer direkt, nachdem ich ein Buch oder eine Kurzgeschichte ausgelesen habe, weil mir dann die Story noch immer präsent genug ist.
Da ich keine Ultra-Schnell- oder -Viel-Leserin bin, lese ich nie zeitgleich mehrere Bücher, weil ich selbst da sonst nicht ausreichend in die Story abtauchen kann und einem Buch dann auch nicht so viel ungeteilte Aufmerksamkeit schenken kann, wie es die Bemühungen des Autors wohl verdient hätten. Da ich leider nicht so extrem schnell lese, lese und rezensiere ich auch ausschließlich Bücher, die ich mir selbst aussuche bzw., die auf meiner Wunschliste stehen. Das erspart sowohl mir – vielleicht Genres lesen zu müssen, die mir nicht so liegen – als auch Autor oder Verlag evtl. Unannehmlichkeiten, weil sie sich etwas anderes erhofft hatten.

Meine Rezensionen bestehen aus kurzem Autoren-Porträt (nicht unbedingt ein Muss), einer kurzen Inhaltsbeschreibung und meinem persönlichen Fazit.
Sowohl Inhaltsbeschreibung als auch persönliches Fazit halte ich immer relativ kurz, weil ich dem Leser der Rezension nicht zuviel des Buches vorweg nehmen möchte, denn derjenige will und soll das Buch natürlich noch selbst lesen. Ich habe mich schon sehr oft darüber geärgert, in Rezensionen reingeschaut zu haben, die nahezu die ganze Story inkl. irgendwelcher Pointen sowie dem Schluss eines Buches in epischer Breite als Nacherzählung wiedergegeben haben. Ich finde das immer sehr schade und bin selbst der Meinung, dass das der Arbeit, die Autor/in beim Schreiben und Veröffentlichen ihres Buches aufgewandt hat, zu wenig Respekt entgegen bringt. Wenn man die ganze Story schon vorab durch die Rezension kennt, nimmt man dem Autor doch möglicherweise eher einen Leser, anstatt ihm einen neuen zu bescheren. Dennoch finde ich es wichtig, wenn der Leser in eigenen Worten kurz wiedergibt, wie er den Inhalt des Buches aufgefasst hat, weil ein Klappentext ja auch schon mal gerne eine ganz andere Aussagekraft hat.
Beim persönlichen Fazit einer Rezension, will ich jetzt eigentlich gar nicht detailliert wissen, was auf S. 123 im 5. Absatz Bewegendes passiert ist, sondern eigentlich einfach nur, was dem Rezensenten insgesamt gefallen hat (z. B., ob die Protagonisten sympathisch waren, man der Story folgen konnte usw.) und wenn ihm etwas nicht gefallen hat, warum das der Fall war.

Ich denke, jeder hat seine Gründe, wie er Bücher rezensiert und man sollte jedem Rezensent für den Aufwand, den er betreibt – egal, wie eine Rezension aussieht (Hauptsache, sie entspricht dem eigenen Eindruck und ist nirgendwo kopiert worden) – entsprechend Respekt zollen.

Mich würde aber hier auch speziell einmal die Meinung von Autorinnen und Autoren interessieren:
Wie sind Euch Rezensionen, von einer guten Bewertung Eures Werkes mal abgesehen, am liebsten?
Was und wieviel sollte enthalten sein von Eurem Buch und was lieber nicht?

Ich würde mich sehr über eine angeregte Diskussion freuen!

Rezension: Nancy Salchow – „Doppelkinnbonus“ (eBook)

Autorin:
Nancy Salchow, Jahrgang 1981, geboren und beheimatet an der wunderschönen Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, hat – wie die meisten anderen Autorinnen und Autoren – schon als Kind gerne geschrieben. Zunächst hat sie Songtexte für eigene und Musikprojekte anderer geschrieben, bevor sie sich dann ab Ende 2010 hauptsächlich dem Schreiben von Romanen gewidmet hat und mit ihren Geschichten sehr erfolgreich an Schreibwettbewerben teilgenommen hat. Seit September 2011 sind mehrere Bücher von ihr als eBooks bei neobooks / Droemer Knaur erschienen, die die ebook-Charts im Sturm eroberten – ebenso wie die von ihr im Self-Publishing verlegten eBooks.

Handlung:
Die fast 30jährige Romy könnte eigentlich nicht glücklicher sein: Nachdem sie ihren Traummann, den Gastronomen Alexander, kennengelernt hat, gelangt sie nach vielen Jahren mit „Rubens-Engel“-Figur nun auch plötzlich innerhalb kurzer Zeit wie von selbst zur schlanken Traumfigur. Wäre da nicht die Äußerung von Alexander, dass er sie mit weiblichen Kurven irgendwie attraktiver fand, die für eine Menge Verwicklungen und Unmut sorgt …

Fazit:
Ich habe diesen Kurz-Roman (geschätzte Seiten einer Print-Ausgabe lt. amazon.de: 135) auf der Kindle-Version meines iPad-Mini gelesen – dies war mein 1. längeres eBook in meiner kurzen Karriere des elektronischen Lesens. Der Preis von 0,99 € ist einfach unschlagbar.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flott und das eBook lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Man findet sich schnell in die Story ein und kann die Geschichte mitleben – was mir persönlich immer sehr wichtig ist.
An manchen Stellen fand ich jedoch, dass die Handlung etwas überstürzt wurde und vielleicht etwas ausbaufähiger gewesen wäre.
Die Protagonisten waren in Ordnung, jedoch nicht so dargestellt, dass ich mir vorstellen könnte, noch eine Fortsetzung mit ihnen lesen zu wollen, weil man auch das Gefühl hatte, die Geschichte ist „auserzählt“.
Ein typische Frauen-Story, sehr nett geschrieben und ich habe mich gut unterhalten gefühlt und bestimmt nicht zum letzten Mal etwas von Nancy Salchow gelesen.
Das Buch bietet alles, was man sich für einen Frauen-Roman wünscht: Romantik, Humor, Nachdenklichkeit – glatte 4,0 Punkte von 5 möglichen.