Lese-„Karriere“ – Teil 1 (Kindheit)

Hat nicht jeder von uns – egal, wie alt, noch eine Erinnerung, wann und wie er erstmals mit dem Medium „Buch“ in Berührung kam?!

Meine Lese-„Karriere“ begann – zumindest ab dem Zeitpunkt, wo ich mich jetzt noch erinnern kann – bereits im frühen Alter mit der Lektüre von Pixi-Büchern. Leider waren diese netten, bunt bebilderten Büchlein immer nur für eine kurze Freude gedacht und der Inhalt leider sehr schnell verinnerlicht und bekannt. Ebenso spielten Zeitschriften – wie in meiner Kindheit das „Bussi-Bär“-Heft – damals auch schon eine Rolle, aber dem Thema „Presse-Erzeugnisse“ widme ich später nochmal einen eigenen Blog-Artikel.

Meine nächste Erinnerung zum Thema „Buch“ habe ich im Kindergarten-Alter, wo man uns diverse Geschichten vorgelesen hat; hängengeblieben sind hier die Bücher von Otfried Preußler wie „Das kleine Gespenst“, „Die kleine Hexe“ und „Räuber Hotzenplotz“, welches eines meiner ersten Kinderbücher war. Das muss etwa zum gleichen Zeitpunkt gewesen sein, als man mir auch sowas wie die „Kinder-Bibel“, Wilhelm Busch-Geschichten und diverse Märchenbücher schenkte – Bücher, die mir nie gefallen haben und die ich von alleine auch nie in die Hand genommen habe. Ich bin auch heute noch der Meinung, dass diese Bücher zu viel Gewalt für zarte Kinderseelen enthalten. Hätte ich selbst Kinder, wären das Bücher, die ich ihnen nie ungefragt zugemutet hätte. Auch heute lese ich immer noch ungern bis gar nicht Bücher, in denen Gewalt eine Rolle spielt 🙂
In der Grundschule bekamen wir in den ersten beiden Schuljahren sehr häufig Geschichten von „Ich und meine Schwester Klara“ vorgelesen, die mir als kindgerecht und lehrreich in Erinnerung geblieben sind. Irgendwann in der 3. od. 4. Klasse gingen wir gemeinschaftlich in die Stadtbücherei und ließen uns die ersten Leihausweise anfertigen. Da wir damals in einem Außenbezirk Kölns wohnten, schickte die Stadtbücherei regelmäßig 1x pro Woche einen Bücher-Bus dorthin, wo man sogar Bücher vorbestellen konnte. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich sehr gerne Bücher von Janosch ausgeliehen – mein damaliger Favorit war „Oh wie schön ist Panama“. Eine liebe Nachbarin, die ein großer Schweden-Fan war, beschenkte mich damals zu jeder Gelegenheit mit Astrid Lindgren-Büchern, von denen ich besonders natürlich „Pippi Langstrumpf“ und „Madita“ mochte. Dann kam auch irgendwann das Jahr meiner Erstkommunion, in dem ich besonders viele Bücher geschenkt bekam und hier meine große Liebe zu „Schneider“-Büchern begann. Aus dem Sortiment des Schneider-Verlages kamen z. B. alle meine späteren Lieblingsbuchreihen von Enid Blyton: „Hanni und Nanni“, „Tina und Tini“, „Dolly“; von Tina Caspari: „Bille und Zottel“, „Internat Wespennest“, „Mit 11 …“ (12, 13, 14, 15, 16, 17); Einzelbücher wie „Sommer, Sonne und zwei Pferde“, „Das Pony-Quartett“. Schon damals habe ich vor Allem für die Neuerscheinungen aus meinen Lieblingsreihen immer gern vorgespart oder diese sehr frühzeitig auf meine Wunschlisten gesetzt. Von meinen älteren Cousinen wurde ich dann zusätzlich mit Lesestoff versorgt wie die „Bummi“-Reihe von Martha Schlinkert, die ich auch sehr gerne gelesen habe.
Dummerweise – und darüber ärgere ich mich heute noch unglaublich – habe ich damals, als ich mich dann mit ca. 15 J. zu alt fühlte für die Schneider-Bücher, fast alle Bücher an die Familie verkauft, deren Kinder ich regelmäßig hütete und deren Tochter mit 8 J. nun fast im idealen Lese-Alter für Schneider-Bücher war 😦 …
In der Schule sind wir damals erstmals an „Pflicht-Literatur“ herangeführt worden: Damals wurden im Unterricht Bücher wie „Ruf der Wildnis“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ oder „Rolltreppe abwärts“ dazu gerne von den Lehrern verwendet.
Beim letzten Umzug sind mir noch ein paar übrig gebliebene Schneider-Bücher in die Hände gefallen („Internat Wespennest“ und „Mit 11 …“ usw.), die ich mir auch aufgehoben habe. „Das Pony-Quartett“ hatte ich für die pferdeverrückte Tochter einer lieben Freundin vorgesehen, musste aber feststellen, dass die Kids von heute mit den Geschichten von damals (1981) eigentlich nicht mehr viel anfangen können – spätestens bei dem Wort „Telefonzelle“ wird dann gefragt, was das denn ist. Dinge, die das heutige Leben der Kids bestimmen, wie Playstation, Handy, SMS, E-Mail waren damals dagegen noch gar nicht bekannt 😉

(Fortsetzung folgt …)

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