Rezension: Anica Schriever – „Zuckerguss“

Autorin:
Anica Schriever, Jahrgang 1983, geboren und aufgewachsen in Wismar, wollte bereits mit 14 Jahren Autorin werden. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte in Hannover und lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt Wismar, wo sie an weiteren Romanen arbeitet.


Handlung:
Miriam, Ende 20, hat 5 Jahre zuvor im Streit mit ihrem Vater, dessen Bäckerei sie nicht übernehmen wollte, ihre Heimatstadt Wismar verlassen und ist zum Studium nach Hannover gezogen. Nach Abbruch einer Ausbildung zur Bäckerin sowie einem abgebrochenem BWL-Studium galt sie immer als das schwarze Schaf der Familie.
Ausgerechnet ihre – als Anwältin erfolgreiche – ältere Schwester Eva überredet sie, anlässlich der Feier zum 55. Geburtstag ihrer Mutter nach Wismar zurückzukehren und gleichzeitig die Chance wahrzunehmen, sich mit dem Vater auszusprechen. Da Miriam ihrer Familie fälschlicherweise in dem Glauben gelassen hat, sie habe zwischenzeitlich erfolgreich Karriere gemacht, anstatt – wie in der Realität – weiterhin Germanistik und Soziologie zu studieren – und einen Freund an ihrer Seite zu haben, der sie zur Geburtstagsfeier der Mutter begleitet (den es aber ebenso wenig gibt, wie die erfolgreiche Karriere), gerät sie in Erklärungsnot. Damit sie wenigstens mit einem Freund aufwarten kann, um somit lästigen Fragen der Verwandtschaft zu entgehen, engagiert kurzfristig den attraktiven Fotografen David Vahrenberg, eine Zufallsbekanntschaft, quasi von der Straße weg als ihren vermeintlichen Freund. Dieses Arrangement sorgt somit für eine Menge – natürlich nicht unromantischer – Verwicklungen und stellt Miriam’s Leben vollkommen auf den Kopf und lenkt es in neue Bahnen, was sie aber leider fast zu spät erst einsieht …

Fazit:

Bei dem Buch handelt es sich um 367 starkes Taschenbuch mit ansprechendem, pinkfarbenem Cover – ein typisches „Mädchen“-Buch eben 😉 …
Sehr gut an dem Buch hat mir gefallen, dass es mit Wismar endlich mal einen anderen, eher unbekannten Handlungsort hatte, was das Lesen des Buches noch zusätzlich attraktiv und interessant gemacht hat. Meiner Meinung nach spielen ca. 75% aller deutschen Frauen-Romane mittlerweile in Hamburg (übrigens meine zweitliebste Stadt in Deutschland, nach Berlin) und ich habe mich sehr gefreut, auf diese Weise mal etwas über eine Stadt zu lesen, in der ich zudem auch selbst schon mal war. Ich finde sowieso, dass viel zu wenig Bücher in ostdeutschen Städten ihren Handlungsort haben.

Der Schreibstil ist angenehm flott und aus dem Leben gegriffen. Die Autorin legt großen Wert auf Sprachwitz, Situationskomik und Rechtschreibung. Die Handlung ist perfekt arrangiert und strukturiert. Ich hatte beim Lesen sehr viel Spaß und habe mich ungern wieder von der Handlung getrennt.
Einen kleinen Punktabzug gibt es von mir lediglich, weil sich die Protagonistin mit ihrem Verhalten etwas langatmig im Kreis bewegt hat, was ich gerade zum Ende des Buches hin etwas anstrengend fand.
4 von 5 möglichen Punkten und eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung für Alle, die lustige und romantische Frauen-Romane mögen.
Anica Schriever hat mit diesem Buch ein wunderbares Debüt vorgelegt, das neugierig macht und Vorfreude weckt auf ihre zukünftigen Romane. Ich freue mich auf jeden Fall, hoffentlich schon bald wieder etwas Neues von ihr zu lesen und danke für so viel Lesespaß bei diesem ersten Buch von ihr.

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