Rezension (Lese-Proben, eBook): Nancy Salchow – „Nancys Lese-Peanuts“

Autorin:
Nancy Salchow, Jahrgang 1981, geboren und beheimatet an der wunderschönen Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, hat – wie die meisten anderen Autorinnen und Autoren – schon als Kind gerne geschrieben. Zunächst hat sie Songtexte für eigene und Musikprojekte anderer geschrieben, bevor sie sich dann ab Ende 2010 hauptsächlich dem Schreiben von Romanen gewidmet hat und mit ihren Geschichten sehr erfolgreich an Schreibwettbewerben teilgenommen hat. Seit September 2011 sind mehrere Bücher von ihr als eBooks bei neobooks / Droemer Knaur erschienen, die die ebook-Charts im Sturm eroberten – ebenso wie die von ihr im Self-Publishing verlegten eBooks.

Handlung:
Dieses Gratis-eBook enthält Lese-Proben von – meiner Meinung nach – recht unterschiedlichen Romanen von Nancy Salchow:
„Das Glück im Augenwinkel“, „Herzliche Restgrüße“ und „Doppelkinnbonus“.
Auf die einzelnen Handlungen möchte ich hier nicht eingehen, da sich interessierte Leser/innen, diese Lese-Proben auf jeden Fall selbst downloaden und lesen sollten.

Fazit:
Alleine die Idee, Gratis-Leseproben von eBooks zur Verfügung zu stellen, finde ich eine glänzende Marketing-Idee der Autorin, die viel häufiger ein Beispiel sein sollte.
Nancy Salchow bezweckt mit der Idee, laut eigener Beschreibung, Leser/in mit diesen Lese-Peanuts „anzufüttern“, was ihr in meinem Falle auch glänzend gelungen ist, da ich derzeit „Doppelkinnbonus“ als vollständiges eBook lese. Der Inhalt der Leseproben ist so ausgewählt, dass man Lust bekommt, diese Geschichten auch weiter zu lesen und gespannt auf die weitere Entwicklung zu sein.
Von mir bekommt diese tolle Idee 5 von 5 möglichen Punkten, in der Hoffnung, dass andere Autorinnen und Autoren, diesem Beispiel folgen.

Rezension (Kurzgeschichte, eBook): Leo Schneeschuh – „Aus dem Leben eines ausgebufften Stubentigers – Der etwas andere Katzenratgeber: Von einer Katze für Katzen“

Autor:
Leo Schneeschuh ist ein wunderhübscher Langhaar-Kater und berichtet aus seiner Sicht über die Erziehung von Menschen 🙂
Er hat auch eine eigene facebook-Seite.

Handlung:
Der Stubentiger Leo Schneeschuh gibt aus seiner Sicht – also der eines erfahrenen Katers – anderen Hauskatzen Tipps, wie sie ihre Menschen richtig erziehen und sich in den gängigsten Situationen, denen eine Katze im Leben gegenübersteht, am besten verhalten – natürlich immer zum eigenen Wohle.

Fazit:
Da ich erst seit Kurzem auch eBooks lese, bin ich immer dankbar für günstigen oder Gratis-Lesestoff für den Reader und so bin ich auch an diese Geschichte gekommen.
Die Beschreibung der Geschichte hat mich als langjährige Katzenbesitzerin direkt angesprochen, bot mir aber keine neuen Erkenntnisse – Katzen denken offenbar doch alle ziemlich ähnlich.
Der Ratgeber ist ganz nett runtergeschrieben, liest sich aber im Ganzen lediglich wie eine Leseprobe oder ein Referat, die nach mehr Ausführlichkeit schreit und auch das ein oder andere Thema, das Katzen- und Katzenbesitzer beschäftigt, leider gänzlich ausgelassen hat.
Insgesamt gebe ich 3 von 5 möglichen Punkten – die Idee war wirklich nett, hätte aber meiner Meinung nach sicherlich mehr Stoff – vielleicht auch mit einer größeren Portion Humor – hergegeben.

Rezension: Fanny Wagner – „George Clooney, Tante Renate und ich“

Autorin:
Fanny Wagner ist ein Pseudonym der Autorin Hermien Stellmacher, die 1959 in Leiden/Niederlade geboren wurde und seit 1974 in Deutschland lebt. Sie studierte in Würzburg Grafik-Design mit Diplom und ist bisher hauptsächlich als Illustratorin und Autorin von Kinder- und Jugendbüchern in Erscheinung getreten. Mit Mann und Katzen lebt sie in der Nähe von Bayreuth.


Handlung:

Die 34jährige Eva hat immer wieder Pech mit Männern und lebt zusammen mit ihren Freundinnen Antonia und Bettina in einer WG, in die auch Eva’s 59jährige Tante Renate nach einem Wasserrohrbruch als Gast aufgenommen wird. Die rüstige Tante Renate hat den Glauben an die große Liebe noch nicht verloren und geht im Internet auf der Suche nach Männerbekanntschaften. Eva hingegen begegnet im Treppenhaus einem geheimnisvollen Fremden, der aussieht wie eine jüngere Ausgabe von George Clooney und belegt seinetwegen sogar einen teuren Atmungskurs in der zwielichtigen Esoterik-Schule in ihrem Haus, um ihn wiederzusehen.

Die Handlung nimmt eine turbulente Wendung, weil zwei überraschende Erzählstränge aus einem weiteren Genre, die man zunächst für nebensächlich hält, geschickt mit der Hauptstory verflochten werden und zum erwarteten Happy-End beitragen. Ich möchte jedoch nicht allzu viel von der Handlung vorweg nehmen, weil die Leser/innen sich selbst an der Geschichte erfreuen sollen.


Fazit:

Das Taschenbuch hat 288 Seiten – für mich eine ideale Lese-Länge –

und ist in 17 Kapitel, ebenfalls nicht zu kurz oder zu lang – aufgeteilt. Das Schriftbild ist sehr angenehm. Der Schreibstil leicht und flüssig, so dass man das Buch locker weglesen kann. Die Story ist zwar zumindest teilweise vorhersehbar, jedoch werden Leser/innen überrascht, von einer Wendung in der Geschichte aus einem weiteren Genre, die humorvoll in die Hauptstory einfließt, was mir besonders gut gefallen hat. Während der ganzen Geschichte kommt nie Langeweile auf, weil die Autorin durch ihren die Geschichte führenden und witzigen Erzählstil die Leser/innen zu fesseln weiß.
Einen ganz kleinen Punktabzug gibt es von mir, weil ich mindestens 2x zurückschlagen musste, weil auf einmal Nebencharaktere auftauchten, an die ich mich nicht erinnern konnte, weil sie meiner Meinung nach nur zu kurz und wenig einprägsam erwähnt wurden. Schade fand ich auch, dass nirgendwo erwähnt war – es sei denn, ich habe es möglicherweise selbst irgendwie übersehen – wo die Geschichte spielt und man selbst durch Hinweise auf bestimmte Straßen und Örtlichkeiten darauf kam, dass der Handlungsort München sein muss.
Insgesamt ein tolles Debüt von Fanny Wagner im Genre „Frauenromane“, das viel Spaß beim Lesen bietet und uneingeschränkt von mir weiterempfohlen wird und Vorfreude auf weitere Bücher von ihr macht.
4 von 5 möglichen Punkten gibt es von mir 🙂

Das gedruckte – und illustrierte ;-) – Wort

20130117-182010.jpgIch bin mir ganz sicher, dass fast alle Leser von Büchern nicht nur Bücher lieben, sondern – wie ich jedenfalls – das gedruckte Wort im Allgemeinen 🙂
Und ganz toll ist es natürlich, wenn die Worte nicht nur gedruckt sind, sondern begleitet von Fotos oder Illustrationen – wie es eben bei Zeitschriften der Fall ist.
Meine Leidenschaft für’s Lesen lag eigentlich von jeher nicht nur beim Lesen von Büchern, sondern ebenso – seit frühester Kindheit – beim Lesen von Zeitschriften.
Zielgruppe, Anspruch und Inhalt der Zeitschriften haben sich jedoch im Laufe des Lebens natürlich (traurig, wenn es nicht so wäre 😉 …)  immer wieder verändert.

In der frühen Kindheit waren es noch Comic-Zeitschriften wie „Bussi Bär“, „Yps“, „Micky Maus“ bzw. „Disney’s Lustige Taschenbücher“,“Sport Billy“, „Pif-Pocket“ (ein Ableger von „Yps“), Rätsel-Hefte wie „Rate Mal“ oder Wissens-Magazine für Kinder wie „Stafette“ oder die Kinder-Fernsehzeitung „Siehste“ (ein Ableger der Hörzu).

In der frühen Jugend kamen dann Mädchen-Comics wie z. B. „Biggi“ aus dem Bastei-Verlag hinzu. Wenn ich mir heute die Cover dieser Hefte anschaue, dann würde man es wahrscheinlich heute fast in die Kategorie „Manga“ schieben. Beispiele gefällig: http://www.google.de/search?q=Biggi+Comic&hl=de&tbo=u&tbm=isch&source=univ&sa=X&ei=Drv6UKjTPNGR0QWaw4DgDA&ved=0CEAQsAQ&biw=1678&bih=827.
Genau diesem Magazin, in dem neben der Comic-Story auch immer Tipps hinsichtlich Styling, Kosmetik, Kreativität usw. für Mädels waren, habe ich seit Ende 1985 – als sich mein Dasein als Nena-Fan damals langsam dem Ende zuneigte und ich meine ganze Sammlung loswerden wollte, was ich dort inserierte – eine ganz bezaubernde Freundschaft in Österreich zu verdanken, die bis heute anhält; zunächst ganz lange als Brieffreundschaft, dann als Mail-Freundschaft (was uns die Möglichkeit gegeben hat, immer gegenseitig auf dem aktuellsten Stand unserer beider Leben zu sein) und natürlich haben wir uns auch persönlich kennengelernt. Auf diese langjährige Freundschaft sind wir Beide wirklich sehr stolz – Danke Sue :-).
Zum gleichen Zeitpunkt haben da natürlich auch Zeitschriften wie „Bravo“, „Pop Rocky“, „Popcorn“, „Musik-Express Sounds“ usw. eine große Rolle in meinem Lese-Leben gespielt, da uns Jugendlichen vor Allem solche Magazine auch ermöglicht haben, eine Popstar-Fankultur zu entwickeln. Ab und zu, wenn es um besondere Filme ging, wurde auch schon mal die „Cinema“ gekauft.
Zeitschriften wie „Bravo Girl“ und „Mädchen“ waren damals auch enorm wichtig für mich.
Wenn ich Gelegenheit hatte, an Zeitschriften aus Großbritannien zu kommen, habe ich mich immer sehr über „Just Seventeen“ und „Smash Hits“ gefreut.
Dann gab es natürlich auch noch sowas wie die „Teen Vogue“ oder „Young Miss“.

Später, als Eishockey mein Hobby wurde, wurden jede Menge Eishockey-Zeitschriften gekauft – angefangen hat damals alles mit dem „Sport-Kurier“.
Als wir unseren Kater bekamen, kamen dann unterschiedliche Katzen-Magazine wie „Geliebte Katze“, „Our Cats“ usw. dazu.
Auch Koch-Magazine fand ich schon immer interessant und die werden auch heute noch ab und zu von mir gekauft.
Früher habe ich auch immer mal wieder die „Freundin“, „Für Sie“, „Journal für die Frau“ (gibt es leider nicht mehr) oder die „Brigitte“ gekauft.

Irgendwann – ich weiß gar nicht mehr wann – brauchte ich dann meine regelmäßige Dosis Glamour.
Zeitschriften wie „Bunte“ oder „Gala“, die ich mir früher irgendwann in Ermangelung günstigerer Publikationen mit ähnlichem Inhalt, auch schon mal gegönnt habe, werden jetzt vornehmlich beim Arzt oder Friseur gelesen – für die Mode, Kosmetik, Reisen usw. darin, bin ich leider nicht so ganz die passende Zielgruppe :-(. Die legendäre „Birkin Bag“ von Hermès, die neu soviel kostet wie ein Kleinwagen, und in solchen Zeitschriften gerne mal beworben wird, wird ganz sicher immer ein Traum für mich bleiben müssen 😦 …
Seit einigen Jahren gibt es glücklicherweise Verlage, die solche ähnlichen Magazine – zwar nicht ganz glamourös wie die vorgenannten – für Menschen aus dem normalen Leben herausgeben: „In“, „OK“, „Closer“, „InTouch“ – aus diesen Zeitschriften habe ich schon gute Tipps hinsichtlich Klamotten, Bücher, Kochen, Kosmetik mitgenommen. Die „Life & Style“ wurde leider wieder eingestellt – die fand ich eigentlich noch besser.
Gerne habe ich auch solche Stadtmagazine wie „Prinz Köln“ gelesen, weil dort immer ganz tolle Restaurant-Tipps drin standen, aber auch die wurde leider zum Jahresende 2012 als Print-Ausgabe eingestellt. Gerade von den Stadtmagazinen erscheinen 1x jährlich Sonderausgaben mit Ausgehtipps (Restaurants, Bars, etc.), die auch zu den Veröffentlichungen gehören, die jährlich den Weg in unseren Haushalt finden.

Folgende Frauenzeitschriften lese ich derzeit regelmäßig: „Myself“, „Maxi“, „Petra“ – und zwar daher besonders gerne, weil es diese Hefte immer in einer Pocket-Ausgabe gibt und mir natürlich der Inhalt weitestgehend zusagt 🙂
Bei der „Für Sie“ finde ich es schade, dass die leider nur in den Sommermonaten (also während der Hauptreisezeit) als Pocket-Exemplar erscheint, sonst würde ich die sicher auch öfter mal kaufen.
Die „Myself“ ist irgendwie meine Lieblingszeitschrift geworden, weil ich die Berichte und die Aufmachung sehr mag – die habe ich vor einigen Jahren zufällig am Flughafen entdeckt und war von Anfang an begeistert.  Außerdem mag ich sehr das REWE-Magazin „Laviva“.
Kochzeitschriften kaufe ich keine regelmäßig – in den letzten 2 Monaten lediglich die „Jamie“ (Jamie Oliver’s Kochmagazin).
Da ich nach wie vor Kreuzworträtsel liebe (das habe ich von meinem Vater geerbt), kaufe ich mir auch alle paar Monate zum Zeitvertreib für die Mittagspause oder wenn ich krank bin oder für den Urlaub eine Rätsel-Zeitschrift. Da ich sozusagen „Zahlen-Legastheniker“ bin (also heutzutage würde man sagen, ich hätte „Dyskalkulie) gehören „Sudoku“ nicht dazu 😉 …

Insgesamt muss ich sagen, dass ich zu den Zeitschriften-Lesern gehöre, die bei den Händlern wahrscheinlich eher nicht so gern gesehen sind: Bevor ich Zeitschriften kaufe, nehme ich vorher oft einen Blick ins Inhaltsverzeichnis (z. B. bei der „Glamour“, „Joy“, „Jolie“, „Freundin“, „Brigitte“, „Für Sie“ – hier bevorzugt auf Bücher-Tipps, Kolumnen (die für mich zu einer guten Zeitschrift absolut dazu gehören – ich bin großer Fan von Kolumnen unterschiedlichster Art), Kochrezepte, Reisetipps) und wenn mir etwas aus dem Inhalt zusagt, kaufe ich die Zeitschrift auch sehr gerne ;-).
Erfreulich finde ich aber auch Gratis-Zeitschriften wie das dm-Magazin „Alverde“ oder Apotheken-Zeitschriften 😉

Wichtig sind mir aber auch Tageszeitungen. Den „Kölner Stadt-Anzeiger“ haben wir im täglichen Abo und auch die „Welt am Sonntag“ gehört fest zur Wochenend-Lektüre – alles andere wird online gelesen. Aber ich finde die Lektüre von Tageszeitungen gerade für die Allgemeinbildung sehr wichtig.

So, das war mein Lese-Outing der anderen Art und hoffe mal, niemanden geschockt zu haben, was ich so alles gerne lese 😉

Rezension (Kurzgeschichte, eBook): Gerritje Krieger – „Irezumi: Eine Tattoo-Geschichte“

Autorin:
Gerritje Krieger kam 1971 im Rheinland zur Welt. Ihre Leidenschaft für Bücher und das Schreiben entdeckte sie schon sehr früh und verfasste schon damals eigene Geschichten. Sie studierte nach dem Abitur Afrikanistik, Politik und Pädagogik und verbrachte damals auch mehrere Monate in Ostafrika. Die Liebe zum Schreiben setzte sich zu diesem Zeitpunkt auch beruflich durch: Parallel zum Studium arbeitete sie als Autorin für Fernsehen und Zeitungen. Sie lebt heute als freie Autorin und Journalistin im Bergischen Land und widmet sich derzeit der Arbeit an einem Roman und der hinreißenden Online-Kolumne von ihrem Mops Eddie.

Handlung:
Caroline Trübfahl ist Journalistin und Gerichtsreporterin und hat endlich einen Interview-Termin mit dem Richter Adrian von Thun.
Durch ein „Missgeschick“ seinerseits während des Interviews kommt sie einem Geheimnis von ihm auf die Spur, das sie gleichzeitig mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, der sie sich stellen muss.

Fazit:
Auf diese Kurzgeschichte bin ich aufmerksam und neugierig geworden durch eine Lese-Probe im Anhang zu „The Jazz Funeral: Eine Kurzgeschichte aus New Orleans“ von Gerritje Krieger. Für mich stand direkt fest, dass ich zur Überbrückung bis zum Erscheinen ihres Romanes diese Geschichte auf jeden Fall auch noch lesen werde.
Der Zusatz im Titel „Eine Tattoo-Geschichte“ lässt zunächst eine andere Handlung vermuten und der/die Leser/in wird sicherlich überrascht, von der sehr einfühlsamen Geschichte, in der die Autorin wieder ihr Interesse und ihre Kenntnisse an fremden Orten und Kulturen zeigt.
Bereits nach wenigen Sätzen ist man als Leser/in gefesselt von der Story. Auch in dieser Geschichte gelingt es der Autorin wieder, Leser/in plastisch an Handlungsorte und Protagonisten heranzuführen. Schade, dass es nur eine Kurzgeschichte ist, denn sie gibt beim Lesen der Fantasie viel Spielraum, sich mit der Vergangenheit und Zukunft der Protagonisten aber vielleicht auch ähnlichen Ereignissen im eigenen Leben zu befassen.
5 von 5 möglichen Punkten in Vorfreude auf den angekündigten Roman – oder aber vielleicht auch gerne noch weitere schöne Kurzgeschichten der Autorin 🙂

Rezension: Anica Schriever – „Zuckerguss“

Autorin:
Anica Schriever, Jahrgang 1983, geboren und aufgewachsen in Wismar, wollte bereits mit 14 Jahren Autorin werden. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Geschichte in Hannover und lebt heute wieder in ihrer Heimatstadt Wismar, wo sie an weiteren Romanen arbeitet.


Handlung:
Miriam, Ende 20, hat 5 Jahre zuvor im Streit mit ihrem Vater, dessen Bäckerei sie nicht übernehmen wollte, ihre Heimatstadt Wismar verlassen und ist zum Studium nach Hannover gezogen. Nach Abbruch einer Ausbildung zur Bäckerin sowie einem abgebrochenem BWL-Studium galt sie immer als das schwarze Schaf der Familie.
Ausgerechnet ihre – als Anwältin erfolgreiche – ältere Schwester Eva überredet sie, anlässlich der Feier zum 55. Geburtstag ihrer Mutter nach Wismar zurückzukehren und gleichzeitig die Chance wahrzunehmen, sich mit dem Vater auszusprechen. Da Miriam ihrer Familie fälschlicherweise in dem Glauben gelassen hat, sie habe zwischenzeitlich erfolgreich Karriere gemacht, anstatt – wie in der Realität – weiterhin Germanistik und Soziologie zu studieren – und einen Freund an ihrer Seite zu haben, der sie zur Geburtstagsfeier der Mutter begleitet (den es aber ebenso wenig gibt, wie die erfolgreiche Karriere), gerät sie in Erklärungsnot. Damit sie wenigstens mit einem Freund aufwarten kann, um somit lästigen Fragen der Verwandtschaft zu entgehen, engagiert kurzfristig den attraktiven Fotografen David Vahrenberg, eine Zufallsbekanntschaft, quasi von der Straße weg als ihren vermeintlichen Freund. Dieses Arrangement sorgt somit für eine Menge – natürlich nicht unromantischer – Verwicklungen und stellt Miriam’s Leben vollkommen auf den Kopf und lenkt es in neue Bahnen, was sie aber leider fast zu spät erst einsieht …

Fazit:

Bei dem Buch handelt es sich um 367 starkes Taschenbuch mit ansprechendem, pinkfarbenem Cover – ein typisches „Mädchen“-Buch eben 😉 …
Sehr gut an dem Buch hat mir gefallen, dass es mit Wismar endlich mal einen anderen, eher unbekannten Handlungsort hatte, was das Lesen des Buches noch zusätzlich attraktiv und interessant gemacht hat. Meiner Meinung nach spielen ca. 75% aller deutschen Frauen-Romane mittlerweile in Hamburg (übrigens meine zweitliebste Stadt in Deutschland, nach Berlin) und ich habe mich sehr gefreut, auf diese Weise mal etwas über eine Stadt zu lesen, in der ich zudem auch selbst schon mal war. Ich finde sowieso, dass viel zu wenig Bücher in ostdeutschen Städten ihren Handlungsort haben.

Der Schreibstil ist angenehm flott und aus dem Leben gegriffen. Die Autorin legt großen Wert auf Sprachwitz, Situationskomik und Rechtschreibung. Die Handlung ist perfekt arrangiert und strukturiert. Ich hatte beim Lesen sehr viel Spaß und habe mich ungern wieder von der Handlung getrennt.
Einen kleinen Punktabzug gibt es von mir lediglich, weil sich die Protagonistin mit ihrem Verhalten etwas langatmig im Kreis bewegt hat, was ich gerade zum Ende des Buches hin etwas anstrengend fand.
4 von 5 möglichen Punkten und eine uneingeschränkte Lese-Empfehlung für Alle, die lustige und romantische Frauen-Romane mögen.
Anica Schriever hat mit diesem Buch ein wunderbares Debüt vorgelegt, das neugierig macht und Vorfreude weckt auf ihre zukünftigen Romane. Ich freue mich auf jeden Fall, hoffentlich schon bald wieder etwas Neues von ihr zu lesen und danke für so viel Lesespaß bei diesem ersten Buch von ihr.

Lese-„Karriere“ – Teil 3 (Erwachsenenleben)

– Fortsetzung zu Teil 2 –

Der Eintritt ins Erwachsenen-Lesealter wurde bei mir – wie bei allen anderen wahrscheinlich auch – zusätzlich begleitet durch die Pflichtlektüre in der Schule – ich sage bewusst begleitet und nicht angeregt, denn welcher junge Mensch bekommt Lust auf’s Lesen bei Büchern wie „Wilhelm Tell“, „Schachnovelle“ von Stefan Zweig, „1984“ von George Orwell oder den Werken von Friedrich Dürrenmatt, deren Lektüre dann sowieso auf eine komplizierte Klausur hinausläuft …?! Ich habe 1988 meinen Realschulabschluss gemacht und weiß nicht, welche Bücher heute im Deutsch-Unterricht behandelt werden oder als Pflichtlektüre aufgezwungen werden, aber ich bin nahezu sicher, dass sich an der Attraktivität der Bücher wahrscheinlich wenig geändert hat, auch wenn die heutige junge Lehrer-Generation sich seinerzeit wahrscheinlich selbst darüber aufgeregt hat, welche Bücher einem im Deutsch-Unterricht aufgezwungen wurden und wovon sicherlich keines die Schüler animieren konnte, mehr zu lesen. Ich werde das heutige Leseverhalten im Deutsch-Unterricht aber mal aufmerksam beobachten bei Freundinnen, deren Kinder nun auf einer weiterführenden Schule sind 😉 …

Ich selbst habe ja Ende der 80er bzw. Anfang der 90er Jahre die amüsante Frauen-Literatur für mich entdeckt. In diesem Genre war das Angebot damals leider sehr begrenzt und, wie ich mich gut erinnern kann, damals auch noch gerne als „Emanzen-Bücher“ belächelt. Eva Heller (inzwischen leider verstorben) und Claudia Keller waren so ziemlich die ersten deutschen Autorinnen, die sich damals einen Namen in diesem Genre verschafften, aber so richtig aufmerksam wurde man auf die Literatur dieser Art erst mit der Veröffentlichung der Bestseller von Hera Lind und später auch Tina Grube oder auch den Büchern von Dagmar Hansen – von jeder dieser Autorinnen wurde mindestens ein Buch auch verfilmt. Ich muss aber sagen, dass für mich bisher eigentlich fast alle Verfilmungen zu von mir gerne gelesenen Büchern eher eine Enttäuschung waren, weil Handlungsort, Protagonisten und Handlungsstrang filmgerecht derart verändert wurden, so dass dies leider nur noch wenig mit dem Buch und dem „Film“, den die eigene Fantasie quasi beim Lesen des Buches dreht, gemeinsam hatte 😦
Bücher zu Filmen, wo ich den Film nicht gesehen habe, habe ich allerdings damals auch hin und wieder ganz gerne gelesen.

Nebenher habe ich es dann – entgegen meiner eigentlichen Überzeugung – auch immer mal wieder mit dem Lesen von Krimis versucht. Zum damaligen Zeitpunkt veröffentlichte eine Autorin namens Gabriele Wolff, damals selbst wohnhaft und tätig als Staatsanwältin in Köln und später in Neuruppin (wo ich auch schon war), einige Krimis. Dies sollte dann aber wirklich einer meiner wenigen Ausflüge in die Kriminalliteratur sein. Wie sich wirklich schon in meiner frühen Kindheit bei der Lektüre von Märchen abzeichnete, hatte ich offenbar eine zu große bildliche Vorstellungskraft beim Lesen von Szenen, in denen Gewalt und Blut eine Rolle spielten …
Ich behaupte aber mal, dass da bei mir eine kleine Ausnahme die Biographien über Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi) bilden, von denen ich wirklich sehr viele gelesen habe. So viele, dass ich bei der Führung in der Wiener Hofburg den Eindruck hatte, dass die Führerin dort leider nicht so gut informiert war ;-( …
Interessante Biographien lese ich auch schon mal ab und zu …

In der Zeit bevor es Internet gab, holte man sich als Leser/in Informationen über Neuerscheinungen über die quartalsmäßig oder halbjährlich in den Buchhandlungen ausliegenden Broschüren der einzelnen Verlage, die die Neuerscheinungen ankündigten. Ich habe mir dann damals – als Reminder – immer PostIt’s in meinen Filofax unter das betr. Neuerscheinungsdatum geklebt, damit ich auch kein Buch von Lieblingsautorinnen und -autoren verpasse 🙂
Da bin ich wirklich froh, dass sich da heute ganz andere Möglichkeiten bieten und ich auf amazon.de schon früh, die Neuerscheinungen des Jahres finde, auf meine Wunschliste setzen kann und mir parallel auch eine Tabelle mit den Buch-Neuerscheinungen des Jahres anlege, die ich immer dabei habe. Zusätzliche Tipps bekomme ich dann immer noch über die Empfehlungslinks von amazon.de, über die tollen Seiten anderer Buch-Blogger oder die Internet-Seiten von Autoren und Verlagen.

1996 fanden erstmals die Bücher von Kerstin Gier den Weg in mein Bücherregal und mein Lese-Herz :-). „Männer und andere Katastrophen“ hieß ihr Erstlingsroman, der später auch mit Heike Makatsch in der Hauptrolle verfilmt wurde. Seither wird von mir jede Neuerscheinung von Kerstin Gier sehnsüchtig erwartet und sofort gelesen. Etwa gleichzeitig entdeckte ich auch die Bücher einer Autorin namens Jule Brand, die ich ebenfalls verschlang und keinen Neuerscheinungstermin verpasste. Erst viel später habe ich lustigerweise erfahren, dass es sich hierbei um ein Pseudonym von Kerstin Gier handelte 🙂 .
Mit den Jahren entdeckte ich immer wieder neue Autorinnen und auch Autoren in den Buchhandlungen, von denen ich dann mehr als ein Buch gelesen habe und die auch schon länger fester Bestandteil meines Lesealltags sind. Dazu gehören z. B. Dagmar Hansen, Wiebke Lorenz (die damals noch ChickLit geschrieben hat und heute die eine Hälfte von „Anne Hertz“ ist), Amelie Fried, Marian Keyes, Sheila O’Flanagan, Sophie Kinsella, Jana Voosen, Fanny Flagg – um hier nur die zu nennen, die am längsten dabei sind – und jedes Jahr kommen neue hinzu. In den letzten Jahren waren das u. a. Anne Hertz, Frauke Scheunemann, Anna Koschka, Britta Sabbag, Lena Gold, Emma Bieling, Jana Seidel, Dunja M. Pechner, Gabriella Engelmann, Sofie Cramer, Kim Schneyder, Nina Schmidt, Anica Schriever, Adena Halpern, Alexandra Potter, Katarina Fischer, Eva Lohmann und noch einige mehr. Die eine oder andere Autorin habe ich z. B. erst beim Lesen von Anthologien für mich entdeckt.

Besonders mag ich auch die Bücher von Wladimir Kaminer. Mein Mann und ich haben schon sehr viele Lesungen von ihm besucht und man muss ihn einfach, wenn man seine Bücher mag, mal live in einer seiner Lesungen erlebt haben – er ist wirklich ein Event und bietet einen extrem unterhaltsamen und lustigen Abend. Zumal er in seinen Lesungen auch meist, anstatt des neuveröffentlichten Buches, das zum Zeitpunkt der Lesung eh schon fast jeder Gast kennt, bisher unveröffentlichte Geschichten vorträgt, die sich dann später wieder – manchmal leicht modifiziert – in einem seiner späteren Bücher wiederfinden. Auch zwei Freundinnen konnte ich durch den Besuch einer Lesung von Wladimir Kaminer, die ihn bis dahin gar nicht kannten, für seine Bücher begeistern 🙂

Ich kann mich übrigens glücklich schätzen, dass mein Mann auch ein begeisterter Leser ist, dessen Lese-Lust über die tägliche Lektüre der Tageszeitung und die wöchentliche Lektüre von Sport- oder Auto-Magazinen weit hinausgeht. Seine Lieblingsgenres sind: Krimis, Thriller, Psycho-Thriller, historische Romane. In unserem Haushalt wird wirklich viel Geld für Bücher ausgegeben und wir sind beide irgendwie Buch-Junkies 😉 …

Gar nicht begeistern kann ich mich auch für Fantasy-Romane. Als Ende der 90er Jahre der „Harry Potter“-Hype Einzug hielt in die Welt und mich jeder im Freundeskreis versuchte zu überzeugen, dass ich was Entscheidendes verpasse, wenn ich die Bücher nicht gelesen habe, habe ich – eher zu meinem Leidwesen – nachgegeben. Der 1. Band hat sich für mich schon sehr, sehr zäh gelesen; den 2. Band habe ich mir dann bis zur Mitte reingewürgt und dann abgebrochen und dann die ersten drei Bände (den 3. hatte ich leider auch schon) bei ebay verkauft.
Bisher habe ich mich daher leider auch noch nicht an die Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier gewagt, obwohl mir jetzt schon viele versichert haben, dass das eine ganz andere Art von Fantasy sei und ich muss zugeben, dass ich mit dem Gedanken spiele, „Rubinrot“ doch nun mal langsam zu lesen.
Auch Vampir-Romane habe ich bisher total ausgelassen, obwohl die ja auch vor ein paar Jahren Trend geworden sind – aber man muss ja nicht jeden Trend mitmachen 😉 …
Weniger gerne lese ich auch Bücher, in denen Tiere eine Hauptrolle spielen, weil diese oft tragisch mit dem Tod des Tieres enden. Ausgenommen hiervon sind aber Fortsetzungen, wie die „Herkules“-Reihe von Frauke Scheunemann.

Neben meinem Lieblingsgenre – auch liebevoll „ChickLit“ genannt – lese ich natürlich auch noch liebend gerne andere Sachen. Hier speziell Bücher, die die Zusammenfassung aus irgendwelchen Zeitungskolumnen enthalten, wie z. B. „Tanja’s Welt“ von Tanja Wekwerth, die Kolumnen von Amelie Fried, „Single in the City“ von Sandra Garbers, „Typisch Frau“ von Stephanie Lamprecht, „Meine Freundin Britta“ von Claudia Lehnen, „Jeden Montag wünsche ich mir einen echten Kerl“ von Eva Holst – um auch hier nur einen Auszug zu nennen. Ich bin ein Riesen-Fan von Kolumnen – wahrscheinlich blogge ich deshalb auch so gern – Blog ist ja irgendwie auch eine Form von Kolumne. Ich finde, in Kolumnen kann sich jeder irgendwo ein Stück weit selbst wiederfinden 😉 …

Super gerne lese ich auch Bücher über das Leben in fremden Kulturen – angefangen bei Büchern türkisch-, amerikanisch-, griechisch- oder italienisch-stämmiger Autoren über das Leben in Deutschland, wovon es mittlerweile fast zu viele gibt, um sie noch alle aufzuzählen (Dilek Güngör, Asli Sevindim, Iris Alanyali, Stella Bettermann, Carol Klöppel, …), Bücher über das Zusammenleben von Deutschen und Holländern („Mordsgouda“ von Annette Birschel, „Ich heirate Frau Antje ihre Familie“ von Ben Bergner, „Auf Heineken könn wir uns eineken“ von Kerstin Schweighöfer). Besonders ist mir auch die Reihe „Ein Jahr in …“ aus dem Herder-Verlag ans Herz gewachsen, wo Deutsche über das Leben in anderen Ländern berichten und 1 Jahr lang in Tagebuch-Form ihren Alltag in dem fremden Land porträtieren.

Das war nun der vollständige Einblick in meine „Lese-Karriere“ 🙂