Lese-„Karriere“ – Teil 2 (Jugend)

– Fortsetzung zu Teil 1 –

Irgendwann kam dann bei mir – im Alter von ca. 14 J. – leider auch der Zeitpunkt, an dem ich mich endgültig zu alt für meine heißgeliebten Schneider-Bücher fühlte und Abschied nahm ;-(
Auch meine Bücher zur in meiner Kindheit sehr populären TV-Serie „Papa, Charly hat gesagt …“ wurden endgültig ersetzt durch Bücher nun (also Mitte der 1980er Jahre) aktueller TV-Serien wie z. B. „Eine Klasse für sich“ – das Buch befindet sich heute noch in meinem Besitz und durch diese TV-Serie schafften u.a .die Schauspieler Oliver Korittke und Christina Plate ihren Durchbruch.

Da ich auch damals bereits ein großer Fan des geschriebenen und gedruckten Wortes war und ein hohes Informationsbedürfnis hatte, spielten Zeitschriften (Bravo, Bravo Girl, Mädchen u. v. m.)  ebenfalls immer eine große Rolle in meinem Leben, was aber auch damit zusammenhing, dass meiner Meinung das damalige Angebot an Jugendbüchern leider nicht so viel her gab …
Über das Kapitel „Zeitschriften“ werde ich irgendwann noch einen gesonderten Artikel schreiben …

Da ich ein großer Fan der damals angesagten High-School-Komödien war, fand ich es seinerzeit natürlich ganz toll, als ich die „Denise“-Roman-Hefte aus dem Cora-Verlag für mich entdeckte, in denen es damals natürlich um romantische High-School-Love-Stories, die aus dem Amerikanischen übersetzt waren, ging, und die ich regelrecht verschlungen habe. Ich glaube, pro Woche gab 2 es neue Ausgaben (in rosa und hellblau), zudem dann noch die Reihe „Denise“-Mystery (u. a. mit Vampir- oder Gruselgeschichten in dem typisch amerikanischen Love-Story-Stil). Auch der Bastei-Verlag veröffentliche damals ein Pendant dazu mit ganz ähnlichen Geschichten für junge Mädels und nannte seine Reihe „Kiss me“ (gelbes Cover).
Da meine – damals schon nicht mehr ganz so junge – Mutter immer solche Schmachtfetzen (die bei ihrer Generation beliebten sogenannten Groschen-Romane aus Reihen mit solchen „aussagekräftigen“ 😉 Namen wie z. B. „Arzt-Roman“, „Waisenkind Nummer irgendwas“, “ Hedwig Courths-Maler“, „Silvia“, „Heimat-Roman“, „Fürsten-Roman“ – genug davon (alleine die Namen reichen schon 😉 ) mit unserer betagten Nachbarin tauschte und sich in Buch-Form bestenfalls mal ein mit abschreckendem Cover 😉 gestaltetes Werk von Barbara Cartland (noch viel schmalziger, wie mir ein kurzer Blick in eines dieser Bücher verriet) bei ihr fand, konnte ich mein Lesebedürfnis dort schon mal nicht stillen ;-( …

Als ich mit 16 J. im Jahr 1988 meine 1. Ausbildung begann, schwärmte unsere Deutsch-Lehrerin in der Berufsschule unserer reinen Mädchen-Klasse von dem Buch „Beim nächsten Mann wird alles anders“ von Eva Heller vor. Sie wollte dieses Buch eigentlich im Unterricht lesen, erhielt dafür aber damals seitens der Schulleitung keine Zustimmung, so dass wir „Die Farbe Lila“ von Alice Walker im Unterricht behandelten und auch den Film dazu sahen.
Grundsätzlich habe ich zu jenem Zeitpunkt sowieso auch gerne Bücher zu Kino-Filmen gelesen.

Da wir auch zu den Familien gehörten, die Verwandtschaft in der ehemaligen DDR hatte (ich bin selbst sozusagen Halb-Ossi und stolz darauf) und diese besuchen wollte, las ich seinerzeit aus Neugierde das Jugendbuch „Treffpunkt Weltzeituhr“ von Isolde Heyne und kaufte mir damals den allerersten Reiseführer meines damals noch jungen Lebens ;-): „Anders Reisen – DDR“, der auch heute noch als Erinnerung in meinem Bücherregal seinen Platz hat und immer haben wird.

„Beim nächsten Mann wird alles anders“ kaufte ich mir jedoch aus reiner Neugierde trotzdem und war vollkommen begeistert (ich besitze es übrigens heute noch). Es fanden noch einige weitere Bücher von Eva Heller den Weg in mein Bücherregal, ebenso wie von Claudia Keller. Dies war für mich dann der Eintritt in die Erwachsenen-Buchwelt und in mein Lieblingsgenre – der amüsanten und romantischen Frauen-Literatur …

(Fortsetzung folgt …)

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Rezension: Sophie Kinsella – „Kein Kuss unter dieser Nummer“

Autorin:
Die britische Autorin, geb. am 12.12.1969 in London, schrieb ihre ersten Werke bereit im Alter von 24 J. unter ihrem realen Namen Madeleine Wickham. Sie arbeitete zunächst als Wirtschaftsjournalistin und schrieb in dieser Zeit unter dem Pseudonym „Sophie Kinsella“ ihren ersten großen Beststeller „Die Schnäppchenjägerin“ (Original: „Shopaholic“) aus der mittlerweile 6 Fortsetzungen umfassenden Buch-Reihe um die romantische, liebenswerte und chronisch verschuldete Chaotin Becky Bloomwood, wovon der 1. Teil sogar verfilmt wurde. Viele weitere romantische Literatur-Komödien summieren sich mittlerweile dazu und Leserinnen in der ganzen Welt können es kaum bis zur nächsten Neuerscheinung der beliebten Autorin erwarten. Auch ihre Schwester, Gemma Townley, ist Autorin beliebter Frauen-Romane. Sophie Kinsella lebt mit ihrer Familie in London.

Handlung:
Poppy Wyatt verliert kurz vor ihrer Traumhochzeit ihren Verlobungsring und am gleichen Tag, durch einen Diebstahl, ihr Handy. Durch einen glücklichen Zufall findet sie jedoch das Handy der persönlichen Assistentin des Geschäftsmannes Sam Roxton kurz danach in einem Papierkorb und nimmt es an sich. Sam und sie teilen sich das Handy fortan und Poppy regelt damit nicht nur ihre eigenen Angelegenheiten, die ihre Hochzeit betreffen, sondern gleichermaßen einige – persönliche – Angelegenheiten, die Sam betreffen und findet sich damit auch mitten in seinem Leben wieder. Sam und Poppy werden durch die gemeinsame Nutzung des Mobiltelefons deutlich abhängiger voneinander, als zunächst gewünscht war …

Fazit:
Das Buch umfasst 480 Seiten mit 16 zum Teil sehr langen Kapiteln, die meiner Meinung nach etwas kürzer sein könnten.
Als etwas störend beim Lesen empfand ich die vielen Fußnoten, die jedoch Teil der lustigen Story sind.
Schon, wenn man die ersten Seiten dieses Buches liest, weiß man, dass man sich in einer typisch klamaukartigen Komödie von Sophie Kinsella befindet, denn auf diese unvergleichliche Weise kann nur sie schreiben und man sieht die unglaublich witzigen Szenen schon als Film an sich vorüberziehen 🙂
Die Geschichte ist einfach zu lesen und bringt einem, wie alle Sophie Kinsella-Romane der neueren Zeit (die Bücher, die sie schon als Madeleine Wickham veröffentlicht hat, jedoch ausgenommen) absoluten Lesespaß. Man wünscht sich, öfter neue Bücher von ihr lesen zu können und schaut erwartungsvoll dem nächsten Neuerscheinungstermin entgegen.
Schade finde ich eigentlich nur, dass die Geschichten (ausgenommen die Geschichten um die Schnäppchenjägerin Becky Bloomwood) offenbar mittlerweile allen nach einem ähnlichen Plot mit ähnlich gestrickten Protagonisten entstehen. Dafür gibt es von mir einen kleinen Punktabzug und nur 4 Punkte (eher 4,5) von 5 möglichen Punkten.
Ansonsten ist das Buch absolut zu empfehlen (vor allem auch für Leserinnen, die noch nie etwas von Sophie Kinsella gelesen haben) und ich muss nun leider wieder sehr lange auf das nächste Buch von ihr warten …

Lese-Tipp: Anthologien

Vor Allem die Vorweihnachtszeit ist immer wieder beliebt für die Veröffentlichung sogenannter „Anthologien“. Hierbei handelt es Sammlungen von Kurzgeschichten meist namhafter Autoren, angepasst an eine Jahreszeit, ein Ereignis oder ein bestimmtes Thema – aktuell eben speziell „Weihnachten“.

Viele Leser/innen behaupten, dass sie nicht gern Kurzgeschichten lesen und ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich das nicht auch irgendwann mal gesagt habe 😉 …

Dennoch bin ich vor einigen Jahren erstmals auf so eine Anthologie aufmerksam geworden. Hierbei handelte es sich um eine Sammlung weihnachtlicher Kurzgeschichten, ausgewählt von Nicola Sternfeld, die auch bereits ähnliche Sammlungen mit Gruselgeschichten, Liebesgeschichten, Pisten-Stories, Sommergeschichten usw. herausgegeben hat im Piper-Verlag.
Obwohl ich mir ja sicher war, keine Kurzgeschichten zu mögen, hat mich gerade dieses Buch auf besondere Weise gefesselt, so dass ich noch weitere dieser und weiterer Weihnachtsanthologien (z. B. „Zimtsternschnuppen“ usw.) kaufte, was für mich mittlerweile zum festen Bestandteil der Vorweihnachtszeit zählt. Ich lese während dieser schönen Zeit immer eine Anthologie und mindestens ein anderes Buch mit weihnachtlichem Inhalt.

Eine weitere erfolgreiche Herausgeberin von Anthologien ist die Autorin Margit Schönberger – hier sind besonders die Bücher „Ich werde nie mehr auseinandergehen: Böse Diätgeschichten“ oder „Der Arsch auf dem Sessel: Böse Chef-Geschichten. 18 Geschichten über fiese Chefs“ erwähnt.
Auch die sehr erfolgreichen Frauen-Roman-Autorinnen Steffi von Wolff, Kerstin Gier und Anne Hertz haben in den letzten beiden Jahren wunderbar lustiger Kurzgeschichten-Sammlungen von ihnen selbst und befreundeten Autorinnen veröffentlicht.
Sehr beliebt waren bei diversen Generationen in den letzten Jahren auch immer die „Frühling-, Sommer-, Herbst- und Winterlesebücher“ mit jahreszeitlich angepassten Geschichten bekannter Autorinnen und Autoren.

Auch, wenn Ihr vielleicht der Meinung seid, Kurzgeschichten nicht so zu mögen, so kann ich jedem nur empfehlen, solche Anthologien einmal zu lesen und auch dieser speziellen Art von Veröffentlichungen eine Chance zu geben. Denn genau diese Kurzgeschichten-Sammlungen schaffen es – zumindest bei mir regelmäßig – auch auf Autorinnen und Autoren aufmerksam zu machen, von denen man vielleicht bisher noch nichts gelesen hat und deren Schreibstil einen durch eine Kurzgeschichte besonders begeistert. So ging es mir zumindest immer wieder in den letzten Jahren und ich habe dadurch einige mir bisher unbekannte Autorinnen und Autoren entdeckt und mich sogar wieder für Genres begeistern können, die ich in den letzten Jahren eher weniger interessant fand.

Falls ich den ein oder anderen von Euch nun vielleicht ein wenig mehr für Kurzgeschichten begeistern konnte, so freut mich dies.
Ich wünsche auf jeden Fall – egal was gerade gelesen wird – viel Spaß beim Lesen und eine wunderschöne Vorweihnachtszeit 🙂

Rezension: Heidi Goch (Sofie Cramer) – „Fleißig bis Dreißig“

Autorin:
Heidi Goch, geboren 1974 in Soltau, studierte Germanistik und Politik in Bonn und Hannover. Nach einem Volontariat beim Hörfunk machte sie sich als Journalistin erfolgreich selbständig. Inzwischen lebt sie in Hamburg und schreibt erfolgreich unter dem Pseudonym Sofie Cramer und gibt auch Schreibkurse. Mehr Informationen findet man auf ihrer Website: http://sofiecramer.jimdo.com/

Handlung:
Nele, verträumte Schmuckdesignerin, die kurz vor ihrem 30. Geburtstag steht, hat sich geschworen noch vor ihrem Geburtstag nicht mehr ohne Mann dazustehen und den Grundstein gelegt zu haben, für die Zukunft mit Mann und Familie, die sie sich immer erträumt hat. Nach ein paar gescheiterten Beziehungen und der Hochzeit ihrer verhassten Cousine hat sie ihre Jugendliebe Mark für diese Zukunft auserkoren. Als sie den Mut fasst, ihrem Glück selbst ein bisschen auf die Sprünge zu helfen, geht erstmal alles schief …

Fazit:
Das Buch hat 208 leicht zu lesende Seiten mit kurzen Kapiteln.
Die Geschichte ist sehr vorhersehbar und sprachlich durch einfache Dialoge dargestellt.
Die Protagonistin Nele ist meiner Meinung sehr oberflächlich, da sie Menschen und Attraktivität offenbar lediglich in dürr (ihre Cousine) und fett (sie selbst mit 60kg+) kategorisiert und das während des Buches immer wieder ein großes Thema ist.
Mir persönlich hat das Buch nicht wirklich gut gefallen, eine kurzweilige Zwischendurch-Lektüre um die Wartezeit auf den Liefertermin eines anderen Buches zu überbrücken.
Die aktuellen Bücher, die Heidi Goch heute unter dem Pseudonym „Sofie Cramer“ schreibt, sind von der Handlung her wesentlich ansprechender und anspruchsvoller. Ich bin sehr froh, dass sich Sofie  Cramer heute sowohl sprachlich als auch hinsichtlich Story -Findung so viel weiterentwickelt hat, auch wenn es leider ein trauriges persönliches Erlebnis war, das sie auf die jetzige Schiene ihrer Geschichten gebracht hat. Ich freue mich aber sehr, darauf mehr dieser fesselnden, anspruchsvolleren Geschichten von Sofie Cramer zu lesen.
Das Erstlingswerk „Fleißig bis Dreißig“ bekommt von mir 3 von 5 möglichen Punkten.

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Ich lese gerade: „Fleißig bis Dreißig“ von Heidi Goch (Sofie Cramer)

Derzeit warte ich ganz sehnsüchtig auf das neue Buch von Sophie Kinsella „Kein Kuss unter dieser Nummer“, das am 12.11. erscheinen soll und das ich bereits vorbestellt habe – natürlich mit der Hoffnung, dass es evtl. etwas früher ausgeliefert wird …

Da ich noch nicht in der Stimmung für Weihnachtsbücher bin – die folgen dann erst nach „Kein Kuss unter dieser Nummer“ – und es bei mir keinen „buchlosen“ Tag gibt, habe ich gestern mit dem Buch „Fleißig bis Dreißig“ von Heidi Goch begonnen, die heute unter dem Namen Sofie Cramer veröffentlicht und von der ich bisher zwei Bücher gelesen habe, die ich nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Zu „Fleißig bis Dreißig“, welches eines ihrer beiden Erstlingswerke ist, kann ich im Augenblick noch kein Votum abgeben – aber es scheint anders zu sein, als die aktuellen Romane von ihr.

Rezension: Jay Asher / Carolyn Mackler – „Wir beide, irgendwann“

Autoren-Duo:
Jay Asher, Jahrgang 1975, verheiratet, lebt mit seiner Familie in Kalifornien. Nach abgebrochenem Lehramtsstudium arbeitete er u. a. als Schuhverkäufer, Buchverkäufer und Bibliothekar. 2007 veröffentlichte er seinen 1. Jugend-Roman, der sich in den USA über 1 J. auf Platz 1 der Bestseller-Listen hielt und 2009 in Deutschland unter dem Titel „Tote Mädchen lügen nicht“ veröffentlicht wurde.
Carolyn Mackler, Jahrgang 1973, lebt mit Mann und Sohn in New York und schreibt Essays, Kurzgeschichten und Jugendbücher, die in den USA mehrfach ausgezeichnet wurden.
„Wir beide, irgendwann“ ist das 1. gemeinsame Jugendbuch des Autoren-Duos.

Handlung:
Die 16jährige Emma bekommt im Jahr 1996 ihren 1. Computer geschenkt und landet bei der Internet-Installation durch Zufall auf einem Link namens „facebook“ und in ihrem eigenen Profil im Jahre 2011. Emma erkennt, dass sie mit 31 J. eine arbeitslose und unglücklich verheiratete Frau sein wird, die von ihrem Mann betrogen wird. Ihr bester Kumpel, Nachbar  und Mitschüler, der eher unscheinbare Josh – dem sie ihre Entdeckung anvertraut – soll hingegen gut situiert im Job und mit dem umschwärmtesten Mädchen ihrer High-School verheiratet sein.
In der Gegenwart beschäftigt sich Emma mit wenig anderem als mit ihrer Zukunft und stellt fest, dass sie durch Änderungen in der Gegenwart, Einfluss auf ihre Zukunft nehmen kann – aber auch auf die Zukunft von Josh, der seit dieser Entdeckung jedoch – im Gegensatz zu Emma – eher versucht, den Grundstein für die entdeckte glückliche Zukunft zu legen.

Fazit:
Das 394 Seiten starke Buch ist in einem angenehmen Schriftbild, einer gut verständlichen Ausdrucksweise und in kurzen Kapiteln geschrieben, die jeweils abwechselnd aus der Sicht von Emma und aus der Sicht von Josh berichten. Das Cover ist ansprechend gestaltet und das Buch sehr angenehm und kurzweilig zu lesen.
Zu Beginn des Buches habe ich mich etwas schwer getan zu verstehen, welche Veränderungen in Emma’s Gegenwart in welcher Weise Auswirkungen auf Emma’s Zukunft haben, weil das am Anfang meiner Meinung nach etwas verworren scheint.
Insgesamt findet immer wieder ein Wechsel zwischen Gegenwart und Zukunft statt. Die Geschichte ist flüssig geschrieben und obwohl man das Ende schon vorhersehen kann, mag man das Buch nicht aus der Hand legen.
Ich wäre in meiner Jugend dankbar für so abwechlungsreiche Lese-Unterhaltung gewesen.
Wenn einem z. B. das Buch „Was? Wäre? Wenn?“ von Wiebke Lorenz gefallen hat, findet man meiner Meinung auch dieses Buch hier ganz toll!
Lediglich in einem Punkt gibt es einen kleinen Abzug von mir: Da wir nun bereits das Jahr 2012 schreiben, wäre es schön gewesen zu erfahren, wie es Emma und Josh nach den Veränderungen im Jahr 1996 und ihrem Leben danach tatsächlich im Jahr 2011 ergangen ist 🙂
Daher 4 von 5 möglichen Punkten 🙂

Lese-„Karriere“ – Teil 1 (Kindheit)

Hat nicht jeder von uns – egal, wie alt, noch eine Erinnerung, wann und wie er erstmals mit dem Medium „Buch“ in Berührung kam?!

Meine Lese-„Karriere“ begann – zumindest ab dem Zeitpunkt, wo ich mich jetzt noch erinnern kann – bereits im frühen Alter mit der Lektüre von Pixi-Büchern. Leider waren diese netten, bunt bebilderten Büchlein immer nur für eine kurze Freude gedacht und der Inhalt leider sehr schnell verinnerlicht und bekannt. Ebenso spielten Zeitschriften – wie in meiner Kindheit das „Bussi-Bär“-Heft – damals auch schon eine Rolle, aber dem Thema „Presse-Erzeugnisse“ widme ich später nochmal einen eigenen Blog-Artikel.

Meine nächste Erinnerung zum Thema „Buch“ habe ich im Kindergarten-Alter, wo man uns diverse Geschichten vorgelesen hat; hängengeblieben sind hier die Bücher von Otfried Preußler wie „Das kleine Gespenst“, „Die kleine Hexe“ und „Räuber Hotzenplotz“, welches eines meiner ersten Kinderbücher war. Das muss etwa zum gleichen Zeitpunkt gewesen sein, als man mir auch sowas wie die „Kinder-Bibel“, Wilhelm Busch-Geschichten und diverse Märchenbücher schenkte – Bücher, die mir nie gefallen haben und die ich von alleine auch nie in die Hand genommen habe. Ich bin auch heute noch der Meinung, dass diese Bücher zu viel Gewalt für zarte Kinderseelen enthalten. Hätte ich selbst Kinder, wären das Bücher, die ich ihnen nie ungefragt zugemutet hätte. Auch heute lese ich immer noch ungern bis gar nicht Bücher, in denen Gewalt eine Rolle spielt 🙂
In der Grundschule bekamen wir in den ersten beiden Schuljahren sehr häufig Geschichten von „Ich und meine Schwester Klara“ vorgelesen, die mir als kindgerecht und lehrreich in Erinnerung geblieben sind. Irgendwann in der 3. od. 4. Klasse gingen wir gemeinschaftlich in die Stadtbücherei und ließen uns die ersten Leihausweise anfertigen. Da wir damals in einem Außenbezirk Kölns wohnten, schickte die Stadtbücherei regelmäßig 1x pro Woche einen Bücher-Bus dorthin, wo man sogar Bücher vorbestellen konnte. Zum damaligen Zeitpunkt habe ich sehr gerne Bücher von Janosch ausgeliehen – mein damaliger Favorit war „Oh wie schön ist Panama“. Eine liebe Nachbarin, die ein großer Schweden-Fan war, beschenkte mich damals zu jeder Gelegenheit mit Astrid Lindgren-Büchern, von denen ich besonders natürlich „Pippi Langstrumpf“ und „Madita“ mochte. Dann kam auch irgendwann das Jahr meiner Erstkommunion, in dem ich besonders viele Bücher geschenkt bekam und hier meine große Liebe zu „Schneider“-Büchern begann. Aus dem Sortiment des Schneider-Verlages kamen z. B. alle meine späteren Lieblingsbuchreihen von Enid Blyton: „Hanni und Nanni“, „Tina und Tini“, „Dolly“; von Tina Caspari: „Bille und Zottel“, „Internat Wespennest“, „Mit 11 …“ (12, 13, 14, 15, 16, 17); Einzelbücher wie „Sommer, Sonne und zwei Pferde“, „Das Pony-Quartett“. Schon damals habe ich vor Allem für die Neuerscheinungen aus meinen Lieblingsreihen immer gern vorgespart oder diese sehr frühzeitig auf meine Wunschlisten gesetzt. Von meinen älteren Cousinen wurde ich dann zusätzlich mit Lesestoff versorgt wie die „Bummi“-Reihe von Martha Schlinkert, die ich auch sehr gerne gelesen habe.
Dummerweise – und darüber ärgere ich mich heute noch unglaublich – habe ich damals, als ich mich dann mit ca. 15 J. zu alt fühlte für die Schneider-Bücher, fast alle Bücher an die Familie verkauft, deren Kinder ich regelmäßig hütete und deren Tochter mit 8 J. nun fast im idealen Lese-Alter für Schneider-Bücher war 😦 …
In der Schule sind wir damals erstmals an „Pflicht-Literatur“ herangeführt worden: Damals wurden im Unterricht Bücher wie „Ruf der Wildnis“, „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ oder „Rolltreppe abwärts“ dazu gerne von den Lehrern verwendet.
Beim letzten Umzug sind mir noch ein paar übrig gebliebene Schneider-Bücher in die Hände gefallen („Internat Wespennest“ und „Mit 11 …“ usw.), die ich mir auch aufgehoben habe. „Das Pony-Quartett“ hatte ich für die pferdeverrückte Tochter einer lieben Freundin vorgesehen, musste aber feststellen, dass die Kids von heute mit den Geschichten von damals (1981) eigentlich nicht mehr viel anfangen können – spätestens bei dem Wort „Telefonzelle“ wird dann gefragt, was das denn ist. Dinge, die das heutige Leben der Kids bestimmen, wie Playstation, Handy, SMS, E-Mail waren damals dagegen noch gar nicht bekannt 😉

(Fortsetzung folgt …)